SVP-Radar: 9 Abstimmungen gegen das eigene Volk – mit Belegen

Du verdienst unter 8'000 Franken im Monat? Dann macht die SVP Politik gegen dich. Nicht aus Versehen. Systematisch. Hier sind 9 belegte Beweise – und keiner davon ist schmeichelhaft.

Die SVP nennt sich «Schweizerische Volkspartei.» Das Abstimmungsprotokoll erzählt eine andere Geschichte. Prämienentlastung? NEIN. Mieterschutz? NEIN. Individualbesteuerung? NEIN. Höhere Franchise? JA. Höhere Mehrwertsteuer? JA. Schwarz auf weiss. Punkt für Punkt. Hier ist das Protokoll.

·Quellen: parlament.ch, SRF, NZZ, admin.ch·
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SVP-Radar: Zerrissenes Volkspartei-Plakat mit Prämienrechnung und Mietvertrag dahinter, 9× NEIN im Abstimmungsprotokoll, leerer Nationalratssaal
9
Abstimmungen
gegen das eigene Volk
3 Mio.
Betroffen
von Franchise-Erhöhung
20%
Verzichten auf Arzt
wegen Kosten, Schweiz
CHF 0
SVP-Transparenz
intransparenteste Partei

Die Fassade: Nationalismus als Geschäftsmodell

Christoph Blocher hat die SVP zur Grosspartei geformt. Blocher ist Milliardär. Fliegt Privatjet. Residiert in Herrliberg am Zürichsee mit Seeblick. Die Formel, die er perfektioniert hat, ist einfach: Nationalismus als Fassade. Wirtschaftsliberalismus als Kern. Ausländerfeindlichkeit als Ablenkung.

Und die Rechnung zahlt der kleine Mann – dem man erzählt, das Problem seien die Ausländer. Nicht die Versicherungslobby. Nicht die Pharma. Nicht die Immobilienkonzerne. Die Ausländer.

Die Parteifinanzierung der SVP ist die intransparenteste aller grossen Parteien. Wer bezahlt die Plakate? Wer finanziert die Kampagnen? Die Antwort: Das geht dich nichts an. Willkommen bei der «Volkspartei», die nicht einmal dem Volk sagt, wer sie bezahlt. Mehr zur Lohntransparenz in der Schweiz – wo Transparenz auf allen Ebenen fehlt.

Blocher fliegt im Privatjet nach Herrliberg. Rösti fährt im Bundesrats-Auto nach Bern. Und Renate, 63, Diabetikerin aus Winterthur, rechnet, ob sie sich den Arztbesuch im März noch leisten kann.

Abstimmungsprotokoll, Bundesversammlung

Das Abstimmungsprotokoll: Schwarz auf weiss

Keine Meinung. Keine Interpretation. Nur das Protokoll. Was die SVP getan hat – und was es für dich bedeutet:

