140‘000 Working Poor: Job schützt nicht vor Armut

Erwerbsarbeit schützt auch in der Schweiz nicht vor Armut. Für eine grosse Zahl von Menschen reicht das Einkommen trotz einer vollen Erwerbstätigkeit nicht für die Sicherung der Existenz aus. Das Bundesamt für Statistik (BfS) nennt diese Personen «erwerbstätige Arme» bzw. Working Poor.

Armut Konkurs Schulden

Working Poor:

  • 2010 waren 120‘000 Erwerbstätige in der Schweiz Working Poor.

  • 2012 waren 130‘000 Erwerbtstätige in der Schweiz Working Poor.

  • 2016 waren 140‘000 Personen trotz Erwerbstätigkeit von Armut betroffen oder 3.8% aller Erwerbstätigen. Und zwar gleichzeitig sowohl von Einkommens- als auch von Entbehrungsarmut.

  • 2016 waren 290‘000 Personen trotz Erwerbstätigkeit armutsgefährdet oder 7.8% aller Erwerbstätigen.



Immer mehr Schweizer haben
mehrere Jobs gleichzeitig

315'000 Personen in der Schweiz haben zwei oder mehrere Jobs gleichzeitig ...
 

Working Poor sind nicht mit Tieflöhnen zu verwechseln. Während Tieflöhne ausschliesslich das berufliche Einkommen der einzelnen Arbeitnehmer berücksichtigen, meint der Begriff „Working Poor“ das gesamte Einkommen (Erwerbstätigkeit, Sozialleistungen, private Geldtransfers, Vermögenseinkommen) aller Mitglieder des Haushalts (Arbeitnehmende, Selbstständige oder Nichterwerbspersonen).

Als ame Erwerbstätige gelten demzufolge alle Personen ab 18 Jahren, die mehr als die Hälfte des Kalenderjahres «voll- oder teilzeiterwersbtätig waren und in einem armen Haushalt leben», definiert das Bundesamt für Statistik (BfS).


ARMUTSGRENZE
Im Jahr 2016 betrug die Armutsgrenze durchschnittlich 2247 Franken pro Monat für eine Einzelperson und 3981 Franken pro Monat für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern.
 



11‘900 Fr. statt 4000 Fr. Mindestlohn
Arbeitnehmer mit «3500 Franken Lohn
im Jahr 1989 [müssten] heute
11‘900 Franken verdienen»
 

Weiterführende Informationen:
Fakten zur Armut in der Schweiz (Schweizer Tafel)
Fakten zur sozialen Sicherheit (BfS)




SVP: «Krieg gegen die Armen!»

Die "Volks"partei ist konsequent. Man muss
«zuerst auf die eigenen Leute schauen»:

Arbeitnehmerschutz aufweichen
Bildungswesen kaputtsparen
Prämienverbilligung kürzen
Privatsphäre abschaffen
Mieterschutz aushöhlen
Sozialleistungen kürzen
Renten-Massaker
uvm.
...
 

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(Last updated: 31.05.2018, 21:43)