Ratenzahlung: die Unterschrift, die aus 5 Jahren 10 macht

Wer eine Ratenzahlungsvereinbarung unterschreibt, löst nebenbei etwas aus, das auf keinem Formular steht: die Verjährung beginnt nicht nur neu, sie wird nach Schweizer Recht zehn Jahre lang. Bei einer Handwerker-, Arzt- oder Lohnforderung ist das doppelt so lang wie vorher. Hier findest du 4 eigene Muster als Word und PDF, und daneben die Rechnung, die dir sonst niemand aufmacht.
📄 Vorlage Word & PDF: 4 Muster zum Ausfüllen
Vier Situationen, vier Muster, und jedes gibt es als Word-Datei zum Ausfüllen und als PDF zum Ausdrucken, in vier Sprachen. Der Text im Generator und der Text in der Datei sind derselbe: was du hier siehst, lädst du auch herunter. Geht es nicht um Raten, sondern um ein Vertragsende, stehen die Kündigungsschreiben bereit.
🧰 Ratenzahlungs-Generator: Situation → ausgefülltes Dokument
Felder ausfüllen, Vorschau prüfen, als Word oder PDF herunterladen. Nichts wird gespeichert oder übermittelt.
Der Standard: beide unterschreiben, die Forderung wird anerkannt, die Raten stehen fest.
Ratenzahlungsvereinbarung zwischen [Name der Gläubigerin], [Strasse, PLZ Ort] — nachfolgend «Gläubigerin» und [Vorname Nachname], [Strasse, PLZ Ort] — nachfolgend «Schuldner» 1. Forderung Der Schuldner anerkennt gegenüber der Gläubigerin eine Forderung aus [Rechnung Nr. …] von CHF [Betrag] als geschuldet. 2. Ratenzahlung Die Forderung wird in [Anzahl] Raten zu je CHF [Ratenbetrag] getilgt. Die erste Rate ist am [TT.MM.JJJJ] fällig, die weiteren jeweils am [z. B. Letzter des Monats] der Folgemonate. 3. Zahlungsweise Die Zahlungen erfolgen auf das Konto [CH00 0000 0000 0000 0000 0] unter Angabe der Referenz [Rechnung Nr. …]. 4. Verzug Bleibt eine Rate länger als 30 Tage aus, wird die gesamte Restschuld ohne weitere Mahnung sofort fällig. 5. Wirkung auf die Verjährung Diese Vereinbarung ist eine Anerkennung der Forderung im Sinne von OR Art. 135 Ziff. 1. Mit der Unterzeichnung beginnt die Verjährung neu; weil die Forderung durch Ausstellung einer Urkunde anerkannt wird, beträgt die neue Frist nach OR Art. 137 Abs. 2 zehn Jahre. [Ort], [TT.MM.JJJJ] Gläubigerin _____________________________ Schuldner _____________________________
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⚖️ Eigene Muster von ConvivaPlus, keine Rechtsberatung. Bei grösseren Beträgen oder laufender Betreibung lohnt sich eine Beratung, zum Beispiel bei einer Schuldenberatungsstelle.

Zum Kopieren bereit, ohne Anmeldung und ohne Kosten.
Muster als PDF öffnen⏳ Verjährung Ratenzahlung: was die Unterschrift auslöst
Das Gesetz sagt es in einem Nebensatz. OR Art. 135 Ziff. 1: die Verjährung wird unterbrochen «durch Anerkennung der Forderung von seiten des Schuldners, namentlich auch durch Zins- und Abschlagszahlungen». Die Abschlagszahlung ist also kein eigener Unterbrechungsgrund. Sie zählt, weil sie eine Anerkennung ist. Das klingt nach Haarspalterei und ist für dich der ganze Unterschied. Dieselbe Wirkung hat übrigens jede Schuldanerkennung, auch ohne Ratenplan.
Denn OR Art. 137 unterscheidet danach, wie anerkannt wurde. Absatz 1: mit der Unterbrechung beginnt die Verjährung von neuem. Absatz 2: «Wird die Forderung durch Ausstellung einer Urkunde anerkannt […], so ist die neue Verjährungsfrist stets die zehnjährige.» Eine unterschriebene Ratenzahlungsvereinbarung ist so eine Urkunde. Eine überwiesene Rate ohne Papier ist es nicht.
Angenommen, es geht um eine Handwerkerrechnung von 2023, Grundfrist fünf Jahre (OR Art. 128 Ziff. 3):
🕰️ Verjährungs-Uhr: dein Datum, deine Frist
Die ConvivaPlus Verjährungs-Uhr rechnet beide Wege nebeneinander: wann die Forderung ohne dein Zutun verjährt wäre, und wann sie es nach der Anerkennung ist. Alles rechnet in deinem Browser, nichts wird übermittelt.
