Wochenaufenthalter Steuern 2026: CHF 30 pro Tag, ein Zimmer, eine Heimreise — und die Stundenregel, die es nicht gibt

Das Wichtigste in Kürze
Als Wochenaufenthalter ziehst du beim Bund drei Dinge ab: ein Zimmer am Arbeitsort (nie die ganze Wohnung), CHF 30 pro Tag fürs Essen, höchstens CHF 6'400 im Jahr, und eine Heimreise pro Woche bis CHF 3'300. Eingereicht wird im Wohnsitzkanton, mit dessen Frist.
Direkt zu den Wochenaufenthalter-Abzüge (Steuer-Fahrplan)

«Ab 2.5 Stunden Arbeitsweg bist du Wochenaufenthalter» — das steht in vielen Ratgebern und in keinem Erlass. Jeder Kanton beurteilt die Zumutbarkeit selbst. Was dagegen feststeht: ein Zimmer (nie die Wohnung), CHF 30 pro Tag fürs Essen und eine Heimreise pro Woche. Der ConvivaPlus Steuer-Fahrplan rechnet deine drei Abzüge und zeigt, dass Zürich dir CHF 1'900 mehr Heimreise lässt als der Bund.

· Quellen: ESTV, Zürich
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CHF 30
Verpflegung/Tag
Bund, max. CHF 6'400/Jahr
CHF 3'300
Heimreise Bund
eine pro Woche, Jahresdeckel
+CHF 1'900
Zürich lässt mehr
Heimreise, Staatssteuer
CHF 9'600
Zimmer Graubünden
fixer Deckel fürs Zimmer

👤 Wer ist Wochenaufenthalter: die Stundenregel, die es nicht gibt

Vier Nächte am Arbeitsort, drei zu Hause. Und trotzdem zahlst du deine Steuern dort, wo du seltener schläfst. Wochenaufenthalter bist du, wenn du unter der Woche am Arbeitsort eine Unterkunft hast und am Wochenende regelmässig heimkehrst; anerkannt wird das nur, wenn die tägliche Rückkehr unzumutbar ist. Dann lässt dir das Steueramt drei Abzüge, die ein Pendler nicht kennt: Zimmer, Verpflegung, Heimreise.

Die 2.5-Stunden-Regel gibt es nicht
Kein Bundesgesetz nennt eine Stundengrenze. Ob die tägliche Rückkehr unzumutbar ist, entscheidet dein Wohnsitzkanton im Einzelfall: Appenzell Innerrhoden legt im Merkblatt einen Rayon fest, im Aargau stritten Steueramt und Gericht um eine Stunde Fahrzeit mehr oder weniger. Halte deine Fahrzeit mit dem öffentlichen Verkehr fest: Sie ist dein Beleg.

Der steuerrechtliche Wohnsitz bleibt am Familienort, und damit auch die kantonale Steuerhoheit. Bei Alleinstehenden prüft das Steueramt strenger: Du musst nachweisen, dass du am Hauptwohnsitz einen eigenen Haushalt führst und regelmässig dorthin zurückkehrst. Ein Zimmer bei den Eltern reicht in der Regel. Wer zusätzlich quellenbesteuert ist (Ausweis B, L oder G), zahlt über den Lohnabzug und muss die Abzüge aktiv zurückholen.

Der Wochenaufenthalt muss beruflich notwendig sein, nicht bloss bequem. Wer freiwillig näher am Arbeitsort wohnt, hat keinen Anspruch auf Zusatzabzüge.

BDO Steuertipp Nr. 27

🏠 Zimmer abziehen: nie die ganze Wohnung

Gleiche Miete, andere Wohnung: CHF 1'800 im Monat bringen im Thurgau als 2-Zimmer-Wohnung CHF 7'200 Abzug im Jahr, als 3.5-Zimmer-Wohnung nur CHF 4'800. Je mehr Zimmer, desto kleiner der Abzug. Abziehbar sind die ortsüblichen Kosten für ein Zimmer – so steht es in der Berufskostenverordnung des Bundes (Art. 9 Abs. 3). Nicht die ganze Wohnung. Wie das Zimmer aus einer Wohnungsmiete herausgerechnet wird, regeln die Kantone verschieden: Thurgau teilt die Jahresmiete durch die Zimmerzahl plus eins, Solothurn lässt bei einer Wohnung höchstens zwei Raumeinheiten zu (Zimmer 1, Küche und Bad je ½), Graubünden deckelt bei CHF 9'600 im Jahr.

