🏠 Erbvorbezug Vorlage 2026: Gratis-Muster - Alles zu Vertrag, Fristen & Steuern

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Vermögen zu Lebzeiten übertragen – aber richtig. Mit Fristen-Vergleich, Steuer-Übersicht für alle 26 Kantone und 5 Gratis-Vorlagen.

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💡 Auf einen Blick Das Wichtigste in 60 Sekunden
  • ✓ Erbvorbezug = Schenkung an Erben – wird auf den späteren Erbteil angerechnet
  • ✓ 🇚🇭 Schweiz: Ewige Ausgleichung – kein Verfallsdatum, Wert bei Tod massgebend
  • ✓ 🇩🇪 Deutschland: 10-Jahre-Frist – Pflichtteilsanspruch schmilzt jährlich um 10%
  • ✓ 🇊🇹 Österreich: Keine Schenkungssteuer – seit 2008 abgeschafft, nur Grunderwerbsteuer
  • ✓ 5 Mustervorlagen – für Geld, Immobilien, Ausgleichungsbefreiung (DACH-kompatibel)

Ein Erbvorbezug klingt einfach: Eltern schenken ihren Kindern Geld oder eine Immobilie, damit diese es bereits zu Lebzeiten nutzen können. Ein Hauskauf wird möglich, das Studium finanziert, der Start in die Selbstständigkeit erleichtert.

Doch hinter dieser scheinbar simplen Transaktion verbergen sich komplexe rechtliche Fallstricke – und diese unterscheiden sich im DACH-Raum fundamental. Während in der Schweiz ein Erbvorbezug von vor 30 Jahren noch voll angerechnet wird, ist er in Deutschland nach 10 Jahren pflichtteilsneutral. Österreich hat die Schenkungssteuer komplett abgeschafft, aber die Inflationsanpassung kann böse Überraschungen bringen.

Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die entscheidenden Unterschiede zwischen Schweiz, Deutschland und Österreich – mit konkreten Rechenbeispielen, der kompletten Steuerübersicht für alle 26 Schweizer Kantone und fünf sofort verwendbaren Mustervorlagen.

 

📖 Was ist ein Erbvorbezug? Definition und Grundlagen

Ein Erbvorbezug ist eine unentgeltliche Zuwendung, die Eltern oder andere Erblasser ihren künftigen Erben bereits zu Lebzeiten gewähren. Der Begriff wird je nach Land unterschiedlich verwendet:

Land Bezeichnung Rechtsgrundlage
🇚🇭 Schweiz Erbvorbezug Art. 626 ff. ZGB
🇩🇪 Deutschland Vorweggenommene Erbfolge §§ 2050 ff., 2325 BGB
🇊🇹 Österreich Schenkung auf den Pflichtteil §§ 782-783 ABGB (ErbRÄG 2015)

Typische Anlässe für einen Erbvorbezug

  • Hauskauf oder Wohnungsfinanzierung der Kinder
  • Unternehmensgründung oder Geschäftsübernahme
  • Ausbildungsfinanzierung (über übliche Kosten hinaus)
  • Hochzeit oder Familiengründung (Ausstattung)
  • Schuldentilgung bei finanziellen Schwierigkeiten
🎯
Wichtiger Grundsatz

Anders als bei einer reinen Schenkung wird der Erbvorbezug später bei der Erbteilung berücksichtigt – allerdings mit erheblichen Unterschieden je nach Land.

Erbvorbezug vs. Schenkung: Der Unterschied

In der Schweiz werden beide Begriffe oft synonym verwendet, es gibt jedoch einen feinen Unterschied:

  • Erbvorbezug: Zuwendung an einen gesetzlichen Erben mit der (stillschweigenden oder ausdrücklichen) Absicht, dass sie bei der Erbteilung angerechnet wird
  • Schenkung: Reine Liberalität ohne Anrechnungsabsicht – allerdings kann auch diese der Herabsetzung unterliegen

In Deutschland und Österreich ist die Unterscheidung klarer geregelt, da explizite Anordnungen zur Anrechnung erforderlich sind.

Symbolische Übergabe zwischen Generationen: Ältere Hände überreichen goldenen Schlüssel und Dokument an jüngere Hände über Schweizer Bankschreibtisch. DACH-Flaggen und Titel ERBVORBEZUG sichtbar. Dramatische Lichtstimmung betont die Bedeutung der Vermögensübertragung.
 

🌍 DACH-Vergleich: Die fundamentalen Unterschiede

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen Schweiz, Deutschland und Österreich – diese Information ist im deutschsprachigen Internet einzigartig:

Die grosse DACH-Vergleichstabelle

Aspekt 🇚🇭 Schweiz 🇩🇪 Deutschland 🇊🇹 Österreich
Gesetzliche Grundlage Art. 626 ff. ZGB §§ 2050-2057, 2325 BGB §§ 782-783 ABGB
Ausgleichspflicht Nachkommen Automatisch Nur bei Anordnung Auf Verlangen
Frist Pflichtteilsanrechnung KEINE (ewig) 10 Jahre (Abschmelzung) 2 J. (Dritte) / ∞ (Familie)
Wertermittlung Geld Nominalwert Nominalwert VPI-Indexierung!
Wertermittlung Sachen Verkehrswert bei Tod Niederstwertprinzip VPI-adjustiert
Schenkungssteuer Kinder Kantonal (meist 0%) 400.000 € Freibetrag KEINE
Freibetrag erneuerbar Alle 10 Jahre!
Form bei Immobilien Öffentliche Beurkundung Notariell zwingend Notarielle Beglaubigung
Besonderheit EL-Falle! Ehepartner-Ausnahme VPI = Inflationsausgleich

Was bedeutet das konkret? Ein Beispiel

Szenario: Vater schenkt Kind A heute CHF/EUR 100'000. 15 Jahre später verstirbt er. Kind B (Geschwister) war nicht bedacht.

🇚🇭 In der Schweiz

  • Erbvorbezug wird trotz 15 Jahren voll zur Erbmasse hinzugerechnet
  • Kind A muss bei der Erbteilung ausgleichen
  • Keine Verjährung der Ausgleichspflicht

🇩🇪 In Deutschland

  • Nach über 10 Jahren wird die Schenkung nicht mehr berücksichtigt
  • Kind A hat einen klaren Vorteil erhalten
  • Kind B kann keine Pflichtteilsergänzung mehr verlangen

🇊🇹 In Österreich

  • Da Kind B pflichtteilsberechtigt: unbefristete Anrechnung
  • Wert wird mit VPI aufgewertet
  • Bei 2% Inflation p.a. ≈ EUR 134'600 nach 15 Jahren
 

⏰ Kritische Fristen: 0 vs. 10 vs. 2/∞ Jahre

Die Fristen für die Anrechnung von Schenkungen auf den Pflichtteil sind der grösste Unterschied im DACH-Raum und entscheiden oft über Hunderttausende von Franken oder Euro.

Triptychon-Vergleich der Erbvorbezug-Fristen: Drei identische Schweizer Chalets symbolisieren die unterschiedlichen Regelungen in der Schweiz (keine Frist), Deutschland (10 Jahre) und Österreich (2 Jahre für Dritte, unbefristet für Familie). Dramatische Lichtstimmung unterstreicht die Dringlichkeit.

