Generalvollmacht Schweiz: Generator, Bankvollmacht und der Satz, der im Ernstfall zählt

Eine Generalvollmacht gibt einer Person fast alle Schlüssel zu deinem Leben, und ob sie im Ernstfall noch gilt, entscheidet in der Schweiz ein einziger Satz: ob sie über deine Handlungsunfähigkeit hinaus gelten soll. Hier ist der Generator für die umfassende Vollmacht und die Bankvollmacht, der Check, welche du wirklich brauchst, und der Unterschied zwischen Vollmacht und Vorsorgeauftrag, den eine Vollmacht nie ersetzt.

Das Wichtigste in Kürze
Mit einer Generalvollmacht ermächtigst du jemanden, für (fast) alle deine Geschäfte in deinem Namen zu handeln, mit einer Bankvollmacht für dein Konto (Art. 32–33 OR). Eine Form verlangt das Bundesrecht nicht. Sie erlischt, wenn du handlungsunfähig wirst oder stirbst, sofern sie nichts anderes bestimmt (Art. 35 OR). Für den Ernstfall ist der Vorsorgeauftrag gemacht (Art. 360 ff. ZGB).
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Generalvollmacht Schweiz: ausgefülltes Vollmachtsformular mit Unterschrift, Füllfederhalter und Schweizer Gesetzbuch (OR/ZGB) als Symbol für die umfassende Bevollmächtigung nach Art. 32–40 OR
4 von 26
Kantone: Beglaubigung nur beim Notar
Bern, Waadt, Genf und Jura
6
Kantone: Gemeinde beurkundet den Vorsorgeauftrag
ConvivaPlus Notariats-Kompass
5
Geschäfte deckt «General» nicht
Art. 396 Abs. 3 OR
≠ Vorsorge
ersetzt den Vorsorgeauftrag nicht
Art. 35 OR ist abdingbar, ZGB 360 bleibt

💡 Was eine Vollmacht wirklich ist: bei der Bank zählt, was du ihr sagst

In 16 Kantonen kannst du die Unterschrift unter einer Vollmacht am Gemeindeschalter beglaubigen lassen, in 4 nur beim Notar, und gültig ist sie in allen 26 auch ohne Stempel. Gegenüber deiner Bank zählt nicht nur, was auf der Vollmacht steht, sondern was du der Bank gesagt hast: «Wird die Ermächtigung vom Vollmachtgeber einem Dritten mitgeteilt, so beurteilt sich ihr Umfang diesem gegenüber nach Massgabe der erfolgten Kundgebung» (Art. 33 Abs. 3 OR). Sagst du der Bank mehr, als auf dem Papier steht, gilt ihr gegenüber das Gesagte. Im Kern ist eine Vollmacht einfach: Du ermächtigst eine andere Person, in deinem Namen Rechtsgeschäfte abzuschliessen (Art. 32 OR). Was diese Person darf, bestimmst du selbst, das ist der Umfang der Vollmacht (Art. 33 Abs. 2 OR). Er reicht von «darf einmalig mein Auto verkaufen» bis zu «darf alle meine Geschäfte besorgen». Und wichtig: In der Schweiz ist eine Vollmacht grundsätzlich formfrei, sie wäre theoretisch sogar mündlich gültig.

«Formfrei» heisst aber nicht «egal». Wer eine Vollmacht vorzeigt, muss sie beweisen können, darum gehört sie schriftlich. Und das gilt auch beim Grundstück: Die Vollmacht braucht keine öffentliche Beurkundung, das Bundesrecht sieht «für die Stellvertretung keine besondere Form» vor (BGE 99 II 159). Wird das Geschäft beurkundet, muss das Vertretungsverhältnis in der Urkunde richtig stehen (BGE 112 II 330), und die beurkundende Stelle kann eine beglaubigte Unterschrift als Nachweis verlangen. Gut zu wissen: Du kannst eine Vollmacht jederzeit widerrufen (Art. 34 OR), und ein Verzicht darauf im Voraus ist ungültig.

