Generelle Impfpflicht ab 1. Februar 2022 - Vorreiter in Europa

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Zu viele politische Kräfte hätten in verantwortungsloser Weise gegen die Impfung angekämpft, so Bundeskanzler Schellenberg und sprach von einem «Attentat auf das Gesundheitssystem». Ländernachbar Österreich beschliesst deshalb einen landesweiten Lockdown für Ungeimpfte und Geimpfte für die Dauer von maximal 20 Tagen. Und führt zudem eine generelle Impfpflicht ab dem 1. Februar 2022 ein.

Die Corona-Ansteckungen explodieren, die Lage in den Spitälern spitzt sich zu. «Wir wollen keine fünfte Welle, wir wollen keine sechste und siebte Welle.» Das Coronavirus werde nicht weggehen, sondern bleiben. Um sich vor der tödlichen Krankheit zu schützen, müssen die Menschen geimpft werden. Das Land wird das erste innerhalb der Europäischen Union (EU) sein, dass diese Massnahme für alle Einwohner verhängt und übernimmt damit die Vorreiterrolle bei der Impfpflicht. Wer sich nicht an die Impfpflicht hält, soll eine hohe Busse bezahlen müssen.

Das kündigte der österreichische Bundeskanzler Alexander Schallenberg anlässlich einer Medienkonferenz am Freitag nach einem Treffen mit den Landeshauptleuten an. Schallenberg entschuldigte sich quasi bei den Geimpften, dass die Lockdown-Einschränkungen auch sie beträfen. Es hätten sich aber zu viele Menschen unsolidarisch gezeigt.

Der Lockdown sei ein schwerer Schritt. «Das schmerzt enorm», so Kanzler Schallenberg. Ohne sie konkret beim Namen zu nennen, kritisierte er zudem die in Österreich einflussreiche rechtspopulistische Impfgegner-Partei FPÖ heftig, deren Parteichef Kickl doch tatsächlich wortwörtlich allen die Einnahme des Pferde-Entwurmungsmittel Ivermectin empfohlen hat. Wie die Oberösterreichische Apothekerkammer meldet, hat die Einnahme des Anti-Wurmmittels tatsächlich bereits zu Vergiftungen im Land geführt. «Viele Leute nehmen das Medikament völlig falsch ein», sagt Kammer-Chef Thomas Veitschegger gegenüber dem Portal «OÖ Nachrichten». Die Menschen würden eine viel zu hohe Dosis einnehmen. Jene Dosierung nämlich, die eigentlich für Pferde gedacht sei. Selbst die Hersteller-Firma Merck rät davon ab, das Mittel gegen Corona zu verwenden.

Die Impfkritik der FPÖ sei eigentlich ein «Attentat auf unser Gesundheitssystem», so Bundeskanzler Alexander Schellenberg. Die Lage ist ernst. Die 7-Tage-Inzidenz steht in Österreich momentan bei knapp 1000. Seit über einer Woche zählt das Land mehr als 10’000 neue Corona-Infektionen pro Tag. Die Spitäler gelangen an ihre Kapazitätsgrenzen. Besonders dramatisch ist die Corona-Lage aktuell in Salzburg und Oberösterreich mit jeweils Inzidenzen von über 1500 pro 100’000 Einwohnern. Allein am letzten Donnerstag wurden 15'145 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden gemeldet - ein neuer Rekord für Österreich.

Die Stadt Wien schickt derweil allen rund 340'000 bislang noch nicht geimpften Einwohnern einen Brief mit einem fixen Impftermin. «Wer diesen Termin nicht wahrnehmen kann oder möchte, wird gebeten, den Termin aktiv zu stornieren», steht im Impfbrief. Wer sich impfen möchte, jedoch am zugewiesenen Datum keine Zeit habe, könne den Termin telefonisch oder online auf ein anderes Datum verschieben. Weiter heisst es im Brief: Wer sich nicht sicher sei, ob eine Impfung aus medizinischen Gründen Sinn mache, dem werde ein ärztliches Beratungsgespräch empfohlen. Die Zeit drängt. Die Impfquote ist bei Ländernachbar Österreich auf einem ähnlich tiefen Niveau wie in der Schweiz bei knapp 65 Prozent.

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Autor: INFO Schweiz - Redaktion

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(Last updated: 19.11.2021, 12:01)