Neuer Shutdown in der Schweiz: Dieser Kanton macht dicht bis Ende November

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Neuer Corona-Shutdown: Der erste Schweizer Kanton macht dicht und schliesst alles ausser Schulen, Krippen und Lebensmittelläden.

Die Schweiz schlittert immer tiefer in die Corona-Krise. Wachsende Fallzahlen und steigende Auslastung bei den Spitälern bringen erste Kantone arg in Bedrängnis und zwingen sie, die Corona-Massnahmen massiv zu verschärfen. Der Kanton Genf erklärt den Notstand und ruft ab Montagabend um 19:00 Uhr den Ausnahmezustand aus.

Für die Zeit des Ausnahmezustandes bis mindestens Ende November werden alle nicht lebensnotwendigen Läden geschlossen, d.h. Geschäfte, die keine Lebensmittel verkaufen, aber auch Restaurants, Bars, Kinos, Theater, Fitnesszentren, Schwimmbäder und Kunsteisbahnen. Vom Shutdown betroffen sind zudem Coiffeure-Salons, Schönheitssalons sowie Casinos und Erotiksalons. Diskotheken und Nachtclubs waren im Kanton Genf bereits vorher geschlossen worden.

Der Kanton Genf sieht sich mit einem Ausbruch von Fällen und Krankenhausaufenthalten aufgrund von COVID-19 konfrontiert. Das Universitätsspital HUG schlägt Alarm: Am 1. November 2020 werden 474 Menschen in den Universitätsspitälern Genf (HUG) behandelt, davon 56 in Intensivbetten (Intensiv- und Intermediärpflege). Zur Erinnerung: Mitte Oktober hatte das HUG 78 Krankenhausaufenthalte, davon 13 auf der Intensivstation.

Die Zahlen spiegeln eine gravierende Verschlechterung der Situation wider. In den letzten Tagen wurden im Kanton Genf täglich mehr als 1000 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet (mit einer Spitze von 1338 positiven Fällen am 30. Oktober).

Dagegen bleiben die Krippen und Schulen bis zur Sekundarstufe offen, wie die Genfer Kantonsregierung mitteilte. Die Shutdown-Massnahmen gelten bis am 29. November. Der Kanton bittet zudem die Schweizer Armee und den Zivilschutz um Hilfe.

Ebenfalls offen bleiben Märkte und Blumenläden sowie Bibliotheken, Apotheken, Drogerien, Optiker sowie Garagen. Auch Postbüros und Banken dürfen offen haben. Im Gegensatz zum Frühling werden auch die Grenzen zu Frankreich nicht geschlossen.

Die Restaurants dürfen Essen über die Gasse verkaufen. Detailhändler dürfen ihre Waren übers Internet («Click and Collect») verkaufen. Dabei können die Kunden ihre Online-Bestellungen beim Geschäft abholen. Besuche in Altersheimen und Spitälern bleiben erlaubt.

Regierungsrat Thierry Apothéloz sagte vor den Medien: «Wir wollen verhindern, dass wir Weihnachten per Videokonferenz feiern müssen». Deshalb seien die einschneidenden Massnahmen notwendig. Gesundheitsdirektor Mauro Poggia wehrte sich gegen den Vorwurf, zu lange gewartet zu haben: «Wir gehen so weit wie fast kein anderer Schweizer Kanton. Das sind die strengst möglichen Massnahmen.»

Weiterführende Informationen:
Medienmitteilung (Kanton Genf)

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(Last updated: 02.11.2020, 10:23)