🇚🇭 Schweiz: Keine Frist (ewig)

In der Schweiz gilt der Grundsatz der zeitlich unbegrenzten Ausgleichungspflicht unter Nachkommen:

Art. 626 Abs. 2 ZGB: "Was der Erblasser seinen Nachkommen als Heiratsgut, Ausstattung oder durch Vermögensabtretung, Schulderlass u. dgl. zugewendet hat, steht, sofern der Erblasser nicht ausdrücklich das Gegenteil verfügt, unter der Ausgleichungspflicht."

Das bedeutet:

  • Ein Erbvorbezug von 1980 wird 2026 genauso angerechnet wie einer von 2025
  • Die einzige Möglichkeit zur Vermeidung: Ausdrücklicher Dispens durch den Erblasser
  • Aber: Der Dispens kann bei Pflichtteilsverletzung der Herabsetzungsklage unterliegen
🇚🇭
Schweizer Besonderheit – Die 5-Jahres-Frist

Schenkungen in den letzten 5 Jahren vor dem Tod (Art. 527 Ziff. 3 ZGB) können herabgesetzt werden – unabhängig davon, ob sie an Erben oder Dritte gingen. Dies betrifft aber nur die Herabsetzung bei Pflichtteilsverletzung, nicht die Ausgleichung.

🇩🇪 Deutschland: 10-Jahres-Abschmelzung

Das deutsche Recht kennt das einzigartige Abschmelzungsmodell nach § 2325 Abs. 3 BGB:

Jahr nach Schenkung Anrechnung auf Pflichtteil
Im 1. Jahr 100%
Im 2. Jahr 90%
Im 3. Jahr 80%
Im 4. Jahr 70%
Im 5. Jahr 60%
Im 6. Jahr 50%
Im 7. Jahr 40%
Im 8. Jahr 30%
Im 9. Jahr 20%
Im 10. Jahr 10%
Ab dem 11. Jahr 0% (keine Anrechnung mehr)
⚠
Wichtige Ausnahmen – wann die Frist NICHT läuft
  1. Schenkungen an Ehepartner: Die Frist beginnt erst mit Auflösung der Ehe. Eine Schenkung vor 30 Jahren wird bei dessen Tod voll berücksichtigt!
  2. Niessbrauch oder Wohnrecht: Behält sich der Schenker ein umfassendes Nutzungsrecht vor, beginnt die Frist erst mit Ende der Nutzung.
  3. Rückforderungsvorbehalte: Behält sich der Schenker ein Rückforderungsrecht vor, kann die Frist gehemmt sein.

🇊🇹 Österreich: Differenzierte Regelung (ErbRÄG 2015)

Österreich unterscheidet seit dem Erbrechts-Änderungsgesetz 2015 (in Kraft seit 1.1.2017) klar zwischen zwei Gruppen:

§ 782 ABGB – NICHT-Pflichtteilsberechtigte

  • Nur Schenkungen der letzten 2 Jahre vor dem Tod werden berücksichtigt
  • Danach: Keine Hinzurechnung mehr

§ 783 ABGB – Pflichtteilsberechtigte

  • Unbefristete Hinzu- und Anrechnung
  • Voraussetzung: Beschenkter muss bei Schenkung UND Tod pflichtteilsberechtigt gewesen sein

Fristen-Vergleich auf einen Blick

Situation 🇚🇭 CH 🇩🇪 DE 🇊🇹 AT
Schenkung Kind, Tod nach 5 J. 100% 60% 100% (VPI)
Schenkung Kind, Tod nach 12 J. 100% 0% 100% (VPI)
Schenkung Freund, Tod nach 5 J. Herabsetzung mögl. 60% 0%
Schenkung Ehepartner, Tod 20 J. 100% 100%! 100%
 

⚖ Ausgleichspflicht: Muss ich den Erbvorbezug zurückzahlen?

Die Ausgleichspflicht ist der Mechanismus, der sicherstellen soll, dass alle Erben am Ende gleich behandelt werden. Die Regelungen unterscheiden sich im DACH-Raum erheblich.

🇚🇭 Schweiz: Automatische Ausgleichung unter Nachkommen

In der Schweiz gilt für Nachkommen (Kinder, Enkel) eine gesetzliche Vermutung der Ausgleichungspflicht:

Was muss ausgeglichen werden (Art. 626 Abs. 2 ZGB)?

  • Heiratsgut
  • Ausstattung (zur Existenzgründung, -erweiterung oder -sicherung)
  • Vermögensabtretungen
  • Schulderlass
  • Erbvorbezüge jeder Art

Was muss NICHT ausgeglichen werden?

  • Übliche Gelegenheitsgeschenke (Art. 632 ZGB) – z.B. Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenke
  • Erziehungs- und Ausbildungskosten im üblichen Rahmen (Art. 631 ZGB)
  • Zuwendungen, die ausdrücklich von der Ausgleichung befreit wurden
ℹ
Gut zu wissen

Andere gesetzliche Erben (Ehepartner, Eltern, Geschwister) müssen nur ausgleichen, wenn der Erblasser dies ausdrücklich angeordnet hat (Art. 626 Abs. 1 ZGB).

🇩🇪 Deutschland: Nur bei ausdrücklicher Anordnung

Das deutsche Recht verfolgt den umgekehrten Ansatz:

§ 2050 Abs. 3 BGB: Schenkungen sind nur dann auf den Erbteil anzurechnen, wenn der Erblasser dies bei der Zuwendung ausdrücklich angeordnet hat.

Ausnahmen (automatische Ausgleichung):

  • Ausstattungen im Sinne von § 1624 BGB
  • Zuschüsse zum Einkommen, soweit sie das übliche Mass übersteigen
  • Aufwendungen für die Berufsausbildung, soweit sie das übliche Mass übersteigen
💡
Praxis-Tipp

In Deutschland sollte bei jeder Schenkung an Kinder schriftlich festgehalten werden, ob eine Anrechnung auf den Erbteil gewünscht ist oder nicht.

🇊🇹 Österreich: Auf Verlangen eines Berechtigten

Das österreichische System nach dem ErbRÄG 2015 ist ein Mischsystem:

§ 783 Abs. 1 ABGB: Die Hinzu- und Anrechnung erfolgt nur auf Verlangen eines Pflichtteilsberechtigten oder Erben.

Das bedeutet:

  • Niemand verlangt Anrechnung → Schenkung bleibt unberücksichtigt
  • Ein Berechtigter verlangt Anrechnung → alle Schenkungen werden geprüft

Ausgleichspflicht im Vergleich

Aspekt 🇚🇭 Schweiz 🇩🇪 Deutschland 🇊🇹 Österreich
Grundregel Nachkommen Automatisch Nur bei Anordnung Auf Verlangen
Grundregel Ehepartner Nur bei Anordnung Nur bei Anordnung Auf Verlangen
Dispens möglich? Ja, ausdrücklich Ja (ist Standard) Ja, vertraglich
Verjährung Keine 10 Jahre 2/∞ Jahre
 

📊 Bewertung: Nominal, Niederstwert oder VPI?

Die Frage, zu welchem Wert ein Erbvorbezug angerechnet wird, kann bei Immobilien oder anderen wertsteigernden Vermögenswerten Hunderttausende ausmachen.

