Praktische Ratgeber

Briefkasten, Klingel, Wohnungstür: Was aufs Namensschild gehört – und was besser nicht

Was die Post für die Beschriftung des Briefkastens verlangt, wie WG und Untermiete aufs Schild kommen und welches Material draussen hält.

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Der Umzugskarton ist kaum ausgepackt, da klebt schon ein Streifen Malerband am Briefkasten, darauf mit Filzstift dein Nachname. Er hält zwei Wochen, dann rollt er sich ein, und ein Brief landet beim Nachbarn. Ein Namensschild sieht nach Nebensache aus. Es entscheidet aber, ob deine Post ankommt, wer an deiner Tür klingelt und was Fremde im Treppenhaus über dich erfahren.

Was die Post verlangt

Die Regel steht nicht in einer Hausordnung, sondern in der Postverordnung des Bundes. Artikel 73 Absatz 3 sagt: Der Briefkasten ist «mit vollständiger und gut lesbarer Anschrift der Wohnungsbesitzerin oder des Wohnungsbesitzers, der Liegenschaftsbesitzerin oder des Liegenschaftsbesitzers oder der Firma zu beschriften». Gemeint ist im Rechtsdeutsch, wer die Wohnung tatsächlich bewohnt – also auch du als Mieterin oder Mieter, nicht nur die Eigentümerschaft.

Die Post präzisiert das in ihrer Broschüre zum Hausbriefkasten: Anschriften müssen «aktuell und vollständig» sein, und es gehören alle an der Adresse wohnhaften Personen darauf. Auch der Platz ist vorgegeben – im mittleren oder oberen Teil der Frontseite, aber nicht auf der Klappe. Ein Schild auf der Klappe verschwindet, sobald sie offen steht.

Wer das Malerband ersetzen will, bestellt das Schild heute meist online, etwa bei Signomatic unter https://www.signomatic.ch/de, und misst vorher den vorgesehenen Rahmen am Briefkasten aus. Ein paar Millimeter zu breit, und das Schild passt nicht in die Halterung.

WG, Untermiete, Konkubinat, Doppelname

«Alle wohnhaften Personen» klingt einfach, bis fünf Leute in einer WG wohnen. Grundsätzlich gilt: Wer hier Post bekommt, gehört aufs Schild. Bei Paaren mit unterschiedlichen Nachnamen stehen beide Namen drauf. Bei einem Doppelnamen schreibst du ihn so, wie er auf deinen Briefen steht – sonst sucht der Pöstler einen Namen, den es am Briefkasten nicht gibt.

Für Untermiete und wechselnde WG-Zimmer hat die Post zwei Wege. Die kostenpflichtige «Unteradresse» lässt Briefe an weitere Personen zustellen, ohne dass deren Namen auf dem Briefkasten stehen müssen. Kostenlos ist die c/o-Anschrift: Der Absender schreibt «c/o» und den Namen, der schon am Briefkasten steht.

Wie viel du preisgibst

Ein Schild an der Klingel liest jeder, der vor dem Haus steht. Die Verordnung verlangt eine Anschrift, keine Lebensgeschichte. Ob du den Vornamen ausschreibst, nur die Initiale setzt oder ganz weglässt, ist deine Abwägung: Ein ausgeschriebener Vorname hilft bei häufigen Nachnamen im selben Haus, verrät aber auch mehr über dich. Titel, Berufe und «Familie» braucht kein Schild.

Es gibt sogar einen Ort, an den dein Name ausdrücklich nicht gehört: Die Paketboxen in Mehrfamilienhäusern dürfen nicht mit Namen beschriftet werden, weil eine Box laut Post in der Regel von fünf bis sechs Haushalten genutzt wird. Dein Name gehört an dein Brieffach, nicht an die gemeinsame Paketbox.

Im Mehrfamilienhaus: zuerst die Verwaltung fragen

Bevor du selbst ein Schild bestellst, lohnt sich eine Nachricht an die Verwaltung oder an die Vermieterschaft. In vielen Häusern sind Format, Farbe und Schrift einheitlich, und oft bestellt die Verwaltung die Schilder für Briefkasten, Klingel und Wohnungstür gemeinsam. Bestellst du auf eigene Faust, nimm Masse und Farbe der Schilder deiner Nachbarn als Vorlage. Bei der Klingel kommt es auf den Taster an: Die Einsätze sind je nach Hersteller unterschiedlich gross.

Gravur, Druck oder Etikett

Für die Haltbarkeit zählt vor allem, wo das Schild hängt. Draussen sind Briefkasten und Klingel Sonne, Regen und Frost ausgesetzt. Hier halten gravierte Schilder am längsten, weil die Schrift nicht aufgetragen, sondern in das Material eingearbeitet ist. Bedruckte Schilder sind farbiger und erlauben Logos, können im Freien aber eher verblassen. Selbstklebende Etiketten aus dem Bürodrucker sind eine Notlösung für die ersten Wochen. Drinnen, an der Wohnungstür, darf es leichter sein: Kunststoff oder Acryl genügen dort meist.

Was hinter Signomatic steckt

Signomatic ist ein Online-Schilderdienst mit eigenem Shop für die Schweiz; betrieben wird er von der Signmax AB mit Sitz in Landvetter bei Göteborg, Schweden. Im Schilder-Konfigurator wählst du Material, Form, Farbe und Text und siehst in einer Live-Vorschau, wie das fertige Schild aussieht. Gefertigt wird wahlweise mit Druck oder Gravur. Für Briefkästen gibt es Schilder aus graviertem Kunststoff, Aluminium und Edelstahl, für die Klingel Vorlagen in Formaten, die zu Klingeltastern von Feller oder ESA passen. Die Preise sind in Franken angegeben; ein graviertes Kunststoff-Briefkastenschild im Format 70 × 25 mm kostet 5.79 Franken (Stand Oktober 2026). Das Sortiment reicht auf https://www.signomatic.ch/de von Hausnummern- und Türschildern bis zu Firmen- und Praxisschildern.

Kurz vor dem Bestellen

  • Alle Personen, die hier Post bekommen, stehen auf dem Briefkasten.
  • Das Schild sitzt im mittleren oder oberen Teil der Front, nicht auf der Klappe.
  • Doppelnamen so schreiben, wie sie auf den Briefen stehen.
  • Mit der Verwaltung klären, ob Schilder einheitlich bestellt werden.
  • Rahmen und Klingeltaster ausmessen, bevor du bestellst.
  • Draussen graviert, drinnen darf es leichter sein.
Gut zu wissen

Dieser Ratgeber wurde für die Schweiz recherchiert. Preise, Fristen und Regelungen beziehen sich auf Schweizer Verhältnisse und können kantonal variieren. Stand: 13.10.2026.

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Ratgeber · 13.10.2026✓ Zuletzt geprüft: 13.10.2026