Seit 37 Jahren verstösst die CH gegen die Verfassung


Seit sage und schreibe 37 Jahren ist die Gleichstellung (gleicher Lohn für Mann und Frau für gleichwertige Arbeit) in der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft verankert, das Gleichstellungsgesetz ist seit 22 Jahren in Kraft. Macht und Geld sind heute aber trotzdem immer noch ungleich auf Männer und Frauen verteilt. Dagegen gab es lautstarken Protest an der nationalen Demonstration unter dem Motto „#Enough 18“. Mehr als 20‘000 Menschen protestierten gegen die Lohndiskriminierung im Land direkt vor dem Bundeshaus.

Lauter Protest gegen Lohnungleichheit in der Schweiz

 



Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft:
Art. 8 Rechtsgleichheit
3 Mann und Frau sind gleichberechtigt. Das Gesetz sorgt für ihre rechtliche und tatsächliche Gleichstellung, vor allem in Familie, Ausbildung und Arbeit. Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.
 

Gleichstellung zwischen Mann und Frau

20‘000 Menschen demonstrierten in Bern vor dem Bundeshaus gegen die leidige Lohndiskriminierung in der Schweiz und setzten ein starkes Zeichen. Über 40 Gewerkschaften und Organisationen hatten zur Demo aufgerufen. Mit Transparenten wie «Gleiche Arbeit, gleicher Lohn!», «Für Lohngleichheit und gegen Diskriminierung», «Egal ob Luis oder Luisa – gleicher Lohn!» und «Lohngleichheit geht uns alle an» zogen die Demonstranten von der Schützenmatte durch die Berner Innenstadt auf den Bundeshausplatz, zum Machtzentrum der Schweizer Politik.

Die bürgerlich-rechtsnationale absolute Mehrheit im Parlament verhindert griffige, verfassungskonforme Massnahmen, um den Willen der Schweizer Verfassung umzusetzen. Kein Wunder. SVP-Ständerat Hannes Germann sieht die Lohnungleichheit zwischen Mann und Frau gar als „gottgegeben“ an.

Frauen sind in der Politik und den Führungsgremien der Wirtschaft untervertreten und würden für gleichwertige Arbeit durchschnittlich 600 Franken Lohn pro Monat weniger als die Männer verdienen, rechnet die Unia vor. Gelder, die der Frau, ihrer Familie und ihrer Altersvorsorge fehlen. Gelder, die zudem nicht versteuert werden und so der Allgemeinheit nicht wieder zugute kommen.

Die Lösung wäre einfach: Systematische Lohnkontrollen, zwingende Anpassung diskriminierender Löhne und Sanktionen bei Verstössen. Die politischen Mehrheiten im Land verhindern dies aber.

Doch im Oktober 2019 sind Wahlen ... #Enough


Gleichstellungsgesetz (GlG):
Art. 3 Diskriminierungsverbot
1 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürfen aufgrund ihres Geschlechts weder direkt noch indirekt benachteiligt werden, namentlich nicht unter Berufung auf den Zivilstand, auf die familiäre Situation oder, bei Arbeitnehmerinnen, auf eine Schwangerschaft
 

Das Gleichstellungsgesetz bleibt zahnlos, solange dies alles auf Freiwilligkeit beruht und das Parlament sich gegen griffige Massnahmen wehrt. Es braucht obligatorische Lohnkontrollen, sowie entsprechende Sanktionen, sollte ein Unternehmen dagegen verstossen.

Nächste Woche wird der Nationalrat über eine minimale Lohnkontrolle befinden. Es dürfte im rechts-bürgerlichen Parlament ein knapper Entscheid werden.

Das schreiben andere:
Nau

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(Last updated: 05.10.2018, 22:26)