Corona-Verschärfung: Club- und Restaurant-Besuche werden erneut stark eingeschränkt

Coronavirus Corona Covid-19 Pandemie Virus

Wegen steigender Corona-Fallzahlen werden in einigen Schweizer Kantonen die Lockdown-Massnahmen wieder verschärft. Seit heute gelten restriktivere Regeln und Einschränkungen für Restaurant-, Club- und Bar-Besuche und andere Veranstaltungen.

Inhalte:

 

 

Kantone beschliessen Lockdown-Massnahmen

Die vier Schweizer Kantone Aargau (AG), Basel-Stadt (BS), Baselland (BL) und Solothurn (SO) verschärfen ab Donnerstag ihre Corona-Massnahmen. Ob weitere Kantone nachziehen, ist noch nicht bekannt. Neu wird die Zahl der erlaubten Besucher in Restaurants, Bars, Clubs sowie an anderen Veranstaltungen von 300 auf 100 Personen begrenzt, sofern keine Abstandsregeln eingehalten werden können und kein Schutzkonzept mit Maskenschutz und/oder entsprechenden Sicherheitsabschrankungen besteht.

Es gilt in Teilen der Schweiz also wieder ein restriktiveres Versammlungs-Regime. Bislang sahen die Corona-Auflagen lediglich die Erfassung von Kontaktdaten der Gäste vor - mit mässigem Erfolg.

 

 

Club-Besucher Risiko

«Basel-Stadt ist das Partyzentrum der Nordwestschweiz», erklärt Anne Tschudin vom Gesundheitsdepartement des Kanton Basel-Stadt, sie ist Leiterin der Abteilung Kommunikation, gegenüber dem «Tagesanzeiger». Zwar seien die Clubs gewillt, die Schutzkonzepte umzusetzen, das Verhalten einiger Gäste sei jedoch dafür verantwortlich, dass wieder restriktivere Grenzen beschlossen werden müssen. Einzelne Club-Besucher gäben mit Absicht falsche Kontaktangaben an und gefährdeten so sowohl die eigene Gesundheit wie auch die Gesundheit anderer Menschen. Eine Rückverfolgung (Contact-Tracing) bei einem Corona-Fall ist so beinahe unmöglich.


«Unsere Bemühungen, die gesamte Bevölkerung zu schützen, werden so zunichte gemacht – für einige Stunden Spass von Einzelnen.»
Anne Tschudin, Gesundheitsdepartement Kanton Basel-Stadt - Quelle: Zürichsee Zeitung


 

 

Leichtsinn der Gäste verantwortlich

Was ein Fehlverhalten von Party-Besuchern auslösen kann, zeigte sich zuletzt im Kanton Solothurn, in dem ein Corona-Infizierter trotz verordneter Isolation und positiv bestätigtem Covid-19-Test gegen die Auflagen verstiess und am Wochenende zwei Veranstaltungen besuchte. Die Folge: Der Kantonsarzt musste rund 280 Personen in Quarantäne schicken. Der Kanton prüft nun, rechtliche Schritte einzuleiten.


«Wir stehen vor einer gesellschaftlichen Herausforderung, die wir nur gemeinsam meistern können, wenn sich alle am Riemen reissen.»
Marcel Tanner, emeritierter Professor für Epidemiologie und medizinische Parasitologie der Universität Basel - Quelle: Thuner Tagblatt


 

 

Wer trägt die Haftung: Club oder Gast?

Die Veranstalter «sind verantwortlich dafür, dass Schutzkonzepte eingehalten werden und das Contact-Tracing im Falle einer Infektion möglich ist. Andernfalls können sie haftbar gemacht werden.» Dies ist mitunter der Grund, weshalb sich einige Clubs bereits überlegen, wieder zu schliessen. Einerseits wegen der Haftungsfrage bei einem Fehlverhalten der Besucher, andererseits weil sich Veranstaltungen mit maximal 100 Personen für manche Clubs auch wirtschaftlich nicht mehr lohnen.

 

 

Egoistische Haltung sorgt für lokale Lockdowns

Der renommierte Epidemiologe Marcel Tanner begrüsst die Massnahmen der Kantone. Der Entscheid zur Verschärfung der Regeln «zeigt, dass die Kantone ihre Verantwortung wahrnehmen und nicht einfach nur stur den Richtlinien des Bundes folgen», so Tanner im «Tagesanzeiger». «Es braucht jetzt alle. Wenn sich einzelne nicht an die Regeln halten, falsche Kontaktangaben machen oder mit Symptomen an Partys gehen, riskieren sie mit ihrer egoistischen Haltung lokale Lockdowns.»

Vielleicht interessiert Dich auch:


Lokal. Regional. National. CH - www.ConvivaPlus.ch Autor: Schweiz - Redaktion

Die Schweiz kompakt - ConvivaPlus.ch
Lokales, regionales und nationales Wissen.

 

(Last updated: 09.07.2020, 17:35)