Höheres Armutsrisiko als in der Slowakei: Immer mehr arme Menschen haben kein Geld für Essen

Es ist das Tabuthema schlechthin: Arme Menschen in der reichen Schweiz. Einem der reichsten Länder der Welt. Gut 535'000 Franken besitzt der durchschnittliche Erwachsene in der Schweiz laut Statistik - das ist Weltrekord. Der hohe Durchschnitt trügt allerdings schwer: Das reichste Prozent besitzt 41% des gesamten Vermögens. Jeder Zweite in der Schweiz besitzt aber weniger als 50'000 Franken - das sind 55,9% der Schweizer Bevölkerung. Davon leben 615'000 Menschen unter der Armutsgrenze. Ohne Unterstützung von Staat und privaten Institutionen wären es sogar über 1,3 Millionen Menschen.


«Hört auf, zu glauben, dass man in der Schweiz nicht hungern kann. Das kann jedem passieren. Auch dir!» schreibt eine Hilfsorganisation.
 

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Kein Geld für Essen:

Die 300 Reichsten in der Schweiz besitzen durchschnittlich ein Vermögen von 2,246 Milliarden Franken pro Kopf. Sie leben standesgemäss in Saus und Braus. Auf der anderen Seite der Medaille gibt es den hungernden Teil der Schweizer Bevölkerung, deren Geld nicht einmal mehr fürs Essen reicht: «Bei den Tafeln in der Schweiz hat die Nahrungsmittelverteilung innerhalb von zwei Jahren um +38 Prozent zugenommen. Es sind mehrere zehntausend Menschen, die zu wenig Geld fürs Essen haben», berichtet die Zeitung «vorwärts». 2017 hat die Schweizer Tafel insgesamt 3993 Tonnen Lebensmittel im Wert von 26,1 Millionen Franken verteilt. Das sind täglich knapp 16 Tonnen einwandfreie Lebensmittel, die sie gratis in zwölf Regionen der Schweiz an soziale Institutionen und armutsbetroffene Menschen verteilen.

 

Höheres Armutsrisiko nach Sozialleistungen als in der Slowakei:

Von 8,4 Millionen Menschen in der Schweiz gelten 7,5% resp. 615‘000 Menschen als arm. Das Armutsrisiko nach Sozialleistungen beträgt in der Schweiz 14,7 Prozent und ist damit höher als in Ungarn (14,5%), Österreich (14,1%), Slowenien (13,9%), Frankreich (13,6%), Niederlande (12,7%), Slowakei (12,7%), Norwegen (12,2%), Dänemark (11,9%), Finnland (11,6%) und Tschechien (9,7%). [Quelle: Stand 2016]

Es herrscht das Bild der Wohlstand-Schweiz. Doch das Leben hierzulande ist im weltweiten Vergleich von 93 Ländern am teuersten. 615’000 Menschen leben in Armut. 145’000 Personen gelten als Working Poors (arme Arbeitende). Das heisst, sie arbeiten und bleiben trotzdem arm. Die Armutsgrenze liegt bei 2239 Franken für eine Einzelperson und bei 3984 Franken für eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern. Jede vierte Person besitzt zum Monatsende keinen Franken mehr. 37% der Bevölkerung kann nichts sparen. Der Anteil verschuldeter und auf Sozialhilfe angewiesene Personen steigt. Allein in Genf hat sich die Zahl der Sozialhilfebezüger innert zehn Jahren verdoppelt.

Obwohl es (nicht nur) in Genf wirtschaftlich prächtig geht: Mehr als 33% des gesamten Welthandels mit Rohöl und Ölprodukten läuft über den Rohstoffhandelsplatz Genf. Auch beim Handel mit Erdöl aus Russland laufen praktisch alle Fäden über den Genfer Standort. Die Region Genf tätigte 75% des russischen Erdölhandels (Stand vor den EU-Sanktionen) und die Genfer wickeln ebenso knapp 50% des internationalen Zuckerhandels sowie 50% des weltweiten Handels mit Kaffee ab.

 

Die Schweiz ist reich:

Dabei hat die Schweiz das höchste Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Europa nach Luxemburg. Wirtschaftsprognosen sagen der Schweiz für das Jahr 2018 gar ein Wachstum von +2,3% vorher. Auch dem Staat geht es gut, die Kassen sind prall gefüllt. Finanzminister Maurer (SVP) präsentierte einen Haushaltsüberschuss von 2,8 Milliarden Franken. Der Bund schloss seine Jahresrechnung gar mit 9,1 Milliarden Franken Überschuss.

Trotzdem gibt es mehr arme Menschen in der Schweiz. Und die Lage verschärft sich weiter. Die Löhne stagnieren und können mit den Lebenserhaltungskosten und den Krankenkassenprämien nicht mithalten. Gleichzeitig streichen die dominierenden Bundesratsparteien FDP und SVP rigoros Sozialleistungen zusammen - auf Bundes-, Kantons- und Gemeindebene.


«Die mittleren Einkommen reichen nicht mehr. Die Mieten und Gesundheitskosten sind stark angestiegen. Immer mehr Familien kommen am Ende des Monats zu uns», erklärt Danitza Limat, Sozialarbeiterin bei Caritas, in der Zeitung «vorwärts».
 

Das Volk kann und muss 2019 Korrekturen vornehmen, bevor diese Entwicklung endgültig aus dem Ruder läuft. Es ist keine finanzielle Frage, denn die Kassen sind gefüllt. Es ist eine politische. Es gilt 2019 für einmal Parteien zu wählen, die einen sozialverträglichen Kurs fahren, die für eine höhere Besteuerung der profitierenden oberen 10% einstehen und die die Schwachen der Gesellschaft verteidigen und unterstützen. So wie es auch die Schweizerische Verfassung vorsieht. Längst geht es nicht mehr um das klassische „Rechts“ oder „Links“. Die „Oberen“ treten gegen die da „Unten“ - zu denen zählt mittlerweile auch der Mittelstand. 2019 hat jeder mit seiner persönlichen Stimme eine neue Chance auf Kurskorrektur und auf Veränderung.

Weiterführende Informationen:
Im Teufelskreis der Armut (vorwärts)





SVP: «Krieg gegen die Armen!»

Die "Volks"partei ist konsequent. Man muss
«zuerst auf die eigenen Leute schauen»:

Arbeitnehmerschutz aufweichen
Bildungswesen kaputtsparen
Prämienverbilligung kürzen
Privatsphäre abschaffen
Mieterschutz aushöhlen
Sozialleistungen kürzen
Renten-Massaker
uvm.
...
 


Unabhängigkeit vom Ausland? Schweizer Landwirtschaft retten? Falsch. Hier sind die wahren Gründe, warum die SVP gegen das Klimaabkommen ist: Die SVP-Verfilzung mit der internationalen Öl-Industrie, die jedes Jahr Milliarden aus der Schweiz abzieht. ??Hier der ganze Bericht: ?https://www.conviva-plus.ch/?page=2398

Posted by INFO Schweiz on Montag, 6. März 2017

SVP und ihre Swissoil-Verfilzung mit
der ausländischen Öl-Industrie

Unabhängigkeit vom Ausland? Schweizer Landwirtschaft retten? Falsch. Hier sind die wahren Gründe.
 


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(Last updated: 29.04.2018, 21:35)