Die drei Dinge, die jede gültige Vollmacht braucht

Egal welcher Typ, ohne diese drei Bausteine ist eine Vollmacht angreifbar oder schlicht unbrauchbar:

1
1. Eindeutige Parteien
Vollmachtgeber (du) und bevollmächtigte Person mit vollem Namen, Adresse und idealerweise Geburtsdatum. «Meine Tochter» genügt einer Bank oder einem Amt nicht, der Name muss draufstehen.
2
2. Klar umrissener Umfang
Was genau darf die Person? Eine Generalvollmacht deckt fast alles, eine einfache Vollmacht nur das genannte Geschäft. Je heikler die Befugnis (Geld abheben, Immobilien, Schenkungen), desto ausdrücklicher muss sie genannt sein; für Schenkungen und Grundstückgeschäfte verlangt das Gesetz eine besondere Ermächtigung (Art. 396 Abs. 3 OR).
3
3. Ort, Datum und eigenhändige Unterschrift
Ohne Datum lässt sich nicht sagen, welche Vollmacht die aktuelle ist. Ohne deine Unterschrift ist sie gar keine. Bei heiklen Geschäften verlangen Gegenparteien oft eine beglaubigte Unterschrift als Nachweis.
Einordnung
Den Satz, der über fast alles entscheidet, behandeln wir gleich gesondert: Eine Vollmacht erlischt, wenn du handlungsunfähig wirst, sofern sie nichts anderes bestimmt, und für den Ernstfall hat das Gesetz den Vorsorgeauftrag. Du brauchst die Vollmacht nur für ein einzelnes Geschäft, etwa einen Verkauf, die Wohnungsübergabe oder einen Behördengang? Dann nimm die einfache Vollmacht: 7 Vorlagen als Word und PDF, samt Widerruf. Diese Seite ist für die umfassende Vollmacht und das Bankkonto. Weitere Vorlagen aus dem Rechts-Alltag findest du im Vorlagen-Hub.

🖊️ Vollmacht-Generator: «General» heisst nicht «alles»

«General» heisst nicht «alles»: Für 5 Geschäfte verlangt das Gesetz eine besondere Ermächtigung, nämlich um einen Vergleich abzuschliessen, ein Schiedsgericht anzunehmen, wechselrechtliche Verbindlichkeiten einzugehen, Grundstücke zu veräussern oder zu belasten oder Schenkungen zu machen (Art. 396 Abs. 3 OR). Darum nennt der Text der Generalvollmacht diese Geschäfte eigens. Wähle deinen Vollmachtstyp, trag die Eckdaten ein, und der Generator baut dir einen sauberen, schweizerisch korrekten Vollmachtstext, den du kopieren oder als PDF herunterladen kannst. Vier Typen decken die allermeisten Situationen ab, von der umfassenden Generalvollmacht bis zur Vollmacht fürs Strassenverkehrsamt.

Vollmachtstyp wählen

Generalvollmacht

Umfassend – alle Geschäfte

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🌳 Welche Vollmacht brauche ich? Manchmal gar keine

Wer hier «für den Fall, dass ich urteilsunfähig werde» wählt, bekommt keine Vollmacht empfohlen, sondern einen Vorsorgeauftrag. «Vollmacht» ist nicht gleich «Vollmacht», und ein teurer Fehler ist, das falsche Dokument zu wählen. Beantworte zwei, drei Fragen, und du weisst, ob du eine General-, eine einfache, eine Bank- oder Fahrzeugvollmacht brauchst, oder ob dein Fall in Wahrheit nach einem Vorsorgeauftrag oder einer Patientenverfügung ruft.

Welche Vollmacht passt zu deiner Situation?

Klick dich in 2 Schritten zur richtigen Lösung. Dein Klickpfad bleibt anonym.

Worum geht es dir in erster Linie?

🚦 Ist deine Vollmacht gültig? Ein Grundstück macht sie nie rot

Fr. 15 bis Fr. 30 kostet eine Beglaubigung, wo ein Kanton einen festen Tarif setzt, und für die Gültigkeit braucht es sie nie. Ein Grundstück allein macht diese Ampel nie rot: auch dafür braucht die Vollmacht selbst keine besondere Form (BGE 99 II 159). Rot wird sie bei fehlenden Namen, einem unklaren Umfang oder einer fehlenden datierten Unterschrift. Du hast eine Vollmacht entworfen oder eine bestehende vor dir? Beantworte vier Fragen, und die Ampel sagt dir, ob sie hält, ob sie eine Beglaubigung braucht oder ob sie als wertlos zurückgewiesen würde.

