Coronavirus: Lebenserwartung hat sich in Schweden für Männer um 3 Jahre und für Frauen um 2 Jahre verkürzt

Coronavirus Covid-19 Atemschutz Maske Pandemie

Schweden geht in Sachen Coronavirus einen Sonderweg - und scheitert. Mittlerweile zählt Schweden bereits die sechshöchste Corona-Todesrate pro Million Einwohner weltweit.

Nur Belgien, Spanien, Grossbritannien, Italien und Frankreich liegen global betrachtet vor Schweden. Gut möglich, dass Schweden noch einige der genannten Länder einholen wird. Der Trend deutet auf eine fatale Entwicklung hin.

Corornavirus Schweden Schweiz Todesfälle

Täglich bestätigte COVID-19-Todesfälle pro Million: Biegen wir die Kurve?


Diese hohen Todeszahlen und die vergleichsweise fatale Entwicklung bestätigen auch die Zahlen der Übersterblichkeit. Das Coronavirus hat in Schweden bisher nachweislich überdurchschnittlich viele Menschen das Leben gekostet. Zu alledem kommt noch eine hohe Dunkelziffer bei den Coronavirus-Toten in Schweden hinzu.

Forscher des Karolinska-Institut, eines von Europas grössten und angesehensten medizinischen Universitäten, haben nun untersucht, wie viel Lebenszeit das Coronavirus in Schweden kostet.

 

 

Ergebnisse der Studie:

«Das gesamte Ausmass der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das menschliche Überleben ist verblüffend. Im reichen, gesunden und funktionstüchtigen Schweden hat sie bereits die Lebenserwartung von 3 Jahren für Männer und 2 Jahren für Frauen verkürzt, wie dieses Papier zeigt!»


Das schwedische Forscher-Team verglich die Todeszahlen von 2020 mit jenen Zahlen von den fünf Jahren zuvor.

Ab der ersten Aprilwoche sind die Sterblichkeitsraten in allen Altersgruppen über 60 höher als in den Vorjahren in Schweden.

Personen über 80 Jahre sind überproportional betroffen. Und Männer leiden in jedem Alter unter einer höheren Sterblichkeitsrate als Frauen mit 75% höheren Sterblichkeitsraten für Männer und 50% höher für Frauen.


So errechneten die Forscher auch die Restlebenserwartung der Menschen: Die derzeitige Übersterblichkeit entspricht einem Rückgang der verbleibenden Lebenserwartung von 3 Jahren für Männer und 2 Jahren für Frauen.


 

 

Schlussfolgerung:

Die Covid-19-Pandemie hatte bisher einen klaren und konsistenten Einfluss auf die Gesamtmortalität und Lebenserwartung in Schweden, wobei die Sterblichkeitsrate von Männern vergleichsweise stärker betroffen ist.

Welche Konsequenzen die Pandemie letztendlich für die Lebenserwartung haben wird, wird durch ein komplexes Zusammenspiel mehrerer Faktoren bestimmt werden. Bisher hat die Covid-19-Pandemie jedoch bereits eine Gesundheitsbelastung verursacht, die historische Ausmasse für die Gesamtmortalität der schwedischen Bevölkerung nimmt.

Die verwendeten Daten der Studie basieren auf den schwedischen Registerdaten über wöchentliche Todesfälle, gefährdete Gesamtbevölkerung und Schätzung der alters- und geschlechtsspezifischen wöchentlichen Sterblichkeitsraten für 2020 und die 5 Vorjahre. Die Daten werden von Statistics Sweden bereitgestellt. Das statistische Zentralamt von Schweden ist die schwedische Behörde, die für die offizielle schwedische Statistik und alle übrige staatliche Statistik verantwortlich ist.

Hier geht es direkt zur detaillierten Studie:
Excess Mortality from COVID-19, weekly excess death rates by age and sex for Sweden (medRxiv)

Vielleicht interessiert Dich auch:


Lokal. Regional. National. CH - www.ConvivaPlus.ch Autor: Schweiz - Redaktion

Die Schweiz kompakt - ConvivaPlus.ch
Lokales, regionales und nationales Wissen.

 

(Last updated: 22.05.2020, 17:46)