SVP-Radar: 9 Abstimmungen gegen das eigene Volk – mit Belegen
Du verdienst unter 8'000 Franken im Monat? Dann macht die SVP Politik gegen dich. Nicht aus Versehen. Systematisch. Hier sind 9 belegte Beweise – und keiner davon ist schmeichelhaft.
Die SVP nennt sich «Schweizerische Volkspartei.» Das Abstimmungsprotokoll erzählt eine andere Geschichte. Prämienentlastung? NEIN. Mieterschutz? NEIN. Individualbesteuerung? NEIN. Höhere Franchise? JA. Höhere Mehrwertsteuer? JA. Schwarz auf weiss. Punkt für Punkt. Hier ist das Protokoll.

Die Fassade: Nationalismus als Geschäftsmodell
Christoph Blocher hat die SVP zur Grosspartei geformt. Blocher ist Milliardär. Fliegt Privatjet. Residiert in Herrliberg am Zürichsee mit Seeblick. Die Formel, die er perfektioniert hat, ist einfach: Nationalismus als Fassade. Wirtschaftsliberalismus als Kern. Ausländerfeindlichkeit als Ablenkung.
Und die Rechnung zahlt der kleine Mann – dem man erzählt, das Problem seien die Ausländer. Nicht die Versicherungslobby. Nicht die Pharma. Nicht die Immobilienkonzerne. Die Ausländer.
Die Parteifinanzierung der SVP ist die intransparenteste aller grossen Parteien. Wer bezahlt die Plakate? Wer finanziert die Kampagnen? Die Antwort: Das geht dich nichts an. Willkommen bei der «Volkspartei», die nicht einmal dem Volk sagt, wer sie bezahlt. Mehr zur Lohntransparenz in der Schweiz – wo Transparenz auf allen Ebenen fehlt.
Blocher fliegt im Privatjet nach Herrliberg. Rösti fährt im Bundesrats-Auto nach Bern. Und Renate, 63, Diabetikerin aus Winterthur, rechnet, ob sie sich den Arztbesuch im März noch leisten kann.
Abstimmungsprotokoll, Bundesversammlung
Das Abstimmungsprotokoll: Schwarz auf weiss
Keine Meinung. Keine Interpretation. Nur das Protokoll. Was die SVP getan hat – und was es für dich bedeutet:
Keine Prämiendeckelung bei 10% des Einkommens
Weniger Steuern für Doppelverdiener-Paare
Vermieter könnten leichter kündigen
Vermieter könnten schneller Eigenbedarf geltend machen
3 Mio. Versicherte zahlen mehr, chronisch Kranke hart getroffen
Zuwanderung deckeln – auf Kosten des Wohlstands
SVP wollte Energiewende blockieren – Volk sagte klar JA
Umverteilung zu Lasten der Arbeitnehmenden
Höhere Preise für alle – trifft Geringverdiener am härtesten
Gegen Prämienentlastung. Gegen Mieterschutz. Gegen Individualbesteuerung – obwohl 26 Kantone mit 26 verschiedenen Steuersystemen seit Jahrzehnten nach Vereinfachung schreien. Für höhere Franchise. Für höhere Mehrwertsteuer. Für weniger Fachkräfte. Gegen alles, was den unteren und mittleren Einkommen hilft. Für alles, was Lobbys und Milliardäre schützt.
Schätzung für Haushalt mit Einkommen unter CHF 8'000/Mt. Franchise-Erhöhung betrifft 44% der Versicherten. Prämienentlastung hätte Prämien bei max. 10% des Einkommens gedeckelt.
| Vorlage | SVP | SP | Mitte | FDP |
|---|---|---|---|---|
| Prämienentlastung | NEIN | JA | NEIN | NEIN |
| Individualbesteuerung | NEIN | JA | JA | JA |
| Mietrecht (Vermieter) | JA | NEIN | JA | JA |
| Stromgesetz | NEIN | JA | JA | JA |
| Franchise erhöhen | JA | NEIN | JA | JA |
SVP in Rot = Position gegen Interessen der Normalverdiener. Quellen: parlament.ch, svp.ch/parolen
Prämien & Franchise: Die SVP-Rechnung zahlt Renate
Die Krankenkassenprämien steigen 2026 um 4.4% auf durchschnittlich CHF 393.30 pro Monat. Und die SVP? Treibt die Erhöhung der Mindestfranchise von CHF 300 auf CHF 400. SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr und SVP-Ständerätin Esther Friedli – die beiden Initiantinnen.
