Ausländer Schweiz 2026: jeder sechste ist hier geboren
Ausländer heisst in der Schweiz nicht zugewandert, sondern: nicht eingebürgert. Drei Zählweisen, drei Zahlen, und Italien, die grösste Gruppe, führt nur in 3 von 26 Kantonen. Mit dem Herkunfts-Finder von ConvivaPlus findest du jede der 195 Staatsangehörigkeiten und jeden Kanton.
🌍 Ausländer Schweiz 2026: 27,7 %, Stand Ende 2025
Eine amtliche Zahl für 2026 gibt es noch nicht: Das Bundesamt für Statistik zählt einmal im Jahr, auf das Jahresende, und veröffentlicht die Zahl für Ende 2026 im Laufe von 2027. Diese Seite übernimmt sie dann automatisch. Ende 2010 waren es 1'766'277 oder 22,4 %.
Von den 2'528'117 sind 449'278 in der Schweiz geboren (17,8 %). Sie sind hier aufgewachsen, und trotzdem zählen sie als Ausländer, denn Schweizerin oder Schweizer wird man vor allem durch Abstammung oder Einbürgerung, nicht durch die Geburt im Land. Die übrigen 2'078'839 sind im Ausland geboren.
🔢 Ausländeranteil oder Migrationshintergrund? Drei Zählweisen, drei Zahlen
27,7 %, 32,9 % oder 40,9 %: Je nachdem, was man zählt, ist der Anteil ein ganz anderer. Und 920'521 Schweizerinnen und Schweizer sind im Ausland geboren, doppelt so viele, wie Ausländer in der Schweiz geboren sind.
- 27,7 % ohne Schweizer Pass: 2'528'117 der 9'127'125 ständigen Einwohnerinnen und Einwohner. Das ist der Ausländeranteil des BFS.
- 32,9 % im Ausland geboren: 2'999'360 Menschen, darunter 920'521 mit Schweizer Pass, etwa Auslandschweizer-Kinder und Eingebürgerte.
- 40,9 % mit Migrationshintergrund: 3'086'000 Menschen ab 15 Jahren (2024). Dazu gehören auch Eingebürgerte und hier geborene Kinder von Eingewanderten. Die Zahl stammt aus einer Stichprobe (SAKE) und gilt nur ab 15.
- In keiner der drei: die 414'262 ausländischen Grenzgängerinnen und Grenzgänger (2. Quartal 2026), die hier arbeiten, aber im Ausland wohnen.
Welche Zahl stimmt? Alle drei, sie beantworten verschiedene Fragen: Wer hat keinen Schweizer Pass? Wer ist nicht hier geboren? Wessen Familie ist eingewandert? Wer «Ausländeranteil» sagt, meint die erste.
🇮🇹 Nationalitäten Schweiz: Italien vorn, Deutschland in 16 Kantonen
Die Hälfte aller Ausländerinnen und Ausländer kommt aus nur 6 Ländern. Italien ist mit 346'115 Menschen die grösste Gruppe, aber nur in 3 Kantonen die grösste: Glarus, Solothurn und Tessin. Deutschland (336'446) ist es in 16 von 26.
Die 6 grössten Gruppen (Italien, Deutschland, Portugal, Frankreich, Kosovo und Spanien) stellen zusammen 53,1 %. In 4 Kantonen sind Portugiesinnen und Portugiesen die grösste Gruppe (Freiburg, Graubünden, Wallis und Neuenburg), in 3 die Französinnen und Franzosen (Waadt, Genf und Jura). Wie sich die Schweiz im Vergleich mit den Ländern Europas schlägt, zeigt der Ausländeranteil in Europa.
Im Herkunfts-Finder von ConvivaPlus wählst du eine der 195 Staatsangehörigkeiten und siehst, wie viele Menschen es sind, wie sich die Zahl seit 2010 entwickelt hat und in welchen Kantonen sie leben. Oder du wählst einen Kanton und siehst seine grössten Gruppen.
