Altersarmut Schweiz: Dein Rentnerleben in Gefahr!

Altersarmut auf dem Vormarsch: Steigende Altersarmut in der Schweiz, trotzdem bleibt sie ein Tabuthema. Es herrscht das Bild vom reichen und vermögenden Rentner.

Über 309'400 Personen beziehen hierzulande Ergänzungsleistungen. Doch AHV-Rente und Pensionskasse-Bezüge sind für einen grossen Teil der Senioren nicht einmal existenzsichernd.

Existenzrisiko: Die Rentenbeträge reichen oft nicht aus, um minimale Lebenskosten abzudecken (siehe auch: Das Existenzminimum der Schweizer). In jedem Jahr kommen weitere 5000 Schweizer Pensionäre zusätzlich hinzu, deren AHV-Rente für ein Altern in Würde nicht ausreicht. Die Altersarmut ist auf dem Vormarsch - und wird trotzdem nur selten medial thematisiert. Denn der Schein trügt.

Das Land der Millionäre: Auf der finanziellen Sonnenseite des Lebens zählt die Schweiz nämlich auch immer mehr Altersmillionäre. Und diese beherrschen Bild und Ton - omnipräsente Dauerberieselung auf allen Kanälen der Schweizer Boulevard-Medien. Insgesamt beheimatet die Schweiz über 264'000 Millionäre (siehe: Vermögen der reichsten Schweizer). Läuft doch alles gut, könnte man meinen. Rund 53 Prozent dieser Millionäre befinden sich im AHV-fähigen Alter. Und es werden jährlich mehr. Die Kluft zwischen Altersmillionären und armutsbetroffenen Rentnern entwickelt sich dabei immer weiter auseinander.

Inhalte:

 


 

Altersarmut wird zum drängenden Problem für die Schweiz


Arme Rentner, die sich kaum über Wasser halten können? Das ist doch ein Witz?

Reiche Rentner: In der Schweiz herrscht vielmehr das Bild vom reichen und vermögenden Rentner, der nach der Pensionierung seine freie Zeit geniesst, die Beine hochlegt und sich all seine Wünsche leisten kann.

Tabuthema: Dieser Eindruck ist der Tatsache geschuldet, dass der reiche Rentner in der Schweizer Öffentlichkeit tatsächlich präsenter ist. Die Armut ist hierzulande nach wie vor ein Tabuthema - und sie verkauft sich medial denkbar schlecht. Auch leben von der Altersarmut betroffene Senioren in der Regel eher zurückgezogen. Daher bleiben sie weitestgehend von der Gesellschaft unbemerkt.

Realität: In der Schweiz leben nach der Pensionierung über 20 Prozent aller Rentnerinnen und Rentner von weniger als 2550 Franken Rente pro Monat.

Altersarmut in der Schweiz bedroht die helvetischen Errungenschaften!

Kosten der Ergänzungsleistungen: Die Kosten für Ergänzungsleistungen sind in der Schweiz innerhalb der letzten 15 Jahre von 2,3 Mrd. auf 4,7 Mrd. Franken gestiegen und haben sich mehr als verdoppelt.

IM FOKUS:
AHVplus-Initiative - JA oder NEIN? Abstimmung

 

Wachsende Einkommensschere begünstigt die Altersarmut

Auch die Pro Senectute Schweiz beobachtet eine wachsende Einkommensschere zwischen Arm und Reich. Die Organisation bilanziert: "In keiner Altersgruppe sind die Unterschiede bei Einkommen und Vermögen so gross wie bei den Senioren." Und diese Entwicklung wird immer ausgeprägter. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

+79% mehr Rentner bis 2045: Zumal der Rentneranteil gemessen an der Einwohnerzahl im Schnitt um 79 Prozent zunimmt. Die Babyboom-Jahrgänge kommen bald ins Rentenalter.

