Bundesrat kürzt Gelder zur Armutsbekämpfung massiv -72%

72 Prozent weniger Geld für die Armutsbekämpfung! In der Schweiz sind 7,5% der ständigen Wohnbevölkerung bzw. 615‘000 Menschen von Armut betroffen, davon 108‘000 Kinder. Der Bundesrat will das Nationale Programm zur Prävention und Bekämpfung von Armut zwar weiterführen. Allerdings mit massiv weniger Geld und Ressourcen.

Armut Konkurs Schulden

 


«In einer Gesellschaft wie in der Schweiz werden Lebenschancen und sozialer Status massgeblich durch materielle Verfügbarkeiten wie dem Einkommen bestimmt», heisst es auf gegenarmut.ch. Im direkten Vergleich zu den Vorjahren weist die Armut hierzulande eine leicht steigende Tendenz auf. Von 2014 bis 2018 sprach der Bund insgesamt 9 Millionen Franken für das Nationale Programm zur Armutsbekämpfung aus. Das Programm wird vom Bund gemeinsam mit den Kantonen, Städten, Gemeinden, Sozialpartnern und zivilgesellschaftlichen Organisationen (NGO) betrieben. Nun möchte der Bundesrat sein Engagement zwar weiterführen, da es sich bewährt habe. Er vertritt allerdings die Meinung, dass die Armutsbekämpfung nach dem Initialaufwand in den letzten fünf Jahren fortan mit weniger Ressourcen auskomme.


Konkret heisst das: Der Bund stellt dem Nationalen Programm zur Armutsprävention und Armutsbekämpfung für die Jahre 2019 bis 2023 nur noch 2,5 Millionen Franken zur Verfügung. Eine Streichung der Gelder um -72 Prozent.
 

Dem widerspricht unter anderem die Caritas. Sie fordert mehr Ressourcen anstelle einer Reduktion und kritisiert den «mutlosen Bundesrat», der mit der Kürzung der Gelder einen «Rückschritt in der Armutspolitik» mache. Unverständlich ist die Massnahme auch angesichts der Bundesfinanzen 2017 mit einem Überschuss von 9,1 Milliarden Franken.


Weiterführende Informationen:
Das Nationale Programm zur Prävention und Bekämpfung von Armut
Swissinfo - Bundesrat spricht weniger Geld für Armutsbekämpfung
Caritas - Bericht zum Nationalen Armutsprogramm / Mutloser Bundesrat macht Rückschritt in der Armutspolitik


Jetzt kommentieren?
Teile Deine Meinung mit ...
 

 

Vielleicht interessiert Dich auch:

Lokal. Regional. National. CH - www.ConvivaPlus.ch Autor: Schweiz - Redaktion

Die Schweiz kompakt - ConvivaPlus.ch
Lokales, regionales und nationales Wissen.

(Last updated: 01.07.2018, 05:06)