Überfüllte Spitäler «kurz vor dem Zusammenbruch», zu wenig Intensiv-Betten und Beatmungsgeräte: Zweite Welle trifft Italien mit voller Wucht ein

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Italienische Ärzte warnen vor einer "dramatischen" Krankenhaus-Situation.

Die zweite Corona-Welle trifft den Schweizer Ländernachbar Italien hart: Zu wenige Betten, zu wenige Beatmungsgeräte. Die Zahl der Corona-Infizierten und Verstorbenen steigt, obschon in manchen Landesteilen bereits strenge Lockdown-Massnahmen gelten. Jetzt ist auch der Süden des Landes von der Corona-Pandemie betroffen. Im Netz kursieren derweil Videos von einem toten Patienten auf einer Toilette in einer überfüllten Notaufnahme. Ärzte warnen eindringlich vor einem Klinik-Kollaps. Die Spitäler stünden «kurz vor dem Zusammenbruch».

Die Bilder aus Italien sind noch im Kopf: ein Militärkonvoi voller Särge, überlastete Spitäler, erschöpfte Ärzte und Pfleger, die plötzlich über Leben und Tod entscheiden mussten. Ganz nahe der Schweizer Grenze nur wenige Kilometer entfernt in der Lombardei. Nun rollt eine zweite Welle an - früher und heftiger als erwartet. Und dieses Mal könnte es nicht nur den Norden treffen. Am Mittwoch überschritt Italien die Marke von einer Million Corona-Infektionen. Am Freitag waren es bereits über 1,1 Millionen nachgewiesene Fälle. Italiens Ärzte warnen vor Klinik-Kollaps. In der ersten Corona-Welle kämpfte vor allem der Norden Italiens mit COVID-19. Längst haben auch südliche Regionen wie Kampanien mit der Stadt Neapel aufgeholt. Drinnen sind die Spitäler überfüllt. Draussen vor den Spitälern gibt es lange Autoschlangen mit wartenden Patienten. Die Menschen werden teilweise in ihren Autos behandelt. Es fehlt an Beatmungsgeräten und Intensivbetten.


«Pflegerinnen und Pfleger versorgen die Menschen ausserhalb des Spitals. Sie rennen zu den Autos und helfen ihnen. Diese Initiative macht mich stolz. Wir haben momentan einfach zu wenig Bettenkapazitäten. Aber wir versuchen alles und arbeiten mit grosser Intensität.»
Rodolfo Punzi, Abteilungsleiter Cotugno-Spital Italien


Die Corona-Lage sei ausser Kontrolle, warnte auch der italienische Aussenminister Luigi Di Maio am Donnerstag auf Facebook.

Zuvor machte ein schockierendes Video [Warnung] in den sozialen Medien die Runde, das einen toten Patienten auf einer Toilette in einer überfüllten Notaufnahme im neapolitanischen "Cardarelli"-Krankenhaus zeigt. Die Staatsanwaltschaft in Neapel hat Ermittlungen eingeleitet. Das Video zeigt die verzweifelte Lage und chaotischen Zustände in dem wegen des starken Andrangs von Corona-Patienten schwer belasteten Spitals. Die Pflegekräfte können den Ansturm nicht mehr bewältigen und so wird der leblose Körper eines Patienten nur zufällig auf der Toilette entdeckt. Die Spital-Leitung erklärte, das Personal habe die Leiche entdeckt, als der Patient auch nach längerer Zeit nicht von der Toilette zurückgekehrt war. Die Öffentlichkeit in Italien ist geschockt, aber auch empört über die Veröffentlichung des Videos in den Sozialen Medien.

Corona-Lage in Italien

Am Mittwoch überschritt Italien die Marke von einer Million Corona-Infektionen.

Gepostet von ZDF heute am Freitag, 13. November 2020

Aktuell gibt es in Italien täglich Zehntausende Neuinfektionen. Allein am Freitag meldete Italien 41‘000 neue Corona-Fälle und 550 Corona-Tote binnen 24 Stunden. Für die Bürger im ganzen Land gilt eine nächtliche Ausgangssperre. Fünf Regionen wurden zu „Roten Zonen“ erklärt, hier gelten noch striktere Massnahmen als in den anderen Landesteilen. Die meisten Geschäfte sind hier geschlossen. Italien teilt seine Regionen in gelbe, orangene und rote Zonen ein - je nach epidemiologischer Lage und Risiko. Am Mittwoch hat das italienische Gesundheitsministerium gleich mehrere Regionen hochgestuft. Die Regionen Abruzzen, Basilikata, Ligurien, Toskana und Umbrien werden orange Zonen. Die Autonome Provinz Bozen wird zur roten Zone.

In einem offenen Brief warnen Ärzte und Pfleger in Italien schon jetzt vor einer "dramatischen" Krankenhaus-Situation. Die Spitäler stünden «kurz vor dem Zusammenbruch, da es an Personal und Betten mangelt, angesichts des abnormalen Zuwachses von Patienten und der schwindelerregenden Ausbreitung der Covid-Infektionen».

Zweite Corona-Welle trifft Italien

Die zweite Corona-Welle trifft Italien hart: Zu wenige Betten, zu wenige Beatmungsgeräte. Die Zahl der Infizierten und Verstorbenen steigt, obschon in manchen Landesteilen bereits strenge Massnahmen gelten. Jetzt ist auch der Süden von der Pandemie betroffen.

Gepostet von SRF News am Freitag, 13. November 2020

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(Last updated: 15.11.2020, 10:45)