Schützt die Impfung auch vor der neuen Corona-Mutation?

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Corona-Mutation: Wirkt die Impfung auch gegen die neue Virus-Variante N501Y?


«Wir haben den Impfstoff bereits gegen circa 20 andere Virusvarianten mit anderen Mutationen getestet. Die Immunantwort, die durch unseren Impfstoff hervorgerufen wurde, hat stets alle Virusformen inaktiviert.»
Ugur Sahin, BioNTech-Chef zur Deutschen Presse-Agentur

Das Virus sei jetzt zwar etwas stärker mutiert, so Sahin. «Wir müssen das jetzt experimentell testen. Das wird etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen. Wir sind aber zuversichtlich, dass der Wirkungsmechanismus dadurch nicht signifikant beeinträchtigt wird», erklärte Sahin. Das Antigen des Corona-Impfstoffs bestehe nämlich aus über 1270 Aminosäuren. Jetzt seien neun davon mutiert, das sind nicht einmal ein Prozent.

«Unser Impfstoff sieht das ganze Protein und bewirkt multiple Immunantworten. Dadurch haben wir so viele Andockstellen, dass das Virus schwer entkommen kann. Das bedeutet aber nicht, dass die neue Variante harmlos ist.» Prinzipiell könne der mRNA-Impfstoff schnell an neue Virus-Varianten angepasst werden.

Auch gemäss den Angaben der britischen Behörden gebe es bislang keine Hinweise, dass die Corona-Impfung von BioNTech/Pfizer gegen die neue Virus-Mutation in ihrer Wirksamkeit beinträchtigt sei. Allerdings dauern die wissenschaftlichen Untersuchungen noch weiter an. Die Chancen stehen aber gut, dass der Impfschutz hier aus wissenschaftlicher Sicht tatsächlich greift. Ein Leserkommentar von D. T. erklärt das Prinzip des Impfschutzes leicht verständlich und für alle sehr anschaulich:


«Da habe ich erst vor kurzem eine Recht gute visuelle Erklärung zu gefunden. Man muss sich das Virus und das Immunsystem, welches mit dem Impfstoff versehen wurde, wie einen guten Freund vorstellen. Der Freund selbst ist leicht zu erkennen. Mit den Mutationen verhält es sich nun so, dass der Freund eben Lippenstift oder einen Faschingsbart trägt. Er ist trotzdem noch zu erkennen. Erst wenn zu viele Merkmale verändert werden und sich der Freund eine Sonnenbrille aufsetzt und einen Schal ums Gesicht wickelt wird es eng.»
 

Oder wie es Richard Neher, Professor für Biophysik an der Universität Basel und Mitglied der Wissenschafts-Taskforce des Bundesrates, formuliert:

«Wie kommt es zu Mutationen? Mutationen sind quasi Tippfehler bei der Reproduktion des Virus. Gelegentlich ist so ein Tippfehler aber für das Virus nützlich, damit es sich besser an eine neue Umgebung anpassen kann. Hier gab es innert kurzer Zeit viele Tippfehler, die dem Virus eventuell halfen», so der Experte für Virus-Mutationen im «Blick».

Was man mit Bestimmtheit weiss: Die Wissenschaft muss nun dringend klären, ob die Virus-Mutation «Eigenschaften besitzt, die Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen, die Diagnostik und die Impfstoffe haben», erklärt Julian Hiscox, Genetik- und Virus-Experte Julian an der Universität Liverpool.

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Autor: INFO Schweiz - Redaktion

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(Last updated: 22.12.2020, 08:40)