Alle Nebenwirkungen der Corona-Impfung: mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer - Was bisher bekannt ist

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Jetzt rollen die ersten Corona-Impfungen in der Schweiz an: der mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer ist startklar zur Impfung.

Was aber ist über die Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt?

Hier gibt es eine detaillierte Liste und Übersicht von unerwünschten Begleiterscheinungen nach der Impfung.

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Wie sicher sind Impfungen gegen das Coronavirus?

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Endlich ist er da, der Impfstoff. Viele wollen sich gegen die lauernde COVID-19-Gefahr impfen lassen, haben aber grosse Sorge vor allfälligen Nebenwirkungen. Immerhin wurde der Impfstoff in unvergleichlicher Rekordzeit entwickelt - nicht gerade vertrauenserweckend. Bei den Tests mit insgesamt 43’548 Probanden, alle über 16 Jahre alt, gab es allerdings nachweislich nur geringe Nebenwirkungen. Über mögliche längerfristige Nebenwirkungen ist aus naheliegenden Gründen noch wenig bekannt. Die Sorgen sind jedoch eher unbegründet. Sehr seltene Nebenwirkungen würde man vermutlich auch dann nicht entdecken, wenn man die Studien noch zehn bis fünfzehn Jahre laufen liesse.

Entscheidend ist hierbei nicht unbedingt der zeitliche Faktor, sondern primär die Anzahl der geimpften Menschen - und diese Zahl ist beim Corona-Impfstoff von Beginn weg ausserordentlich hoch. Zahlreiche Impfexperten bestätigen, dass der mRNA-Impfstoff unbedenklich sei. «Ich rate zur Impfung», sagt beispielsweise Prof. Ulrike Haug vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie.


Die bisher bekannten Nebenwirkungen des mRNA-Impfstoffs treten auch bei anderen, etablierten Impfungen auf. Nachfolgend eine detaillierte Übersicht.

 

Warum ist der Corona-Impfstoff so schnell da?

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Noch nie hat es einen Impfstoff gegeben, der so schnell entwickelt, getestet und produziert wurde. Normalerweise dauert dieses Verfahren etwa acht Jahre. Nun aber ist der Impfstoff bereits nach einem Jahr da. Ist das sicher?

Ja, der Impfstoff kann trotzdem so sicher sein wie andere Impfstoffe auch. Denn es gibt gute Gründe dafür, warum es im vorliegenden Fall so schnell ging - und das ohne Abstriche bei der Sicherheit.

  1. Die rasche Entwicklung lässt sich leicht erklären: Es gibt kaum einen vergleichbaren Kraftakt der international vereinten Wissenschaft & Forschung. In das globale Rennen um einen wirksamen Corona-Impfstoff investieren Länder und Pharmaunternehmen Milliarden. Denn wo Not herrscht, da herrscht auch grosse Nachfrage. Wer einen wirksamen Impfstoff anbieten kann, dem winken klingelnde Kassen und viel Prestige.

     
  2. Der weltumspannende Austausch zwischen den Forschern ist in dieser Dimension einmalig. Wissenschaftler aus aller Welt forschen über dieselbe Materie und tauschen die neusten Erkenntnisse aus.

     
  3. Da die Zeit drängt, die Wirtschaft bedroht ist, spielt Geld keine Rolle. Regierungen kaufen angesichts der Notlage nicht selten auch über dem Marktpreis, hauptsache es gibt rasch einen Schutz vor dem Coronavirus.

     
  4. Die Impfstoff-Entwicklung hat einen entscheidenden Vorteil: Die Forscher konnten auf bisherige Erkenntnisse von SARS/MERS zurückgreifen.

     
  5. Es gab von Beginn der Forschung an hunderttausende Ansteckungen und dementsprechend viele Daten und Erfahrungswerte.

     
  6. Es standen bei keiner anderen Impfstoff-Entwicklung so rasch so viele Probanden für klinische Studien zur Verfügung.

     
  7. Die Zulassung läuft schneller. Normalerweise dauert das Zulassungsverfahren für einen Impfstoff ewig. Das erklärt sich so: In der Regel prüft die Zulassungsbehörde die Daten erst am Ende, wenn alle Studien abgeschlossen sind. Hier aber prüft sie die Daten kontinuierlich in einem beschleunigten sogenannten Rolling Review. Das spart Monate wenn nicht Jahre an Zeit. Die klar festgelegten Phasen der Impfstoff-Entwicklung, in denen geprüft wird, ob ein Impfstoff wirkt und ob er sicher ist, wurden dennoch eingehalten und nicht geändert. Sie liefen aber teilweise parallel oder wurden miteinander kombiniert, um auf diese Weise Zeit einzusparen. Für den zugelassenen Impfstoff kommt das im Endeffekt aufs Selbe hinaus.

