Die Urkantone: Urschweiz und Ursprung der Schweiz

Urkantone Urschweiz Rütlischwur

Alles zur Urschweiz: Die drei Schweizer Urkantone Schwyz, Uri und Unterwalden sind die Gründungskantone der Schweiz. Die heutige Schweizerische Eidgenossenschaft, die seit 1848 als moderner Bundesstaat besteht, setzt sich heute aus 26 Kantonen zusammen, in denen vier Amtssprachen gesprochen werden. Ihren Anfang nahm die Schweiz aber mit dem Bündnis der drei Urkantone, deren Zusammenschluss durch den Bundesbrief aus dem Jahr 1291 belegt ist. Eine Übersicht und Wissenswertes zur Urschweiz.


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Die drei Urkantone der Schweiz

Kantone Schweiz Wappen
Bild: Alle 26 Kantone der heutigen Eidgenossenschaft.

Uri, Schwyz und Unterwalden waren die ersten drei Kantone, die sich schon vor der Unterzeichnung des legendären Bundesbriefes von 1291 gegenseitige Hilfe zusicherten.

Der Bundesbrief wurde damals aufgrund politischer Umwälzungen aufgesetzt, die ihren Ursprung im Tod des damaligen Königs Rudolf I. von Habsburg hatten (siehe: Die wichtigsten Schweizer Kriege). Der Bundesbrief beziehungsweise das Bündnis sollten dafür sorgen, dass sich die drei Kantone durch die zu diesem Zeitpunkt fehlende übergeordnete Staatsmacht bei Einflüssen von aussen gegenseitig beistehen.

Alle drei Kantone liegen in der heutigen Zentralschweiz. Dazu gehören die Kantone Luzern (LU), Uri (UR), Obwalden (OW), Nidwalden (NW), Zug (ZG) und Schwyz (SZ). Die Zentralschweiz ist ein Gebiet nördlich des Alpenkammes, dessen städtisches und wirtschaftliches Zentrum heute die Stadt Luzern bildet.

 

Kanton Waldstätte


Die drei Urkantone der Urschweiz wurden auch als Waldstätte bezeichnet.
 

Begründet wurde dies mit deren Lage in der stark bewaldeten Gebirgslandschaft, die noch heute das Landschaftsbild der Zentralschweiz prägt. Obwohl der Begriff Waldstatt bereits 1289 in einer Urkunde erwähnt wurde, erfolgte die offizielle Aufnahme der Bezeichnung in die Amtssprache erst im Jahr 1465. Dabei wurde zugleich Luzern zu den Waldstätten gezählt. Das Bistum Konstanz benannte zum Ende des 15. Jahrhunderts das damalige Dekanat Luzern in das Vierwaldstätterkapitel um.


Im 16. Jahrhundert wurde dann auch aus dem Luzerner See der bekannte Vierwaldstättersee.
 

In der Zeit der Helvetik von 1798 bis 1803 (Helvetische Republik), als die damalige Schweiz zumindest teilweise eine Republik nach dem Vorbild der Französischen Republik darstellte, die praktisch von der Französischen Revolution und ihrer Anhänger exportiert wurde, waren die heutigen und vorigen Kantone Zug, Uri, Schwyz und Unterwalden als Kanton Waldstätte vereint.

 

 

Der Anfang der Urschweiz

Kanton Schwyz Wappen Urkanton

Wird die Besiedelungsgeschichte zugrunde gelegt, so nahm der Bundesstaat Schweiz seinen Anfang treffenderweise im Kanton Schwyz.


Die ersten menschlichen Spuren werden von Archäologen bereits auf 12000 v. Ch. datiert.
 

Die ältesten Siedlungsbeweise stellen die Überreste der Pfahlbauten am Zürichsee bei Freienbach dar - heute als Unesco-Welterbe auf der Liste der Weltkulturgüter. Der Zürichsee war schon seit der römischen Zeit und vermutlich schon früher Teil der Routen über die Alpen. So ergaben sich verschiedene Besiedelungszeiten in unterschiedlicher Zusammensetzung.

Eine dauerhafte Besiedelung der Urkantone begann etwa ab dem 7. Jahrhundert. Schon im 10. Jahrhundert wurde die Benediktinerabtei in Einsiedeln gegründet. Trotzdem besitzt die römische Zeit für den Kanton Schwyz in Bezug auf die Herkunft der Menschen und Einheimischen eine ganz besondere Bedeutung.

 

Die Sueben


In der Geschichtsschreibung wird der Name Schwyz sowohl auf schwedische Einwanderer wie auch auf die sogenannten Sueben zurückgeführt, die von der Ostsee bis zu den deutschen Mittelgebirgen angesiedelt waren.
 

Von den Sueben stammt auf jeden Fall der Stamm der Schwaben wie auch der der Alemannen ab, die sich etwa im 3. Jahrhundert unter anderem im Siedlungsgebiet der Schwyz aufhielten. In der Besiedlung selbst teilten sich vermutlich römische und alemannische Siedler das Gebiet und begründeten damit die Bevölkerung der Gegend.

 

Schwyz wird 970 erstmals erwähnt


Historisch betrachtet wurde der Name Schwyz erstmals im Jahr 970 erwähnt.
 