Hält deine Vollmacht der Prüfung stand?

Vier Fragen, ehrliches Ergebnis. Keine Eingabe verlässt deinen Browser.

Sind Vollmachtgeber UND bevollmächtigte Person mit vollem Namen und Adresse genannt?

Ist klar umschrieben, was die Person darf (Umfang)?

Ist die Vollmacht datiert und eigenhändig unterschrieben?

Geht es (auch) um ein Grundstück oder einen Handelsregister-Eintrag?

Methodik: Die Ampel prüft die Mindestbausteine einer Vollmacht nach Art. 32 ff. OR (Parteien, Umfang, Unterschrift). Bei beurkundeten Geschäften zeigt sie Gelb, weil dort ein Nachweis der Unterschrift und die richtige Angabe in der Urkunde dazukommen (BGE 99 II 159, BGE 112 II 330). Sie ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

📅 Wie lange gilt deine Vollmacht? Die Person kennt das Datum, nicht deinen Tod

Ein Ablaufdatum hat einen Vorteil, den Tod und Handlungsunfähigkeit nicht haben: es steht in der Urkunde, die bevollmächtigte Person kennt es. Bei deinem Tod dagegen verpflichtet sie dich oder deine Erben weiter, «wie wenn die Vollmacht noch bestehen würde», solange sie vom Erlöschen nichts weiss (Art. 37 Abs. 1 OR). Hast du deine Vollmacht befristet (etwa für die Dauer einer Reise)? Trag Ausstellungsdatum und Befristung ein, und der Rechner nennt dir das exakte Ablaufdatum und wie viele Tage sie noch gilt. Und er erinnert an einen Punkt, der leicht untergeht: Selbst eine unbefristete Vollmacht endet mit deiner Handlungsunfähigkeit oder deinem Tod, wenn sie nichts anderes bestimmt (Art. 35 OR).

Geltungs-Rechner: bis wann gilt deine Vollmacht?

Ausstellungsdatum + Befristung eingeben. Keine Eingabe verlässt deinen Browser.

Gib ein Ausstellungsdatum ein, dann rechne ich dir Ablauf und Restlaufzeit aus.

Methodik: Das Ablaufdatum ergibt sich aus Ausstellungsdatum plus der eingegebenen Befristung in Monaten. Der Hinweis auf Art. 35 OR (Erlöschen bei Handlungsunfähigkeit oder Tod, sofern nicht anders bestimmt) gilt unabhängig von jeder Befristung.

⚠️ Vollmacht ist KEIN Vorsorgeauftrag: für den Ernstfall gibt es keine Vorlage

In 12 Kantonen führt der Weg zum beurkundeten Vorsorgeauftrag nur zu einer Notarin oder einem Notar, in Schaffhausen zur KESB. Für den Ernstfall gibt es keine Vorlage zum Ausdrucken. Ein eigenhändiger Vorsorgeauftrag ist «von Anfang bis Ende von Hand niederzuschreiben, zu datieren und zu unterzeichnen» (Art. 361 Abs. 2 ZGB), sonst braucht er die öffentliche Beurkundung. Wer seinen Angehörigen stattdessen eine Generalvollmacht schreibt, «für den Fall, dass mir etwas passiert», liest im Gesetz: Eine Vollmacht erlischt mit dem Verlust der Handlungsfähigkeit, «sofern nicht das Gegenteil bestimmt ist» (Art. 35 Abs. 1 OR). Ohne ausdrückliche Klausel ist sie also genau dann weg, wenn «etwas passiert», bei Demenz, Koma oder schwerem Unfall. Und selbst mit Klausel bleibt sie eine Vollmacht: Für den Ernstfall hat das Gesetz ein eigenes Instrument mit strenger Form, das die KESB prüft. Und öffentlich beurkunden heisst nicht überall Notar: in 6 Kantonen beurkundet auch eine Gemeindestelle, in Schaffhausen die KESB selbst. Der Notariats-Kompass zeigt es je Kanton.

