Kranke in der Schweiz sollen Arztrechnungen & Spitalaufenthalte künftig selber zahlen

Die FDP will das Gesundheitssystem umkrempeln: Kranke in der Schweiz sollen einen Teil der Arztrechnung und Spitalaufenthalte selber zahlen. Zahlreiche Erkrankungen und Behandlungen werden dann nicht mehr von der obligatorischen Grundversicherung gedeckt. Die Schweizerinnen und Schweizer sollen «mehr Eigenverantwortung übernehmen» und  «ein höheres finanzielles Risiko tragen», um «eine Vollkaskomentalität im Gesundheitswesen zu verhindern».

Doktor Arzt Stethoskop


Die Kostenbeteiligung der Patienten solle hoch genug sein, «um das Bewusstsein für die Kosten der eigenen Gesundheit zu verbessern», fordert die FDP in ihrem neuen Positionspapier und sie macht Nägel mit Köpfen: Die FDP hat bereits mehrere entsprechende Vorstösse im bürgerlich-rechts dominierten Parlament lanciert.


«Um das Bewusstsein für die Kosten der eigenen Gesundheit zu verbessern» sollen Kranke für die Behandlung «harmloser Erkrankungen oder kurzer Krankenhausaufenthalte» selber aufkommen.
 

Die obligatorische Grundversicherung soll nur noch «Grossrisiken» wie «schwere Eingriffe, chronische Krankheiten und Gesundheitskosten von Bedürftigen» decken.

Wer es sich leisten kann, soll analog zur 3. Säule monatlich Geld auf ein neu eingeführtes „Gesundheits“-Konto einzahlen und dabei von Steuerprivilegien profitieren. Dieses Konto basiert auf Freiwilligkeit und ist vererbbar.

Damit will die FDP ein «echtes solidarisches Verhalten fördern und die jüngeren Generationen entlasten», als Alternative zum heutigen auf «Umverteilung basierenden System».

Zudem will die FDP die Franchisen erhöhen. Die Partei hat bereits drei entsprechende Vorstösse eingereicht (16.3110, 16.3111, 16.3112), die nun im Parlament behandelt werden. Mit der Erhöhung der Maximalfranchise und Minimalfranchise will die FDP «eine "Vollkaskomentalität" im Gesundheitswesen verhindern. Aus diesen Gründen soll Versicherten auch die Möglichkeit gegeben werden, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen und ein höheres finanzielles Risiko zu tragen

Die FDP will dabei «die Möglichkeit bieten, die Franchise als «Zusatzversicherung" zu versichern». So heisst es bei der FDP im Wortlaut: «Die Hinterlegung des Franchisenbeitrags auf ein Konto» soll gefördert werden, «namentlich durch steuerliche Massnahmen, genauso wie bei der Mietgarantie».

Weiterführende Informationen:
Neuer Schwung für das Schweizer Gesundheitswesen (FDP-Positionspapier)
Krankenversicherung. Regelmässige Anpassung der Franchisen (FDP-Motion im Parlament)
Wahlfreiheit und Eigenverantwortung stärken. Maximalfranchise in der obligatorischen Krankenversicherung erhöhen (FDP-Motion im Parlament)
Krankenversicherung. Mindestfranchise in der Krankenversicherung endlich anpassen (FDP-Motion im Parlament)


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(Last updated: 07.11.2018, 12:51)