66000 Fr. für jede Burkaträgerin im Land (Steuergelder!)

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Am 7. März 2021 stimmt die Schweiz über das Burkaverbot ab. Stimmt, es sollte eigentlich „Verhüllungsverbot“ heissen. Aber wir wissen ja alle, worauf die SVP und das Egerkinger Komitee um den Rechtsnationalen Walter Wobmann tatsächlich abzielen: Auf politische Brandstiftung mithilfe eines beliebig austauschbaren Feindobjekts („Ausländer“, „Muslime“, „Jugos“, „Kosovaren“, „Zigeuner“, „Sozialschmarotzer“, „Obdachlose“, „Linke“, „EU“ etc.). Ein zugegeben cleveres System und bewährtes Rezept. Auf diese Weise braucht die SVP nie Lösungen anzubieten, lediglich den Brand löschen - der ohne die SVP gar nie Feuer gefangen hätte.

Genau so beim geforderten Burkaverbot: Die von der SVP forcierte Abstimmung verbrät Millionen an Kosten (2 Millionen Franken Steuergelder) - nur um ein Kleiderverbot in die Verfassung zu schreiben.

Das muss man sich mal vorstellen: eine Kleiderordnung für eine Hand voll Burka Nikabträgerinnen in einem 8,5-Millionen-Einwohner-Land.

Direkt in die Bundesverfassung.


Sind 30 Burka Nikabträgerinnen die drängendsten Probleme der Schweiz in Zeiten der Corona-Krise?


JA!

... empört sich die SVP und schaltet landesweit eine Plakat-Kampagne mit „böse“ dreinblickenden muslimischen Burkaträgerinnen - die wohl Hunderttausende Franken verschlingen dürfte.

Dafür schiesst die SVP dann drängende Lösungen für ganz akute Probleme im Land ab - wie jüngst den Mieterlass für zwangsgeschlossene Ladenbesitzer.

Zeitgleich schleusen die SVP + FDP Milliarden an Steuergeldern in die Taschen der einflussreichen Immobilien-Lobby - die Mieter gehen leer aus.

Die SVP bugsiert Zehntausende Existenzen direkt auf die Schlachtbank.

Ohne mit der Wimper zu zucken.

Und trotzdem: die SVP wird auch weiterhin als „die Gewerbepartei“ gelten.

Manche lernen es nie und sägen gerne am eigenen Ast.

Nüchtern betrachtet ist es Wahnsinn, was die SVP da auf Kosten des Steuerzahlers veranstaltet.

Eine Verfassungsänderung für eine tiefe zweistellige Anzahl an Personen in der Schweiz.

Von denen es heisst: «Diese seien im Westen sozialisiert, überdurchschnittlich gebildet und trügen den Schleier ohne Sichtgitter aus eigener Überzeugung. Keineswegs stellten sie eine «Speerspitze des Islam» dar. Die Zahl ist in den letzten Jahren konstant» (Quelle).


Laut einer Untersuchung der Universität Luzern sind in der Schweiz 20 bis 30 höchstens aber 37 Frauen wohnhaft (Quelle), die eine Nikab tragen (ohne die Touristinnen).

Eine Burka (Ganzkörperschleier) hingegen, die auch die Augen mit einem eingelassenen Sichtfenster bedecken, trägt schweizweit KEINE EINZIGE hier wohnhafte Frau (Quelle).

 


NACHGERECHNET:

Das sind bei 30 Frauen rund 66‘000 Franken Abstimmungskosten.

66'000 CHF
pro
jede
Burka-/Nikab-Trägerin
im Land.


Was den ganzen Abstimmungsaufwand komplett ad absurdum führt.

Absolut unverhältnismässig.

Das belegen die harten Fakten:

  • In St. Gallen gilt seit Anfang 2019 ein Burkaverbot. Die Anzahl gebüsster Frauen wegen Vollverschleierung innert 2 Jahren: Null.

  • Im Tessin gilt das Burkaverbot schon seit 2016. Die Anzahl gebüsster Frauen wegen Vollverschleierung innert 4 Jahren: 28 (und davon mehrfach dieselbe Person).

 

Ein klarer Fall eines Papiertigers von Brandstiftern auf Wählerfang


Auf Kosten des Steuerzahlers.

Und erst noch kontraproduktiv.

Zumal ein Verbot Frauen, die sich nicht freiwillig verschleiern, nicht aus den patriarchalen Strukturen befreit.

Eher ist das Gegenteil der Fall...

Kann sie sich nicht verschleiern, darf sie nicht mehr vor die Tür.

Wenn man diesen Frauen wirklich helfen wollte, würde man dieses Geld besser in die direkte Hilfe für diese Frauen investieren, statt es für diese Initiative auszugeben:

Mit diesen Frauen sprechen, sicherstellen, dass sie sich freiwillig so kleiden und wenn nicht, sie darin unterstützen, aus dieser Unterdrückung herauszukommen.

Daran sieht man eben deutlich, dass es nicht darum geht, sondern um SVPvsche Bauernfängerei in Form des allzeit beliebten Islam-Bashing.

In Europa haben mittlerweile mehrere Staaten die Gesichtsverschleierung verboten. Erfahrungen in Frankreich zeigen, dass Burkaverbote diese Frauen in die häusliche Isolation treiben und ihre Bewegungsfreiheit massiv einschränkt.

Ein Verbot ist also alles andere als ein Schritt in Richtung Integration.

In einer freien Gesellschaft ist es ihr Recht, sich so zu kleiden wie sie wollen oder wie es bei ihnen üblich ist.

Wenn sie gezwungen werden, Burkas zu tragen, so haben sie in der Schweiz alle Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren.

Wenn wir sie aber zwingen, den Schleier abzulegen, dann tun wir genau dasselbe Unrecht.


«Bereits die Tatsache, dass die Schweizer Bevölkerung über ein «Burka-Verbot» und nicht «Nikab-Verbot» debattiert, und auch der offizielle Initiativen-Name «Verhüllungsverbot» im öffentlichen Diskurs vergleichsweise wenig fällt, zeigt eine mangelnde Auseinandersetzung mit den Schweizer Nikab-Trägerinnen und der von ihnen ausgeübten Kleidungspraxis auf.»
Asia Petrino - Quelle: Verhüllung – die Burka-Debatte in der Schweiz

Weiterführende Informationen:

Analyse zur Burka-Debatte in der Schweiz
(Universität Luzern)
Hat die Schweiz ein Problem mit verhüllten, unterdrückten Frauen?
(Die Republik)
Burka-Verbot: Fakten in einem neuen Buch der Uni Luzern
(Bildungs- und Kulturdepartement)
«Der grösste Irrtum? Dass hinter jeder Nikabträgerin ein Ehemann, ein älterer Bruder oder der Vater steht, der sie dazu zwingt»
(NZZ)

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Autor: INFO Schweiz - Redaktion

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(Last updated: 12.02.2021, 16:26)