Der Ort Schwyz stellte in der späteren Bündnispartnerschaft der Alten Eidgenossenschaft den stärksten Faktor dar, sodass sich ausserhalb der drei Urkantone für alle drei die Bezeichnung Schwyz einbürgerte. Und seit dem 9. Juli 1386 fand die Bezeichnung auch offiziell für die Eidgenossenschaft Anwendung.

 

Uri

Kanton Uri Schweiz Wappen Flagge Ochse

Der am südlichsten gelegene und an das Tessin angrenzende Urkanton Uri wurde als „pagellum uroniae“ erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 853 erwähnt. Daraus wurde im Laufe der Zeit „Ure“ und schliesslich das heutige Uri.


Aufgrund der lateinischen Ursprungsbezeichnung erfolgte die erste Besiedlung Uris vermutlich durch römische und später italienische Siedler, die über den Gotthardpass kamen und vorwiegend den tiefer gelegenen Teil des Kantons rund um den Urnersee urbar machten.
 

Da ein grosser Teil des Kantons Uri aus Gebirgslandschaften besteht, ist die Bevölkerungsdichte im Verhältnis zur Restschweiz sehr gering. Siehe: Einwohnerzahl Schweiz.

Nur 34 Einwohner pro Quadratkilometer besiedeln den Kanton. Zum Vergleich: Der Durchschnitt für die Gesamtschweiz beträgt 205 Einwohner pro Quadratkilometer.

Wie die anderen beiden Urkantone sah sich der Kanton Uri im Jahr 1291 durch den Tod Rudolf I. in der Gefahr, von anderen Machthabern annektiert zu werden und schloss sich dem Bündnis an.

 

Unterwalden

Obwalden Nidwalnde Unterwalden Urkantone Schweiz Wappen

Die zur Gründungszeit um 1291 bestehende Gebietseinheit Unterwalden teilt sich heute in die Kantone Nidwalden (NW) und Obwalden (OW) auf. In älteren offiziellen Dokumenten findet man für die beiden Halb-Kantone die Bezeichnungen «Unterwalden ob dem Wald» bzw. «Unterwalden nid dem Wald».

Unterwalden wird neben den beiden Urkantonen Uri und Schwyz als einer der drei Urschweizer Gründungskantone der Schweizerischen Eidgenossenschaft angesehen. Da der ursprüngliche Bündnisbrief aber in lateinischer Sprache verfasst wurde, bestehen bis heute Zweifel an der Zugehörigkeit Unterwaldens zu den drei Urkantonen.

 

Urserental

Die Urseren ist eine Talschaft im Schweizer Kanton Uri (UR) im Quellgebiet der Reuss südlich der Schöllenenschlucht gelegen - und daher vom Rest des Urner Kantons abgetrennt. Der älteste urkundlich dokumentierte Namen der Talschaft ist "Ursaria", romanischen Ursprungs, im Jahre 1234. In der Übersetzung bedeutet die Bezeichnung Urseren „unteres Tal“ und nicht explizit Unterwalden. Das führte zu der Annahme, dass damit nur Nidwalden oder auch das Urserental gemeint sein könnte.

Die Walser kolonisierten vor dem 12. Jahrhundert das Urserental und assimilierten die ursprüngliche romanische Bevölkerung der Talschaft. Erst im Jahr 1410 begründete die Talschaft Urseren ein ewiges Landrecht mit dem Kanton Uri und gelangte so endlich auch zur Alten Eidgenossenschaft.

 

Nidwalden

Kanton Nidwalden Wappen Flagge

Die Halbkantone Nidwalden & Obwalden (Unterwalden) gründeten 1291 zusammen mit den Urkantonen Uri und Schwyz die Eidgenossenschaft. Damals war die Eidgenossenschaft allerdings noch kein Staat wie heute. Erst um das 14. und 15. Jahrhundert herum stellten sich die ersten Staatsformen heraus.

Der heutige Kanton Nidwalden (NW) umfasst in seinem nördlichen Grenzgebiet den grössten Teil des Vierwaldstättersees. Entsprechend hoch ist das Aufkommen an Fremdenverkehr, was durch die Autobahnen A2 und A8 noch verstärkt wird. Durch die Alpen im Hinterland und den See im Norden ergibt sich für Nidwalden eine ganzjährige Tourismussaison.

 

Obwalden

Kanton Obwalden Wappen Flagge


Der Kanton Obwalden als weiterer Teil des Urkantons Unterwalden war bis zur Ankunft der Alemannen im Jahr 700 von Kelten und Römern besiedelt.
 

Erst im 14. Jahrhundert gründeten die Obwaldner eine eigene Landesherrschaft. Obwalden liegt westlich des Kantons Nidwalden und besitzt als Besonderheit eine Zweiteilung des Kantonsgebiets. Wobei ein Kantonsteil durch eine Landenge des Kanton Nidwalden vom grösseren Teil des Kanton Obwalden getrennt ist. Die Gemeinden Grafenort, Schwand und Engelberg liegen östlich von Nidwalden und grenzen an den Kanton Uri und den Kanton Nidwalden an, nicht jedoch an den Kanton Obwalden, zudem sie politisch gehören.

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(Last updated: 29.12.2018, 02:17)