1
Prämienentlastungs-Initiative9.6.2024
SVP: NEINVolk: 55.5% NEIN

Keine Prämiendeckelung bei 10% des Einkommens

2
Individualbesteuerung8.3.2026
SVP: NEIN (Referendum)Volk: JA

Weniger Steuern für Doppelverdiener-Paare

3
Mietrecht: Untermiete verschärfen24.11.2024
SVP: JAVolk: Abgelehnt

Vermieter könnten leichter kündigen

4
Mietrecht: Eigenbedarf erleichtern24.11.2024
SVP: JAVolk: Abgelehnt

Vermieter könnten schneller Eigenbedarf geltend machen

5
Mindestfranchise auf CHF 400 erhöhen2026 (Vernehmlass.)
SVP: JAVolk: Ausstehend

3 Mio. Versicherte zahlen mehr, chronisch Kranke hart getroffen

6
10-Millionen-Initiative2026 (geplant)
SVP: JAVolk: Ausstehend

Zuwanderung deckeln – auf Kosten des Wohlstands

7
Stromgesetz (Referendum)9.6.2024
SVP: NEIN (Referendum)Volk: 68.7% JA

SVP wollte Energiewende blockieren – Volk sagte klar JA

8
BVG-Reform (Pensionskasse)22.9.2024
SVP: JAVolk: 67.1% NEIN

Umverteilung zu Lasten der Arbeitnehmenden

9
MwSt-Erhöhung für Armee2026 (Vernehmlass.)
SVP: JAVolk: Ausstehend

Höhere Preise für alle – trifft Geringverdiener am härtesten

Das Muster

Gegen Prämienentlastung. Gegen Mieterschutz. Gegen Individualbesteuerung – obwohl 26 Kantone mit 26 verschiedenen Steuersystemen seit Jahrzehnten nach Vereinfachung schreien. Für höhere Franchise. Für höhere Mehrwertsteuer. Für weniger Fachkräfte. Gegen alles, was den unteren und mittleren Einkommen hilft. Für alles, was Lobbys und Milliardäre schützt.

Was dich die SVP-Politik pro Jahr kostet
~ CHF 800–1'200
konservative Schätzung für Normalverdiener
Franchise-Erhöhung (CHF 300 → 400)+CHF 100
Fehlende Prämienentlastung (Durchschnitt)+CHF 400–600
MwSt-Erhöhung (geschätzt auf Konsum)+CHF 150–250
Blockierte Individualbesteuerung (Paare)+CHF 0–500
Total pro JahrCHF 800–1'200+

Schätzung für Haushalt mit Einkommen unter CHF 8'000/Mt. Franchise-Erhöhung betrifft 44% der Versicherten. Prämienentlastung hätte Prämien bei max. 10% des Einkommens gedeckelt.

Wie haben die anderen gestimmt?
VorlageSVPSPMitteFDP
PrämienentlastungNEINJANEINNEIN
IndividualbesteuerungNEINJAJAJA
Mietrecht (Vermieter)JANEINJAJA
StromgesetzNEINJAJAJA
Franchise erhöhenJANEINJAJA

SVP in Rot = Position gegen Interessen der Normalverdiener. Quellen: parlament.ch, svp.ch/parolen

Prämien & Franchise: Die SVP-Rechnung zahlt Renate

Die Krankenkassenprämien steigen 2026 um 4.4% auf durchschnittlich CHF 393.30 pro Monat. Und die SVP? Treibt die Erhöhung der Mindestfranchise von CHF 300 auf CHF 400. SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr und SVP-Ständerätin Esther Friedli – die beiden Initiantinnen.

44% der Versicherten – knapp 3 Millionen Menschen – haben die Mindestfranchise. Chronisch Kranke, Geringverdiener, Familien. Genau die Menschen, die sich keine höhere Franchise leisten können. Denn wer die Franchise erhöht, zahlt im Krankheitsfall mehr aus der eigenen Tasche.

In der Schweiz verzichten bereits jetzt Menschen auf Arztbesuche, weil sie sich die Kosten nicht leisten können. 1.3 Millionen Menschen leben am Existenzminimum – während die AHV-Maximalrente bei CHF 2'520 liegt. Die SVP-Lösung? Noch höhere Eigenkosten. Noch mehr Druck auf die Schwächsten. Und im Abstimmungsprotokoll: NEIN zur Prämienentlastung.

Was die SVP-Franchise-Erhöhung kostet
Heute: CHF 300 FranchiseCHF 300CHF
SVP-Vorschlag: CHF 400CHF 400 (+33%)CHF
FDP-Vorschlag: CHF 500CHF 500 (+67%)CHF

Mieten & Wohnen: Vermieter-Partei statt Volkspartei

Am 24. November 2024 stimmte die Schweiz über zwei Mietrecht-Vorlagen ab. Beide von der SVP und der Immobilienlobby getrieben. Beide vom Volk abgelehnt. Die NZZ nannte es einen «Frontalangriff» auf den Mieterschutz.

Was die Vorlagen wollten: Vermieter sollten leichter kündigen können (Untermiete), schneller Eigenbedarf geltend machen können (Eigenbedarf). Wer profitiert? Die Immobilienkonzerne. Wer verliert? Die Mieter. In einem Land, in dem 60% der Bevölkerung zur Miete wohnt. Wer weniger als den Medianlohn von CHF 7'024 verdient, gibt bereits über 30% für Miete aus.

