Schweizer Löhne 2026: Was verdient die Schweiz wirklich?
Der Medianlohn in der Schweiz liegt bei CHF 7'024 brutto pro Monat (BFS LSE 2024) – die Hälfte verdient mehr, die Hälfte weniger. Doch zwischen Pharma in Basel und Kellnerin im Tessin liegen Welten: CHF 10'159 vs. CHF 4'744. Hier sind die Fakten – mit interaktivem Lohn-Check und sortierbare Branchen-Tabelle.

Die Hälfte aller Arbeitnehmenden in der Schweiz verdient weniger als CHF 7'024 brutto im Monat. Der Durchschnittslohn liegt deutlich höher – weil Spitzenverdiener den Schnitt verzerren.
Bundesamt für Statistik (BFS), Lohnstrukturerhebung 2024
Lohn-Check
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Daten: BFS Lohnstrukturerhebung (LSE) 2024, Brutto-Monatslohn Gesamtwirtschaft, standardisiert auf 40h/Woche.
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Median vs. Durchschnitt: Warum der Unterschied entscheidend ist
Der Medianlohn (CHF 7'024) und der Durchschnittslohn (~CHF 7'700)klaffen in der Schweiz fast CHF 1'000 auseinander. Der Grund: Topverdiener in der Uhrenindustrie, im Finanzsektor und in der Pharma ziehen den Durchschnitt nach oben. Ein UBS-CEO mit CHF 14.4 Millionen Jahresgehalt verzerrt den Schnitt von Tausenden Angestellten.
Deshalb ist der Median die ehrlichere Zahl: Er teilt alle Löhne exakt in der Mitte. 50% verdienen mehr, 50% weniger. Ein Bundesrat mit CHF 478'000 beeinflusst den Median kaum – aber den Durchschnitt massiv.
Branchen-Vergleich: Wer verdient wie viel?
Die Lohnschere zwischen den Branchen ist enorm. Wer in der Pharmaarbeitet, verdient im Median CHF 10'159 – mehr als doppelt so viel wie im Gastgewerbe(CHF 4'744). Die Schweizer Uhrenindustrie liegt knapp unter dem nationalen Median – obwohl sie CHF 25.6 Milliarden exportiert. Die hohen Margen landen bei den Konzernen, nicht bei den Uhrmachern.
Branchen-Lohn-Tabelle
SortierbarTabakindustrie | CHF 14’304 |
Banken | CHF 10’723 |
Pharma & Chemie | CHF 10’159 |
Forschung & Entwicklung | CHF 9’139 |
Maschinenindustrie | CHF 7’632 |
Grosshandel | CHF 7’478 |
Luftfahrt | CHF 7’134 |
Baugewerbe | CHF 6’616 |
Metallerzeugung | CHF 6’279 |
Detailhandel | CHF 5’214 |
Gastronomie | CHF 4’744 |
Beherbergung | CHF 4’715 |
Persönliche Dienstleistungen | CHF 4’496 |
Brutto-Monatslohn, standardisiert auf 40h/Woche. Quelle: BFS Lohnstrukturerhebung (LSE) 2024.
Kantonsvergleich: Wo verdient man am meisten?
Die 26 Kantone der Schweiz unterscheiden sich nicht nur bei den Steuern – auch die Löhne variieren stark. Basel-Stadt und Zürich zahlen am besten, das Tessin und der Jura am wenigsten. Doch höhere Löhne bedeuten nicht automatisch mehr im Portemonnaie: Die Steuerlast und Lebenskosten fressen den Unterschied oft wieder auf.
Löhne-Quiz
3 Fragen – teste dein Wissen
1.Wie hoch ist der Medianlohn in der Schweiz?
2.Welche Branche zahlt am besten?
3.Wie gross ist der Gender Pay Gap?
Gender Pay Gap: Sinkt, aber bleibt
Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern beträgt gemäss BFS LSE 2024 8.4% – ein historischer Tiefstand. 2018 waren es noch 11.5%, 2022 noch 9.5%. Der Trend ist positiv, aber der Gap existiert weiterhin. Knapp die Hälfte der Differenz lässt sich laut BFS nicht durch objektive Faktoren (Branche, Position, Erfahrung) erklären.