195 Staatsangehörigkeiten × 26 Kantone, 2010 bis 2025, aus der Bevölkerungsstatistik des BFS.
Italien: 346'115 Menschen, Rang 1 von 195
Ende 2010: 287'130 → Ende 2025: 346'115 (+58'985)
In der ganzen Schweiz: Niederlassung C 71,6 % · Aufenthalt B 27,5 %
Eingebürgert 2025: 4'120 · seit 2011: 68'966
In 26 von 26 Kantonen, am meisten im Kanton Tessin:
- Tessin65'407
- Zürich62'239
- Aargau30'552
- Waadt29'676
- Bern21'254
In einem Kanton stehen Gruppen mit 1 bis 4 Personen als «unter 5». Bewilligungen (B, C, S) gibt es nur für die ganze Schweiz.
Quelle: BFS STATPOP, ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit und Kanton (2010–2025) · Erwerb des Schweizer Bürgerrechts (2011–2025) · Stand Ende Jahr
Angaben ohne Gewähr. Massgebend sind die Daten des Bundesamts für Statistik.
🗺️ Ausländeranteil Kantone: Genf vorn, Appenzell Innerrhoden hinten
Genf hat mit 41,9 % den höchsten Ausländeranteil der Schweiz, und seit 2010 ist er dort am wenigsten gestiegen: um 2,8 Prozentpunkte. Am stärksten stieg er in Freiburg (+7,6). Uri hatte 2010 mit 9,7 % den tiefsten Anteil aller Kantone, heute sind es 15,8 %.
| Kanton | Ausländer | Anteil 2025 | Anteil 2010 | Prozentpunkte |
|---|---|---|---|---|
| 1.Genf | 225'267 | 41,9 % | 39,1 % | +2,8 |
| 2.Basel-Stadt | 80'021 | 39,2 % | 32,5 % | +6,7 |
| 3.Waadt | 295'819 | 34,3 % | 31,0 % | +3,3 |
| 4.Zug | 41'347 | 30,6 % | 23,7 % | +6,9 |
| 5.Tessin | 107'200 | 29,8 % | 26,0 % | +3,8 |
| 6.Schaffhausen | 26'530 | 29,4 % | 23,1 % | +6,3 |
| 7.Zürich | 476'608 | 29,2 % | 24,1 % | +5,1 |
| 8.Aargau | 209'284 | 28,1 % | 21,9 % | +6,2 |
| 9.Thurgau | 84'459 | 27,9 % | 21,5 % | +6,3 |
| 10.Neuenburg | 49'276 | 27,3 % | 23,0 % | +4,3 |
| 11.St. Gallen | 147'947 | 27,2 % | 21,8 % | +5,4 |
| 12.Glarus | 11'409 | 26,9 % | 20,4 % | +6,5 |
| 13.Wallis | 99'670 | 26,5 % | 21,0 % | +5,5 |
| 14.Basel-Landschaft | 78'615 | 25,9 % | 19,3 % | +6,6 |
| 15.Solothurn | 75'418 | 25,9 % | 19,8 % | +6,1 |
| 16.Freiburg | 90'585 | 25,8 % | 18,2 % | +7,6 |
| 17.Schwyz | 41'347 | 24,3 % | 18,6 % | +5,7 |
| 18.Luzern | 96'796 | 21,9 % | 16,7 % | +5,3 |
| 19.Graubünden | 44'059 | 21,2 % | 16,7 % | +4,6 |
| 20.Bern | 200'123 | 18,6 % | 13,4 % | +5,2 |
| 21.Appenzell Ausserrhoden | 10'433 | 18,2 % | 14,2 % | +4,1 |
| 22.Nidwalden | 8'279 | 18,1 % | 11,4 % | +6,7 |
| 23.Obwalden | 6'949 | 17,4 % | 13,4 % | +4,0 |
| 24.Jura | 12'383 | 16,5 % | 12,5 % | +4,0 |
| 25.Uri | 6'098 | 15,8 % | 9,7 % | +6,1 |
| 26.Appenzell Innerrhoden | 2'195 | 13,0 % | 10,0 % | +3,0 |
Nur 9 der 26 Kantone liegen über dem Schweizer Wert von 27,7 %, doch in ihnen leben 61 % aller Ausländerinnen und Ausländer.
Am tiefsten ist der Anteil heute in Appenzell Innerrhoden mit 13,0 %. In jedem Kanton ist er seit 2010 gestiegen. Wie viele Menschen insgesamt in den Kantonen leben, zeigt die Seite Einwohner der Schweiz.