Rechenbeispiel Unterkunft

3.5-Zimmer-Wohnung, CHF 1'800/Monat (Thurgauer Formel):

Abzug = CHF 21'600 ÷ (3.5 + 1) = CHF 4'800/Jahr

Studio, CHF 1'200/Monat:

Solothurn: Zimmer + Küche + Bad = 2 Raumeinheiten, also voll = CHF 14'400/Jahr. Thurgau: grundsätzlich kein Anspruch auf die ganze 1-Zimmer-Wohnung.

Nebenkosten (Heizung, Strom, Wasser) sind zusätzlich abziehbar, sofern sie im Mietvertrag separat ausgewiesen sind. Der Abzug gilt nur für die Monate, in denen du tatsächlich am Arbeitsort wohnst.

🍽️ Verpflegung abziehen: CHF 30 pro Tag, kein Rappen mehr

SituationPro TagPro Jahr
Voller Abzug (Bund)CHF 30CHF 6'400
Mit Arbeitgeber-Beitrag (Bund)CHF 22.50CHF 4'800
Kanton Zürich (Mittag + Abend)CHF 30CHF 6'400

Die Pauschale heisst CHF 30 pro Tag, doch der Jahresdeckel von CHF 6'400 ist nach 213 Tagen voll: Ab dem 214. Tag am Arbeitsort isst du auf eigene Rechnung. Die CHF 30 beim Bund decken Mittag- und Abendessen. Verbilligt dein Arbeitgeber das Mittagessen (Kantine, Gutscheine), sinkt der Abzug auf CHF 22.50. Höhere Kosten nachzuweisen ist ausgeschlossen: Es gilt die Pauschale. Der Kanton Zürich kommt aufs Gleiche, nur in zwei Posten: Mittag- und Abendessen je CHF 15. Du trägst sie direkt in ZHprivateTax ein. Und wer zwei Tage pro Woche zu Hause arbeitet, verliert dort den Verpflegungsabzug, aber nicht jeden Abzug: was an Homeoffice-Tagen gilt, steht beim Homeoffice-Abzug je Kanton.

🚆 Heimreise abziehen: genau eine pro Woche

Ob du jeden Tag pendelst oder einmal pro Woche quer durchs Land heimfährst: Beim Bund gilt für beide derselbe Deckel, CHF 3'300 im Jahr. Du darfst eine wöchentliche Heimreise abziehen. Nicht mehr. Zusätzliche Fahrten unter der Woche (auch aus familiären Gründen) sind nicht abziehbar. Massgebend sind die Kosten des öffentlichen Verkehrs; das Auto wird nur akzeptiert, wenn du damit pro Weg mindestens eine Stunde sparst.

Direkte Bundessteuer
max. CHF 3'300
pro Jahr (seit 2025)
Kanton Zürich
max. CHF 5'200
pro Jahr
💡Wusstest du?

Wochenaufenthalter ziehen beim Bund CHF 30 pro Tag fürs Essen ab, höchstens CHF 6'400 — und ein Zimmer, nie die ganze Wohnung.

🧮 Wochenaufenthalter-Rechner: der ConvivaPlus Steuer-Fahrplan

Miete, Zimmerzahl, Tage am Arbeitsort und Heimreise eintragen: Der ConvivaPlus Steuer-Fahrplan rechnet die drei Abzüge für den Bund und daneben für Zürich, wo der Kanton mehr zulässt. Er zeigt den Abzug, keine erfundene Steuerersparnis: was er spart, hängt von deinem Steuersatz ab. Wechsle den Kanton, und du siehst auch Frist und Portal deines Wohnsitzkantons.

