Jedes zweite Corona-Opfer jünger als 50 - Im Süden sterben viele junge Menschen an Covid-19

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Das Coronavirus ist nur für Alte gefährlich? Die Corona-Pandemie mag in Europa vorerst mehrheitlich für ältere Menschen tödlich enden. Im Süden hingegen in den armen Schwellenländern tötet Covid-19 auch viele junge Menschen. «In Asien und Lateinamerika sind bis zur Hälfte aller Corona-Toten jünger als 50 Jahre alt», berichtet der «Tagesanzeiger».

Man kennt die Nachrichten aus Europa und der Schweiz: Das Durchschnittsalter der Corona-Todesfälle liege bei 80 Jahren oder höher. Deshalb hegte man im Süden, der ein deutlich geringeres Durchschnittsalter der Bevölkerung als Europa aufweist, lange Zeit die leise Hoffnung, das Coronavirus würde diese Länder weniger hart treffen. Die Realität ist indes eine andere, eine menschliche Katastrophe, eine Tragödie: Das Coronavirus trifft arme Länder mit voller Wucht - und es sterben junge Menschen, die noch mehrere Jahrzehnte von ihrem 80. Geburtstag entfernt sind.


«In Brasilien [50‘000 Tote] ist fast jedes dritte Todesopfer jünger als 60. Zwei Drittel der Patienten, die in Rio de Janeiro hospitalisiert werden mussten, waren noch keine 50 Jahre alt. In Mexiko [20‘000 Tote] sind gemäss «Washington Post» 25 Prozent der Todesopfer jünger als 50, in Indien war es im Mai sogar nahezu die Hälfte.»
Quelle: «Tagesanzeiger»


Jugend schützt vor schwerem Covid-19 Krankheitsverlauf nicht und Kinder verlieren ihre Eltern an Covid-19. Diese prekäre Entwicklung in den Schwellenländern hängt unter anderem auch mit der Armut, der Ungleichheit und den vergleichsweise schlechten Gesundheitssystemen in besagten Ländern zusammen. Aber auch in Europa ist die Pandemie noch nicht überstanden, obschon sich bereits viele so verhalten.

Es droht eine zweite Welle, wie einem aktuell in Deutschland und Israel schonungslos vor Augen geführt wird. In Deutschland beträgt der R-Wert (Reproduktionsfaktor) mittlerweile wieder 2,88, von vormals unter dem kritischen Wert von 1. Das heisst, dass eine infizierte Person schätzungsweise 2,88 andere Menschen mit dem Coronavirus ansteckt oder 100 Infizierte stecken rechnerisch im Schnitt 288 Menschen an. Es gilt daher, trotz Lockerung, Öffnung und Ungeduld, besonnen zu agieren und das bisher Erreichte und Geopferte nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen.

Weiterführende Informationen:
Im Süden tötet das Virus viele Junge (Tagesanzeiger)

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(Last updated: 23.06.2020, 12:20)