 

Niedrige Löhne führen zur Altersarmut

Zurückzuführen ist die Altersarmut oftmals auf bereits niedrige Löhne im Erwerbsleben. Das Gehalt vor der Pensionierung ist daher entscheidend für den Rentenbezüger. Wer "stets einen niedrigen Lohn hatte, der hat im Pensionsalter erst recht keine Chance, die ausbleibenden Einkünfte ausreichend zu kompensieren", so die treffende Analyse der Pro Senectute.

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Gutes Einkommen sorgt für guten Lebensstandard

Der Umkehrschluss: Arbeitnehmer mit gutem Einkommen und hohem Gehalt im Berufsleben geniessen im Rentenalter "einen komfortablen Lebensstandard". Ein guter Lohn sorgt für gute Renten und Pensionskassen-Bezüge im Alter. Da erscheint einem die abgelehnte Mindestlohn-Abstimmung in einem ganz anderen Licht.

Ohne Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns schafft sich die Schweiz nur noch mehr Altersarmut.

 

Arme Rentnerinnen und Rentner in der Schweiz


Das alles mag zu Anfang nicht besonders dramatisch tönen, weil die Altersarmut weder sichtbar noch greifbar ist. Aber Fakt ist nunmal: Zig Tausende Menschen in der Schweiz sind davon betroffen.

Alles Menschen, die in ihrem Alter nie damit gerechnet hätten, im Rentenalter einmal arm zu sein.

Doch heute altern zuviele Schweizerinnen und Schweizer in Armut. Ein Leben unter dem Existenzminimum der Schweizer. Die Renten reichen nicht mal zur Deckung der minimalen Lebenskosten. Das ist harte Realität.

 

Helvetische Errungenschaften in Gefahr


Jeder glaubt sich seines Jobs sicher, obwohl er die Wirtschaftsmechanismen langsam kennen sollte. Auch jene mit hohen Einkünften und Spitzenjobs. In einem willkürlichen System wie diesem, das stets nach einer noch "freieren" Marktwirtschaft lechzt, ist jedes Anstellungsverhältnis unsicher. Soviel ist sicher.

Soziale Abfederungen werden systematisch abgebaut. Auf Kosten der mühsam errungenen Sozialleistungen der Schweiz. Das, was die Schweiz ehrbar und viel besser macht als die anderen. Weil sie sich um ihre Bürgerinnen und Bürger sorgt. Die Bürger, die das Land und den Staat ausmachen.

Stolze Schweiz: Die Fürsorge des Schweizer Staates gilt sowohl für finanziell starke wie auch für finanziell schwache Mitglieder der Bevölkerung. Es herrscht Chancengleichheit. Niemand kann wissen, welche Abzweigungen das eigene Leben nimmt.

Die Sozialleistungen der Schweiz sind keine Gönnerveranstaltung, von dem hauptsächlich zwielichtige habgierige Ausländer profitieren und schröpfen, was das Zeug hält. Das sind allesamt ärgerliche, aber irrelevante Einzelfälle. System hat einzig die reisserische mediale Berichterstattung.

Der Schweizer Sozialstaat ist in Gefahr. Eine helvetische Errungenschaft, auf der sämtlicher Glanz der Schweiz beruht. Deutsche, Italiener, Amerikaner, Russen und sogar die Franzosen mit ihrer französischen Revolution erblassen vor Anerkennung über diese sagenhafte und pionierhafte Leistung der Schweiz. Zu Recht.

Doch Russschwärze bedeckt den Glanz. Die offizielle Schweiz dient zunehmends rücksichtlosen Wirtschaftskonzernen - bücklings. Die Konsequenzen sind fatal und für tausende Schweizer Existenzen vernichtend.

Die Altersarmut wird oft ausgeblendet. Fakt ist: Es kann jeden treffen. Wie denken Sie wohl in 10-40 Jahren über dieses Thema?

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Wojtek Bernet   Autor: Wojtek Bernet
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(Last updated: 12.05.2016, 16:01 Uhr)

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