44% der Versicherten – knapp 3 Millionen Menschen – haben die Mindestfranchise. Chronisch Kranke, Geringverdiener, Familien. Genau die Menschen, die sich keine höhere Franchise leisten können. Denn wer die Franchise erhöht, zahlt im Krankheitsfall mehr aus der eigenen Tasche.
In der Schweiz verzichten bereits jetzt Menschen auf Arztbesuche, weil sie sich die Kosten nicht leisten können. 1.3 Millionen Menschen leben am Existenzminimum – während die AHV-Maximalrente bei CHF 2'520 liegt. Die SVP-Lösung? Noch höhere Eigenkosten. Noch mehr Druck auf die Schwächsten. Und im Abstimmungsprotokoll: NEIN zur Prämienentlastung.
Mieten & Wohnen: Vermieter-Partei statt Volkspartei
Am 24. November 2024 stimmte die Schweiz über zwei Mietrecht-Vorlagen ab. Beide von der SVP und der Immobilienlobby getrieben. Beide vom Volk abgelehnt. Die NZZ nannte es einen «Frontalangriff» auf den Mieterschutz.
Was die Vorlagen wollten: Vermieter sollten leichter kündigen können (Untermiete), schneller Eigenbedarf geltend machen können (Eigenbedarf). Wer profitiert? Die Immobilienkonzerne. Wer verliert? Die Mieter. In einem Land, in dem 60% der Bevölkerung zur Miete wohnt. Wer weniger als den Medianlohn von CHF 7'024 verdient, gibt bereits über 30% für Miete aus.
SVP-Faktencheck
3 Fragen – teste dein Wissen
1.Wie hat die SVP bei der Prämienentlastungs-Initiative gestimmt?
2.Wie viele Versicherte haben die Mindestfranchise von CHF 300?
3.Was passierte beim SVP-Referendum gegen die Individualbesteuerung?
Steuern & Mehrwertsteuer: Wer wirklich zahlt
Die SVP hat das Referendum gegen die Individualbesteuerung ergriffen – eine Reform, die vor allem Doppelverdiener-Paare und Familien entlastet hätte. Am 8. März 2026 sagte das Volk trotz SVP-Widerstand JA. Die Steuererklärung 2026 wird für viele Paare einfacher – kein Verdienst der SVP.
Gleichzeitig treibt die SVP die Erhöhung der Mehrwertsteuer für die Armee. Die Mehrwertsteuer ist die unsozialste aller Steuern – sie trifft Geringverdiener prozentual am härtesten, weil sie einen grösseren Anteil ihres Einkommens für Konsum ausgeben. In den Branchen mit den tiefsten Löhnen – Gastronomie, Detailhandel, Coiffeur – trifft das besonders hart. Der Milliardär in Herrliberg merkt es nicht. Die alleinerziehende Mutter in Kreuzlingen schon.
Fachkräfte & Migration: Wohlstand opfern für Plakate
Die 10-Millionen-Initiative will die Zuwanderung deckeln. Watson nennt es «Mechanismen des Wohlstands zerstören.» FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt warnt: «Die SVP torpediert die internationale Offenheit der Schweiz.» Konkret: Gemäss UZH Stellenmarktmonitor sind Gesundheitsberufe, Bau und Ingenieurwesen am stärksten vom Fachkräftemangel betroffen – genau die Branchen, die auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen sind.
Die Schweiz braucht Fachkräfte. In der Pflege. Im Bau. In der IT. In der Gastronomie. Wer die Zuwanderung kappt, kappt den Wohlstand. Aber das macht sich schlecht auf Plakaten. Also: Grenzen zu, Fragen später. Und wer pflegt dann deine Mutter im Altersheim? Darüber steht nichts auf dem SVP-Plakat. Auch nicht, dass 7 Kantone inzwischen eigene Mindestlöhne eingeführt haben – weil der Bund nichts tut. Und die SVP schon gar nicht.
Der Medianlohn in der Schweiz beträgt CHF 7'024. Wer weniger Fachkräfte reinlässt, drückt die Löhne nicht – er erhöht den Fachkräftemangel. Und der kostet. In den Branchen mit den tiefsten Löhnen fehlen die Leute schon heute.