Vollmacht (Art. 32–40 OR)

Wirkt, solange du handlungsfähig bist. Praktisch für Alltag, Stellvertretung, Bankgeschäfte. Erlischt bei Verlust der Handlungsfähigkeit und mit dem Tod, sofern die Vollmacht nichts anderes bestimmt (Art. 35 OR).

Vorsorgeauftrag (Art. 360 ff. ZGB)

Greift erst und genau dann, wenn du urteilsunfähig wirst. Regelt Personensorge, Vermögenssorge und Vertretung im Rechtsverkehr. Muss eigenhändig (ganz von Hand, datiert, unterschrieben) ODER öffentlich beurkundet sein. Die KESB prüft und aktiviert ihn.

Patientenverfügung (Art. 370 ff. ZGB)

Regelt nur die medizinische Seite: welche Behandlungen du willst oder ablehnst und wer medizinisch für dich entscheidet. Schriftlich, datiert, unterschrieben.

Transmortale Vollmacht (Art. 35 OR)

Soll eine Vollmacht über den Tod oder die Urteilsunfähigkeit hinaus gelten, muss das ausdrücklich draufstehen. Aber: Eine unwiderrufliche Vollmacht über den Tod hinaus ist nicht zulässig, die Erben können sie widerrufen.

Achtung
Faustregel: Vollmacht für jetzt, Vorsorgeauftrag für den Ernstfall. Wer wirklich vorsorgen will, braucht beides. Den Vorsorgeauftrag kannst du beim Zivilstandsamt registrieren lassen, damit die KESB ihn im Ernstfall findet. Das passende Erbschafts- und Vorsorge-Umfeld findest du bei unserer Testament-Vorlage und beim Erbvorbezug.

🧭 Notariats-Kompass: deinen Vorsorgeauftrag beurkundet in 6 Kantonen auch die Gemeinde

Wer seinen Vorsorgeauftrag nicht von Hand schreiben will, braucht die öffentliche Beurkundung, und die sieht in jedem Kanton anders aus. In 12 Kantonen beurkundet ihn nur eine freiberufliche Notarin oder ein Notar, in 6 (Schwyz, Obwalden, Nidwalden, Zug, Basel-Landschaft und Appenzell Ausserrhoden) auch eine Gemeindestelle, in Schaffhausen die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde selbst. Beim Beglaubigen ist die Spanne noch grösser: 19 Kantone lassen dafür auch die Gemeinde zu, 4 nur den Notar. Der Kompass sagt dir für deinen Kanton und dein Dokument, welche Form das Bundesrecht verlangt, wer sie vornimmt, was eine Unterschrift laut Tarif kostet und wo das im kantonalen Erlass steht. Wo die einfache Vollmacht beglaubigt wird, zeigt die Tabelle unter Vollmacht beglaubigen; wer ein Haus als Erbvorbezug überträgt, findet die Kantone unter Grundstück beurkunden, und für den letzten Willen gibt es die Testament-Vorlage.

🧭 ConvivaPlus Notariats-Kompass

Ein Werkzeug von ConvivaPlus: für jeden Kanton am kantonalen Erlass geprüft, mit Fundstelle

2 · Dokument
geprüft · ConvivaPlus

Methodik: 26 Kantone, jede Zeile am kantonalen Erlass gelesen (Zuständigkeit, Tarif, Fassung), geprüft am 30.9.2026. Eine Gebühr steht nur dort, wo ein kantonaler Tarif sie festsetzt; für eine Beurkundung nennen wir keinen Frankenbetrag, weil er oft vom Wert des Geschäfts abhängt. Ändert sich einer der Erlasse, meldet es uns ein Wächter, der jede Fassung mit der gelesenen vergleicht.

📊 Die ConvivaPlus Vollmacht-Matrix: eine Form verlangt das Gesetz nur für die Vorsorge

Eine Form verlangt das Gesetz in dieser Matrix nur bei den 2 Vorsorge-Instrumenten, bei keiner der 4 Vollmachten. Und bei den Vollmachten hat oft nicht das Gesetz das letzte Wort, sondern die Klausel: laut ConvivaPlus Vollmacht-Ende-Check lassen sich 8 von 12 Endgründen einer Vollmacht per Klausel ausschliessen. Welche Form welcher Typ braucht und wann er erlischt, steht in der ConvivaPlus Vollmacht-Matrix.

