Impf-Prämie: 1000 Franken für jeden, der sich gegen Corona impfen lässt

Um die Ausbreitung des Coronavirus ganz zu stoppen und um eine Herdenimmunität zu erreichen, müssen in der Schweiz 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. Das dürfte bei den vielen Impfgegnern schwierig werden. Obwohl: «Andere nicht schützen und sich nicht impfen lassen, ist egoistisch», wie eine SVP-Nationalrätin folgerichtig festhält. Aber: «Würde man jeder Person, die sich impfen lässt, 1000 Franken bezahlen, wäre es viel wahrscheinlicher, die notwendige Anzahl an Geimpften zu erreichen, um die Pandemie zu beenden», so ein BWL-Professor.

Diese Prämie für Impfwillige schlägt Helmut Dietl, BWL-Professor an der Universität Zürich, in der Gratiszeitung «20 Minuten» vor. Dietl bezieht sich auf eine Idee von Robert E. Litan vom Brookings-Institut und prognostiziert, dass dies bei einem Wirkungsgrad des Corona-Impfstoffes von 90 Prozent die Schweiz einmalig etwa 5,3 Milliarden Franken kosten würde. «Ein stolzer Betrag», gibt der BWL-Professor unumwunden zu.

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Aber: im Vergleich zu anderen Massnahmen wäre das Geld für eine Impfprämie eine gute Investition. Erstens, weil Corona-Geimpfte wieder ein normales Leben führen könnten. Und zweitens würde dieses „Impfgeld“ auch die Kaufkraft der Menschen erhöhen. Auf diese Weise könnte Helmut Dietl zufolge der Staat gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen:


«Erstens wird die Pandemie beendet, und zweitens wird die Konjunktur angekurbelt.»
Helmut Dietl, BWL-Professor an der Universität Zürich

Das soll wie folgt funktionieren: Aktuell bezieht die Schweiz den ersten mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer. Dieser Wirkstoff muss bei jeder Person mit einem zeitlichen Abstand dazwischen zweimal verabreicht werden, damit er einen wirksamen Impfschutz aufbaut.

Um sicherzustellen, dass sich auch wirklich genügend Menschen gegen das Coronavirus impfen, soll der Bund laut Dietl den Impfwilligen bei der ersten Impfdosis einen Teilbetrag in der Höhe von 250 Franken ausbezahlen und dann erst bei der zweiten Impfdosis den restlichen Impfprämien-Betrag von 750 Franken.


«Dieses Vorgehen würde dazu führen, dass diejenigen, die bereits geimpft sind, versuchen werden, auch diejenigen zu überzeugen, die bislang noch nicht geimpft sind.»
Helmut Dietl, BWL-Professor an der Universität Zürich

Die von Bund und Kantone koordinierte Schweizer Impfaktion soll landesweit am 4. Januar beginnen, in einzelnen Kantone ist die Corona-Impfung aber bereits früher erhältlich.

Der Bund will bis dato nichts von einer Impfprämie wissen und zieht es vor, die Bevölkerung mittels Aufklärungskampagne zu informieren und zu sensibilisieren. «Die Menschen sollen sich über die Impfung informieren und dann selbstständig einen Entscheid fällen», erklärt Virginie Masseray, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).

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Autor: INFO Schweiz - Redaktion

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(Last updated: 23.12.2020, 19:35)