🇚🇭 Schweiz: Gespaltene Regelung (Art. 630 ZGB)

Für Geld (Nominalwertprinzip):

  • Der geschenkte Betrag wird zum Nennwert angerechnet
  • CHF 100'000 im Jahr 2010 = CHF 100'000 im Jahr 2026
  • Keine Berücksichtigung von Inflation oder Zinsen

Für Sachen (Verkehrswert bei Tod):

  • Immobilien, Aktien, Kunstwerke etc. werden zum Verkehrswert im Zeitpunkt des Todes bewertet
  • Das kann für den Beschenkten zum Risiko werden!
⚠
Schweizer Wertsteigerungsfalle bei Immobilien

Beispiel: Kind A erhielt 2010 ein Haus im Wert von CHF 500'000. Bei der Erbteilung 2026 muss es aber CHF 900'000 ausgleichen – obwohl es nie mehr als CHF 500'000 "bekommen" hat.

Gestaltungsmöglichkeit: Der Erblasser kann in der Schenkungsvereinbarung einen fixen Anrechnungswert bestimmen (z.B. "CHF 500'000 für alle Zeiten").

🇩🇪 Deutschland: Niederstwertprinzip (§ 2325 Abs. 2 BGB)

Deutschland kennt das Niederstwertprinzip – der für den Beschenkten günstigere Wert wird angerechnet:

Für die Berechnung wird der Wert zugrunde gelegt, den der geschenkte Gegenstand zur Zeit der Schenkung hatte. War der Wert zur Zeit des Erbfalls geringer, so wird dieser geringere Wert zugrunde gelegt.
Zeitpunkt Wert Aktien Anrechnung DE
Schenkung 2015 200.000 € (Referenzwert)
Tod 2026 (Wert gestiegen) 350.000 € 200.000 €
Tod 2026 (Wert gefallen) 120.000 € 120.000 €

Das Niederstwertprinzip schützt den Beschenkten vor dem Risiko von Wertsteigerungen – ein erheblicher Unterschied zur Schweiz!

🇊🇹 Österreich: VPI-Indexierung (§ 788 ABGB)

Österreich geht einen dritten Weg und berücksichtigt die Inflation durch den Verbraucherpreisindex (VPI):

Jahr Schenkungswert VPI-Faktor (ca.) Anrechnungswert
2010 100.000 € 1,00 100.000 €
2015 100.000 € 1,10 110.000 €
2020 100.000 € 1,22 122.000 €
2026 100.000 € 1,37 137.000 €
ℹ
Wichtig

Die VPI-Indexierung gilt unabhängig davon, ob der geschenkte Gegenstand selbst an Wert gewonnen oder verloren hat. Sie reflektiert nur die allgemeine Teuerung.

Wertermittlung im Vergleich

Situation 🇚🇭 Schweiz 🇩🇪 Deutschland 🇊🇹 Österreich
Geld geschenkt Nominalwert Nominalwert VPI-adjustiert
Haus: Wert gestiegen Verkehrswert Tod! Wert Schenkung VPI-adjustiert
Haus: Wert gefallen Verkehrswert Tod Wert bei Tod VPI-adjustiert
Wer trägt Wertsteigerungsrisiko? Beschenkter! Niemand Beschenkter (teilw.)
 

🧮 Rechenbeispiele: Dasselbe Szenario in CH, DE und AT

Um die Unterschiede greifbar zu machen, rechnen wir dasselbe Szenario für alle drei Länder durch. So wird deutlich, wie unterschiedlich die Ergebnisse sein können.

📋 Ausgangslage für alle Berechnungen

  • Familie: Vater (Erblasser), 2 Kinder (A und B)
  • 2015: Kind A erhält Erbvorbezug von 100'000 CHF/EUR
  • 2026: Vater verstirbt (11 Jahre nach der Schenkung)
  • Nachlasswert: 300'000 CHF/EUR
  • Inflation (für AT): ca. 2% pro Jahr

🇚🇭 Berechnung Schweiz

Schritt 1: Teilungsmasse ermitteln

  • Nachlass: CHF 300'000
  • Erbvorbezug: CHF 100'000 (wird hinzugerechnet)
  • Teilungsmasse: CHF 400'000

Schritt 2: Erbanteile berechnen

  • Gesetzlicher Erbteil pro Kind: 50% = CHF 200'000

Schritt 3: Ausgleichung

  • Kind A: CHF 200'000 − CHF 100'000 (Erbvorbezug) = CHF 100'000
  • Kind B: CHF 200'000
Kind Erbvorbezug Aus Nachlass Total
Kind A 100'000 100'000 200'000
Kind B 0 200'000 200'000

→ Ergebnis: ✓ Gleiche Behandlung durch Ausgleichung

🇩🇪 Berechnung Deutschland

Schritt 1: Prüfung 10-Jahres-Frist

  • Schenkung 2015, Tod 2026 = 11 Jahre vergangen
  • ⚠ Frist abgelaufen → Schenkung wird für Pflichtteil NICHT berücksichtigt!

Schritt 2: Erbverteilung aus Nachlass

  • Nachlass: EUR 300'000
  • Je Kind 50% = EUR 150'000

Schritt 3: Gesamtbetrachtung

  • Kind A: EUR 100'000 (Schenkung) + EUR 150'000 (Erbe) = EUR 250'000
  • Kind B: EUR 150'000 (Erbe) = EUR 150'000
Kind Schenkung Aus Nachlass Total
Kind A 100'000 150'000 250'000
Kind B 0 150'000 150'000

→ Ergebnis: ⚠ Kind A hat EUR 100'000 MEHR – die Schenkung ist nach 10 Jahren "vergessen"

🇊🇹 Berechnung Österreich

Schritt 1: Prüfung Pflichtteilsberechtigung

  • Kind A war 2015 und 2026 pflichtteilsberechtigt
  • → Unbefristete Hinzu- und Anrechnung nach § 783 ABGB

Schritt 2: VPI-Aufwertung der Schenkung

  • Schenkung 2015: EUR 100'000
  • VPI-Faktor 2015-2026 (ca. 2% p.a.): ~1,24
  • Aufgewerteter Wert: EUR 124'000

Schritt 3: Hinzurechnung und Pflichtteil

  • Verlassenschaft: EUR 300'000
  • Hinzurechnung: EUR 124'000
  • Berechnungsgrundlage: EUR 424'000

Schritt 4: Pflichtteilsberechnung

  • Pflichtteil = 1/2 des gesetzlichen Erbteils
  • Gesetzlicher Erbteil pro Kind: 50% von 424'000 = EUR 212'000
  • Pflichtteil: EUR 106'000

Schritt 5: Anrechnung auf Kind A

  • Kind A's Pflichtteil: EUR 106'000
  • Abzüglich Schenkung (VPI): EUR 124'000
  • Kind A hat Pflichtteil überschritten – muss aber nichts zurückzahlen
Kind Schenkung (VPI) Aus Verlassenschaft Total
Kind A 124'000 ~88'000 ~212'000
Kind B 0 ~212'000 ~212'000

→ Ergebnis: ✓ Ähnlich wie Schweiz, aber mit VPI-Aufwertung statt Nominalwert

📊 Rechenbeispiel-Zusammenfassung

Ergebnis nach 11 Jahren 🇚🇭 Schweiz 🇩🇪 Deutschland 🇊🇹 Österreich
Kind A Total 200'000 250'000 ~212'000
Kind B Total 200'000 150'000 ~212'000
Differenz 0 100'000 0
Wirkung Volle Ausgleichung Schenkung "vergessen" Volle Ausgleichung (VPI)
🎯
Erkenntnis

Die 10-Jahres-Frist in Deutschland kann zu erheblichen Ungleichheiten unter Geschwistern führen – dies ist vom Gesetzgeber so gewollt, um lebzeitige Vermögensübertragungen zu fördern.