ConvivaPlus Vollmacht-Matrix
TypFormWirkt …Erlischt …
Generalvollmachtschriftlich, formfrei (auch Grundstück)solange handlungsfähig, mit Klausel darüber hinausHandlungsunfähigkeit, Tod, Widerruf, sofern nicht anders bestimmt
Allgemeine / einfache Vollmachtschriftlich, formfreifür das genannte Geschäftmit Erledigung, Befristung, Widerruf
Bank- / Postvollmachtmeist eigenes Hausformularfür Konto / ZahlungsverkehrWiderruf; Tod, sofern das Formular nichts anderes bestimmt
Fahrzeug- / Zulassungsvollmachtschriftlich + Ausweiskopie (kantonal)für die An- / Abmeldungmit Erledigung
Vorsorgeauftrag (ZGB 360)eigenhändig ODER öff. Beurkundungab UrteilsunfähigkeitWiedererlangung, Widerruf, Tod
Patientenverfügung (ZGB 370)schriftlich, datiert, unterschriebenfür medizinische EntscheideWiderruf
Einordnung
Die ConvivaPlus-Vollmacht-Matrix führt die OR- und die ZGB-Instrumente in einer Tabelle zusammen. Laut ConvivaPlus-Vollmacht-Matrix gilt für alle 4 OR-Vollmachten der Tabelle dieselbe Regel: Sie erlöschen bei Verlust der Handlungsfähigkeit, sofern sie nichts anderes bestimmen. Die 2 Vorsorge-Instrumente nach ZGB greifen erst dann. Wer beide Spalten verwechselt, regelt das Falsche.

✅ So schreibst du eine Vollmacht, Schritt für Schritt

Du willst die Vollmacht lieber selbst formulieren statt den Generator zu nutzen? Diese sechs Schritte führen zu einem Text, der bei Bank, Amt und Gegenpartei standhält.

1
1. Titel und Typ festlegen
Schreib oben klar hin, worum es geht: «Vollmacht», «Generalvollmacht», «Bankvollmacht». Das ordnet das Dokument sofort ein.
2
2. Parteien vollständig nennen
Vollmachtgeber und bevollmächtigte Person je mit Vorname, Name, Adresse und Geburtsdatum. Keine Verwandtschaftsbezeichnungen ohne Namen.
3
3. Umfang präzise umschreiben
Was genau darf die Person? Heikle Befugnisse (Geld abheben, Immobilien, Schenkungen) ausdrücklich aufzählen. Für Schenkungen, Grundstückgeschäfte und die übrigen Fälle von Art. 396 Abs. 3 OR braucht es eine besondere Ermächtigung, ohne sie deckt die Vollmacht sie nicht.
4
4. Geltung und Widerruf regeln
Befristet oder unbefristet bis Widerruf? Soll sie über den Tod hinaus gelten (transmortal), muss das ausdrücklich drinstehen. Den jederzeitigen Widerruf nach Art. 34 OR kannst du nicht wegbedingen.
5
5. Ort, Datum, Unterschrift
Eigenhändig unterschreiben und datieren. Wird das Geschäft beurkundet (etwa bei Grundstücken), kann die Stelle eine beglaubigte Unterschrift verlangen: frag vorher nach.
6
6. Kopien und Hinterlegung
Der bevollmächtigten Person das Original oder eine beglaubigte Kopie geben. Einen Vorsorgeauftrag zusätzlich beim Zivilstandsamt registrieren lassen.
Achtung
Dieser Leitfaden ersetzt keine Rechtsberatung. Bei grossen Vermögen, Grundstücken, Unternehmen oder unklaren Familienverhältnissen lohnt sich der Gang zum Notariat oder zu einer Anwältin.