🕰️ ConvivaPlus Verjährungs-Uhr
Trag Fälligkeit und Anerkennung ein, die Uhr zeigt dir beide Ablaufdaten.
⚖️ Rechnerische Orientierung, keine Rechtsberatung. Massgebend ist der Gesetzestext.
So rechnet die ConvivaPlus Verjährungs-Uhr: Grundfrist ab Fälligkeit (OR Art. 127 bzw. 128) gegen neue Frist ab Anerkennung: zehn Jahre bei schriftlicher Form (Art. 137 Abs. 2), sonst erneut die Grundfrist (Art. 137 Abs. 1). ⛔ Nicht berücksichtigt sind Stillstand und Hinderung (Art. 134), abweichende Spezialfristen ausserhalb des OR und der Verjährungsverzicht nach Art. 141. Die Uhr ordnet die Regel, sie entscheidet keinen Einzelfall.
📋 Welche Frist gilt für deine Forderung
Das ConvivaPlus Fristen-Register ordnet die Forderungen, die das Gesetz namentlich nennt. Die Liste ist nicht ausgewählt, sondern abgeschlossen: OR Art. 128 zählt die fünfjährigen Forderungen in drei Ziffern auf, und alles, was dort nicht steht, verjährt nach Art. 127 in zehn Jahren. Die letzte Spalte zeigt dir, was eine Unterschrift daraus macht: sie stammt aus der ConvivaPlus-Auswertung der beiden Artikel und steht so in keinem Erlass.
| Forderung | Grundfrist | Norm | Nach Unterschrift |
|---|---|---|---|
Mietzins offene Monatsmiete | 5 | OR Art. 128 Ziff. 1 | 10 ↑↑ |
Pachtzins Pacht für Land oder Lokal | 5 | OR Art. 128 Ziff. 1 | 10 ↑↑ |
Kapitalzins Zinsen auf einem Darlehen | 5 | OR Art. 128 Ziff. 1 | 10 ↑↑ |
Andere periodische Leistungen wiederkehrende Beiträge | 5 | OR Art. 128 Ziff. 1 | 10 ↑↑ |
Lieferung von Lebensmitteln offene Lieferantenrechnung | 5 | OR Art. 128 Ziff. 2 | 10 ↑↑ |
Beköstigung und Wirtsschulden Restaurantrechnung | 5 | OR Art. 128 Ziff. 2 | 10 ↑↑ |
Handwerksarbeit Rechnung des Malers oder Sanitärs | 5 | OR Art. 128 Ziff. 3 | 10 ↑↑ |
Kleinverkauf von Waren Ladenrechnung | 5 | OR Art. 128 Ziff. 3 | 10 ↑↑ |
Ärztliche Besorgung Arzt- oder Zahnarztrechnung | 5 | OR Art. 128 Ziff. 3 | 10 ↑↑ |
Berufsarbeiten von Anwälten und Notaren Anwaltshonorar | 5 | OR Art. 128 Ziff. 3 | 10 ↑↑ |
Forderungen aus dem Arbeitsverhältnis nicht bezahlter Lohn | 5 | OR Art. 128 Ziff. 3 | 10 ↑↑ |
Alle übrigen Forderungen Darlehensrückzahlung, Kaufpreis, Schadenersatz | 10 | OR Art. 127 | 10 = |
⛔ Ob eine konkrete Rechnung unter Art. 128 fällt, ist im Streitfall eine Rechtsfrage. «Handwerksarbeit» und «Kleinverkauf von Waren» sind gesetzliche Begriffe, keine Branchenbezeichnungen. Eine grosse Werkleistung ist etwas anderes als eine Handwerkerrechnung. Das Register ordnet die im Gesetz genannten Fälle; es entscheidet keinen Einzelfall.