🧰 ConvivaPlus Steuer-Fahrplan: Kanton + Lohn → Frist, Aufschub, Pauschale

ConvivaPlus.ch

🧭 ConvivaPlus Steuer-Fahrplan

Kanton wählen, Unterkunft und Heimreisen einstellen: Du siehst deine nächste Frist mit den Tagen bis dahin, wie weit du verlängern kannst — und was du als Wochenaufenthalter abziehen darfst, Bund gegen Kanton.

Deine Frist
31. März 2027
noch 145 Tage
Steuererklärung 2026
Verlängern bis
30. November 2027
Gebühr nicht ausgewiesen
spätestens
Einreichen über
ZHprivateTax
am selben Tag wie 13 weitere, 4 früher, 4 später

📝 Auf Gesuch verlängert der Kanton bis spätestens 30. November 2027.

⏳ Steuererklärung 2025 verlängert? Dann läuft deine Verlängerung noch bis 30. November 2026 (noch 24 Tage) — aber nur, wenn du das Gesuch vor der Frist gestellt hast.

🧳 Wochenaufenthalt
Unterkunft
Tage pro Woche
BundZürich
UnterkunftCHF 14'400CHF 14'400
VerpflegungCHF 6'400CHF 6'400
HeimreisenCHF 3'300CHF 5'200
Abzug totalCHF 24'100CHF 26'000

Zürich lässt dir CHF 1'900 mehr Abzug als der Bund — bei denselben Eingaben.

Zürich lässt bei der Staatssteuer Fahrkosten bis CHF 5'200 zu. Rechenweg: Verpflegung = Jahresbetrag der Berufskostenverordnung bei 5 Tagen, anteilig bei weniger; Zimmer in einer Wohnung = Jahresmiete ÷ (Zimmer + 1). Das ist der Abzug, keine Steuerersparnis — was er spart, hängt von deinem Steuersatz ab.

145 Tage Luft — der Lohnausweis kommt im Januar, die Belege kannst du schon heute sammeln.

Methodik: 26 Kantone, Fristen und Gebühren an der kantonalen Steuerverwaltung geprüft, Pauschalen nach kantonalem Recht. Keine Steuerberatung — verbindlich ist dein Steueramt.

Quelle: Steuerverwaltung Kanton Zürich · geprüft am 11.10.2026

geprüft · ConvivaPlus

📍 Kantonsvergleich: dasselbe Studio, drei Kantone, drei Abzüge

Ein Studio für CHF 1'200 im Monat. Solothurn lässt dir die ganzen CHF 14'400 im Jahr abziehen, Graubünden höchstens CHF 9'600, und Thurgau schreibt, auf die Miete einer 1-Zimmer-Wohnung habest du «grundsätzlich keinen Anspruch», nur auf die ortsüblichen Kosten eines Zimmers. Dieselbe Wohnung, drei Abzüge: So steht es in der ConvivaPlus-Auswertung der drei Steuerbücher. Es zählt das Recht deines Wohnsitzkantons; wie verschieden die Kantone sonst rechnen, zeigt der Steuervergleich der 26 Kantone. Bei der Heimreise ist es Zürich, das abweicht: CHF 5'200 statt CHF 3'300 beim Bund.

KantonWas du fürs Zimmer abziehst
Bund (DBST)die ortsüblichen Kosten eines Zimmers, ohne Höchstbetrag (Berufskostenverordnung Art. 9)
Solothurnhöchstens zwei Raumeinheiten (Zimmer 1, Küche und Bad je ½): ein Studio zählt ganz
Graubündendie tatsächlichen Kosten, höchstens CHF 9'600 im Jahr
ThurgauWohnung bis 3½ Zimmer: Jahresmiete geteilt durch (Zimmer + 1); 1-Zimmer-Wohnung grundsätzlich nicht
Fahrkosten-Deckel: Bund gegen Zürich
Bund (DBST)CHF 3'300
ZürichCHF 5'200

Heimreise pro Jahr: der Bund deckelt, Zürich hebt den Deckel für die Staatssteuer

📅 Steuerfrist Wochenaufenthalter: die deines Wohnsitzkantons

Wer in Zürich arbeitet und in Bern wohnt, reicht in Bern ein, bis zum 15. März, nicht bis zum 31. März wie die Zürcher Kollegen. Die Frist hängt am Wohnsitz, und die Schweiz hat dafür keine einheitliche, sondern 22 feste und 4 individuelle Fristen. Der Steuer-Fahrplan oben zeigt deine.

