Hundesteuer Schweiz: 70 bis 320 Franken, der Wohnort deines Hundes entscheidet
Derselbe Hund, dieselbe Rasse: In Bellinzona zahlst du 70 Franken, in Uster 200. Zieh 15 Kilometer über eine Gemeindegrenze und deine Hundesteuer verdreifacht sich. Oder halbiert sich. In der Schweiz gibt es kein einheitliches System: 26 Kantone und über 2000 Gemeinden setzen ihre eigenen Tarife. Hier ist der komplette Überblick, mit Rechner für deine Gemeinde.

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🐕 Was ist die Hundesteuer, und warum zahlt jede Gemeinde anders?
Die Hundesteuer (in der Romandie «taxe sur les chiens», im Tessin «tassa sui cani») ist eine jährliche Abgabe für jeden Hund ab drei Monaten. Anders als die Bundessteuer wird sie nicht vom Bund erhoben, sondern von den Gemeinden, auf Grundlage des jeweiligen kantonalen Hundegesetzes. Genau deshalb gibt es kein einheitliches System: Der Betrag hängt davon ab, in welcher Gemeinde dein Hund gemeldet ist.
Für den Bund ist nur die Kennzeichnung geregelt: Jeder Hund muss gechippt und in der Datenbank AMICUS registriert sein. Alles andere. Höhe der Steuer, Befreiungen, Zusatzgebühren, bestimmen Kanton und Gemeinde. So kommt es, dass identische Hunde je nach Postleitzahl völlig unterschiedlich viel kosten.
In den meisten Kantonen ist die Hundesteuer nicht zweckgebunden. Das heisst: Die Gemeinde muss das Geld nicht zwingend für Hunde ausgeben, sie darf die Einnahmen auch anders verwenden.
🏆 Der ConvivaPlus Hundesteuer-Index: Städte im Direktvergleich
Wir haben die Hundesteuer der grössten Schweizer Städte aus den offiziellen Gemeinde-Reglementen zusammengetragen. Das Ergebnis zeigt schwarz auf weiss, wie stark der Wohnort entscheidet: Der teuerste Ort verlangt fast das Dreifache des günstigsten. Für exakt denselben Hund.
Laut dem ConvivaPlus Hundesteuer-Index (Stand Juli 2026, Quellen: offizielle Gemeinde-Reglemente) reicht die Hundesteuer für den ersten Hund von 70 Franken (Bellinzona) bis 200 Franken (Uster); ein zweiter Hund kostet in Basel-Stadt mit 320 Franken am meisten.
| Gemeinde | 1. Hund | 2. Hund | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Uster (ZH) | 200 | 200 | Teuerste Gemeinde, inkl. 30 CHF Kantonsbeitrag; hoch wegen Greifensee-Erholungsgebiet |
| Zürich Stadt (ZH) | 160 | 160 | Senkung auf 140 CHF gefordert, Stadtrat lehnt ab («160 angemessen») |
| Basel (BS) | 160 | 320 | 2. Hund kostet das Doppelte; EL/Sozialhilfe minus 70 % (nur 1. Hund) |
| Riehen (BS) | 150 | 300 | Zu Basel-Stadt; 2. Hund ebenfalls doppelt |
| Bern Stadt (BE) | 150 | 150 | 2024 erhöht von 115 auf 150 CHF; steuerpflichtig ab 6 Monaten |
| St. Gallen (SG) | 130 | 130 | Rahmen 60–200 CHF; Kantonsanteil max. 10 CHF pro Hund |
| Luzern Stadt (LU) | 120 | 120 | Hofhunde nur 40 CHF, Wachhunde 60 CHF |
| Aargau (ganzer Kanton) (AG) | 120 | 120 | Kantonsweit einheitlich (max. 150 CHF gesetzlich); Umzug innerhalb AG ändert nichts |
| Bettingen (BS) | 120 | 240 | Zu Basel-Stadt; günstigste der drei BS-Gemeinden |
| Genf Stadt (GE) | 105 | 125 | Zweistufig: 50 kantonal + kommunale Zuschläge + 5 CHF Gebühren |
| Bellinzona (TI) | 70 | 70 | Günstigste grosse Stadt der Schweiz |
1. Hund = Tarif für den ersten Hund pro Halter. 2. Hund = Betrag für einen zusätzlichen Hund. Stand Juli 2026, Quellen: offizielle Gemeinde-Reglemente (uster.ch, bs.ch, bern.ch, stadtluzern.ch, ag.ch, ge.ch).
🧮 Hundesteuer-Rechner: Was zahlst du in deiner Gemeinde?