📈 Entwicklung seit 2010: Frankreich wächst am stärksten
Seit Ende 2010 ist die ausländische Bevölkerung um 761'840 Menschen gewachsen. Den grössten Zuwachs hat nicht Deutschland, sondern Frankreich: +83'743, fast eine Verdoppelung (88 %).
Deutschland folgt mit +73'175 (28 %), Italien mit +58'985 (21 %). Den Verlauf jeder einzelnen Staatsangehörigkeit zeigt der Herkunfts-Finder oben.
🛂 Aufenthaltsstatus B, C, S: wer wie lange bleiben darf
Kosovarinnen und Kosovaren sind zu 78 % niedergelassen, Polinnen und Polen erst zu 23 %. Über alle Gruppen haben 55,6 % der Ausländerinnen und Ausländer die Niederlassungsbewilligung C.
| Staatsangehörigkeit | Personen | Niederlassung C | Aufenthalt B |
|---|---|---|---|
| Italy | 346'115 | 72 % | 27 % |
| Germany | 336'446 | 64 % | 35 % |
| Portugal | 258'139 | 73 % | 26 % |
| France | 179'386 | 54 % | 44 % |
| Kosovo | 116'865 | 78 % | 21 % |
| Spain | 104'448 | 58 % | 40 % |
| Türkiye | 78'804 | 62 % | 31 % |
| Ukraine | 74'207 | 4 % | 6 % |
| North Macedonia | 70'437 | 75 % | 25 % |
| Serbia | 55'233 | 80 % | 19 % |
| Poland | 49'846 | 23 % | 74 % |
| Austria | 48'347 | 71 % | 28 % |
Den höchsten Anteil mit Niederlassung C hat nicht Italien, die grösste Gruppe (72 %, Rang 5 der zwölf), sondern Serbien mit 80 %.
Die Niederlassung C kann man nach zehn Jahren in der Schweiz erhalten, bei guter Integration oder für Bürger mancher Staaten schon nach fünf (AIG Art. 34). Wer vor Kurzem gekommen ist, hat meist die Aufenthaltsbewilligung B (insgesamt 37,8 %). Viele Polinnen und Polen sind erst seit Kurzem hier: Ende 2010 lebten 11'682 Polinnen und Polen in der Schweiz, heute sind es 49'846. Im Alltag heisst das: Die Bewilligung B muss regelmässig verlängert werden, die Niederlassung C ist unbefristet.
5 Menschen aus der Vatikanstadt leben in der Schweiz. Aus 3 Staaten lebt niemand hier: Tuvalu, Palau und Cookinseln.
🇨🇭 Einbürgerung Schweiz: Deutsche vorn
Keine Gruppe stellt so viele Eingebürgerte wie die Deutschen: 8'779 im Jahr 2025, 91'752 seit 2011. Unter den 6 grössten Gruppen am seltensten die Portugiesinnen und Portugiesen: 0,70 % von ihnen pro Jahr, gegen 2,66 % bei den Deutschen.
Insgesamt wurden 2025 40'672 Menschen eingebürgert, seit 2011 sind es 583'010. Die Quote ist die rohe Einbürgerungsziffer: Einbürgerungen im Jahr geteilt durch die ausländische Bevölkerung zu Jahresbeginn. Was der Pass ändert: Erst mit ihm darf man in Bundessachen abstimmen und wählen (BV Art. 136).
🏛️ Einbürgerung nach Kanton: die ConvivaPlus Herkunfts-Karte
Zürich bürgert pro Kopf der ausländischen Bevölkerung 4,4-mal so oft ein wie Appenzell Innerrhoden, Genf liegt nur auf Rang 15. Zürich kommt auf 2,30 % pro Jahr, Appenzell Innerrhoden auf 0,52 %, Genf, der Kanton mit dem höchsten Ausländeranteil, auf 1,28 %. Ein Bundesgesetz, 26 Verfahren: Wie lange man im Kanton gewohnt haben muss, legt jeder Kanton selbst fest, irgendwo zwischen zwei und fünf Jahren (BüG Art. 18).
