«Kleine Kinder, die ihren Kopf gegen die Wand schlagen bis sie bluten»

 

«Sie haben Panikattacken. Wir haben kleine Kinder, die ihren Kopf gegen die Wand schlagen bis sie bluten. Und sogar Kinder, die aufgegeben haben und versuchen sich umzubringen», erklärt Katrin Glatz-Brubakk, eine Kinderpsychologin von «Ärzte ohne Grenzen» in Kara Tepe in Europa.

Das Lager Kara Tepe auf der griechisch-europäischen Insel Lesbos befindet sich im Corona-Lockdown - wie ganz Griechenland.

7500 Menschen, Erwachsene und Kinder, gefangen in einem nicht zu Ende aufgebauten, heruntergekommenen Flüchtlingslager, in dem es am Nötigsten fehlt. «Die Gesundheit der Menschen ist auf vielen verschiedenen Ebenen gefährdet», berichtet Glatz-Brubakk.


«Die Sanitäranlagen gibt es nicht. Es gibt Menschen im Lager, die seit drei Monaten nicht geduscht haben. Deswegen gibt es auch überall die Krätze.»
Katrin Glatz-Brubakk, «Ärzte ohne Grenzen»

Ärzte ohne Grenzen über das "neue Moria": "Die Zustände sind schlimm"

Immer mehr Menschen im Flüchtlingslager Kara Tepe auf Lesbos werden krank: Ärzte berichten von Erkältungen, Hautinfektionen und Entwicklungsschäden bei vielen der rund 2000 Kinder. Und der Winter hat gerade erst begonnen. https://daserste.ndr.de/panorama/aktuell/Aerzte-ohne-Grenzen-ueber-das-neue-Moria-Die-Zustaende-sind-schlimm,moria196.html

Gepostet von Panorama am Freitag, 18. Dezember 2020


Die Gesundheit der Menschen verschlechtert sich offenbar stetig. Kinder hätten Panikattacken, manche begingen Suizidversuche, so die Organisation Ärzte ohne Grenzen.

Immer mehr Menschen werden krank. Ärzte berichten von Erkältungen, Hautinfektionen und Entwicklungsschäden bei vielen der rund 2000 Kinder.

Und der Winter hat gerade erst begonnen.

Auf der europäischen Insel Lesbos hat sich die Lage der Flüchtlinge im vergangenen Jahr nochmals verschlechtert.


Das Flüchtlingslager steht regelmässig unter Wasser, es fehlt ein Entwässerungssystem, es fehlt warmes Wasser, es fehlen Duschen und funktionierende Toiletten, auch an Elektrizität zum Heizen der Zelte(!) in der Winterkälte mangelt es.


Tagelang hat es geregnet. Wasser dringt ein. Die Bettdecken sind nass. «Ich habe versucht, eine Plastik-Plane zu bekommen, um sie über das Zelt zu ziehen. Aber auch die Hilfsorganisationen konnten mir keine geben. In Moria konnten wir uns wenigstens selbst aus Holz-Paletten einfache Hütten bauen. Auch das dürfen wir hier nicht mehr», erzählt Abdul Azim Sultani gegenüber «Das Erste», der sich zusammen mit seiner Frau und seiner acht Monate alten Tochter ein Zelt mit einer weiteren fünfköpfigen Familie teilt.

Über ein Drittel der Lager-Bewohner in Kara Tepe sind minderjährig, mehr als 2000 der Lagerbewohner sind Kinder.


Eine Schande für das reiche Europa.

 

Weiterführende Informationen:
Ärzte ohne Grenzen über das "neue Moria": "Die Zustände sind schlimm" (Das Erste)


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Autor: INFO Schweiz - Redaktion

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(Last updated: 03.01.2021, 00:01)