Wie ist die Bundesrat-Zauberformel? - Übersicht 1959-2019


Die Schweizer Zauberformel im Bundesrat lautet 2:2:2:1. Diese simple Formel steht eigentlich für eine konstante Verteilung der Bundesratssitze. Doch wurde die Zauberformel in ihrer Geschichte schon mehrmals geändert. Erst kürzlich im 2016 wurde sie erneut gesprengt und die Schachfiguren neu aufgestellt.

Inhalte:

Bundeshaus in Bern: Parlament und Bundesrat

 

ZAUBERFORMEL 1959-2003

Die sogenannte Zauberformel besteht seit dem 17. Dezember 1959. Das Schweizer Fernsehen überträgt zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesräte eine Bundesratswahl live im TV, und die Ausgangslage könnte nicht spannender sein. Weil die FDP der CVP trotz steigenden Wähleranteils einen weiteren Sitz im Bundesrat verweigerte, spannte diese mit den Sozialdemokraten zusammen. Ganze vier Bundesräte sind zurückgetreten, um möglichst viel Spielraum für eine neue parteipolitische Zusammensetzung des Gesamtbundesrates zu schaffen.

CVP-Generalsekretär Martin Rosenberg kreierte zu diesem Zweck eine «Zauberformel». Damals zog die SP nach einem freiwilligen SP-Bundesratsrücktritt und 6 Jahren Opposition erstmals mit gleich 2 Bundesräten ins Bundeshaus. Das Resultat der Zauberformel: je zwei Sitze für die Parteien FDP, CVP und SP sowie einen Sitz für die SVP (2:2:2:1). Weil dieser Kompromiss der Schweiz im Kalten Krieg Stabilität garantierte, hiess sie bald einmal Zauberformel. Für die Dauer von 44 Jahren hatte diese neue Zauberformel im siebenköpfigen Bundesrat Bestand - bis zur Wahl von SVP-Bundesrat Christoph Blocher am 10. Dezember 2003.


Bundesratswahlen 1959: Die Geburt der Zauberformel - Schweizer Filmwochenschau [video]:


 

 

ZAUBERFORMEL 2004-2007

Diese Zauberformel-Zusammensetzung wurde nach den Bundesratswahlen 2003 zum ersten Mal geändert. Durch die Abwahl der Bundesrätin Ruth Metzler (CVP) und dank der Neuwahl von Bundesrat Christoph Blocher (SVP) wurden die Karten der Bundesratssitzverteilung neu gemischt. Die Zauberformel lautete nun für die Dauer von 4 Jahren: Je zwei Sitze für die Parteien FDP, SP und neu SVP. Und nur noch einen Sitz für die CVP (2:2:2:1).

 

ZAUBERFORMEL 2008-2015

Von 2:2:2:1 auf 2:2:1:1:1? Im Grunde genommen änderte sich die Formel und Verteilung auch in dieser Amtszeit nicht. Zwar wurde SVP-Bundesrat Christoph Blocher abgewählt (als erst vierter Bundesrat der Schweizer Geschichte). Allerdings wurde an seiner Stelle eine andere Vertreterin der Schweizerische Volkspartei in den Bundesrat gewählt: Das damalige SVP-Mitglied Eveline Widmer Schlumpf. Als sie die Wahl durch die Vereinigte Bundesversammlung annahm, forcierte die verärgerte und gekränkte SVP-Führung den Ausschluss von Widmer-Schlumpf aus der Volkspartei. Es kam zur Abspaltung und Gründung einer neuen Partei: Der BDP. Fortan lautete die Zauberformel also für die Dauer von 8 Jahren: Je zwei Sitze für die Parteien FDP und SP, und je einen Bundesratssitz für die Parteien CVP, BDP und SVP (2:2:1:1:1).

 

ZAUBERFORMEL 2016-2019

Bei den Bundesratswahlen 2015 wurde die Zauberformel für die Amtszeit 2016 bis 2019 erneut gesprengt. Nach dem Rücktritt von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf erkannte die Vereinigte Bundesversammlung den Anspruch der SVP auf einen zweiten Bundesratssitz an und wählte mit Guy Parmelin einen 2. SVP-Bundesrat. Für die Amtszeit von 2016 bis 2019 lautet die Zauberformel aktuell: Je zwei Sitze für die Parteien FDP, SP und neu SVP, sowie einen Sitz für die CVP (2:2:2:1).

 

Die einzige konstante der Zauberformel

Wie man unschwer sieht, ist die einzige Konstante der seit 1959 bestehenden Zauberformel die Aufschlüsselung der Bundesratssitze auf 2:2:2:1. Mehr oder weniger.

Die Parteien tauschten zwischendurch immer mal wieder die Plätze im Bundesrat. Ausser die FDP und die SP, welche seit 59 Jahren konstant über je zwei Bundesräte in der Zusammensetzung des Gesamtbundesrats verfügen.

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(Last updated: 05.12.2018, 08:48)