Neu: Die 4-Tage-Woche in der Schweiz

Zahlreiche Wirtschaftswissenschaftler räumen heute ein, dass die Verkürzung der Arbeitszeit neben anderen Massnahmen ein geeignetes Mittel ist, um Arbeitsplätze zu erhalten und auch eine gewisse Zahl neuer Arbeitsplätze zu schaffen. «Befürchtungen in Bezug auf die 4-Tage-Woche sind unbegründet. Der Wechsel von sechs auf fünf Tage fand vor nicht allzu langer Zeit, in den 50er und 60er Jahren, statt und die Wirtschaft hat nicht darunter gelitten, ganz im Gegenteil

Einige dieser zahlreichen Wirtschaftswissenschaftler, «vor allem Pierre Larrouturou aus Frankreich, sind indessen der Ansicht, dass noch viel mehr Arbeitsplätze erhalten und auch geschaffen werden können, wenn man die Woche auf vier Arbeitstage beschränkt und diese Massnahme vielleicht noch mit der Jahresarbeitszeit kombiniert. Ausserdem hätten die Beschäftigten mehr effektive Freizeit als bei einer Fünftagewoche», erklärt Alt-Nationalrat Jean-Claude Rennwald. «In bestimmten Berufen ist es möglich, an gewissen Tagen weniger lang zu arbeiten, in anderen Branchen nicht.»

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«Die Zeit ist reif für die 4-Tage-Woche» in der Schweiz

«Stress und Druck setzen vielen Arbeitnehmern zu. Und seien wir ehrlich: Viele arbeiten heute länger als die offiziellen 40 bis 45 Stunden, checken ihre Mails nach Feierabend, sind immer erreichbar», so SP-Nationalrätin Barabara Gysi.

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«Die Zeit ist reif. Denn im Zuge der Digitalisierung wird es Effizienzgewinne geben, die man für eine markante Arbeitszeitverkürzung auf eine 4-Tage-Woche nutzen sollte - was unter anderem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer verbessern würde», erklärt Gysi.



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Finanzierung der 4-Tage-Woche:

«Die Frage ist nicht, ob wir es uns leisten können, sondern ob wir es wollen.» SP-Vizepräsidentin Barbara Gysi hat klare Vorstellungen, die sie im Interview mit dem «Blick» preisgibt. Unter anderem will sie eine Volksinitiative zur 4-Tage-Woche lancieren.

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Alt-Nationalrat Jean-Claude Rennwald (SP) hatte bereits 1998 eine entsprechende parlamentarische Initiative «4-Tage-Woche» «mit einer durchschnittlichen maximalen Arbeitszeit zwischen 32 und 36 Stunden pro Woche» eingereicht. Rennwald argumentierte, «eine 4-Tage-Woche mit 32 Stunden wirkt sich viel stärker (im Allgemeinen doppelt so stark) auf die Beschäftigungslage aus als eine auf 5 Tage verteilte Arbeitswoche mit 35 Stunden. Der Grund dafür liegt hauptsächlich darin, dass ein Unternehmen fast gezwungen ist, für den Tag, an dem eine Stelle nicht besetzt ist, einen Ersatz zu finden. Wenn aber 35 Stunden auf fünf Tage verteilt sind, wird das Unternehmen sehr viel mehr zögern, jemanden für eine Stunde pro Tag anzustellen.»


«Befürchtungen in Bezug auf die 4-Tage-Woche sind unbegründet. Der Wechsel von sechs auf fünf Tage fand vor nicht allzu langer Zeit, in den 50er und 60er Jahren, statt und die Wirtschaft hat nicht darunter gelitten, ganz im Gegenteil.»
 

Die grosse Parlamentskammer gab dem Vorstoss von Rennwald aber keine Folge. Nun erwägt die Linke offenbar einen erneuten Anlauf. Dieses Mal soll allerdings das Volk darüber an der Abstimmungsurne entscheiden.

Auf die Frage, wie denn eine 4-Tage-Woche finanzierbar sei, kontert Gysi: «Wenn man sich die Gewinne der Wirtschaft anschaut, ist es finanzierbar.» Es sei eine Frage der Gewinnverteilung und sie sei der Ansicht, diese sollen auch jenen zugutekommen, die zum Gewinn beitragen: Den Angestellten.

Zudem würden auch die Unternehmen von einer 4-Tage-Woche profitieren, «denn ausgeruhte Mitarbeitende sind produktiver».


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(Last updated: 06.02.2019, 00:47)