Die Schweiz geht am 18. Januar in den Lockdown - Läden müssen schliessen & weitere Massnahmen


«Die Lage ist ähnlich wie zu Beginn der Pandemie. Wir stellen fest, dass sich die Virusmutation sehr schnell ausbreitet.

Anfang Februar werden wir eine stärkere, dritte Welle haben
Bundesrat Alain Berset

Die Schweiz verschärft die Massnahmen und geht in den Lockdown (siehe: Neue Lockdown-Massnahmen). Dies sei nötig, weil man trotz schärferen Massnahmen keine signifikante Abnahme der Fallzahlen ausmachen konnte. Die Virus-Mutation aus Grossbritannien breite sich rasch in der Schweiz aus. Die Zahlen würden sich nun alle zwei Wochen verdoppeln.

Die neue Variante des Coronavirus sei ein Gamechanger und verbreite sich um 50 Prozent schneller, das sei nun erwiesen, so Berset. Deshalb müsse man nun die Kontakte rasch reduzieren. Die dritte Corona-Welle sei eine Realität, man müsse daran arbeiten, diese abzuschwächen.

«Wir müssen in den nächsten Wochen alles tun, um die Fallzahlen zu senken», so Berset. «Die Lage ist ähnlich wie zu Beginn der Pandemie. Damals wussten wir schon von China, dass das Coronavirus zirkuliert und wir konnten uns vorbereiten. Dasselbe gilt jetzt für die Mutation aus Grossbritannien.»

Siehe im Detail:

 

 

Neue Lockdown-Massnahmen
Die Regeln ab dem 18. Januar


«Der schwierigste Teil dieses Marathons steht uns noch bevor.»
Bundesrat Alain Berset

Coronavirus Corona Lockdown Geschlossen Schliessung

  • Verlängerung der Massnahmen um 5 Wochen: Alle bisherigen Beschlüsse vom Dezember werden bis mindestens 28. Februar um fünf Wochen verlängert. Siehe: Geltende Bestimmungen. Aber: Bestimmte Läden mit Gütern des täglichen Bedarfs dürfen wieder länger als bis 19:00 Uhr offen haben. Das Verbot für Sonntagsverkäufe wurde ebenfalls gekippt.

  • Schliessung der Läden: Ab dem 18. Januar müssen alle Läden und Märkte mit Waren des nicht-täglichen Bedarfs bis mind. 28. Februar schliessen. Von der Schliessung ausgenommen sind lediglich Läden, die Güter des täglichen Bedarfs verkaufen. Läden, die beides anbieten, müssten manche Regale und Sortimente entsprechend absperren.

  • Ausnahmen: Lebensmittelläden, Lebensmittel-Märkte, Apotheken, Autogaragen, Baumärkte, Drogerien, Floristen, Garten-Center, Hörgerätegeschäfte, Kioske, Optiker, Schlüsseldienste, Schuhmacher, Tankstellen, Telekom-Anbieter, Velo-Geschäfte, Viehmärkte, Wäschereien.

  • Dienstleister Öffnungszeiten: Banken, Blumenläden, Coiffeursalons, Poststellen, Reisebüros, Solarien und Waschsalons etc. müssen zwischen 19:00 Uhr und 06:00 Uhr sowie am Sonntag geschlossen bleiben. Davon ausgenommen: Abolungen von bestellter Ware. Ausnahmen: Ämter, Arztpraxen, Kliniken, Polizei, ÖV-Schalter und soziale Anlaufstellen.

  • Restaurants und Bars: Die Restaurant-Betriebe und Bars müssen bis mind. 28. Februar geschlossen bleiben. Erlaubt bleiben: Take-Away, Betriebskantinen, Kantinen in obligatorischen Schulen, Hotel-Restaurants für Hotel-Gäste.

  • Öffentliche und private Treffen: Sämtliche Menschenansammlungen, ob private oder öffentliche Veranstaltungen, werden neu auf maximal 5 Personen beschränkt - Kinder inklusive. Es gilt weiter die Empfehlung, private Treffe auf maximal zwei Haushalte zu beschränken.

  • Sport-Anlagen und -Aktivitäten: Sämtliche Sportbetriebe bleiben bis zum 28. Februar geschlossen. Im Freien dürfen maximal bis zu fünf Personen zusammen Sport treiben. Profspiele bleiben ohne Publikum erlaubt. Erlaubt sind auch Trainings von Kindern und Jugendlichen bis 16 Jahre. Die Skigebiete bleiben unter Einhaltung von bestimmten Schutzauflagen offen und in der Entscheidungshoheit der einzelnen Kantone.

