«Sonst streiken Frauen ab 22. Oktober» - «Der Frauenstreik war nur der Anfang»

Frauenzahltag am 21. Oktober 2019: «Der Frauenstreik war erst der Anfang», kündigt die Präsidentin der Gewerkschaft Unia Vania Alleva verheissungsvoll an. Aus der Wut des Frauenstreiks solle konstruktive Kraft werden. Das heisst, die Frauen nutzen das neu geknüpfte und gut verzweigte Netzwerk aus der Frauenstreik-Mobilisierung, um sich weiter und schlagkräftiger zu organisieren. Rund einen Monat nach dem historischen Frauenstreik, der gemäss Schweizerischer Gewerkschaftsbund (SGB) «grössten politischen Mobilisierung» der Schweizer Geschichte seit dem Landesstreik, erhöhen die Frauen zusammen mit den Gewerkschaften SGB, Unia, VPOD, SEV und Syndicom den Druck. Sie tragen die Streikforderungen «nun mit Nachdruck in die Lohn- und GAV-Verhandlungen» im Herbst des wegweisenden Wahljahres 2019. Es gebe keinen Weg vorbei an höheren Frauenlöhnen, sonst könnten die Frauen nach dem 21. Oktober aufhören zu arbeiten und die Arbeit niederlegen.

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Frauenstreik Schweiz Lohngleichheit Gleichberechtigung

 

 

Frauenzahltag am 22. Oktober 2019


Frauen würden im Privatsektor mit knapp -20% im Schnitt so viel weniger wie die Männer verdienen, dass sie hinsichtlich Lohnungleichheit ab dem 22. Oktober eigentlich gratis arbeiten. «Es könnte sein, dass die Frauen am 22. Oktober nicht mehr arbeiten kommen», so Unia-Präsidentin Alleva gegenüber «Nau». «600 Franken pro Monat, 10 Milliarden Franken im Jahr, werden auf dem Buckel der Frauen gespart.» Ein Skandal.
 

«Die skandalöse Lohndiskriminierung der Frauen erfordert zusätzliche Massnahmen in Form von Lohnerhöhungen», fordert Unia-Präsidentin Alleva (Quelle). Insbesondere in allen Berufen, die mit der Betreuung von Kindern, Kranken, Betagten und Hilfsbedürftigen beauftragt sind. Und auch die SGB stellt unmissverständlich klar: «Die Schweiz muss in der Gleichstellung endlich vorwärtsmachen.»


Gleichstellung Frau/Mann:
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Gleichberechtigung Frauen Männer


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Lohnverhandlungen 2019

Dementsprechend wird die Unia «im kommenden Lohnherbst neben Mindestlöhnen von 4000 Franken (mal 13) in Branchen mit hohem Frauenanteil generell faire Löhne für Frauen fordern», kündigt der SGB an. Auch VPOD-Präsidentin Katharina Prelicz-Huber betont, dass es namentlich «im Gesundheitswesen bessere Löhne und Arbeitsbedingungen braucht, wie «die Umsetzung der Vorschrift 'Umkleidezeit ist Arbeitszeit’, Frühpensionierungsmöglicheiten ab 60 bei voller Rente und GAV in der privaten Pflege».» Aber auch in anderen Branchen und Berufszweigen soll der Druck erhöht werden. Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) setzt sich für einen 18-wöchigen Mutterschaftsurlaub und einen zehn- bis 20-tägigen Vaterschaftsurlaub ein. Der Schweizerische Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) fordert etwa in sämtlichen öffentlichen und subventionierten Betrieben «regelmässige Lohnüberprüfungen. Für gleiche Funktionen bei gleichen Voraussetzungen müsse eine “Toleranzschwelle 0” gelten. Die Unternehmen müssten regelmässige Analysen durchführen und Diskriminierungen ausmerzen», berichtet «telebasel».


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Neuer Frauenstreik?

Droht eine neuerliche Arbeitsniederlegung der Frauen? Die Wirtschaft und Politik täten gut daran, auf die Zeichen des Frauenstreiks mit über einer halben Million Frauen auf den Strassen sowie auf deren Forderungen einzugehen. Es brauche jetzt konkrete Schritte, was Frauenlöhne, Elternurlaub, Kinderbetreuung, Diskriminierung am Arbeitsplatz sowie Massnahmen gegen sexuelle Belästigung angehe, sonst sei klar, dass sich die Frauen weiter mobilisieren werden, erklärt Gewerkschaftspräsidentin Alleva.

Der Frauenstreik habe gezeigt, «dass Diskriminierungen und Sexismus nicht mehr akzeptiert werden und es ein Umdenken braucht.» Die Gewerkschaften würden ihren Teil dazu beitragen, so der «SGB». Man darf also gespannt sein, wie die Frauenstreikbewegung ihren Anliegen ein besseres Gehör verschaffen wird. Wir halten Euch hier auf dem Laufenden.

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(Last updated: 10.07.2019, 09:06)