⚠️ Häufige Fehler: die ganze Miete und die zweite Heimreise

Der teuerste Fehler hat eine Zahl: Wer für eine 3.5-Zimmer-Wohnung zu CHF 1'800 im Monat die ganze Miete abzieht, macht CHF 16'800 mehr geltend, als die Thurgauer Formel für ein Zimmer zulässt (CHF 21'600 statt CHF 4'800). Die Aufrechnung folgt. Diese fünf Fehler kosten jedes Jahr Geld und sind vermeidbar.

1

Die ganze Wohnung statt eines Zimmers

Abziehbar ist ein Zimmer. Für eine 3.5-Zimmer-Wohnung zu CHF 1'800 im Monat rechnet Thurgau CHF 4'800 im Jahr, nicht CHF 21'600.

2

Die zweite Heimreise der Woche

Abziehbar ist eine Heimreise pro Woche, beim Bund zusammen höchstens CHF 3'300 im Jahr. Fährst du am Mittwoch zusätzlich heim, zahlst du diese Fahrt selbst.

3

Bund und Zürich in einen Topf

Beim Essen rechnet Zürich wie der Bund, CHF 6'400 im Jahr. Bei der Heimreise nicht: CHF 5'200 bei der Staatssteuer, CHF 3'300 beim Bund. Zwei Zahlen auf derselben Steuererklärung.

4

Homeoffice-Tage mitgezählt

An Homeoffice-Tagen fällt der Verpflegungsabzug weg. Arbeitest du drei Tage am Arbeitsort und zwei zu Hause, stehen dir drei Fünftel zu.

5

Der Wohnsitz nur auf dem Papier

Bist du alleinstehend, prüft das Steueramt strenger, ob du zu Hause wirklich lebst. Arztbesuche, Vereinsmitgliedschaft und Stromrechnung am Heimatort sind die Belege, die zählen.

📋 Belege-Checkliste: was du aufbewahren musst

Bis 10 Jahre nach Ablauf der Steuerperiode kann das Steueramt eine Nachsteuer verlangen (DBG Art. 152) — so lange muss jeder dieser Belege auffindbar sein. Der wichtigste ist kein Steuerformular, sondern der Nachweis, dass du zu Hause wirklich lebst.

  • ✓Fahrplanauszug deiner Strecke: Er belegt, dass die tägliche Rückkehr nicht zumutbar ist. Ohne ihn fallen alle drei Abzüge
  • ✓Mietvertrag am Arbeitsort: Er zeigt Miete und Zimmerzahl. Bei einer 3.5-Zimmer-Wohnung entscheidet er zwischen CHF 4'800 und CHF 21'600
  • ✓ÖV-Abo oder Fahrausweise: der Beleg für die eine Heimreise pro Woche, beim Bund bis CHF 3'300 im Jahr
  • ✓Bestätigung des Arbeitgebers zu Kantine oder Lunch-Check: Sie entscheidet zwischen CHF 30 und CHF 22.50 pro Tag
  • ✓Stromrechnung, Arztbesuche, Vereinsmitgliedschaft am Heimatort: Sie belegen, dass du zu Hause wirklich lebst, und halten den Steuerort dort
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❓ FAQ Wochenaufenthalt und Steuern

Basierend auf ESTV, kantonalen Steuerbüchern und Wegleitungen

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Geschrieben von
Reto Amrein
Reto Amrein

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Steuern · 14.10.2026

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