🚫 Die Fehler, die eine Vollmacht wertlos machen: «unwiderruflich» schützt nicht

In 4 Kantonen ist der Gang zur Gemeinde für eine Beglaubigung ein verlorener Weg. Schreibst du «unwiderruflich» auf eine Generalvollmacht, kannst du sie trotzdem widerrufen: «Ein vom Vollmachtgeber zum voraus erklärter Verzicht auf dieses Recht ist ungültig» (Art. 34 Abs. 2 OR). Das ist einer der Stolpersteine, die eine Vollmacht im entscheidenden Moment platzen lassen:

🚫

Den Unterschied Vollmacht / Vorsorgeauftrag ignorieren und auf eine Generalvollmacht ohne Klausel setzen, die bei Verlust der Handlungsfähigkeit erlischt (Art. 35 OR).

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Glauben, eine Vollmacht für ein Grundstück müsse öffentlich beurkundet sein. Das Bundesrecht verlangt es nicht (BGE 99 II 159); welchen Nachweis die beurkundende Stelle will, erfährst du dort.

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Schenkungen oder Grundstückgeschäfte nicht ausdrücklich nennen: dafür verlangt das Gesetz eine besondere Ermächtigung (Art. 396 Abs. 3 OR), die Generalvollmacht allein reicht nicht.

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Die Vollmacht nicht datieren, dann lässt sich nicht beweisen, welche Fassung die aktuelle ist.

🚫

Bei der Bank die hauseigene Formularpflicht übersehen, die eigene Vollmacht reicht der Bank oft nicht allein.

🚫

Glauben, eine Vollmacht sei unwiderruflich, der Verzicht auf das Widerrufsrecht im Voraus ist ungültig (Art. 34 Abs. 2 OR).

🚫

In Bern, Waadt, Genf und Jura die Beglaubigung bei der Gemeinde holen wollen: dort beglaubigt nur der Notar. Welcher Schalter in deinem Kanton zuständig ist, zeigt der Notariats-Kompass.

Eine Vollmacht regelt, wer für dich handeln darf, solange du es selbst könntest. Der Vorsorgeauftrag regelt, wer es darf, wenn du es nicht mehr kannst. Wer das verwechselt, hat im Ernstfall nichts in der Hand.

💎 Goldnugget

Profi-Trick aus der Praxis: Schreib auf eine Generalvollmacht zusätzlich den Satz «Diese Vollmacht gilt auch über meine Urteilsunfähigkeit und meinen Tod hinaus». Damit überlebt sie den Moment, in dem eine normale Vollmacht erlischt, und verschafft deinen Angehörigen Handlungsfähigkeit, bis ein Vorsorgeauftrag greift oder die Erbschaft geregelt ist. Den Vorsorgeauftrag ersetzt sie damit nicht, aber sie schliesst die gefährliche Lücke dazwischen.

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❓ Häufige Fragen zur Vollmacht in der Schweiz

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Quellen & Methodik4
Recherchiert & mit Quelle geprüft · für die Schweiz
Stand: Stand: September 2026
01
OR Art. 32–40 (Fedlex SR 220) →Stellvertretung und Vollmacht: Umfang (33), Widerruf (34), Erlöschen (35).
02
ZGB Art. 360–373 (Fedlex SR 210) →Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung im Erwachsenenschutzrecht.
03
law.ch – Vertretungsrecht / Vollmachten →Vollmachtserlöschen, Widerruf und Todesvollmachten, verständlich erklärt.
04
ch.ch – Fahrzeug einlösen →Zulassung beim Strassenverkehrsamt, Anforderungen je Kanton.

Alle Angaben ohne Gewähr. Fehler gefunden? → support@conviva-plus.ch

💡Wusstest du?

Eine Vollmacht erlischt mit dem Verlust deiner Handlungsfähigkeit, sofern sie nichts anderes bestimmt (Art. 35 OR). Für Demenz, Koma oder Unfall hat das Gesetz den Vorsorgeauftrag (Art. 360 ff. ZGB).

Quelle: OR Art. 35 / ZGB Art. 360
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Geschrieben von
Miriam Frei
Miriam Frei

Redaktorin ConvivaPlus · Recht & Wohnen

Schreibt über Miet-, Vertrags- und Alltagsrecht – Gesetzestexte in geprüfte Vorlagen übersetzt.

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