🏠 Szenario 2: Immobilie mit Wertsteigerung

Für Immobilien wird der Unterschied noch dramatischer – hier zeigen sich die verschiedenen Bewertungsmethoden besonders deutlich:

📋 Ausgangslage Szenario 2

  • Kind A erhält 2010 ein Haus
  • Wert bei Übertragung: CHF/EUR 500'000
  • Wert bei Tod 2026: CHF/EUR 900'000 (+80% Wertsteigerung!)
  • Restlicher Nachlass: CHF/EUR 300'000
Berechnung 🇚🇭 Schweiz 🇩🇪 Deutschland 🇊🇹 Österreich
Anrechnungswert Haus 900'000
(Verkehrswert Tod)
0
(>10 Jahre)
~670'000
(VPI)
Teilungsmasse 1'200'000 300'000 970'000
Kind A aus Nachlass 0
(überkompensiert!)
150'000 ~15'000
Kind B aus Nachlass 300'000 150'000 ~285'000
🏆 Total Kind A 900'000 1'050'000 ~685'000
🏆 Total Kind B 300'000 150'000 ~285'000
⚠
Schweizer Besonderheit – Achtung!

Kind A muss in der Schweiz möglicherweise sogar an Kind B ausgleichen, wenn der Anrechnungswert den eigenen Erbteil übersteigt – dies kann existenzbedrohend sein, wenn die Immobilie nicht verkauft werden kann oder soll!

• • •
Wie sieht es mit den Steuern aus? Das erfahren Sie im nächsten Abschnitt...
 

💰 Steuern auf Erbvorbezug und Schenkung im DACH-Raum

Die steuerliche Behandlung von Erbvorbezügen und Schenkungen unterscheidet sich im DACH-Raum fundamental:

🇚🇭
Schweiz

Kantonale Regelung
26 verschiedene Systeme

🇩🇪
Deutschland

Bundeseinheitlich
Grosszügige Freibeträge

🇊🇹
Österreich

Seit 2008 abgeschafft
Keine Schenkungssteuer

🇚🇭 Schenkungssteuer Schweiz: Alle 26 Kantone im Überblick

In der Schweiz ist die Schenkungssteuer Sache der Kantone. Der Bund erhebt keine Schenkungssteuer. Die Unterschiede sind erheblich – von komplett steuerfrei bis zu Steuersätzen von über 40% für entfernte Verwandte.

Schenkungssteuer für direkte Nachkommen (Kinder, Enkel)

Kanton Steuer für Kinder Bemerkung
ZH Zürich ✅ Steuerfrei
BE Bern ✅ Steuerfrei Freibetrag CHF 12'000 für andere
LU Luzern ✅ Steuerfrei ⚠ Aber: Erbschaftssteuer bei Tod innert 5 Jahren!
UR Uri ✅ Steuerfrei
SZ Schwyz ✅ Keine Steuer Kein Schenkungssteuergesetz
OW Obwalden ✅ Keine Steuer Kein Schenkungssteuergesetz
NW Nidwalden ✅ Steuerfrei
GL Glarus ✅ Steuerfrei
ZG Zug ✅ Steuerfrei
FR Freiburg ✅ Steuerfrei
SO Solothurn ✅ Steuerfrei
BS Basel-Stadt ✅ Steuerfrei
BL Basel-Landschaft ✅ Steuerfrei Meldepflicht innert 30 Tagen
SH Schaffhausen ✅ Steuerfrei
AR Appenzell AR ✅ Steuerfrei
AI Appenzell IR ⚠ Steuerpflichtig Auch direkte Nachkommen zahlen!
SG St. Gallen ✅ Steuerfrei
GR Graubünden ✅ Steuerfrei
AG Aargau ✅ Steuerfrei
TG Thurgau ✅ Steuerfrei Freibetrag CHF 5'000 Gelegenheitsgeschenke
TI Tessin ✅ Steuerfrei
VD Waadt ⚠ Steuerpflichtig Auch direkte Nachkommen zahlen!
VS Wallis ✅ Steuerfrei Freigrenze CHF 10'000 für andere
NE Neuenburg ⚠ Steuerpflichtig Auch direkte Nachkommen zahlen!
GE Genf ✅ Steuerfrei
JU Jura ✅ Steuerfrei

⚠ Die drei Ausnahme-Kantone: AI, NE, VD

In Appenzell Innerrhoden, Neuenburg und Waadt müssen auch direkte Nachkommen Schenkungssteuer bezahlen:

Kanton Steuersatz Kinder Freibetrag Bemerkung
AI 1-4% Variiert Progressiv nach Höhe
NE 3% CHF 10'000 Flat Rate
VD 0-7% Variiert Progressiv, abhängig vom Betrag
💡
Praxis-Tipp

Wer in AI, NE oder VD wohnt und grössere Schenkungen plant, sollte einen Wohnsitzwechsel vor der Schenkung prüfen – die Steuer richtet sich nach dem Wohnsitz des Schenkers!

Schenkungssteuer für Ehepartner

✓ Schenkungen zwischen Ehepartnern sind in der gesamten Schweiz steuerfrei
Gilt für alle 26 Kantone

⚠ Der Sonderfall Luzern

⚠
Kanton Luzern – 5-Jahres-Falle
  • Schenkungssteuer: Keine (weder kantonal noch kommunal für Nachkommen)
  • ABER: Verstirbt der Schenker innert 5 Jahren nach der Schenkung, wird die Schenkung nachträglich der Erbschaftssteuer unterworfen!

Diese Regelung soll verhindern, dass todkranke Personen kurz vor dem Ableben ihr Vermögen steuerfrei verschenken.

🇩🇪 Schenkungssteuer Deutschland: Das Freibetragssystem

Deutschland erhebt eine bundeseinheitliche Schenkungssteuer, gewährt aber grosszügige Freibeträge, die alle 10 Jahre neu genutzt werden können.

Freibeträge nach § 16 ErbStG (Stand 2025)

Empfänger Freibetrag Steuerklasse
Ehepartner / eingetragener Lebenspartner 500.000 € I
Kinder und Stiefkinder 400.000 € I
Enkel (Eltern verstorben) 400.000 € I
Enkel (Eltern leben noch) 200.000 € I
Urenkel 100.000 € I
Eltern, Grosseltern (bei Schenkung) 20.000 € II
Geschwister 20.000 € II
Lebensgefährte (nicht eingetragen) / Dritte 20.000 € III

Die 10-Jahres-Strategie zur Steueroptimierung

Der grosse Vorteil in Deutschland: Freibeträge erneuern sich alle 10 Jahre. Das ermöglicht systematische Vermögensübertragungen:

Beispiel: Familie mit 2 Kindern
Jahr Vater→Kind 1 Vater→Kind 2 Mutter→Kind 1 Mutter→Kind 2
2025 400.000 € 400.000 € 400.000 € 400.000 €
2035 400.000 € 400.000 € 400.000 € 400.000 €
2045 400.000 € 400.000 € 400.000 € 400.000 €

Steuerfrei übertragen in 20 Jahren: 4.800.000 €
2 × 400.000 € × 2 Kinder × 3 Zyklen

🇊🇹 Schenkungssteuer Österreich: Seit 2008 abgeschafft

Österreich hat die Erbschafts- und Schenkungssteuer zum 1. August 2008 abgeschafft. Dies war eine Reaktion auf ein Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs.

