Aussergewöhnlich hohe Übersterblichkeit in der Schweiz als Folge der weltweiten Corona-Pandemie

 

 
 


«Wer die Gesundheit aufgibt, um die Wirtschaft zu schützen, wird am Ende beides verlieren.

Eine rekordhohe Übersterblichkeit wie sie die Schweiz seit der pandemischen Influenza von 1918 nicht mehr gesehen hat:

Christian Althaus, Epidemiologe
(Quelle: Twitter /C_Althaus)

«Wer die Gesundheit aufgibt, um die Wirtschaft zu schützen, wird am Ende beides verlieren. Eine #rekordhohe...

Gepostet von INFO Schweiz am Montag, 25. Januar 2021

 

Gibt es eine Übersterblichkeit in der Schweiz? Und wenn ja, wie hoch ist die Übersterblichkeit im Vergleich zu den starken Grippewellen und Hitzejahren?


Hier gibt es wissenswerte Antworten zur Sterblichkeits-Statistik vom Bundesamt für Statistik (BfS) sowie Zahlen von Euromomo während der COVID-19-Pandemie - aufgeschlüsselt nach Grossregionen und Schweizer Kantone.
 

Inhalte:

 

 

Die aktuelle Lage zur Übersterblichkeit


Einfach erklärt:
Die Übersterblichkeit beschreibt eine Situation, in der es mehr Todesfälle gibt als erwartet.


Bis zum 31.12.2020 sind in der Schweiz 7082 Menschen an den Folgen von COVID-19 gestorben.


Die Schweiz verzeichnet im Jahr 2020 eine aussergewöhnlich hohe Übersterblichkeit: «Von Anfang Jahr bis Woche 49 sind fast 4500 Menschen mehr gestorben als im gleichen Zeitraum 2015.»
Quelle: Thomas Häusler, SRF-Wissenschaftsredaktor

«Korrigiert man die Sterbezahlen aus 2015 grob für Bevölkerungsentwicklung (letzte offiziell erhältliche Zahl vom Bundesamt für Statistik BfS von 2019: 8,61 Millionen, 2015: 8.33 Mio.), so verringert sich der Unterschied zwischen 2020 und 2015 auf 2340 (statt 4500 wie ursprünglich angegeben).»

Die Übersterblichkeit ist selbst dann noch signifikant, wenn die höhere Lebenserwartung miteinberechnet wird. In der Schweiz sterben pro Jahr etwa 500 mehr Menschen, weil es immer mehr ältere Personen gibt.

Das Bundesamt für Statistik (BfS) stellt fest: «Seit Woche 43 (ab 19. Oktober 2020) zeigen sich auf gesamtschweizerischer Ebene in der Gruppe der Personen ab 65 Jahren erneut Todesfallzahlen über dem langjährigen Erwartungswert.»

In Woche 50 (7.-13.12.2020) wurden auch bei den unter 65-Jährigen 28% mehr Todesfälle gezählt als erwartet. Insgesamt (von Woche 43, 2020 bis Woche 1, 2021) wurden in der Altersgruppe unter 65 Jahren 7% mehr Todesfälle verzeichnet als erwartet, wie unten in der BfS-Grafik zu erkennen ist.


Die Sterblichkeits-Kurve in der Schweiz überschreitet nun bereits die zwölfte Woche in Folge die Obergrenze.

 

 

 

«In der ersten Welle der SARS-CoV-2-Pandemie war vom 16.3.2020 (Woche 12) bis 19.4.2020 (Woche 16) eine statistisch signifikante Übersterblichkeit zu beobachten. In diesen Wochen starben in der Altersgruppe über 65 Jahre 1504 Personen mehr als erwartet (26,1%) und in der Altersgruppe unter 65 Jahren 99 Personen (12%) mehr als erwartet.

Die Woche mit grösster Übersterblichkeit in der ersten Welle war Woche 14: Zwischen 30. März und 5. April 2020 starben 46% mehr Personen über 65 als erwartet.»

Noch höher ist die Übersterblichkeit in der zweiten Welle.

In der Woche vom 14. bis 20 Dezember waren es mit 1830 Todesfällen 665 mehr Tote als im Normalfall oder +52% mehr Tote als erwartet.

In der Woche davor vom 7. bis 13. Dezember verzeichnete das Bundesamt für Statistik +55% mehr Todesfälle als im Normalfall.

In der Woche vom 23. bis 29. November zählte die Schweiz mit 1742 Toten +49% mehr Todesfälle als im Normalfall.

In den drei Wochen zuvor lag die Übersterblichkeit bei +60% mehr Toten als im langjährigen Schnitt.

In der Woche vom 15. bis 22. November auf dem Höhepunkt waren es sogar +70% mehr Todesfälle als erwartet.


Allein in den beiden Wintermonaten November und Dezember 2020 starben hierzulande bisher 5078 mehr Personen (+62%) als erwartet.


Schon in der ersten Welle «vom 16.3 (Woche 12) bis 19.4. (Woche 16) war in der Schweiz aufgrund der SARS-CoV-2-Pandemie eine statistisch signifikante Übersterblichkeit zu beobachten. In Woche 14 zwischen 30. März und 5. April starben 46% mehr Personen als erwartet. Die Übersterblichkeit entwickelte sich nicht in allen Regionen der Schweiz gleich», schreibt das Bundesamt für Statistik mit Verweis auf das Mortalitätsmonitoring (MOMO).


Auch die Zahlen von EUROMOMO zeigen, dass die Schweiz - hinter Belgien und Slowenien - während der zweiten Corona-Welle die höchste Übersterblichkeit in Europa aufweist.


Übersterblichkeit Euromomo Schweiz

Mittlerweile sterben auch jüngere Menschen.

Seit Anfang November bis zum 10. Dezember gab es in der Altersgruppe der 30 bis 49-Jährigen acht Corona-Todesfälle.

In der Altersgruppe der 50 bis 59-Jährigen gab es sogar 30 Corona-Todesfälle.

 

 

Wöchentliche Todesfälle nach Kantone und Regionen

Die schlechte Nachricht: Es gibt aktuell Hinweise auf eine Übersterblichkeit bei den U65-Jährigen in Woche 50.

 

 

 

Übersterblichkeit bei über 65-Jährigen und Älteren

Die schlechte Nachricht: Es gibt aktuell eine Übersterblichkeit bei den Ü65-Jährigen.

 

 

 

Nur Alte mit Vorerkrankungen betroffen? Nicht so schlimm?

Für die Corona-Skeptiker und -Verharmloser

Coronavirus Corona Todeställe Tote Covid-19 Verstorbene Kerze Maske

Wer nun entgegnet oder verharmlost, es treffe «eh nur die Alten», «alles Alte mit Vorerkrankungen», «die wären eh gestorben» (also Deine Mama, Dein Papa, Deine Tante, Dein Onkel, Deine Grossmutter, Dein Grossvater), das sei nicht so relevant oder schlimm, wer den einen das Recht auf Leben zuspricht und anderen aufgrund ihres Alters tatsächlich das Recht auf Leben abspricht, weil er sich nicht einschränken mag - wie leider bereits (zu) viel vorgekommen und genau so geäussert (und zwar ganz explizit) - dem sei in aller Deutlichkeit folgendes nahe gelegt:

Corona Covid-19 Ü65 alte Menschen Patienten mit Vorerkrankungen

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Autor: INFO Schweiz - Redaktion

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(Last updated: 26.01.2021, 00:06)