 

Wie viele Tests?

Mit insgesamt 21‘720 Probandinnen und Probanden hat rund die Hälfte der 43’548 Personen, die an den klinischen Tests teilnahmen, zweimal die BNT162b2-Impfstoff-Injektion von BioNTech/Pfizer verabreicht erhalten. Die andere Hälfte stellt die Kontrollgruppe mit insgesamt 21’728 Teilnehmern dar, sie alle haben statt dem Corona-Impfstoff ein wirkungsloses Placebo (Scheinmedikament Kochsalzlösung) bekommen.

Die Testpersonen waren mindestens 16 Jahre alt und etwa 42 Prozent älter als 55 Jahre alt. Die Teilnehmer stammen weltweit aus 152 Standorten (USA, 130 Standorte und 14‘460 Teilnehmer; Argentinien mit 2883 Teilnehmern; Brasilien mit zwei Standorten und 1145 Teilnehmern; Südafrika mit vier Standorten und 372 Teilnehmern; Deutschland mit sechs Standorten; Türkei mit neun Standorten etc.).

Schlussfolgerung der Studie: «Eine Zweifach-Impfung mit BNT162b2 bot Personen ab 16 Jahren einen 95%igen Schutz gegen Covid-19. Die Sicherheit über einen Median von 2 Monaten war ähnlich wie bei anderen viralen Impfstoffen.»

Zum Vergleich: Der Impfschutz bei der saisonalen Grippe liegt für gewöhnlich bei 80% oder weniger.

 

Das sind die Nebenwirkungen der Corona-Impfung

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Das «New England Journal of Medicine» hat die Ergebnisse der klinischen Tests ausgewertet und die unerwünschten Nebenwirkungen veröffentlicht. Fazit: vorübergehende Schmerzen an der Impfstelle, Kopfschmerzen oder Müdigkeit können vorkommen. Notfallbehandlungen oder Hospitalisationen waren bei keinem der Probandinnen und Probanden nötig.

Liste der Nebenwirkungen:

  • Schmerzen an der Einstichstelle: Abhängig von der Altersgruppe und davon, ob es sich um die erste oder zweite Impf-Dosis oder um die Placebo-Gruppe mit Kochsalzlösung (Scheinmedikament) handelte, berichteten 66% bis 83 % der Probanden resp. 14% der Placebo-Gruppe von Schmerzen an der Einstichstelle. Bei 6% der Geimpften und 1% der Placebo-Gruppe gab es an der Einstichstelle Rötungen, bei 6% bzw. 0% kam es da zu Schwellungen.

     
  • Müdigkeit (33% bei Placebo-Gruppe und 47% Geimpften)

     
  • Kopfschmerzen (34% bei Placebo-Gruppe und 42% bei Geimpften)

     
  • Schüttelfrost (6% bis 35%)

     
  • Durchfall (8% bis 12%)

     
  • Muskelschmerzen (14% bis 37%)

     
  • Gliederschmerzen (9% bis 22%)

     
  • Fieber: Eine erhöhte Temperatur trat besonders bei der zweiten Impfdosis auf (11% der Älteren und 16% der Jüngeren).


Aber: «Unter den BNT162b2-Empfängern waren leichte bis mässige Schmerzen an der Injektionsstelle innerhalb von 7 Tagen nach einer Injektion die am häufigsten berichtete lokale Reaktion, wobei weniger als 1 % der Teilnehmer in allen Altersgruppen über starke Schmerzen berichteten.» Laut Studie waren die lokalen Reaktionen (Nebenwirkungen) «im Allgemeinen meist leicht bis mittelschwer» ausgeprägt. Die Begleiterscheinungen «klangen innerhalb von 1 bis 2 Tagen ab», so die Forscher.

Interessant ist der Umstand, dass Ü50-jährige Probanden den Corona-Impfstoff verträglicher einstuften und weniger Nebenwirkungen verspürten als die Jüngeren.