Steuerart Status
Schenkungssteuer ❌ Keine
Erbschaftssteuer ❌ Keine
Grunderwerbsteuer bei Immobilien ✅ Ja (3,5%)
Eintragungsgebühr Grundbuch ✅ Ja (1,1%)

Grunderwerbsteuer bei Immobilien-Schenkungen

Obwohl es keine Schenkungssteuer gibt, fällt bei der Übertragung von Immobilien die Grunderwerbsteuer an – mit Staffelung innerhalb der Familie:

  • Bis 250.000 €: 0,5%
  • 250.000-400.000 €: 2%
  • Über 400.000 €: 3,5%
Beispiel: Hausübertragung mit Grundstückswert 300.000 €
  • 250.000 € × 0,5% = 1.250 €
  • 50.000 € × 2% = 1.000 €
  • Grunderwerbsteuer total: 2.250 €
  • Eintragungsgebühr (1,1%): 3.300 €

Gesamtkosten: 5.550 € (statt potenziell Zehntausende bei einer Schenkungssteuer)

📊 Steuervergleich DACH: Zusammenfassung

Aspekt 🇚🇭 Schweiz 🇩🇪 Deutschland 🇊🇹 Österreich
Gesetzgebung Kantonal Bundeseinheitlich Bundeseinheitlich
Schenkungssteuer Ja (26 Systeme) Ja Nein
Kinder steuerfrei 23/26 Kantone Bis 400.000 € Ja (komplett)
Freibetrag erneuerbar Nein Alle 10 Jahre
Max. Steuersatz Bis 54% (GE) 50% (Kl. III) 0%

💡 Steuerplanung: Praktische Tipps

🇚🇭 Für die Schweiz

  1. Wohnsitz prüfen: In AI, NE, VD zahlen auch Kinder Steuern
  2. Kanton Luzern: 5-Jahres-Regel bei Erbschaftssteuer beachten
  3. Frühzeitig schenken: Keine Steuervorteile durch Warten, aber EL-Risiko beachten!
  4. Gelegenheitsgeschenke: Generell steuerfrei (Art. 632 ZGB)

🇩🇪 Für Deutschland

  1. 10-Jahres-Rhythmus: Freibeträge systematisch alle 10 Jahre ausschöpfen
  2. Beide Elternteile: Kind kann von Vater UND Mutter je 400.000 € erhalten
  3. Kettenschenkung: Ehepartner können sich gegenseitig schenken
  4. Familienheim: Übertragung zwischen Ehepartnern komplett steuerfrei

🇊🇹 Für Österreich

  1. Keine Eile: Ohne Schenkungssteuer kein steuerlicher Vorteil durch frühzeitige Schenkung
  2. Grunderwerbsteuer: Gestaffelten Tarif nutzen, ggf. aufteilen
  3. Pflichtteilsrecht: Steuerlich irrelevant, aber erbrechtlich unbefristete Anrechnung bei Kindern
• • •
Was gibt es bei Immobilien zu beachten? Das erfahren Sie im nächsten Abschnitt...
 

🏠 8. Immobilien übertragen: Besonderheiten im DACH-Raum

Die Übertragung von Immobilien ist der häufigste Anwendungsfall – und gleichzeitig der komplizierteste. Neben dem Erbrecht spielen Grundbuch, Steuern und oft auch Nutzungsrechte eine Rolle.

📋 Grundbuch und Eigentumsübertragung

Aspekt 🇚🇭 Schweiz 🇩🇪 Deutschland 🇊🇹 Österreich
Register Kantonales Grundbuch Grundbuch (Amtsgericht) Grundbuch (Bezirksgericht)
Form Übertragung Öffentliche Beurkundung Notarielle Beurkundung Notariatsakt
Eintragung nötig? Ja (konstitutiv) Ja (konstitutiv) Ja (konstitutiv)
Kosten Grundbuch ~0.1-0.3% ~0.5% 1.1%

💰 Nebenkosten bei Immobilienübertragung

🇚🇭 Schweiz: Handänderungssteuer

Die Handänderungssteuer ist kantonal geregelt und variiert erheblich:

Kanton Steuersatz Befreiung Familie
ZH, AG, SZ, OW, NW, ZG, SH, AR, AI 0% (abgeschafft)
BE 1.8% Befreiung Nachkommen
LU, SG, TI 1.0-1.5% Befreiung bei Erbvorbezug
VD 2.2% Keine
GE 3.0% Teilweise

🇩🇪 Deutschland: Grunderwerbsteuer

Länderabhängig 3,5% bis 6,5% – ABER:

✅ Schenkungen an Verwandte in gerader Linie (Kinder, Enkel, Eltern) sind von der Grunderwerbsteuer befreit! (§ 3 Nr. 2 GrEStG)

🇊🇹 Österreich: Gestaffelte Grunderwerbsteuer

Im Familienkreis gilt ein gestaffelter Tarif:

Bemessungsgrundlage Steuersatz
Bis 250.000 € 0,5%
250.001 – 400.000 € 2,0%
Über 400.000 € 3,5%

Beispiel 500.000 € Haus: 1.250 € + 3.000 € + 3.500 € = 7.750 € (statt 17.500 € bei Kauf)

🏡 Wohnrecht und Nutzniessung

Oft möchten Eltern ihr Haus übertragen, aber weiterhin darin wohnen. Die wichtigsten Modelle:

Modell Beschreibung Steuerliche Wirkung
Wohnrecht Recht, in bestimmten Räumen zu wohnen Mindert Verkehrswert
Nutzniessung Umfassendes Nutzungsrecht inkl. Vermietung Mindert Verkehrswert stark
Rückfallklausel Rückübertragung bei bestimmten Ereignissen Keine direkte Wirkung
⚠
KRITISCH FÜR DEUTSCHLAND

Bei Niessbrauch oder Wohnrecht beginnt die 10-Jahres-Frist für den Pflichtteilsergänzungsanspruch NICHT zu laufen! (§ 2325 Abs. 3 Satz 3 BGB)

Beispiel: Vater überträgt 2010 Haus mit Niessbrauch → Niessbrauch endet 2020 → Vater verstirbt 2025 → Nur 5 Jahre vergangen, Schenkung wird zu 60% angerechnet!

 

🚚 9. Die EL-Falle: Wenn der Erbvorbezug zum Bumerang wird

🇚🇭 Nur Schweiz: Dies ist einer der kritischsten und am wenigsten bekannten Aspekte des Erbvorbezugs in der Schweiz.

