Kommt bereits die 3. Corona-Welle? Es sieht schlecht aus für die Schweiz

Die Anzeichen mehren sich, dass in der Schweiz bereits die dritte Welle beginnt - und das auf hohem Niveau, höher als bei den zwei Wellen zuvor. Ein Blick auf die Entwicklung der Infektionszahlen scheint diese Befürchtung zu bestätigen. Das erklärte Ziel war, die Neuansteckungen bis zum Jahresende auf 500 Fälle pro Tag zu senken. Stattdessen sind wir weit davon entfernt und die Zahlen steigen sogar wieder exponentiell an.

Am Freitag meldete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 5136 laborbestätigte Neuinfektionen. So viele Corona-Fälle in nur 24 Stunden hatte die Schweiz zuletzt Mitte November zu verzeichnen. Anders als damals aber, als die Kurve mit einem R-Wert von 0,75 deutlich nach unten zeigte, steigt die Kurve aktuell wieder nach oben an.

Die aktuelle Reproduktionszahl mit einem R-Wert von 1,07 (18 Kantone haben einen R-Wert von 1 oder höher) deutet auf ein exponentielles Wachstum der grassierenden Corona-Pandemie in der Schweiz hin.

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Auch Gesundheitsminister Alain Berset warnte kürzlich vor einer dritten Welle, als er zuletzt die neuen Sofortmassnahmen des Bundes ankündigte: «Wir wollen verhindern, dass sich die zweite Welle weiterentwickelt oder eine dritte Welle kommen wird.»

Was wir wissen: Die zweite Welle ist mittlerweile schlimmer als die erste Welle. Und die dritte Welle würde auf einem deutlich höheren Niveau beginnen als die zweite Welle damals begann. Das sind wahrlich düstere Aussichten - insbesondere angesichts der bevorstehenden Feiertage um Weihnachten und Silvester.

Um so wichtiger ist es nun, dass die Schweizer Bevölkerung diszipliniert seine Kontakte auf ein absolutes Minimum reduziert.

Denn Weihnachten und Silvester, an denen die Massnahmen unverständlicherweise erneut gelockert werden und an denen die Anzahl der privaten Kontakte drastisch zunehmen, stellen einen potentiell folgenschweren Wendepunkt in der Schweizer Corona-Geschichte dar.

Dies zeigt das Beispiel USA, deren sagenhaften absoluten Infektionszahlen gemessen an der Bevölkerung aktuell nicht viel höher liegen als in der Schweiz. In den USA stiegen die Zahlen nach dem Thanksgiving-Feiertag am 26. November massiv an. Mittlerweile verzeichnet das Land einen traurigen Rekordwert nach dem anderen. Zuletzt starben in den USA an einem einzigen Tag so viele Menschen an den Folgen des Coronavirus wie in Deutschland in einem ganzen Jahr an Verkehrsunfällen.

Die Feiertage werden also matchentscheidend sein, ob wir in der Schweiz sehenden Auges in eine dritte, weit schlimmere Corona-Welle schlittern oder ob wir es im Wissen um die Gefahr für einmal schaffen, das Blatt endlich zu wenden.

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Autor: Schweiz - Redaktion


(Last updated: 12.12.2020, 13:38)