Richtwert auf Basis der offiziellen Gemeinde-Tarife (Stand Juli 2026). Der 3. Hund wird zum Satz des 2. Hundes gerechnet; ab 3 Hunden verlangen manche Gemeinden zusätzlich eine Bewilligung. Ermässigungen (Hofhund, EL) sind nicht eingerechnet.
Teste dein Hundesteuer-Wissen
2 pyetje – testo njohuritë e tua
1.Um wie viel unterscheidet sich die Hundesteuer für denselben Hund zwischen Bellinzona und Uster?
2.Innert welcher Frist musst du deinen neuen Hund bei der Gemeinde anmelden?
🗺️ Die Kantone im Vergleich: einheitlich, Bandbreite oder Sonderweg
Manche Kantone regeln die Hundesteuer kantonsweit einheitlich, andere geben nur einen Rahmen vor und lassen die Gemeinden entscheiden. Ein paar gehen eigene Wege. Vom zweistufigen Genfer System bis zur brandneuen Solothurner Zusatzsteuer.
| Kanton | Bandbreite | Besonderheit |
|---|---|---|
| Zürich | 70–200 CHF | Rahmen im kant. Hundegesetz; seit 1.6.2025 obligatorische Hundeausbildung für Neuhalter |
| St. Gallen | 60–200 CHF | Gemeinden setzen den Tarif; Kantonsanteil max. 10 CHF pro Hund |
| Aargau | 120 CHF fix | Einziger Kanton mit kantonsweit einheitlicher Taxe (max. 150 CHF gesetzlich) |
| Basel-Stadt | 140–160 CHF | Zweiter Hund kostet das Doppelte; 70 % Ermässigung bei EL/Sozialhilfe |
| Bern | 75–200 CHF | Grosse Unterschiede Stadt/Land; obergrenze kantonal gedeckelt |
| Genf | ab ~105 CHF | Zweistufig: 50 CHF kantonal + kommunale Zuschläge + 5 CHF Gebühren |
| Solothurn | 50–200 CHF + 35 | Seit 2025 zusätzliche kantonale Hundesteuer von 35 CHF (Volksabstimmung Mai 2025) |
✅ Wer ist von der Hundesteuer befreit?
Die meisten Kantone kennen Befreiungen und Ermässigungen. Vollständig befreit sind vor allem Hunde, die eine gesellschaftliche Aufgabe erfüllen. Bei Ermässigungen zählt oft die Funktion des Hundes oder die finanzielle Lage des Halters.
📝 Hund anmelden: AMICUS, Chip und die 10-Tage-Frist
Wer einen Hund übernimmt oder mit einem Hund in die Schweiz zieht, muss handeln, und zwar schnell. Die Kennzeichnung ist bundesrechtlich geregelt (Tierseuchenverordnung), die Anmeldung bei der Gemeinde kantonal. So läuft es Schritt für Schritt:
Der Hund wird vom Tierarzt mit Mikrochip gekennzeichnet, spätestens 3 Monate nach Geburt (importierte Hunde bereits vor der Einreise).
Eintrag in die nationale Hundedatenbank AMICUS. Bei Halterwechsel meldet der frühere Halter den Wechsel, der neue übernimmt den Hund. Innert 10 Tagen.
Anmeldung bei der Hundekontrolle der Wohngemeinde, ebenfalls innert 10 Tagen. Hier wird die Hundesteuer festgelegt.
In vielen Kantonen ist eine Haftpflichtversicherung obligatorisch (in der Stadt Bern z.B. mit einer Deckung von mindestens 3 Mio. CHF).
10 Tage, die Frist, die viele verpassen
Sowohl die Ummeldung in AMICUS bei einem Halterwechsel als auch die Anmeldung bei der Wohngemeinde müssen innert 10 Tagen erfolgen. Wer die Frist verpasst, riskiert eine Busse, und im Kanton Aargau können diese «saftig» ausfallen.
🆕 Neu 2025/2026: Solothurns Zusatzsteuer und Zürichs Kurspflicht
Bei der Hundesteuer bewegt sich gerade einiges. Zwei Änderungen betreffen besonders viele Halterinnen und Halter:
Am 18. Mai 2025 sagten 66 % der Solothurner Stimmberechtigten Ja zu einer kantonalen Hundesteuer von 35 Franken. Zusätzlich zur Gemeindesteuer (50–200 CHF). Sie ersetzt eine 2023 als unzulässig aufgehobene Kontrollzeichengebühr und finanziert den Veterinärdienst mit rund 725'000 Franken pro Jahr. Neu befreit: Epilepsie-Warnhunde und Autismus-Begleithunde.