Das Problem: Vermögensverzicht und Ergänzungsleistungen

Wer in der Schweiz Ergänzungsleistungen (EL) zur AHV/IV beantragt, muss sein Vermögen offenlegen. Dabei gilt:

Art. 11a ELG: Bei der Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung werden Einkünfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist, angerechnet.

🎯
DAS BEDEUTET

Ein Erbvorbezug gilt als "Vermögensverzicht" und wird bei der EL-Berechnung so behandelt, als ob das Vermögen noch vorhanden wäre!

📊 Die Zahlen: Wie die Anrechnung funktioniert

Faktor Regelung
Anrechnungsbetrag Schenkungswert minus CHF 10'000 pro Jahr seit Schenkung
Verjährung KEINE! Auch Schenkungen von vor 30+ Jahren werden angerechnet
Mindestbetrag Anrechnung endet bei CHF 0

📊 Beispielrechnung

Jahr Ereignis Anrechnungswert
2010 Schenkung Haus, Wert CHF 600'000 600'000
2020 10 Jahre vergangen (−100'000) 500'000
2025 EL-Antrag, 15 Jahre vergangen (−150'000) 450'000

Konsequenz: Die EL werden so berechnet, als hätte die Person noch CHF 450'000 Vermögen – was meist bedeutet: Keine oder stark reduzierte EL.

🔄 Seit 2021: EL-Rückerstattung aus dem Nachlass

Mit der EL-Reform per 1.1.2021 wurde eine weitere Verschärfung eingeführt:

Art. 16a ELG: Der Nachlass von verstorbenen EL-Beziehenden ist rückerstattungspflichtig für die in den letzten 10 Jahren bezogenen EL, soweit er CHF 40'000 übersteigt.

🛡 Strategien zur Vermeidung der EL-Falle

Strategie Beschreibung Risiko
Kein Erbvorbezug Vermögen bis zum Tod behalten Kein EL-Risiko
Gemischte Schenkung Kinder zahlen Teilpreis (z.B. 70%) Nur "Schenkungsteil" angerechnet
Frühzeitige Schenkung Mehr Zeit für CHF 10'000/Jahr-Abbau Ungewisse Zukunft
Pflegeversicherung Private Pflegeversicherung abschliessen Kosten, Gesundheitsprüfung
⚠
WICHTIG

Es gibt keine legale Möglichkeit, die EL-Anrechnung vollständig zu umgehen. Die Regelung ist bewusst streng, um Missbrauch zu verhindern.

 

💔 10. Erbvorbezug und Scheidung: Wem gehört was?

Eine häufig übersehene Frage: Was passiert mit dem Erbvorbezug, wenn das beschenkte Kind sich scheiden lässt?

✅ Grundsatz: Erbvorbezug ist Eigengut

In allen drei DACH-Ländern gilt grundsätzlich:

Land Regelung Rechtsgrundlage
🇚🇭 Schweiz Erbvorbezug = Eigengut Art. 198 Ziff. 2 ZGB
🇩🇪 Deutschland Erbvorbezug = Anfangsvermögen § 1374 Abs. 2 BGB
🇊🇹 Österreich Erbvorbezug = nicht aufzuteilen § 82 EheG

✅ Das bedeutet: Der Erbvorbezug gehört dem beschenkten Kind und muss bei einer Scheidung grundsätzlich nicht geteilt werden.

⚠ Die Tücken im Detail

🇚🇭 Schweiz: Errungenschaftsbeteiligung

  • Wertsteigerung durch Arbeit des Ehepaars kann Errungenschaft sein
  • Erträge (z.B. Mietzinsen) fallen in die Errungenschaft
  • Investitionen aus Errungenschaft in Eigengut erzeugen Ersatzforderungen

🇩🇪 Deutschland: Zugewinnausgleich

Die Wertsteigerung des geschenkten Vermögens ist Zugewinn!

Beispiel: Schenkung 2015: Aktien 100.000 € → Scheidung 2025: 250.000 € → Wertsteigerung 150.000 € → davon 75.000 € an Ex-Partner!

🇊🇹 Österreich: Aufteilung

Grundsätzlich kein Anspruch, ausser: Geschenktes wurde zur Ehewohnung oder Vermischung mit ehelichem Vermögen.

🛡 Schutzstrategien bei Erbvorbezug

Strategie Land Wirkung
Ehevertrag/Gütervertrag CH/DE/AT Klare Regelung der Zuordnung
Dokumentation Alle Nachweis des Eigengut-Charakters
Separate Kontoführung Alle Keine Vermischung mit Errungenschaft
Rückfallklausel CH/DE/AT Bei Scheidung fällt Erbvorbezug zurück
💡
PRAXIS-TIPP

Eltern können in der Erbvorbezugsvereinbarung eine Rückfallklausel bei Scheidung aufnehmen. Diese sichert, dass das Vermögen in der Familie bleibt.

 

🌍 11. Grenzgänger und internationale Konstellationen

Im DACH-Raum sind grenzüberschreitende Familien- und Vermögensverhältnisse häufig. Welches Recht gilt?

⚖ Anwendbares Erbrecht

Konstellation Anwendbares Recht Rechtsgrundlage
Erblasser mit Wohnsitz CH Schweizer Recht Art. 90 IPRG
Erblasser mit Wohnsitz DE/AT Recht des letzten Wohnsitzes EU-ErbVO
Rechtswahl möglich Ja (Heimatrecht) Art. 90 Abs. 2 IPRG / Art. 22 EU-ErbVO

📌 Beispiel Grenzgänger: Schweizer wohnt in Deutschland, arbeitet in der Schweiz:

  • Ohne Rechtswahl: Deutsches Erbrecht (Wohnsitz DE)
  • Mit Rechtswahl: Schweizer Erbrecht wählbar

💰 Steuerliche Behandlung bei Grenzkonstellationen

Wohnsitz Schenker Wohnsitz Beschenkter Besteuerung
🇚🇭 CH 🇚🇭 CH CH (kantonal)
🇚🇭 CH 🇩🇪 DE DE (unbeschränkt) + ggf. CH
🇚🇭 CH 🇊🇹 AT Keine (AT hat keine Schenkungssteuer)
🇩🇪 DE 🇚🇭 CH DE (Schenker) + ggf. CH (bei CH-Immobilien)
⚠
VORSICHT DOPPELBESTEUERUNG

Bei grenzüberschreitenden Schenkungen kann es zu Doppelbesteuerung kommen. DBA für Schenkungen sind selten: CH-DE vorhanden (aber komplex), CH-AT kein DBA für Schenkungen!

🎯
DRINGENDER RAT

Bei internationalen Konstellationen ist eine spezialisierte Beratung zwingend erforderlich. Die Komplexität übersteigt selbst professionelle Standardkenntnisse.

 

⚰ 12. Was passiert, wenn der Vorbezüger vor dem Erblasser stirbt?

Ein oft vergessenes Szenario: Kind A erhält Erbvorbezug, verstirbt aber vor den Eltern. Wie wirkt sich das aus?

📋 Grundsatz: Eintritt in die Ausgleichspflicht

In allen drei DACH-Ländern gilt: Die Nachkommen des verstorbenen Vorbezügers treten in dessen Rechte und Pflichten ein – einschliesslich der Ausgleichspflicht.

