Massen-Quarantäne im Rotlicht-Milieu

Coronavirus Corona Pandemie Quarantäne

Wegen einer Corona-Infektion müssen rund 50 Prostituierte in Quarantäne. Auch für zwei Polizisten wird die Quarantäne-Massnahme verordnet, weil sich beim Einsatz ihre Schutzmasken verschoben hätten. Ob noch weitere Personen in Quarantäne müssen, ist noch unklar. Weitere Tests stehen aus.

Die Stadtpolizei Zürich musste am Sonntag früh morgens im Auftrag des Contact-Tracing-Teams eine Frau darüber informieren, dass ihr Corona-Test vom 28.08.2020 positiv ausgefallen war. Der Polizei-Einsatz war deshalb nötig, weil besagte Frau vom Contact-Tracing-Team telefonisch nicht erreicht werden konnte. Die betroffene Frau konnte dann erst nachmittags kurz vor 15:00 Uhr ausfindig gemacht und über die Corona-Ansteckung in Kenntnis gesetzt werden. Die positiv getestete 23-jährige Frau wurde anschliessend noch am selben Sonntag in ein Isolationszimmer eines Spitals gebracht.

Weitere Abklärungen der Stadtpolizei Zürich ergaben, dass in besagter Liegenschaft an der Langstrasse 108 rund 50 Frauen auf engstem Raum zusammen wohnen. Ebenfalls im selben Haus liegt die «Lugano-Bar», in der regelmässig Freier und Prostituierte verkehren.

Der Kantonsärztliche Dienst hat nun aufgrund der aktuellen Lage angeordnet, dass die rund 50 Mitbewohnerinnen wegen des Corona-Falls ebenfalls in Quarantäne müssen. «Alle Damen im Haus müssen bis am 9.9. in Quarantäne bleiben», erklärte der Einsatzleiter der Stadtpolizei Zürich dem «Blick».

«Wir haben versucht sie zu beruhigen und zu erklären um was es hier geht», so Beatrice Bänninger, Geschäftsführerin der Zürcher Stadtmission, welche die Anlaufstelle für Sexarbeitende «Isla Victoria» betreibt. «Wenn sie auf diesen Verdienst angewiesen sind, dann führt das sehr schnell zu existenziellen Ängsten.»

Wie es für die Frauen weitergeht, ist indes noch unklar. Die Testresultate der anderen betroffenen Prostituierten seien noch nicht da, sollten aber am Dienstag bekannt sein. «Wenn jemand positiv ist, dann gibt es nur eins – Isolation.» Aber: «In solchen Räumlichkeiten kann niemand in Selbstisolation. Das ist ein grosses Problem», erklärte Bänninger gegenüber dem «Blick».

Nebst den Prostituierten wurde zudem für zwei Polizisten im Einsatz gleichermassen die Quarantäne-Massnahme verordnet. Als sie die betroffene Frau über den positiven Corona-Test informieren wollten, «wurden sie von den emotional reagierenden Kolleginnen körperlich bedrängt. Dadurch verschoben sich ihre getragenen Gesichtsmasken», berichtet «Blick». Der Kantonsärztliche Dienst wies die beiden Polizisten deshalb an, sich vorsichtshalber in Quarantäne zu begeben.

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(Last updated: 01.09.2020, 17:43)