  • Ski-Gebiete bleiben offen: In den Skigebieten sind die Läden und Restaurants geschlossen. Skifahren aber fände draussen an der frischen Luft statt, so der Bundesrat. Die Entscheidungshoheit bleibe weiter bei den Kantonen. Kantone könnten die Skigebiete schliessen oder offen halten.

  • Kultur und Freizeit: Bis mind. zum 28. Februar geschlossen bleiben alle Bibliotheken, botanische Garten, Casinos, Gärten, Kinos, Museen, Zoos und andere Kultur- und Freizeiteinrichtungen.

  • Homeoffice-Pflicht: Bisher war Homeoffice bloss eine Empfehlung. Neu: Wo Homeoffice möglich ist, wird Homeoffice zur Pflicht.

  • Strengere Maskenpflicht: Wo kein Homeoffice möglich ist, gilt am Arbeitsplatz Maskenpflicht, sobald sich mehr als eine Person im Raum befindet.

  • Schutz gefährdeter Personen: Besonders vulnerable Personen sollen zusätzlich geschützt werden. Arbeitnehmer aus den Risikogruppen haben das Recht auf Homeoffice oder besonderen Schutz am Arbeitsplatz. Wo das nicht realisiert werden kann, muss der Arbeitnehmer von der Arbeitspflicht befreit werden - bei voller Lohnzahlung.

  • Maskendispens erschwert: Die Voraussetzungen für eine Maskendispens werden konkretisiert. Neu dürfen ausschliesslich Ärzte und Psychotherapeuten eine Maskendispens ausstellen.

  • Schulen bleiben offen: Schulen bleiben Sache der Kantone. «Schulschliessungen haben nicht die oberste Priorität, da sie viele neue Probleme mit sich bringen», erklärt Gesundheitsminister Alain Berset. Der Schaden müsse auch für die jüngere Generation minimiert werden. «In diesem Bereich haben die Kantone die Verantwortung.»

 

Bisher geltende Bestimmungen:

Zu Hause bleiben: Der Bundesrat fordert die Bevölkerung dazu auf, zu Hause zu bleiben. Die Menschen sollen ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum beschränken sowie auf nicht-notwendige Reisen und auf Ausflüge verzichten.

Beizen-Lockdown: Restaurants werden sollen bis Ende Februar geschlossen bleiben. Offen bleiben dürfen lediglich Betriebs- und Schulkantinen in obligatorischen Schulen sowie Restaurants in Hotels (aber nur für Hotelgäste). Weiterhin erlaubt bleiben Take-away-Angebote und Lieferdienste. Aber: Die Ausnahmeregel wird gestrichen. Kantone mit einem tiefen R-Wert erhalten keine Ausnahmebewilligung mehr.

Fitnesscenter-Lockdown: Die Fitnesszentren und Sportbetriebe sollen ihre Pforten bis Ende Februar geschlossen halten. Draussen im Freien sind weiterhin Sportaktivitäten in Gruppen bis maximal fünf Personen erlaubt. Die Profispiele können ohne Zuschauer stattfinden. Sportliche und kulturelle Aktivitäten von Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren bleiben mit Ausnahme von Wettkämpfen weiterhin erlaubt.

Freizeit-Lockdown: Der Bundesrat hat alle Zoos, Kinos, Museen, Bibliotheken, Casinos, Sporthallen, Schwimmanlagen, botanische Gärten sowie andere Kultur- und Freizeiteinrichtungen des Landes geschlossen. Kulturelle Aktivitäten bleiben lediglich in Kleingruppen und von unter 16-jährigen Kindern und Jugendlichen möglich. Veranstaltungen mit Publikum bleiben hingegen verboten. Alternative Veranstaltungsformen sind aber erlaubt - beispielsweise online übertragene Veranstaltungen.

Skigebiete: Skifahren ist weiterhin möglich, die Skigebiete bleiben offen. Der Bundesrat möchte nicht in die kantonale Hoheit über die Skigebiete eingreifen und überlasst allenfalls Schliessungen den Kantonen. Voraussetzung, dass ein Skigebiet offen bleiben darf ist, dass die epidemiologische Lage den Betrieb erlaubt sowie in den Spitälern, beim Contact Tracing und beim Testen ausreichende Kapazitäten sichergestellt sind. Dazu müssen die Skigebiete strenge Schutzkonzepte vorlegen und deren Umsetzung sicherstellen.

Vielleicht interessiert Dich auch:



Autor: INFO Schweiz - Redaktion

Die Schweiz kompakt - ConvivaPlus.ch
Lokales, regionales und nationales Wissen.
 

(Last updated: 13.01.2021, 15:58)