Geimpfte Touristen dürfen sofort auf die Piste

Ski Gebiete Skilift Ski fahren Berge

Der Kanton Graubünden befreit alle Touristen mit zweimaliger Corona-Impfung von der Quarantäne-Pflicht des Bundes - selbst wenn sie direkt aus einem Risikoland kommen.

Das widerspricht den Regeln des Bundes, berichtet auch der «Tagesanzeiger» (Artikel nur mit Abo lesbar). Der Fall ist eigentlich klar: «Einreisende aus Staaten und Gebieten mit erhöhtem Ansteckungsrisiko müssen in Quarantäne», schreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) unmissverständlich. Davon ausgenommen sind lediglich medizinische Notfälle, dringende Geschäftsreisen sowie Transit-Passagiere. Auch ein negatives Testresultat «hebt die Quarantäne nicht auf», so das BAG. Trotzdem geht der Kanton Graubünden eigene Wege.


«Einreisende Engländer, die nachweisen können, dass sie zweimal geimpft wurden, müssen bei uns nicht in Einreisequarantäne.

Auch wenn der Bund jetzt aufschreit im Hintergrund: ‹Graubünden, was macht ihr da?› – Wir machen es jetzt so.»
Marina Jamnicki, Kantonsärztin im Kanton Graubünden in der Sendung «Club»


Die «Kommunikationsstelle Coronavirus» des Kantons Graubünden sah sich hinterher bemüht klarzustellen, dass für Reisende aus England und aus Südafrika wegen der hoch ansteckenden Mutationen die Quarantäne in jedem Fall vorgeschrieben sei, selbst wenn sich die Person zweimal gegen Corona hat impfen lassen. Dies soll allerdings nicht für alle anderen Risikostaaten dieser Welt gelten.

Heisst konkret: Alle Reisende mit zweimaliger Corona-Impfung dürfen im Kanton Graubünden ohne Quarantäne in die Berge und Ski fahren - auch wenn sie aus einem Risikogebiet eingereist sind.

«Es sei epidemiologisch nicht sinnvoll, immune Personen in Einreisequarantäne zu schicken»,
argumentieren die Bündner laut «Tagesanzeiger» ihren bewussten Verstoss gegen die Einreise- und Quarantäneliste des Bundes.


Dies könnte illegal sein, erklärt hingegen Daniel Dauwalder vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) gegenüber der Zeitung:

«Die Quarantäne- und Isolationsanweisungen bleiben bis auf weiteres bestehen und müssen eingehalten werden.»
Daniel Dauwalder, BAG


Es sei «noch nicht klar, ob die Impfung auch vor einer Übertragung des Coronavirus schützen wird», so Dauwalder. Entsprechende Ausnahmen seien daher erst möglich, wenn sich auch zeigen sollte, dass die Impfung eine Übertragung des Coronavirus auf andere Menschen erfolgreich verhindere. Auch die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK) stellt klar: «Derzeit befreit eine Impfung nicht von der Quarantänepflicht.»

Föderalismus und Kantönligeist vom Feinsten.

Vielleicht interessiert Dich auch:



Autor: INFO Schweiz - Redaktion

Die Schweiz kompakt - ConvivaPlus.ch
Lokales, regionales und nationales Wissen.
 

(Last updated: 15.01.2021, 14:15)