Trendwende bei Impfbereitschaft: Immer mehr wollen sich impfen lassen


Die wöchentlichen Umfrage-Resultate der Universität Zürich (UZH) deuten auf eine Trendwende bei der Impfbereitschaft in der Schweiz hin. In den Tagen nach der Corona-Impfstoff-Zulassung durch die Swissmedic sprang der Anteil der Impfwilligen von 41 Prozent auf knapp 50 Prozent.

Das ist ein neuer Rekord und gleichzeitig der steilste Anstieg der Impfbefürwortung seit Beginn der Umfrage-Erhebung im Monat September durch die UZH.


Herdenimmunität:
Um das Coronavirus in der Schweiz nachhaltig in den Griff zu bekommen, braucht es eine Impfquote von mindestens 70% der Bevölkerung.


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Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) führt gemeinsam mit dem Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung an der Universität Zürich (UZH) und dem Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft (FÖG) seit September 2020 jede Woche ein Monitoring zur Impfbereitschaft in der Schweiz durch.

Das Ergebnis: Die Impfskepsis hierzulande ist gross und die Mehrheit war bislang unentschlossen. Bis vor zwei Wochen antwortete auf die Frage: «Wenn aktuell eine Impfung gegen das Coronavirus verfügbar wäre: Wie wahrscheinlich wäre es, dass Sie sich impfen lassen würden?» jeweils weniger als die Hälfte der Befragten mit «sehr wahrscheinlich» oder «wahrscheinlich». Die Mehrheit blieb unentschlossen bis skeptisch.

Doch es scheint sich eine Kehrtwende anzubahnen. Seit der Zulassung des Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer steigt die Impfbereitschaft im Land.

Hierfür befragt das Impf-Monitoring vom Projekt Covid-Norms in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut LINK wöchentlich ca. 425 Schweizerinnen und Schweizer in den drei grossen Sprachregionen des Landes. Covid-Norms erfasst, wie wahrscheinlich eine Person sich impfen lassen würde, und unterscheidet dabei drei Gruppen: Bereite, Unentschlossene und Ablehnende.

Die Daten basieren auf den wöchentlichen Befragungen seit Anfang September und damit auf insgesamt etwa 7’100 SchweizerInnen. Die repräsentative Stichprobe für die Online-Befragung wird aus dem LINK Internet Panel gezogen und ist nach Alter, Geschlecht und Sprachregion quotiert (Regionen disproportional). «Die Ergebnisse der Befragung werden für die Analysen gewichtet und ermöglichen Rückschlüsse auf in der Schweiz wohnhafte Personen zwischen 15 und 79 Jahren, die mindestens einmal pro Woche zu privaten Zwecken im Internet sind und den Fragebogen auf Deutsch, Französisch oder Italienisch ausfüllen können.»

Auf die Euphoriebremse drückt hingegen der Kommunikationswissenschaftler Thomas Friemel, Co-Leiter des Monitoring-Projekts «Covid-Norms». Noch sei es zu früh, um tatsächlich von einer Trendwende zu sprechen: «Die Impfbereitschaft ist zwar gestiegen. Wir müssen nun aber beobachten, ob diese Entwicklung sich fortsetzt oder ob das nur ein kurzfristiger Ausreisser nach oben war», so Friemel gegenüber «Blick».

Fakt ist: Neben knapp 50% Impfwilligen wollen sich derzeit 30% der Befragten nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. 20% zeigen sich noch unentschlossen. Bei den Geschlechtern tut sich indes ein Graben auf. Während 56% der Männer Bereitschaft signalisieren, sich gegen das Coronavirus immunisieren zu lassen, erklärten sich bei den Frauen gerade mal 43% dazu bereit. Massgeblicher Faktor scheint auch das Alter der Befragten zu spielen. Bei den Ü50-Jährigen wollen sich knapp 60% gegen Corona impfen lassen. Bei der Altersgruppe der 15- bis 49-Jährigen liegt die Impfbereitschaft laut Umfrage bei nur etwa 40% der Befragten.

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Autor: INFO Schweiz - Redaktion

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(Last updated: 04.01.2021, 02:01)