Neue Südafrika-Mutation «501.V2» in der Schweiz aufgetaucht - Es drohen härtere Corona-Massnahmen

Nach der Grossbritannien-Mutation ist die vermutlich noch ansteckendere Südafrika-Mutation in der Schweiz aufgetaucht. Die Corona-Variante «501.V2» scheint vor allem jüngere Menschen stärker zu befallen.


«Die Variante aus Südafrika ist noch weiter mutiert als jene, die bei uns in Grossbritannien gefunden wurde. Wir gehen davon aus, dass sie noch ansteckender ist.»
Matt Hancock, britischer Gesundheitsminister

Die Schweiz braucht härtere Corona-Massnahmen, das fordert die wissenschaftliche Taskforce des Bundes, nachdem bereits die Mutation aus Grossbritannien und nun neu auch das mutierte Coronavirus aus Südafrika aufgetaucht ist. Denn die neu aufgetretene Virus-Variante könnte die Bekämpfung der Corona-Pandemie weiter erschweren.

Die Mutation namens «501.V2» scheint bisherigen Erkenntnissen zufolge jüngere Menschen stärker zu befallen. Kinderärzte und Spitäler in Südafrika registrieren einen grossen Anstieg an jungen Covid-Patienten. Allein am 23. Dezember meldete die südafrikanische Regierung mehr als 14'000 neue Ansteckungen.

Bundesrat Guy Parmelin, der designierte Bundespräsident 2021, schliesst zusätzliche Massnahmen nicht aus. Die neue Variante stelle für die Schweiz ein weiteres Risiko dar. Ihre Ausbreitung würde es schwieriger machen, die Epidemie in der Schweiz zu kontrollieren.

Nach den beiden bereits an Heiligabend gemeldeten Fällen der Grossbritannien-Variante in Zürich und Graubünden ist in den vergangenen Tagen ein weiterer Fall im Fürstentum Liechtenstein hinzugekommen, wie Analysen des Universitätsspitals Basel zeigen. Die betroffene Person befindet sich in Isolation.

«Im Rahmen ihrer Forschungsarbeit hat die ETH Zürich darüber hinaus rund 500 Proben von positiv getesteten Personen sequenziert. Mithilfe dieses Verfahrens können die beiden Varianten entdeckt werden. Bei zwei Proben wurde die Variante aus Südafrika gefunden», meldet das BAG. Eine der beiden positiv getesteten Personen hält sich laut BAG im Kanton Schwyz auf. Die zweite Person befindet sich in Frankreich. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist in Kontakt mit den Schwyzer und den französischen Behörden.

Zwar gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass das mutierte Virus schwerere Krankheitsverläufe auslöst, nach bisherigen Erkenntnissen könnte es sich allerdings deutlich rascher ausbreiten und ansteckender sein. Der Bundesrat wird am 28. Dezember Bilanz ziehen und eine Lagebeurteilung machen und dann gegebenenfalls am Mittwoch weitere Massnahmen beschliessen. Der baldige Bundespräsident Guy Parmelin sagte in der «Sonntagszeitung»: «Wir müssen die Situation weiter beobachten und nötigenfalls zusätzliche Massnahmen ergreifen.»

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Autor: INFO Schweiz - Redaktion

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(Last updated: 27.12.2020, 23:12)