In Führungspositionen ist der Gap grösser: Frauen verdienen dort CHF 10'077, Männer CHF 11'715 – eine Differenz von 14%. Bei Jobs über CHF 16'000 sind 75% der Beschäftigten männlich, bei Jobs unter CHF 4'500 sind es 62% Frauen.
Der Gender Pay Gap in der Schweiz ist auf 8.4% gesunken – den tiefsten Wert seit Beginn der Messung. 2018 waren es noch 11.5%. Die Richtung stimmt, aber es bleibt Arbeit.
BFS Lohnstrukturerhebung LSE 2024
Was bringt Ausbildung? Der Lohn-Boost pro Stufe
In der Schweiz zahlt sich Bildung aus – aber anders als man denkt. Die Berufslehreist kein Nachteil: Fachkräfte mit EFZ verdienen im Median CHF 6'390, nur CHF 634 unter dem nationalen Median. Der grösste Sprung kommt mit einem Hochschulabschluss (+65%).
Lohnentwicklung: Mehr Lohn, weniger Kaufkraft?
Nominal sind die Schweizer Löhne in den letzten 20 Jahren gestiegen. Real – also inflationsbereinigt – sieht es anders aus. Die Teuerung 2022/2023 hat die Reallöhne erstmals seit Jahren sinken lassen. Wer 2024 gleich viel verdient wie 2021, hat effektiv 3-4% Kaufkraft verloren.
Wirtschaftsboom
Frankenstärke
LSE 2022
+3.5%, LSE 2024
Was übrig bleibt: Vom Brutto zum Netto
Vom Bruttolohn von CHF 7'024 bleibt nach Abzügen deutlich weniger übrig. Die Sozialversicherungen (AHV, IV, ALV, Pensionskasse) fressen rund 12-15%, die Steuern je nach Kanton weitere 10-20%. Die Krankenkassenprämie kommt noch obendrauf – sie beträgt im Schnitt CHF 380/Monat pro Erwachsenen.
Nach Krankenkasse (CHF 380) und Miete (Median Zürich: CHF 1'600 für 3.5-Zimmer) bleiben rund CHF 3'288 für alles andere: Essen, Transport, Freizeit, Sparen. Wer günstige Ausflüge unter 20 Franken sucht, findet bei uns über 50 Ideen.
Die Schweiz hat die höchsten Löhne Europas – aber auch die höchsten Lebenskosten. Was zählt, ist nicht was du verdienst, sondern was du damit kaufen kannst.
Was du über Schweizer Löhne wissen musst
Basierend auf der BFS Lohnstrukturerhebung 2024
Alle Zahlen basieren auf der Lohnstrukturerhebung (LSE) 2024 des Bundesamts für Statistik – der grössten Lohnerhebung der Schweiz mit über 2 Millionen erfassten Arbeitsverhältnissen. Bruttolöhne sind standardisiert auf eine 40-Stunden-Woche. Regionale und branchenspezifische Abweichungen können erheblich sein.
Wer Löhne versteht, will das wissen
7 von 10 Schweizern kennen diese Zusammenhänge nicht
Redaktion ConvivaPlus
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Letzte Aktualisierung: 22.03.2026
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Die Schweiz hat die höchsten Löhne Europas – aber ein Pharma-Manager verdient mehr als DOPPELT so viel wie eine Pflegefachperson. Im selben Land.
Diskussion
5 Stimmen aus der Community
Lohn-Check ist Gold wert. Mein Chef behauptet immer wir liegen über dem Median. Jetzt hab ich Zahlen.
8.4% Gender Pay Gap klingt wenig. Auf ein ganzes Berufsleben sind das aber locker 200'000 Franken weniger... das muss man sich mal vorstellen.
Bin vor 8 Jahren aus Portugal gekommen. Verdiene jetzt im Bau CHF 5'800. In Lissabon wärens 1'200 Euro. Aber d Chrankekasse frisst hier fast 500 im Monat...
Tipp: Der BFS Salarium-Rechner liefert noch detailliertere Vergleiche nach Region und Branche. Mehr dazu auch in unserem Artikel zur Lohntransparenz.
Uhrenindustrie unter Median obwohl Milliarden-Exporte. Die Marge bleibt halt bei den Konzernen, nicht bei den Uhrmachern.
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Löhne · 22.03.2026