Land Regelung Rechtsgrundlage
🇚🇭 Schweiz Enkel treten ein Art. 627 ZGB
🇩🇪 Deutschland Abkömmlinge treten ein § 2051 BGB
🇊🇹 Österreich Repräsentationsrecht § 733 ABGB

📊 Beispiel

Ausgangslage:

  • Vater hat 2 Kinder: A und B
  • 2015: Kind A erhält CHF 200'000 Erbvorbezug
  • 2020: Kind A verstirbt, hinterlässt 2 Kinder (Enkel 1 und 2)
  • 2026: Vater verstirbt, Nachlass CHF 400'000

Berechnung:

  • Teilungsmasse: 400'000 + 200'000 = CHF 600'000
  • Stamm A (Enkel 1+2): 50% = CHF 300'000, abzüglich 200'000 = CHF 100'000
  • Stamm B: 50% = CHF 300'000

Die Enkel teilen sich CHF 100'000 (je CHF 50'000), obwohl sie den Erbvorbezug nie selbst erhalten haben – ihr verstorbener Elternteil hatte ihn bekommen.

💡
GESTALTUNGSTIPP

Der Erblasser kann anordnen, dass der Erbvorbezug nicht von den Nachkommen des Vorbezügers ausgeglichen werden muss. Dies sollte in der Erbvorbezugsvereinbarung oder im Testament klar geregelt werden.

 

📋 13. Mustervorlagen: 5 DACH-kompatible Dokumente

Die folgenden Vorlagen dienen als Ausgangspunkt für Ihre eigene Erbvorbezugsvereinbarung. Sie sind für alle drei DACH-Länder konzipiert und enthalten länderspezifische Hinweise.

Fünf professionelle Erbvorbezug-Mustervorlagen elegant auf Walnussholz-Schreibtisch arrangiert: Vereinbarung, Immobilien-Übertragung, Ausgleichungsbefreiung, Empfangsbestätigung und Dokumentations-Übersicht. Mit Füllfederhalter, Siegeln und DACH-Kompatibilitäts-Kennzeichnung für Schweiz, Deutschland und Österreich.
⚠
WICHTIGER HINWEIS

Diese Vorlagen ersetzen keine Rechtsberatung. Bei grösseren Vermögenswerten oder komplexen Familienverhältnissen empfehlen wir dringend die Konsultation eines Notars oder Fachanwalts für Erbrecht.

📥 5 Vorlagen zum kostenlosen Download:

📄 Vorlage 1: Geldschenkung

Einfache Erbvorbezugsvereinbarung für Geldzuwendungen

📥 Download .docx

🏠 Vorlage 2: Immobilien

Erbvorbezugsvereinbarung für Immobilienübertragung

📥 Download .docx

🔓 Vorlage 3: Befreiung Ausgleichung

Erklärung zur Befreiung von der Ausgleichungspflicht

📥 Download .docx

✅ Vorlage 4: Empfangsbestätigung

Bestätigung über den Erhalt des Erbvorbezugs

📥 Download .docx

📊 Vorlage 5: Dokumentation

Übersicht aller Erbvorbezüge (für Erblasser)

📥 Download .docx

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⚖ Wann brauche ich einen Notar?

Situation 🇚🇭 CH 🇩🇪 DE 🇊🇹 AT
Geldschenkung Nicht zwingend Nicht zwingend Nicht zwingend
Immobilie ✓ Ja, zwingend ✓ Ja, zwingend ✓ Ja, zwingend
GmbH-Anteile Je nach Form ✓ Ja ✓ Ja
Befreiung Ausgleichung Empfohlen Empfohlen Empfohlen

✅ Checkliste vor der Schenkung

  • ✓ Habe ich alle Kinder/Erben informiert?
  • ✓ Ist der Wert der Zuwendung dokumentiert?
  • ✓ Ist die Ausgleichungspflicht geklärt (ja/nein)?
  • ✓ Sind eventuelle Nutzungsrechte geregelt?
  • ✓ Habe ich eine Rückfallklausel geprüft?
  • ✓ Sind steuerliche Auswirkungen abgeklärt?
  • ✓ Habe ich die Dokumentation aktualisiert?
• • •
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❓ Häufige Fragen zum Erbvorbezug (FAQ)

📋 Grundlagen

Was ist der Unterschied zwischen Erbvorbezug und Schenkung?

Ein Erbvorbezug ist eine Schenkung an einen künftigen Erben, die bei der späteren Erbteilung auf dessen Erbteil angerechnet wird. Eine "normale" Schenkung kann auch an Nicht-Erben erfolgen und unterliegt anderen Ausgleichsregeln. In der Schweiz wird bei Nachkommen automatisch ein Erbvorbezug vermutet (Art. 626 ZGB).

Muss ein Erbvorbezug schriftlich sein?

Für Geldschenkungen ist die Schriftform nicht zwingend, aber dringend empfohlen – sonst drohen Beweisschwierigkeiten bei der Erbteilung. Für Immobilien ist in allen DACH-Ländern die notarielle Beurkundung Pflicht.

Kann ich einen Erbvorbezug widerrufen?

Grundsätzlich nein – eine vollzogene Schenkung ist bindend. Ein Widerruf ist nur bei "grobem Undank" möglich (z.B. schwere Straftaten gegen den Schenker). Deshalb sollten Rückfallklauseln VOR der Schenkung vereinbart werden.

⏱ Fristen und Anrechnung

Gibt es eine Verjährung für Erbvorbezüge?

Schweiz: Nein, Erbvorbezüge werden zeitlich unbegrenzt angerechnet.
Deutschland: Nach 10 Jahren wird eine Schenkung nicht mehr auf den Pflichtteil angerechnet (Abschmelzung um 10% pro Jahr).
Österreich: 2 Jahre für Nicht-Pflichtteilsberechtigte, unbefristet für Pflichtteilsberechtigte.

Was bedeutet die 10-Jahres-Frist in Deutschland genau?

In Deutschland schmilzt der Pflichtteilsergänzungsanspruch jährlich um 10% ab: Im 1. Jahr = 100%, im 2. Jahr = 90%, im 3. Jahr = 80% usw. Nach 10 Jahren wird die Schenkung gar nicht mehr berücksichtigt.

⚠ Achtung: Bei Niessbrauch oder Wohnrecht beginnt die Frist erst nach deren Ende!

Wird ein Erbvorbezug von vor 20 Jahren noch angerechnet?

Schweiz: ✓ Ja, vollständig
Österreich: ✓ Ja, bei Pflichtteilsberechtigten (mit VPI-Aufwertung)
Deutschland: ✗ Nein, die 10-Jahres-Frist ist abgelaufen

💰 Wertermittlung

Zu welchem Wert wird eine geschenkte Immobilie angerechnet?

Schweiz: Zum Verkehrswert im Zeitpunkt des Todes – das kann bei Wertsteigerungen nachteilig sein!
Deutschland: Zum niedrigeren Wert von Schenkung oder Tod (Niederstwertprinzip)
Österreich: Zum VPI-indexierten Wert (inflationsbereinigt)

Kann ich den Anrechnungswert selbst festlegen?

Ja! Der Erblasser kann in der Schweiz und Deutschland einen fixen Anrechnungswert bestimmen. Dies ist besonders bei Immobilien empfehlenswert, um das Wertsteigerungsrisiko zu begrenzen.