 

Nebenwirkungen im Vergleich


  • Anstieg der Lebernzyme (Serumtransaminasen)

     
  • Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytose)

     
  • Verminderung weisser Blutkörperchen (Agranulozytose)

     
  • allergische Reaktionen (Hautausschlag / Nesselausschlag)

     
  • Schockreaktion

     
  • Verengung der Atemwege (Analgetika-Asthma)

... → Paracetamol. Erhältlich rezeptfrei.

 

Können schwere Nebenwirkungen auftauchen?

Laut Auswertung der Studie kam es unter den Probanden der Corona-Geimpften nur vereinzelt zu «schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen». Von 22‘410 Probanden verspürte eine Person Taubheitsgefühle im Bein (Parästhesie), eine andere Person wies Herzrhythmusstörungen (paroxysmale ventrikuläre Arrhythmie) auf, eine dritte Person hatte eine Schwellung von Lymphknoten an der rechten Achselhöhle (Lymphadenopathie) und eine vierte meldete eine Schulterverletzung in Zusammenhang mit der Verabreichung des Impfstoffs.

«Zwei BNT162b2-Empfänger starben (einer an Arteriosklerose, einer an Herzstillstand), ebenso wie vier Placebo-Empfänger (zwei aus unbekannter Ursache, einer an einem hämorrhagischen Schlaganfall und einer an einem Myokardinfarkt). Keine Todesfälle wurden von den Prüfärzten als mit dem Impfstoff oder Placebo in Verbindung stehend angesehen. Es wurden keine Covid-19-assoziierten Todesfälle beobachtet», so die Studie.

 

Allergische Reaktionen in Grossbritannien

Bei den in Grossbritannien regulär mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer geimpften Personen (bei Stand 140‘000 Menschen) kam es bei zwei Personen zu grösseren allergischen Reaktionen. Kurz darauf gaben die britischen Behörden eine Warnung aus und appellierten an alle Menschen mit einer „signifikanten“, lebensbedrohlichen Allergiegeschichte, sich vorerst noch nicht gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Bei den betroffenen Personen handelte es sich laut Erik Sander, Infektiologe an der Berliner Charité, um Personen, die bereits in der Vergangenheit schwere allergische Reaktionen beklagten und deshalb stets ein Allergie-Notfallset bei sich tragen müssen.


Diese Personen hätten bei jeder Impfung ein Risiko.

 

 

Ohnmächtige Krankenschwester nach der Corona-Impfung

Die US-Arzneimittelbehörde FDA berichtet von aktuell fünf Verdachtsfällen mit allergischer Reaktion. Die heftigen Impf­reaktionen seien im halbstündigen Beob­achtungs­zeitraum nach der Impfung aufgetreten, die Betroffenen konnten direkt vor Ort behandelt werden. Weltweites Aufsehen erregte aber diese Frau: Eine Krankenschwester fiel vor laufender Kamera in Ohnmacht, was die Verschwörungsmystiker in ihren Ansichten befeuert. Das Video geht in entsprechenden Gruppen viral. Allerdings gibt es dafür eine einfache Erklärung.

Die Krankenschwester Tiffany Dover des Catholic Health Initiatives (CHI) Memorial Krankenhauses in Chattanooga, Tennessee sagte nach dem Schwindelanfall, dass sie in Reaktion auf Schmerzen bereits häufiger in Ohnmacht gefallen sei. «Ich habe eine Vorgeschichte mit überempfindlichen vasovagalen Reaktionen. Wann immer ich wegen irgendetwas Schmerzen habe, (...) kann ich einfach das Bewusstsein verlieren.» In den vergangenen sechs Wochen sei das schon etwa sechs Mal passiert, so die Krankenschwester gegenüber dem Lokalsender «WRCB». «Jetzt fühle ich mich besser», zitiert sie «ZDF Heute».


«Der Ohnmachtsvorfall ist keine negative Reaktion auf den Impfstoff»,
stellte auch Jesse L. Tucker, Intensivmediziner am CHI Memorial in einer Pressekonferenz am Freitag klar.

 

Tucker verwies auf Informationen des US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC), denen zufolge Ohnmacht nach Impfungen und anderen medizinischen Vorgängen auftreten könne.

Ein Faktor hierbei könne Stress sein.


Weiterführende Informationen:

Safety and Efficacy of the BNT162b2 mRNA Covid-19 Vaccine
(The New England Journal Of Medicine)

BioNTech/Pfizer: Was bisher bekannt ist
(ZDF Heute)

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Autor: INFO Schweiz - Redaktion

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(Last updated: 23.12.2020, 05:46)