🧠

SVP-Faktencheck

3 Fragen – teste dein Wissen

1.Wie hat die SVP bei der Prämienentlastungs-Initiative gestimmt?

2.Wie viele Versicherte haben die Mindestfranchise von CHF 300?

3.Was passierte beim SVP-Referendum gegen die Individualbesteuerung?

Steuern & Mehrwertsteuer: Wer wirklich zahlt

Die SVP hat das Referendum gegen die Individualbesteuerung ergriffen – eine Reform, die vor allem Doppelverdiener-Paare und Familien entlastet hätte. Am 8. März 2026 sagte das Volk trotz SVP-Widerstand JA. Die Steuererklärung 2026 wird für viele Paare einfacher – kein Verdienst der SVP.

Gleichzeitig treibt die SVP die Erhöhung der Mehrwertsteuer für die Armee. Die Mehrwertsteuer ist die unsozialste aller Steuern – sie trifft Geringverdiener prozentual am härtesten, weil sie einen grösseren Anteil ihres Einkommens für Konsum ausgeben. In den Branchen mit den tiefsten Löhnen – Gastronomie, Detailhandel, Coiffeur – trifft das besonders hart. Der Milliardär in Herrliberg merkt es nicht. Die alleinerziehende Mutter in Kreuzlingen schon.

Fachkräfte & Migration: Wohlstand opfern für Plakate

Die 10-Millionen-Initiative will die Zuwanderung deckeln. Watson nennt es «Mechanismen des Wohlstands zerstören.» FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt warnt: «Die SVP torpediert die internationale Offenheit der Schweiz.» Konkret: Gemäss UZH Stellenmarktmonitor sind Gesundheitsberufe, Bau und Ingenieurwesen am stärksten vom Fachkräftemangel betroffen – genau die Branchen, die auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen sind.

Die Schweiz braucht Fachkräfte. In der Pflege. Im Bau. In der IT. In der Gastronomie. Wer die Zuwanderung kappt, kappt den Wohlstand. Aber das macht sich schlecht auf Plakaten. Also: Grenzen zu, Fragen später. Und wer pflegt dann deine Mutter im Altersheim? Darüber steht nichts auf dem SVP-Plakat. Auch nicht, dass 7 Kantone inzwischen eigene Mindestlöhne eingeführt haben – weil der Bund nichts tut. Und die SVP schon gar nicht.

Der Medianlohn in der Schweiz beträgt CHF 7'024. Wer weniger Fachkräfte reinlässt, drückt die Löhne nicht – er erhöht den Fachkräftemangel. Und der kostet. In den Branchen mit den tiefsten Löhnen fehlen die Leute schon heute.

Die Profiteure: Wer wirklich gewinnt

Versicherungsbranche

Höhere Franchise = weniger Leistungen auszahlen = mehr Gewinn

Pharmakonzerne

Keine Preisregulierung, keine Transparenz – dank SVP-Blockade

Immobilienlobby

Aufweichung Mieterschutz = leichter kündigen = höhere Mieten

Arbeitgeber-Lobbys

Weniger Fachkräfte-Zuwanderung = Druck auf Löhne bleibt = billiger

Milliardäre in Herrliberg

MwSt trifft sie kaum. Franchise trifft sie nie. Miete zahlen sie nicht.

Die SVP nennt sich «Volkspartei.» Die ehrlichere Version: Volkstheater. Mit Eintritt. Den du bezahlst. Jeden Monat. Mit deiner Prämienrechnung, deiner Franchise, deiner Miete und deiner Mehrwertsteuer. Und am Schluss klatschen alle – ausser du. Weil du die Vorstellung bezahlt hast.

