«Ich hab so eine Scheißangst. Ich will nicht sterben.» Arzt, 34, keine Vorerkrankungen.

«Ich hab so eine Scheißangst. Ich will nicht sterben.» Arzt, 34, keine Vorerkrankungen. Er hatte sich bei der Arbeit angesteckt.

Am nächsten Tag war er nicht mehr da.

Coronavirus Tote Todesfälle Virus Pandemie

«Heute in der Früh endete mein vierter Nachtdienst auf der Covid-19 Station unseres Krankenhauses. Ich wurde von meiner Stammstation Neurologie dorthin versetzt, weil die momentane Personallage, respektive der enorme Krankenstand, es nicht anders zulässt.

Das hier Erlebte ist schwer in Worte zu fassen.

Ich sah Patienten, denen es zu Beginn meiner Schicht noch recht gut ging, sie hatten leicht erhöhte Temperaturen, die Sauerstoffsättigung im Blut war okay und sie benötigen keine O2-Gabe.

Innerhalb von zwei bis drei Stunden sackten sie ab, Sättigung bei 70%, zunächst gab es zwei, dann vier Liter Sauerstoff pro Minute, die Körpertemperatur stieg binnen kurzer Zeit auf 39,4°, sie rangen nach Luft. Selbst bei 12 Litern pro Minute kamen sie kaum über 85% Sättigung.

Verlegung auf die Intensivstation und zu meinem nächsten Dienst waren sie tot.

Einer meiner Patienten war ein 34jähriger, sportlicher Mann, von Beruf Arzt und ohne Vorerkrankungen, der sich bei seiner Arbeit mit SARS-CoV 2 infiziert hatte.

Zunächst benötigte auch er keinen Sauerstoff, dann bekam er 2 Liter und war stabil.

Etwa eine Stunde später klingelte er, ich ging ins Zimmer. Ich sah ihn nach Luft ringen und er bat mich, die O2-Gabe auf 4 Liter zu erhöhen, später brauchte er 6.

Er sagte zu mir: „Ich glaube meine Lunge kollabiert.“ Sein Zustand verschlechterte sich zusehends.

Ich sah in seine Augen, Tränen rannen über die Wangen.

„Ich habe so eine scheiß Angst! Ich will nicht sterben!“, murmelte er und ich stand hilflos vor ihm.

Zu meinem nächsten Dienst war er nicht mehr da.

Ich schätze, er hätte gerne ein schönes Weihnachtsfest gehabt und in ein paar Tagen seinen 35. gefeiert.

Jeden Querdenker oder anderen ähnlich egoistisch geartete Versager, der immer noch von „Grippe“ und „Fake“ faselt, jeden Silvester Idioten, jeden Maskenverweigerer möchte ich in meiner Ohnmacht und Wut an den Haaren und ungeschützt durch die Covid-Stationen der Krankenhäuser ziehen, damit sie den dort liegenden Patienten ihre „Sicht der Dinge“ erklären.

Übrigens ist Weihnachten das Fest der Nächstenliebe und wenn man seinen Nächsten liebt, dann schützt man ihn vor Krankheit und schenkt sie ihm nicht.

In diesem Sinne, frohes Fest, ihr Pharisäer!

P.S. Ja, ich bin examinierter Altenpfleger, arbeite dennoch im Krankenhaus.»

Quelle:

 

Heute in der Früh endete mein vierter Nachtdienst auf der Covid-19 Station unseres Krankenhauses. Ich wurde von meiner...

Gepostet von Votan Wahnwitz am Dienstag, 8. Dezember 2020

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Autor: Schweiz - Redaktion


(Last updated: 11.12.2020, 10:10)