| Kanton | grösste Gruppe | Staaten | Einbürgerungen 2025 | Einbürgerungsziffer |
|---|---|---|---|---|
| 1.Zürich | Germany | 184 | 10'817 | 2,30 % |
| 2.Basel-Stadt | Germany | 163 | 1'465 | 1,88 % |
| 3.Zug | Germany | 149 | 755 | 1,85 % |
| 4.Waadt | France | 184 | 5'327 | 1,83 % |
| 5.Bern | Germany | 182 | 3'491 | 1,77 % |
| 6.Graubünden | Portugal | 135 | 730 | 1,68 % |
| 7.Neuenburg | Portugal | 152 | 802 | 1,65 % |
| 8.Schaffhausen | Germany | 129 | 419 | 1,63 % |
| 9.Aargau | Germany | 171 | 3'335 | 1,63 % |
| 10.Basel-Landschaft | Germany | 157 | 1'212 | 1,58 % |
| 11.St. Gallen | Germany | 166 | 2'110 | 1,45 % |
| 12.Luzern | Germany | 166 | 1'311 | 1,39 % |
| 13.Appenzell Ausserrhoden | Germany | 118 | 134 | 1,30 % |
| 14.Jura | France | 128 | 156 | 1,29 % |
| 15.Genf | France | 194 | 2'830 | 1,28 % |
| 16.Nidwalden | Germany | 111 | 99 | 1,23 % |
| 17.Wallis | Portugal | 168 | 1'162 | 1,21 % |
| 18.Thurgau | Germany | 150 | 992 | 1,20 % |
| 19.Freiburg | Portugal | 160 | 992 | 1,13 % |
| 20.Glarus | Italy | 114 | 123 | 1,09 % |
| 21.Uri | Germany | 108 | 63 | 1,08 % |
| 22.Tessin | Italy | 158 | 1'132 | 1,07 % |
| 23.Schwyz | Germany | 143 | 416 | 1,02 % |
| 24.Solothurn | Italy | 153 | 751 | 1,01 % |
| 25.Obwalden | Germany | 108 | 37 | 0,55 % |
| 26.Appenzell Innerrhoden | Germany | 82 | 11 | 0,52 % |
Zürich hat 2025 allein 10'817 Menschen eingebürgert, mehr als die 18 Kantone mit den wenigsten Einbürgerungen zusammen (9'986).
Methodik: ConvivaPlus-Auswertung der BFS-Statistik STATPOP (ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit, Ende 2025) und der Statistik zum Erwerb des Schweizer Bürgerrechts (2025). Staaten = Staatsangehörigkeiten mit mindestens einer Person im Kanton. Einbürgerungsziffer = Einbürgerungen 2025 geteilt durch die ausländische Bevölkerung Ende 2024.
🌐 195 Nationalitäten: Genf hat fast alle
In Genf leben Menschen aus 194 der 195 Staaten, die in der Schweiz vertreten sind. Es fehlt nur die Westsahara, aus der in der ganzen Schweiz 7 Menschen kommen. In Appenzell Innerrhoden sind es 82.
Die kleinsten Gruppen der Schweiz: 3 Menschen von den Salomoninseln, 4 aus Kiribati, 5 aus der Vatikanstadt. 62 Staatsangehörigkeiten sind in allen 26 Kantonen vertreten. Aus 3 der 198 Staaten der BFS-Liste lebt niemand hier (Tuvalu, Palau und Cookinseln). Dazu kommen 987 Staatenlose.
🇺🇦 Ukraine und Schutzstatus S: von Rang 39 auf Rang 8
Ende 2010 lebten 4'843 Ukrainerinnen und Ukrainer in der Schweiz, Ende 2025 sind es 74'207. Die Ukraine ist damit in 15 Jahren von Rang 39 auf Rang 8 gekommen, vor Serbien und Nordmazedonien.
63'808 von ihnen haben den Schutzstatus S, den der Bundesrat im März 2022 für Menschen aus der Ukraine aktiviert hat. Von allen 65'260 Menschen mit Status S in der Schweiz kommen 97,8 % aus der Ukraine. S ist ein vorübergehender Schutz; mehr dazu beim Staatssekretariat für Migration.
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❓ Häufige Fragen zu Ausländern in der Schweiz
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Redaktor ConvivaPlus · Daten & Schweiz
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