SVP: «Wir lehnen die Gleichstellung ab!» zwischen Mann und Frau
Die SVP klar und deutlich: «Wir lehnen die Gleichstellung von Mann und Frau ab!» ⚡ Und: «Ich ging wegen einer Frau leer aus!» - «Wir mögen die kleinen Unterschiede zwischen Mann und Frau.» Fraue

«Eine weitergehende Gleichstellung, meine Damen und Herren, zumindest eine staatlich geförderte, lehnen wir von der SVP ab. Wir mögen die kleinen Unterschiede zwischen Mann und Frau.»
(SVP-Nationalrat Sebastian Frehner 2019 im Parlament)
Inhalte:
«Frauen sind in der Schweiz besser gestellt als Männer»
Werden Frauen in der Schweiz gar nicht benachteiligt? Sind Frauen und Männer einander längst gleichgestellt?
«JA!», empört sich die SVP.
Und fordert in der Budget-Debatte 2019 im Parlament die radikale Streichung aller Gelder für die Förderung von Gleichstellung zwischen Mann und Frau (in Erwerbsleben, Familie, Bildung, Politik und Gesellschaft). Oder wie es SVP-Nationalrat Sebastian Frehner unverblümt sagt: «Die Gleichstellung ist bereits erreicht - darum Budget Null!»
Noch schlimmer: Heute seien die Frauen in der Schweiz sogar besser gestellt als die Männer und hätten die besseren Chancen auf dem Arbeitsmarkt, so der SVP-Nationalrat.
«Ich war der beste Kandidat für den Verwaltungsratsposten - und ging wegen einer Frau leer aus»

Der männliche SVP-Parlamentarier fühlt sich vom Eidgenössischen Büro für Gleichstellung von Frau und Mann unfair behandelt:
«Das Büro für Gleichstellung stellt sich nicht für die Gleichstellung ein, sondern nur für die Besserstellung der Frau ein.»
Die Schweizerische Volkspartei (SVP) will das Gleichstellungsbüro deshalb gleich ganz abschaffen. Das Büro sei überflüssig geworden, da die Gleichstellung erreicht sei.
Zum Schaden der Männer, so die SVP.
In der Budgetdebatte stellte Frehner deshalb im Namen der SVP den Antrag, dem Gleichstellungsbüro komplett das Budget zu streichen.
«Frauen haben die gleichen, wenn nicht sogar die besseren Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Ich kann das aus eigener Erfahrung sagen.
Ich bewerbe mich immer mal wieder für einen Verwaltungsratsposten oder einen Stiftungsrat oder ähnliches. Und mir wurde auch schon gesagt, ich sei zwar der beste Kandidat gewesen, aber sie hätten jetzt halt eine Frau genommen.
Sie sehen also die Gleichstellung ist da, sie dreht sogar schon in die andere Richtung.
Eine weitergehende Gleichstellung, zumindest eine staatlich geförderte, lehnen wir von der SVP ab. Wir mögen die kleinen Unterschiede zwischen Mann und Frau.»
«Frauen tragen auch finanziell immer mehr zur Unterstützung der Familie bei, wohingegen Männer zunehmend auch Betreuungsaufgaben übernehmen. Viele Frauen studieren heute, es gibt ja bekanntlich Fakultäten, in denen die Frauen in der Mehrzahl sind und sie sind auch immer erfolgreicher im Beruf.» Deshalb solle das Gleichstellungsbüro geschlossen werden.
Viele Parlamentarier konnten aufgrund dieser Aussagen des SVPlers nur den Kopf schütteln. In den Reihen der SVP hielt allerdings einzig der zuständige Bundesrat Finanzminister Ueli Maurer die Gleichstellung hoch.
Bundesrat widerspricht: «Frauen sind benachteiligt»
Jede/r, der/die glaubt, dass Frauen in der Schweiz gleichgestellt mit Männern seien, sollte sich bezüglich fortbestehender Lohnungleichheit an die Fakten halten:
45% der Lohndifferenz können nicht mit objektiven Faktoren erklärt werden und enthalten potentielle Lohndiskriminierung.
Folgende Statistiken sind
weder radikalfeministische,
noch linksterroristische Publikationen:
• Zahlen und Fakten zur Lohngleichheit: www.ebg.admin.ch/.../zahlen-und-fakten.html
(Eidg. Gleichstellungsbüro)
• Monatlicher Bruttolohn nach beruflicher Stellung und Geschlecht: www.bfs.admin.ch/.../lohnunterschied.html
(Bundesamt für Statistik)
Selbst Bundesrat Maurer weist die SVP resp. Frehner in die Schranken: «Wir können ja glücklicherweise feststellen, dass sich die Situation gerade für die Frauen verbessert hat. Ich stelle aber gleichzeitig fest, dass es auch immer noch Bereiche gibt, in denen Frauen tendenziell benachteiligt sind. Wenn ich das einfach aus meinem persönlichen Umfeld als Vater oder als Schwiegervater ziehe, dann gibt es Benachteiligungen. Es gibt aber glücklicherweise auch die Gleichstellung. Das ist so», erklärt Ueli Maurer und kann sich einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen: «Und wenn Herr Frehner für Positionen offenbar nicht Frage kommt, dann heisst das einfach: Männer müssen besser werden, weil Frauen aufgeholt haben.»
HOCHSCHULABSCHLUSS
(Abschlussquoten pro Jahr):
1990: Männer 9.5% - Frauen 4.9%
2017: Männer 13.2% - Frauen 15.3%
«Und ich kann das auch aus dem Umfeld meines Departementes sagen, wir haben sehr viele Frauen, die die Männer bezüglich Leistung übertreffen. Und das ist gut so und erfreulich in dieser Zusammenarbeit», so Maurer.
Doch auch Bundesrat Ueli Maurer scheint noch nicht ganz im 21. Jahrhundert angekommen zu sein:
«Wie viele Gebrauchtgegenstände, die 30 Jahre alt sind, haben Sie noch zu Hause? Bei uns sind das nicht mehr viele ...
... ausser natürlich die Frau, die den Haushalt schmeisst.»
(SVP-Bundesrat Ueli Maurer - Quelle)
Der Gesamtbundesrat empfahl dem Parlament die Ablehnung der Forderung der SVP.
Der Nationalrat genehmigte die Ausgaben für das Gleichstellungsbüro mit 125 gegen 55 Stimmen.
Die SVP stand mit ihren antiquierten Ansichten für einmal auf verlorenem Posten.
Weiterführende Informationen:
• SVP-Angriff auf Gleichstellungsbüro gescheitert (Schweizer Radio und Fernsehen)
• Maurer stellt sich bei Gleichstellung gegen SVP (Nau.ch)
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(Last updated: 25.02.2021, 16:30)
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