🏛 Steuern

Muss ich in der Schweiz Schenkungssteuer zahlen?

In 23 von 26 Kantonen sind Schenkungen an Kinder steuerfrei. Nur in Appenzell Innerrhoden, Neuenburg und Waadt zahlen auch direkte Nachkommen Schenkungssteuer. Schenkungen zwischen Ehepartnern sind in allen Kantonen steuerfrei.

Wie oft kann ich in Deutschland steuerfrei schenken?

Die Freibeträge (400'000 € für Kinder, 500'000 € für Ehepartner) können alle 10 Jahre neu genutzt werden. Ein Ehepaar kann so innerhalb von 20 Jahren bis zu 3,2 Millionen Euro steuerfrei an zwei Kinder übertragen.

Gibt es in Österreich noch Schenkungssteuer?

Nein! Die Schenkungssteuer wurde in Österreich 2008 abgeschafft. Bei Immobilien fällt aber Grunderwerbsteuer an (0,5-3,5% gestaffelt im Familienkreis).

⚠ Spezielle Situationen

Was passiert mit dem Erbvorbezug bei einer Scheidung?

In allen DACH-Ländern gilt: Der Erbvorbezug ist grundsätzlich Eigengut/Anfangsvermögen und muss nicht geteilt werden. Aber: Wertsteigerungen und Erträge können unter Umständen in den Zugewinnausgleich fallen. Ein Ehevertrag schafft Klarheit.

Beeinflusst ein Erbvorbezug meine Ergänzungsleistungen (Schweiz)?

Ja, erheblich! Ein Erbvorbezug gilt als "Vermögensverzicht" und wird bei der EL-Berechnung so angerechnet, als ob das Vermögen noch vorhanden wäre – abzüglich CHF 10'000 pro Jahr seit der Schenkung. Es gibt keine Verjährung. Dies kann dazu führen, dass Sie trotz Vermögenslosigkeit keine oder reduzierte EL erhalten.

Kann ich mein Haus verschenken und trotzdem darin wohnen?

Ja, durch Vereinbarung eines Wohnrechts oder einer Nutzniessung (Niessbrauch).

⚠ Aber Vorsicht in Deutschland: Bei Niessbrauch beginnt die 10-Jahres-Frist für den Pflichtteilsergänzungsanspruch nicht zu laufen!

Was passiert, wenn das beschenkte Kind vor mir stirbt?

Die Nachkommen des verstorbenen Kindes (Ihre Enkel) treten in dessen Rechte und Pflichten ein – einschliesslich der Ausgleichungspflicht. Sie müssen bei der Erbteilung den Erbvorbezug ihres Elternteils ausgleichen, obwohl sie ihn nie erhalten haben.

🌍 Grenzüberschreitende Fälle

Welches Recht gilt bei Grenzgängern?

Grundsätzlich das Recht des Wohnsitzstaates. Sie können aber durch Rechtswahl Ihr Heimatrecht wählen. Bei Immobilien gilt oft zusätzlich das Recht des Belegenheitsstaates. Bei grenzüberschreitenden Konstellationen ist Fachberatung unerlässlich.

Kann es bei grenzüberschreitenden Schenkungen zu Doppelbesteuerung kommen?

Ja, bei grenzüberschreitenden Schenkungen ist Doppelbesteuerung möglich. Zwischen der Schweiz und Deutschland gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen für Erbschaften und Schenkungen. Zwischen Schweiz und Österreich nicht. Fachberatung ist unerlässlich.

📚 Quellen & Verweise

🇚🇭 Schweiz – Tier 1 Quellen (Offizielle Stellen):

  • Schweizerisches Zivilgesetzbuch (ZGB) – Art. 626-632 (Ausgleichung): fedlex.admin.ch
  • Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen (ELG) – Art. 11a (Vermögensverzicht): fedlex.admin.ch
  • ESTV Steuerübersicht – Erbschafts- und Schenkungssteuern 2025: estv.admin.ch
  • Bundesamt für Statistik – Vermögensstatistiken: bfs.admin.ch

🇩🇪 Deutschland – Tier 1 Quellen:

  • Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) – §§ 2050-2057a (Ausgleichung), § 2325 (Pflichtteilsergänzung): gesetze-im-internet.de
  • Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG) – § 16 (Freibeträge), § 19 (Steuersätze): gesetze-im-internet.de
  • Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) – § 3 Nr. 2 (Befreiung Verwandte): gesetze-im-internet.de
  • Bundesministerium der Justiz – Erbrecht-Informationen: bmj.de

🇊🇹 Österreich – Tier 1 Quellen:

  • Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch (ABGB) – §§ 782-792 (Pflichtteilsrecht nach ErbRÄG 2015): ris.bka.gv.at
  • Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) – Steuersätze Immobilien: ris.bka.gv.at
  • oesterreich.gv.at – Amtliche Informationen Erbrecht: oesterreich.gv.at
  • Statistik Austria – Verbraucherpreisindex (VPI): statistik.at

📰 Tier 2 Quellen (Qualitätsmedien, Fachpublikationen):

  • Neue Zürcher Zeitung (NZZ) – Erbrechts-Ratgeber
  • SRF – Kassensturz/Espresso Beiträge zu Erbvorbezug
  • Handelsblatt – Steuerplanung Deutschland
  • Der Standard (AT) – Erbrechtsreform 2017
  • successio – Zeitschrift für Erbrecht (CH)
  • ZEV – Zeitschrift für Erbrecht und Vermögensnachfolge (DE)

🔗 Tier 3 Quellen (Ergänzend):

  • Kantonale Steuerverwaltungen (für aktuelle Steuersätze)
  • Notariatskammern CH/DE/AT
  • Anwaltskammern – Fachanwaltsverzeichnisse Erbrecht

Stand: Januar 2026 – Alle Angaben ohne Gewähr.

 

🎯 Fazit: Erbvorbezug richtig planen

Ein Erbvorbezug kann eine sinnvolle Möglichkeit sein, Vermögen bereits zu Lebzeiten an die nächste Generation zu übertragen. Die Unterschiede im DACH-Raum sind jedoch erheblich:

🇚🇭 Schweiz

  • Automatische Ausgleichspflicht
  • Keine zeitliche Frist
  • Verkehrswert bei Tod

🇩🇪 Deutschland

  • Anrechnung nur bei Anordnung
  • 10-Jahres-Abschmelzung
  • Freibeträge alle 10 Jahre

🇊🇹 Österreich

  • Anrechnung auf Verlangen
  • 2/∞ Jahre Frist
  • Keine Schenkungssteuer!

Die wichtigsten Tipps:

  • ✅ Dokumentieren Sie alles schriftlich – auch Geldschenkungen
  • ✅ Klären Sie die Ausgleichungspflicht – soll angerechnet werden oder nicht?
  • ✅ Beachten Sie die Fristen – besonders die 10-Jahres-Regel in Deutschland
  • ✅ Denken Sie an die EL-Falle (Schweiz) – Vermögensverzicht wird angerechnet
  • ✅ Holen Sie Fachberatung – bei Immobilien und grenzüberschreitenden Fällen

⚖ Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschliesslich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Trotz sorgfältiger Recherche kann keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte übernommen werden. Bei konkreten Fragen wenden Sie sich bitte an einen Notar, Rechtsanwalt oder Steuerberater.