Höheres Armutsrisiko in der Schweiz als in Slowakei, Ungarn, Slowenien, Tschechien und weiteren Ländern Europas
Das Tabuthema schlechthin: Arme Menschen bzw das Armutsrisiko in der reichen Schweiz. Einem der reichsten Länder der Welt. Die Armutsgefährdung ist höher als in Frankreich, Slowakei sowie weiteren Län

Es ist das Tabuthema schlechthin: Arme Menschen in der reichen Schweiz. Einem der reichsten Länder der Welt. Gut 535'000 Franken besitzt der durchschnittliche Erwachsene in der Schweiz laut Statistik - das ist Weltrekord. Der hohe Durchschnitt trügt allerdings schwer:
Das reichste Prozent besitzt 41% des gesamten Vermögens. Jeder Zweite in der Schweiz besitzt aber weniger als 50'000 Franken - das sind 55,9% der Schweizer Bevölkerung. Davon leben 615'000 Menschen unter der Armutsgrenze. Über 100'000 sind Kinder. Ohne Unterstützung von Staat und privaten Institutionen wären es sogar 1,3 Millionen Menschen. 262'000 Kinder sind von der Armut unmittelbar bedroht. In der Schweiz waren 2016 7,8% aller Erwerbstätigen armutsgefährdet. Dies entspricht rund 290‘000 Personen. 140'000 Menschen leben trotz Job in Armut und gelten als Working Poors. Die Lage für einen Grossteil der medial untervertretenen Bevölkerung spitzt sich zu: 22 Prozent der Schweizer Haushalte können kurzfristig keine ungeplanten Ausgaben von 2500 Franken stemmen. Fakt ist: Das Armutsrisiko in der Schweiz ist höher als in den europäischen Ländern Ungarn, Österreich, Slowenien, Frankreich, Slowakei, Niederlande, Norwegen, Dänemark, Finnland und Tschechien.
Inhalte:
Kein Geld für Essen in der reichen Schweiz
«Hört auf, zu glauben, dass man in der Schweiz nicht hungern kann. Das kann jedem passieren. Auch dir!» schreibt eine Hilfsorganisation.
Die 300 Reichsten in der Schweiz besitzen durchschnittlich ein Vermögen von 2,251 Milliarden Franken pro Kopf. Sie leben standesgemäss in Saus und Braus. Auf der anderen Seite der Medaille gibt es armutsbetroffene Menschen, denen das Geld für eine gesunde, ausgewogene Ernährung fehlt und die auf Unterstützung angewiesen sind: «Bei den Tafeln in der Schweiz hat die Nahrungsmittelverteilung innerhalb von zwei Jahren um +38 Prozent zugenommen: Es sind mehrere zehntausend Menschen, die zu wenig Geld fürs Essen haben», berichtet die Zeitung «vorwärts».
2017 hat die Schweizer Tafel insgesamt 3993 Tonnen Lebensmittel im Wert von 26,1 Millionen Franken verteilt. Das sind täglich knapp 16 Tonnen einwandfreie Lebensmittel, die sie gratis in zwölf Regionen der Schweiz an soziale Institutionen und armutsbetroffene Menschen verteilen.
