Das Universitätsspital Zürich warnt: «Wir sind sehr, sehr voll» - Corona-Lage «besorgniserregend»

Spital Intensivstation Ärzte Corona-Patient

Die Intensivstationen füllen sich wieder mit Corona-Patienten, darunter hauptsächlich Ungeimpfte und immer Jüngere. Ein leitender Arzt des Unispitals Zürich mahnt: «Ich verbringe Tag und Nacht damit, Betten zu schaffen, wir mussten viele Operationen verschieben.»

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Das Unispital ist am Anschlag

Die Corona-Lage in der Schweiz sei besorgniserregend, warnt Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit des Bundesamt für Gesundheit (BAG) anlässlich der Medienkonferenz des Bundes vom Dienstag. Die Zahl der Covid-Patienten, die hospitalisiert werden müssen, hat sich innert knapp zwei Monaten verdreissigfacht. In den Intensivstationen verfünffacht.


Es wird eng:

«Platzmässig ist es sehr, sehr eng. Ich habe gestern den ganzen Tag und auch die Nacht damit verbracht, Betten zu schaffen»,
erklärt Peter Steiger, der stellvertretende Leiter der Intensivmedizin am Universitätsspital Zürich, zu «SRF».


Auf der Intensivstation des Unispitals Zürich hätten sie «schon einen Viertel der Patienten mit Covid-19 hospitalisiert», so Steiger. Das Personal sei am Limit. «Es sind nicht die Geräteinfrastruktur oder die Räumlichkeiten, die uns an den Anschlag bringen, sondern das fehlende, gut ausgebildete Personal.» Einige Pflegende hätten gekündigt oder den Job gewechselt. Dazu gäbe es viele krankheitsbedingte Ausfälle. Es sei schwierig, Personal zu finden, da alle Spitäler das gleiche Problem hätten. «Und Personal auszubilden dauert zwei bis drei Jahre.»

 

Corona-Patienten
werden immer jünger

Besorgniserregend ist auch die Tatsache, dass die Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation immer jünger werden. «Die jüngste Patientin im Moment ist 34-jährig und die meisten unserer Covid-19-Patienten sind ungeimpft. Das ist das, was von unserem Personal nicht ganz verstanden wird», sagt Steiger. Die Überlastung der Spitäler werde in Kauf genommen, das sei etwas, «das sehr schwierig für das behandelnde Personal bei uns» sei.


«Copy-and-paste» der 3. Welle:

«Im Moment ist es wirklich ein «Copy-and-paste» vom Anfang der dritten Welle. Ich hoffe, dass es nicht mehr so schlimm wird wie damals. Gleichzeitig befürchten wir natürlich das Schlimmste und erwarten eigentlich, dass wir wieder in die gleiche Situation kommen wie vor einem Jahr.»
(Peter Steiger, stellvertretender Leiter der Intensivmedizin am Universitätsspital Zürich - Quelle SRF

Treffende Leser-Kommentare auf «Watson»:

«Es ist einfach nur traurig! Besonders wenn man bedenkt, dass all das mit einer einfachen Impfung hätte verhindert werden können. Aber stattdessen haben wir nun leere oder geschlossene Impfzentren und dafür volle Spitäler.»

«Einige hätten gekündigt und den Job gewechselt, tja was habt ihr denn erwartet, einmal klatschen und bedeutungslose worthülsen reichen halt nicht... Und dann kann jeder shamane im Internet straflos Impfungen verteufeln...»


Quellen & weiterführende Informationen:

• Schweizer Radio und Fernsehen
Mehr Patienten in Spitälern

 

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Autor: INFO Schweiz - Redaktion

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(Last updated: 26.08.2021, 10:51)