💰 Wie hohe Raten sind realistisch
Mit festem Ratendatum ist jede verpasste Rate sofort Verzug, ohne eine einzige Mahnung. OR Art. 102 Abs. 2: Wurde «ein bestimmter Verfalltag verabredet», kommt der Schuldner «schon mit Ablauf dieses Tages in Verzug», und ab dann schuldet er nach Art. 104 «Verzugszinse zu fünf vom Hundert für das Jahr». Plane die Rate darum so, dass du sie auch im schlechtesten Monat zahlst. Eine gesetzliche Ratenhöhe gibt es nicht, du handelst sie aus. Drei Grössen entscheiden, ob ein Vorschlag angenommen wird:
🚫 Gläubiger lehnt ab: was dann
Der Gläubiger darf nicht nur deinen Ratenplan ablehnen, sondern sogar eine einzelne Teilzahlung. OR Art. 69 Abs. 1: «Der Gläubiger braucht eine Teilzahlung nicht anzunehmen, wenn die gesamte Schuld feststeht und fällig ist.» Eine Ablehnung ist also kein Rechtsbruch, sondern der Moment, in dem sich der Weg ändert, und die nächste Stufe ist dann meist die Mahnung:
⚖️ Betreibung läuft schon: geht Ratenzahlung noch
Ja, und die Zuständigkeit wechselt dabei. SchKG Art. 123 Abs. 1: macht der Schuldner glaubhaft, dass er die Schuld ratenweise tilgen kann, und verpflichtet er sich zu regelmässigen Abschlagzahlungen an das Betreibungsamt, so kann der Betreibungsbeamte nach Erhalt der ersten Rate die Verwertung um höchstens zwölf Monate hinausschieben. Bei Forderungen der ersten Klasse sind es sechs Monate (Abs. 2). Grundlage der Betreibung ist oft eine Schuldanerkennung: dieselbe Urkunde, die auch die Verjährung verlängert.
⚠️ Häufige Fehler bei der Ratenzahlung
Deine erste Rate tilgt womöglich keinen Franken der eigentlichen Schuld. OR Art. 85 Abs. 1: «Der Schuldner kann eine Teilzahlung nur insoweit auf das Kapital anrechnen, als er nicht mit Zinsen oder Kosten im Rückstande ist.» Erst Zinsen und Kosten, dann das Kapital. Vier Fehler sehen wir immer wieder, und drei kosten dich Geld oder Zeit:
Der Ratenplan per E-Mail. Er ist gültig, aber er ist keine Urkunde im Sinn von OR Art. 137 Abs. 2, und vor Gericht wiegt er weniger als ein unterschriebenes Blatt. Wer als Gläubiger Sicherheit will, lässt unterschreiben; wer als Schuldner keine zehn Jahre geben will, sollte wissen, dass er genau das tut.
Keine Verzugsklausel. Ohne Ziffer 4 der Vorlage bleibt bei einer verpassten Rate nur diese eine Rate fällig, der Gläubiger müsste jede einzeln einfordern. Mit ihr wird die ganze Restschuld fällig. Das ist der wichtigste Satz für die Gläubigerseite.
Die Referenz vergessen. Eine Zahlung ohne Bezug zur Rechnung wird im schlimmsten Fall einer anderen offenen Forderung angerechnet: ohne deine Erklärung zählt, was der Gläubiger in der Quittung bezeichnet, und ohne Quittung die zuerst fällige Schuld (OR Art. 86 und 87). Die Vorlage trägt die Referenz darum zweimal: in der Zahlungsweise und in der Quittung.
Nach der Betreibung noch mit dem Gläubiger verhandeln. Läuft die Betreibung, geht der Ratenvorschlag ans Betreibungsamt (SchKG Art. 123), nicht an den Gläubiger. Eine Abmachung daneben bindet das Amt nicht.
Eine Rate zahlt man in Franken. Eine Unterschrift zahlt man in Jahren.
🧭 In vier Schritten zur unterschriebenen Vereinbarung
Vom offenen Betrag zum Dokument, das beide Seiten in der Hand haben:
Für eine Forderung aus einem Verlustschein gilt eine Besonderheit, die fast niemand kennt: nach SchKG Art. 149 Abs. 4 hat der Schuldner für die im Verlustschein verurkundete Forderung keine Zinsen zu zahlen. Ein Ratenplan auf eine Verlustschein-Forderung wächst also nicht mit: was du tilgst, bleibt getilgt. Wird umgekehrt innerhalb der Familie zurückgezahlt, lohnt der Blick auf den Erbvorbezug.
Wusstest du, dass eine Unterschrift die Verjährung auf zehn Jahre verlängert?
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Häufige Fragen zur Ratenzahlung
Die Fragen, die vor dem Unterschreiben gestellt werden.
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Die dritte Mahnung ist keine gesetzliche Pflicht, entscheidend ist der Verzug. Das Muster und die Stufen stehen im Mahnungs-Ratgeber.
Ein Papier, in dem der Schuldner eine Forderung als geschuldet anerkennt. Es hat im Betreibungsverfahren eine eigene Wirkung und verlängert die Verjährung auf zehn Jahre.
Mit einem schriftlichen Darlehensvertrag: Betrag, Rückzahlung, Zins und Verzug gehören hinein.
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Eine unterschriebene Ratenzahlungsvereinbarung ist eine Anerkennung durch Urkunde, und die Verjährung läuft danach stets zehn Jahre (OR Art. 137 Abs. 2).
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Redaktorin ConvivaPlus · Recht & Wohnen
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