Höheres Armutsrisiko als in der Slowakei:
Von 8,4 Millionen Einwohnern in der Schweiz gelten hierzulande 7,5% resp. 615‘000 Menschen als arm. Die Armutsgefährdungsquote nach Sozialleistungen beträgt in der Schweiz sogar 14,7 Prozent und ist damit höher als in:
Armutsgefährdungsquote:
• Ungarn (14,5%)
• Österreich (14,1%)
• Slowenien (13,9%)
• Frankreich (13,6%)
• Niederlande (12,7%)
• Slowakei (12,7%)
• Norwegen (12,2%)
• Dänemark (11,9%)
• Finnland (11,6%)
• Tschechien (9,7%)
• Island (9,6%)
Die Armutsgefährdungsschwelle wird von der Europäischen Union bei 60% des verfügbaren Medianäquivalenzeinkommens angesetzt. Armutsgefährdet zu sein bedeutet demnach, ein deutlich tieferes Einkommen als die Gesamtbevölkerung zu haben und somit dem Risiko des sozialen Ausschlusses ausgesetzt zu sein. Im Jahr 2016 liegt die Armutsgefährdungsschwelle für einen Einpersonenhaushalt bei 29'796 Franken pro Jahr. 14,7% der Bevölkerung der Schweiz oder nahezu jede siebte Person ist von Armut bedroht. [Quelle: Bundesamt für Statistik]
Es herrscht das Bild der Wohlstand-Schweiz. Doch das Leben hierzulande ist im weltweiten Vergleich von 93 Ländern am teuersten. 615’000 Menschen leben in Armut. 145’000 Personen gelten als Working Poors (arme Arbeitende). Das heisst, sie arbeiten und bleiben trotzdem arm. Die Armutsgrenze liegt bei 2247 Franken für eine Einzelperson und bei 3981 Franken für eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern (unter 14 Jahren). Jede vierte Person besitzt zum Monatsende keinen Franken mehr. 37% der Bevölkerung kann nichts sparen. Der Anteil verschuldeter und auf Sozialhilfe angewiesene Personen steigt. Allein in Genf hat sich die Zahl der Sozialhilfebezüger innert zehn Jahren verdoppelt.
Obwohl es (nicht nur) in Genf wirtschaftlich prächtig geht: Mehr als 33% des gesamten Welthandels mit Rohöl und Ölprodukten läuft über den Rohstoffhandelsplatz Genf. Auch beim Handel mit Erdöl aus Russland laufen praktisch alle Fäden über den Genfer Standort. Die Region Genf tätigte 75% des russischen Erdölhandels (Stand vor den EU-Sanktionen) und die Genfer wickeln ebenso knapp 50% des internationalen Zuckerhandels sowie 50% des weltweiten Handels mit Kaffee ab.
ALTERSARMUT: Ü50-jÄHRIGE
Arbeitslose wandern aus
als letzter Ausweg

«Wenn die Leute wüssten, wie viele über 50 ohne Job sind, ginge ein Aufschrei durchs Land» ...
Die Schweiz ist reich:
Dabei hat die Schweiz das höchste Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Europa nach Luxemburg. Wirtschaftsprognosen sagen der Schweiz für das Jahr 2019 gar ein Wachstum von +1,1% vorher. Auch dem Staat geht es gut, die Kassen sind prall gefüllt. Finanzminister Maurer (SVP) präsentierte einen Haushaltsüberschuss von 2,8 Milliarden Franken. Der Bund schloss 2017 seine Jahresrechnung gar mit 9,1 Milliarden Franken Überschuss.
Trotzdem gibt es mehr arme Menschen in der Schweiz. Und die Lage verschärft sich weiter. Die Löhne stagnieren und können mit den Lebenserhaltungskosten und den Krankenkassenprämien nicht mithalten. Gleichzeitig streichen die dominierenden Bundesratsparteien FDP und SVP rigoros Sozialleistungen zusammen - auf Bundes-, Kantons- und Gemeindebene.
Die SVP und die FDP attackieren Behinderte und Betagte, denen sie Hunderte Millionen Franken Ergänzungsleisungen zusammenstreichen. Für U30-jährige psychisch Kranke soll es keine IV-Rente mehr geben. Und in einer vierköpfigen Schweizer Familie werden pro Person nur noch läppische 5 Franken pro Tag für Ernährung und Getränke ausreichen müssen, weil die SVP und die FDP den Sozialhilfe-Grundbedarf um -30% kürzen und so die Schweizer ärmer machen - inklusive 5-Franken-Menüplan der SVP. Gleichzeitig kürzt der von SVP und FDP dominierte Bundesrat die Armutsbekämpfung in der Schweiz um -72%(!).
MERKE: Nicht die Flüchtlinge machen die Schweizerinnen und Schweizer arm, sondern die regierende FDP und SVP.
«Die mittleren Einkommen reichen nicht mehr. Die Mieten und Gesundheitskosten sind stark angestiegen. Immer mehr Familien kommen am Ende des Monats zu uns», erklärt Danitza Limat, Sozialarbeiterin bei Caritas, in der Zeitung «vorwärts».
