Für alle «Zurück-nach-Libyen»-Fanatiker - Reisehinweise + Lage Tunesien, Marokko, Algerien, Ägypten
«Flüchtlinge im Mittelmeer zurück nach Libyen, nach Tunesien, Marokko, Algerien oder Ägypten schicken!» - «In den nächsten Hafen, nicht nach Lampedusa!» Reisehinweise + Lage für alle «Zurück-nach-Liby

Inhalte:
- Reisehinweise für Libyen
- Für alle «Zurück-nach-Libyen»-Fanatiker
- Dein Ferienprospekt für Libyen
- «KZ-ähnliche Zustände in Libyen»
- «Ab nach Tunesien!»
- «Ab nach Ägypten, Algerien oder Marokko!»
Reisehinweise des Bundes für Libyen
Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA):
Von Reisen nach Libyen und Aufenthalten jeder Art wird abgeraten.
Die Lage im Land ist unübersichtlich und die Sicherheit ist nicht gewährleistet. In grossen Teilen des Landes herrschen bewaffnete Milizen oder sonstige bewaffnete Kräfte. Es kommt regelmässig zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Davon können unter anderem auch die Städte Tripolis und Bengasi betroffen sein. Zum Beispiel fanden im Sommer 2018 in Tripolis bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Milizen statt.
Im ganzen Land besteht ein hohes Entführungsrisiko. Entführungsopfer werden sowohl libysche wie auch ausländische Staatsangehörige. Beispiele:
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Im Juli 2018 wurden ein rumänischer und drei libysche Staatsangehörige von einem Erdölfeld im Süden des Landes entführt.
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Am 13. Januar 2018 wurden in der Nähe von Sabha eine spanische Staatsangehörige und drei libysche Staatsangehörige entführt.
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Am 19. September 2016 wurden in Ghat zwei Italiener und ein Kanadier entführt.
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Im November 2015 wurden zwei serbische Staatsangehörige entführt.
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Im Juli 2015 wurden vier italienische Staatsangehörige entführt.
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Im Januar 2015 wurden 21 in Sirte entführte ägyptische Kopten von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ enthauptet.
Auch das Risiko von Anschlägen besteht im ganzen Land. Beispiele:
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Am 9. Februar 2018 wurden bei einem Anschlag auf eine Moschee in Bengasi zwei Personen getötet und zahlreiche verletzt.
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Am 24. Januar 2018 forderte eine Autobombe in der Nähe einer Moschee in Bengasi mehr als 30 Todesopfer und über 30 Personen wurden verletzt.
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Am 21. Januar 2017 explodierte eine Autobombe in der Nähe der italienischen Botschaft in Tripolis.
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Am 7. Januar 2016 wurden bei einem Selbstmordattentat auf einen Polizeiposten in Zliten mehr als 50 Personen getötet und über 100 verletzt.
Die Kriminalitätsrate ist hoch.
Zudem muss davon ausgegangen werden, dass Waffen aus dem Bürgerkrieg von 2011 in die Hände von Kriminellen geraten sind.
Quelle: Reisehinweise Bund (EDA)
Für alle «Zurück-nach-Libyen»-Fanatiker
Für Touristen ist ein Aufenthalt in Libyen bereits lebensgefährlich. Für Flüchtlinge ist es ungleich gefährlicher. Wer allen Ernstes «Flüchtlinge zurück nach Libyen bringen!» ruft, hat:
-
a) keine Ahnung von der aktuellen brandgefährlichen Lage in Libyen,
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b) ist ein Ignorant höchsten Grades oder
-
c) ein menschenfeindlicher Zyniker
Vielleicht verbringen Sie Ihren nächsten Urlaub in Libyen.
Wäre doch was?
Toll, oder nicht?
Nur um Ihren zynischen Worten auch Taten folgen zu lassen.
Und um nicht derart unglaubwürdig und heuchlerisch zu erscheinen, wie es all die «Zurück-nach-Libyen»-Rufer gerade tun.
Wir helfen Ihnen gerne, Ihre Glaubwürdigkeit zu bewahren...
Hier die aktuelle Lage - oder: Dein Ferienprospekt für Libyen
Im Kreuzfeuer (VIDEO):
Flüchtlinge im KreuzfeuerLibyen: Angriff auf Flüchtlingslager Bei einem mutmaßlichen Luftangriff auf ein Lager in Libyen sind etwa 35 Flüchtlinge getötet worden, 70 wurden verletzt. MONITOR hatte im Mai darüber berichtet, wie die EU Flüchtlinge in den Bürgerkrieg zurückbringen lässt.
Gepostet von Monitor am Mittwoch, 3. Juli 2019
«KZ-ähnliche Zustände in Libyen»
Gerettete müssen zum nächsten sicheren Ort gebracht werden. «[Das] ist ein Ort, an dem das Leben der Überlebenden nicht mehr weiter in Gefahr ist.» (Quelle: Seevölkerrecht)
In Libyen ist das nicht gewährleistet.
Das Auswärtige Amt spricht von «KZ-ähnlichen Verhältnissen».
Flüchtlinge in ein Land zu bringen, wo ihnen Folter und Tod drohen, ist laut Menschenrechtskonvention verboten.
«Ab nach Tunesien!»
Auch nach Tunesien können Flüchtlinge nicht gebracht werden.
Dort werden ebenfalls immer wieder Menschen gefoltert (Quelle: Amnesty International 2018).
Ausserdem: Es gibt trotz neuer Verfassung kein Asylgesetz.
Aber genau das ist ein Menschenrecht:
«Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen […].» (Quelle: Allgemeine Erklärung der Menschenrechte 1948)
«Ab nach Ägypten, Algerien oder Marokko!»
Was ist mit Ägypten, Algerien und Marokko?
Diese Länder sind zu weit weg.
Der nächste sichere Ort ist also:
Seenotrettung (VIDEO):
SeenotrettungWarum Lampedusa der nächste sichere Ort für gerettete Flüchtlinge ist und nicht Libyen oder Tunesien.
Gepostet von quer am Dienstag, 2. Juli 2019
Die systematische Gewalt gegen Flüchtende wird immer grausamer. Unerträgliche Augenzeugenberichte ...
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