ConvivaPlus-Kommentar

Das ist keine Verschwörungstheorie. Das ist das Abstimmungsprotokoll. Schwarz auf weiss. Punkt für Punkt. Neun Mal Politik gegen das eigene Volk. Von einer Partei, die deinen Namen missbraucht. Während ein Bundesrat CHF 239'000 pro Jahr verdient und Ehrenamt steuerlich null wert ist.

Und wenn dir das nicht passt: Vernehmlassung, Referendum, Wahlurne. Die SVP zählt darauf, dass du nichts davon nutzt. Dass du zu müde bist. Zu frustriert. Zu beschäftigt damit, die nächste Prämienrechnung zu bezahlen. Beweise ihnen das Gegenteil.

Was du tun kannst

Das ist keine Verschwörungstheorie. Das ist das Abstimmungsprotokoll. Schwarz auf weiss. Und wenn dir das nicht passt:

1
Vernehmlassung nutzen

Die Franchise-Erhöhung ist in der Vernehmlassung. Deine Meinung zählt – jetzt. Nicht erst bei der Abstimmung.

2
Abstimmen gehen

Die SVP zählt darauf, dass du zu müde bist. Zu frustriert. Zu beschäftigt mit der nächsten Prämienrechnung.

3
Referendum unterschreiben

Gegen jede Vorlage, die dich betrifft. Dein Name auf einem Unterschriftenbogen ist mehr wert als 1'000 Kommentare.

4
Informiert bleiben

Lies das Abstimmungsprotokoll. Nicht die Plakate. Nicht die Schlagzeilen. Das Protokoll.

5
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SVP-Radar – die Fakten

Basierend auf Abstimmungsprotokollen, parlament.ch und offiziellen Quellen

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Einordnung

Dieser Artikel ist ein Kommentar – keine neutrale Berichterstattung. Alle Abstimmungsergebnisse und Fakten sind mit Quellen belegt. Die Bewertung ist die Meinung der Redaktion. Wir sind überzeugt: Demokratie lebt davon, dass jemand das Protokoll liest. Nicht die Plakate.

Redaktion ConvivaPlus

Politik

Demokratie verstehen. Föderalismus durchschauen. Fakten statt Parolen.

Letzte Aktualisierung: 24.03.2026

Quellen & Methodik
Stand: 24. März 2026

Alle Angaben ohne Gewähr. Fehler gefunden? → support@conviva-plus.ch

💡Wusstest du?

Die SVP stimmte gegen Prämienentlastung, gegen Mieterschutz, gegen Individualbesteuerung – aber für höhere Franchise und höhere MwSt. Das ist kein Zufall. Das ist ein Muster.

Quelle: Abstimmungsprotokolle, parlament.ch

Diskussion

5 Stimmen aus der Community

T
Thomasaus Lyss
Vor -9 Tagen

Bin SVP-Wähler gewesen. 20 Jahre. Hab immer gedacht es geht um die Schweiz. Dann hab ich angefangen die Abstimmungsprotokolle zu lesen statt die Plakate. Seither wähle ich anders.

CP
ConvivaPlus RedaktionVor -10 Tagen

Prüfe unbedingt die Prämienverbilligung – je nach Kanton und Einkommen hast du Anspruch. Mehr dazu in unserem Krankenkassen-Artikel.

N
Nathalieaus Yverdon
Vor -4 Tagen

Même en Suisse romande, l'UDC vote contre les intérêts du peuple. Merci pour cet article factuel. Le protocole de vote ne ment pas.

A
Albanaus Kreuzlingen
Vor -2 Tagen

Bin Secondo. Arbeite seit 15 Jahren auf dem Bau. Zahle meine Steuern. Zahle meine AHV. Und dann sagt mir die SVP ich sei das Problem? Während sie gegen meine Prämienentlastung stimmt? Das Protokoll lügt nicht.

R
Renateaus Winterthur
Vor -1 Tagen

Diabetikerin, 63. Franchise 300 weil ich keine Wahl habe. Wenn die auf 400 geht, sind das CHF 100 mehr pro Jahr die ich nicht habe. Aber Blocher hat ja seinen Privatjet. Der merkts nicht.

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Politik · Kommentar · 24.03.2026