5 FRANKEN PRO TAG ZUM (ÜBER)LEBEN
Bern war erst der Anfang: «5 Fr. pro Tag zum (über)leben in der CH muss reichen!», sagen SVP+FDP und lancieren einen schweizweiten Angriff. Inklusive einem 5-Franken-Menüplan für Arme

SOZIALHILFE-GRUNDBEDARF
-30% GEKÜRZT
Mit nur 5 Franken pro Tag (über)leben. Und das obwohl jede dritte Person in der Sozialhilfe ein minderjähriges Kind ist. «Und dennoch sollen den sozial Schwächsten die ohnehin schon tiefen Leistungen noch bedeutend gekürzt werden». «Mangelernährung, Ausgrenzung und Verelendung sind die Folgen.» Wer wählt denn solche Politiker? ...
Das Volk kann und muss an den Wahlen 2019 Korrekturen vornehmen, bevor diese Entwicklung endgültig aus dem Ruder läuft.
Es ist keine finanzielle Frage, denn die Kassen sind gefüllt. Es ist eine politische.
Es gilt 2019 für einmal Parteien zu wählen, die einen sozialverträglichen Kurs fahren, die für eine höhere Besteuerung der profitierenden oberen 10% einstehen und die die Schwachen der Gesellschaft verteidigen und unterstützen. So wie es auch die Schweizerische Verfassung vorsieht.
Wir zitieren gerne aus der Präambel der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft:
„die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen“
Längst geht es nicht mehr um das klassische „Rechts“ oder „Links“. Die „Oberen“ treten gegen die da „Unten“ - zu denen zählt mittlerweile auch der Mittelstand. 2019 hat jeder mit seiner persönlichen Stimme eine neue Chance auf Kurskorrektur und auf Veränderung.
Weiterführende Informationen:
• Im Teufelskreis der Armut (vorwärts)
Artikel zum Thema:
- Mit 5 Fr. pro Tag leben: FDP + SVP machen Schweizer ärmer
Die SVP und FDP haben in mehreren Kantonen eine Kürzung des Grundbedarfs um -30% beschlossen. «Mangelernährung, Ausgrenzung und Verelendung sind die Folgen» ... - SVP + FDP attackieren Behinderte und Betagte mit EL-Kürzungen
Über 300‘000 betagte oder behinderte Menschen sind in der Schweiz auf Ergänzungsleistungen (EL) angewiesen. Bald werden sie mit noch weniger Geld auskommen müssen ... - SVP will Behandlungen von Krankenkassen-Grundversicherung ausschliessen
„Kleinere Behandlungen“, die nur ein paar Tausend Franken kosten, sollen gleich ganz aus der Grundversicherung ausgeschlossen werden ... - SVP attackiert Familien und Prämienverbilligung schweizweit
Wer soll sich die Krankenkassenprämien noch leisten können? Die SVP schiesst aus allen Rohren gegen die für manche existenzielle Prämienverbilligung. Damit zielt die SVP direkt auf Familien, Schlechtverdienende und alte Menschen in der Schweiz ... - SVP + FDP: «Keine IV-Rente für U30-jährige psychisch Kranke mehr!»
Keinen Rentenanspruch mehr haben junge Erwachsene mit psychischen Diagnosen ... - SVP + FDP kürzen Gelder zur Armutsbekämpfung massiv -72%»
72 Prozent weniger Geld für die Armutsbekämpfung! In der Schweiz sind 7,5% der ständigen Wohnbevölkerung bzw. 615‘000 Menschen von Armut betroffen, davon 108‘000 Kinder ... - Das CH-Volk wird ausgeblutet (Wahlen 2019)
Repräsentiert dieser Bundesrat noch das Schweizer Volk? Sind diese Parlamentarier noch Volksvertreter oder schon Volksfeinde*? ...
Unabhängigkeit vom Ausland? Schweizer Landwirtschaft retten? Falsch. Hier sind die wahren Gründe, warum die SVP gegen das Klimaabkommen ist: Die SVP-Verfilzung mit der internationalen Öl-Industrie, die jedes Jahr Milliarden aus der Schweiz abzieht. ??Hier der ganze Bericht: ?/?page=2398
Posted by INFO Schweiz on Montag, 6. März 2017
SVP und ihre Swissoil-Verfilzung mit
der ausländischen Öl-Industrie
Der «Krieg der SVP gegen die Armen» in der Schweiz - minutiös dokumentiert
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