Die Profiteure: Wer wirklich gewinnt
Höhere Franchise = weniger Leistungen auszahlen = mehr Gewinn
Keine Preisregulierung, keine Transparenz – dank SVP-Blockade
Aufweichung Mieterschutz = leichter kündigen = höhere Mieten
Weniger Fachkräfte-Zuwanderung = Druck auf Löhne bleibt = billiger
MwSt trifft sie kaum. Franchise trifft sie nie. Miete zahlen sie nicht.
Die SVP nennt sich «Volkspartei.» Die ehrlichere Version: Volkstheater. Mit Eintritt. Den du bezahlst. Jeden Monat. Mit deiner Prämienrechnung, deiner Franchise, deiner Miete und deiner Mehrwertsteuer. Und am Schluss klatschen alle – ausser du. Weil du die Vorstellung bezahlt hast.
ConvivaPlus-Kommentar
Das ist keine Verschwörungstheorie. Das ist das Abstimmungsprotokoll. Schwarz auf weiss. Punkt für Punkt. Neun Mal Politik gegen das eigene Volk. Von einer Partei, die deinen Namen missbraucht. Während ein Bundesrat CHF 239'000 pro Jahr verdient und Ehrenamt steuerlich null wert ist.
Und wenn dir das nicht passt: Vernehmlassung, Referendum, Wahlurne. Die SVP zählt darauf, dass du nichts davon nutzt. Dass du zu müde bist. Zu frustriert. Zu beschäftigt damit, die nächste Prämienrechnung zu bezahlen. Beweise ihnen das Gegenteil.
Was du tun kannst
Das ist keine Verschwörungstheorie. Das ist das Abstimmungsprotokoll. Schwarz auf weiss. Und wenn dir das nicht passt:
Die Franchise-Erhöhung ist in der Vernehmlassung. Deine Meinung zählt – jetzt. Nicht erst bei der Abstimmung.
Die SVP zählt darauf, dass du zu müde bist. Zu frustriert. Zu beschäftigt mit der nächsten Prämienrechnung.
Gegen jede Vorlage, die dich betrifft. Dein Name auf einem Unterschriftenbogen ist mehr wert als 1'000 Kommentare.
Lies das Abstimmungsprotokoll. Nicht die Plakate. Nicht die Schlagzeilen. Das Protokoll.
Schick diesen Artikel weiter. Per WhatsApp. Per Mail. Jeder, der das Protokoll kennt, fällt nicht mehr auf die Fassade rein.
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SVP-Radar – die Fakten
Basierend auf Abstimmungsprotokollen, parlament.ch und offiziellen Quellen
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Dieser Artikel ist ein Kommentar – keine neutrale Berichterstattung. Alle Abstimmungsergebnisse und Fakten sind mit Quellen belegt. Die Bewertung ist die Meinung der Redaktion. Wir sind überzeugt: Demokratie lebt davon, dass jemand das Protokoll liest. Nicht die Plakate.
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Redaktion ConvivaPlus
PolitikDemokratie verstehen. Föderalismus durchschauen. Fakten statt Parolen.
Letzte Aktualisierung: 24.03.2026
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Die SVP stimmte gegen Prämienentlastung, gegen Mieterschutz, gegen Individualbesteuerung – aber für höhere Franchise und höhere MwSt. Das ist kein Zufall. Das ist ein Muster.
Diskussion
5 Stimmen aus der Community
Bin SVP-Wähler gewesen. 20 Jahre. Hab immer gedacht es geht um die Schweiz. Dann hab ich angefangen die Abstimmungsprotokolle zu lesen statt die Plakate. Seither wähle ich anders.
Prüfe unbedingt die Prämienverbilligung – je nach Kanton und Einkommen hast du Anspruch. Mehr dazu in unserem Krankenkassen-Artikel.
Même en Suisse romande, l'UDC vote contre les intérêts du peuple. Merci pour cet article factuel. Le protocole de vote ne ment pas.
Bin Secondo. Arbeite seit 15 Jahren auf dem Bau. Zahle meine Steuern. Zahle meine AHV. Und dann sagt mir die SVP ich sei das Problem? Während sie gegen meine Prämienentlastung stimmt? Das Protokoll lügt nicht.
Diabetikerin, 63. Franchise 300 weil ich keine Wahl habe. Wenn die auf 400 geht, sind das CHF 100 mehr pro Jahr die ich nicht habe. Aber Blocher hat ja seinen Privatjet. Der merkts nicht.
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Politik · Kommentar · 24.03.2026