In der Schweiz wurden im Jahr 2024 fast 63 000 Vorfälle im Bereich Cyberkriminalität gemeldet. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu früheren Jahren. Viele dieser Angriffe betreffen vor allem Phishing-Mails. Was viele Nutzer dabei nicht wissen: Sie könnten solche Attacken womöglich sogar verhindern. Wie das geht, zeigt dieser Artikel.
Cyberangriffe nehmen jedes Jahr zu und auch die sogenannten Phishing-Mails werden immer professioneller. Hinzu kommen Datenlecks, auch bei scheinbar sicheren Plattformen. Damit sind die Nutzer einem enormen Risiko ausgesetzt, denn der Identitätsdiebstahl betrifft auch immer mehr private Personen.
2025 wurden beispielsweise etwa zwei Milliarden E-Mail-Adressen und 1,3 Milliarden Passwörter im Netz frei zugänglich veröffentlicht. Sie stammen auch von namhaften Plattformen wie Facebook, Gmail und sogar Regierungskonten. Auch vor der Schweiz machen Daten längst nicht halt. Erst kürzlich wurden hier beispielsweise von der Interrail-Vermarkterin Eurail Daten von Schweizer Kunden entwendet.
Die Folge: Kriminelle können mit solchen Daten gezielt weitere Angriffe starten. Mit gestohlenen E-Mail-Adressen und Passwörtern erhalten sie Zugang zu Online-Shops, Social-Media-Profilen oder sogar Bankkonten. Oft werden kompromittierte Daten zudem im Darknet weiterverkauft und für Identitätsdiebstahl, Betrugsversuche oder personalisierte Phishing-Kampagnen genutzt.
Experten bestätigen, dass es keinen 100-prozentigen Schutz vor Hackerangriffen oder Datendiebstahl gibt. Dennoch können Nutzer selbst einen grossen Teil dazu beitragen, dass ihre Informationen möglichst gut gesichert sind. Ein unterschätzter Punkt ist die Auswahl eines passenden Anbieters für den Mail-Verkehr. Er bietet Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Serverstandort in datenschutzfreundlichen Länder und transparente Sicherheitsstrukturen. Ausserdem hält er sich an strenge Datenschutzgesetze und nimmt keine Auswertung von Nutzerdaten für Werbezwecke vor.
Weitere Schutzmassnahmen sind starke Passwörter. Sie sollten niemals für mehrere Konten gleichzeitig verwendet werden. Mindestens 12-16 Zeichen und eine Kombination aus Gross-, Kleinbuchstaben, Zahlen sowie Sonderzeichen bieten einen umfangreichen Schutz. Wer sich nicht alle Passwörter merken möchte oder kann, nutzt dafür einen komfortablen Manager.
Ausserdem ist eine 2-Faktor-Authentifizierung zusätzlich zum Passwort empfehlenswert. Sie sorgt dafür, dass selbst dann ein zusätzlicher Sicherheitsmechanismus greift, wenn das Passwort in falsche Hände geraten sollte. Neben dem klassischen Zugangscode wird dabei ein zweiter Faktor abgefragt. So wird der Zugriff auf das Konto erheblich erschwert, da Angreifer nicht nur das Passwort, sondern auch das zweite Sicherheitsmerkmal benötigen.
Wir sind mittlerweile fast überall mit dem Internet verbunden. Wer sein Datenvolumen auf dem Handy sparen möchte, greift häufig zu kostenlosem WLAN. In Städten wie Zürich gibt es beispielsweise kostenloses öffentliches WLAN in der Innenstadt, in Bahnhöfen oder Zügen sowie in zahlreichen Museen und Cafés. Hier kann sich jeder fast mühelos einloggen und genau darin besteht das Problem.
Oft sind solche öffentlichen WLAN-Netzwerke nämlich unverschlüsselt oder schlecht gesichert. Auch Hacker können sich ins gleiche Netz einwählen und den Datenverkehr abfangen. Vergleichbar ist dieses Vorgehen mit einem Gespräch in einem vollen Raum: Jeder kann mithören.
Im schlimmsten Fall fangen die Hacker Login-Daten ab oder lesen von unverschlüsselten Webseiten mit. Auch der Zugriff auf E-Mail-Konten ist möglich, vor allem bei einem weniger sicheren E-Mail-Anbieter. Aber was können Nutzer dagegen tun? Experten raten, öffentliche Netzwerke möglichst nur mit Vorsicht zu nutzen und sensible Aktivitäten wie Online-Banking oder das Einloggen in wichtige Konten zu vermeiden. Wenn ein Zugriff dennoch notwendig ist, sollte ausschliesslich über Webseiten mit HTTPS-Verschlüsselung kommuniziert werden.