Wer sich ab Juni 2025 im Kanton Zürich einen Hund anschafft oder mit einem Hund zuzieht, muss Kurse absolvieren: Ersthalter einen Theoriekurs mit Prüfung, alle einen Praxiskurs mit mindestens 6 Lektionen (ab dem 6. Lebensmonat, innert 12 Monaten). Ausnahme: Hunde, die beim Erwerb älter als 10 Jahre sind.
Nicht der Hund bestimmt den Preis, sondern seine Postleitzahl.
ConvivaPlus Hundesteuer-Index
🚚 Hundesteuer bei Umzug: darauf musst du achten
Ein Wohnortwechsel kann deine Hundesteuer spürbar verändern, nach oben oder unten. Diese Punkte sparen dir Ärger und manchmal Geld:
Melde dich innert 10 Tagen in der neuen Gemeinde an. Es gilt sofort deren Hundesteuer, nutze vorher den Rechner oben, um Überraschungen zu vermeiden.
Deine Adressänderung muss auch in AMICUS nachgeführt werden, sonst stimmen die Daten der Hundekontrolle nicht.
Bei Wegzug meldest du den Hund in der alten Gemeinde ab. Manche Gemeinden erstatten die Steuer anteilig zurück, andere verrechnen pro Quartal. Frag aktiv nach.
Weil der Aargau kantonsweit 120 CHF verlangt, ändert ein Umzug innerhalb des Kantons nichts an der Höhe.
Findest du die Hundesteuer in deiner Gemeinde gerechtfertigt?
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Häufige Fragen zur Hundesteuer
Die wichtigsten Antworten rund um Kosten, Anmeldung, Befreiungen und Umzug.
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70 Franken in Bellinzona, 200 in Uster – der Wohnort verdreifacht die Hundesteuer
Wir haben für den ConvivaPlus Hundesteuer-Index die Reglemente der grössten Schweizer Städte gegeneinander gehalten: Bellinzona gegen Uster, für exakt denselben Hund. Das Verdikt: Der Wohnort entscheidet mehr als die Rasse. 70 Franken im Tessin, 200 im Zürcher Oberland, das 2,9-Fache, nur wegen einer Gemeindegrenze. Die Hundesteuer ist eines der letzten Beispiele echten Steuerföderalismus im Alltag: kein Bundesgesetz, 26 kantonale Logiken, über 2000 kommunale Entscheide. Andere nennen einen «Richtwert», laut ConvivaPlus haben wir die Reglemente verglichen.
Frische-Hinweis: Tarife ändern jährlich; massgebend ist immer das aktuelle Reglement deiner Wohngemeinde.
- ◆10-Tage-Meldefrist: Nach Zuzug oder Anschaffung musst du den Hund innert 10 Tagen bei der Wohngemeinde anmelden. Verpasst drohen Nachzahlung und Busse.
- ◆Chip & AMICUS ab 3 Monaten: Kennzeichnung und Registrierung in der Hundedatenbank AMICUS sind schweizweit Pflicht, unabhängig vom Wohnkanton.
- ◆Der zweite Hund kann teurer sein als der erste: In Basel-Stadt kostet er mit 320 Franken das Doppelte. Einige Gemeinden gewähren umgekehrt einen Rabatt.
- ◆Manche Hunde zahlen gar nichts: Blindenführ- und Assistenzhunde sind vielerorts ganz befreit, Ermässigungen richten sich oft nach Funktion des Hundes oder finanzieller Lage.
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Der Kanton Aargau ist der einzige mit einer kantonsweit fixen Hundesteuer: überall 120 Franken. Ein Umzug von Aarau nach Baden ändert also nichts, anderswo kann derselbe Umzug den Betrag verdoppeln.
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4 zëra nga komuniteti
Seit der Abstimmung zahlen wir jetzt noch 35 Franken extra an den Kanton. Immerhin sind Assistenzhunde neu befreit.
Der zweite Hund kostet bei uns wirklich das Doppelte, 320 Franken. Wusste nicht, dass es mit EL eine Reduktion gibt, werde ich abklären.
200 Franken für einen kleinen Dackel. Und mein Kollege in Bellinzona zahlt 70. Der Index hier zeigts endlich mal schwarz auf weiss. Danke!
Danke, Reto! Genau darum haben wir den Index gebaut. Uster begründet den Spitzenwert mit dem Greifensee-Erholungsgebiet, ein schwacher Trost für den Dackel.
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Alle Angaben ohne Gewähr. Massgebend ist das Reglement deiner Wohngemeinde bzw. das kantonale Hundegesetz. Stand: Juli 2026.