GA-Preis soll massiv steigen, Gemeinde-Tageskarten und Studenten-GA gestrichen

10 Prozent teurere GA-Preise, keine Gemeinde-Tageskarten mehr, Studenten-GAs nur noch bis 25 Jahre und weitere Benachteiligungen von schweizweit 494'058 treuen ÖV-Kundinnen und -Kunden.

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SBB Zug Doppelstöcker

 

 

494’058 treue GA-Kunden werden zur Kasse gebeten

494’058 Benutzer von Öffentlichen Verkehrsmitteln (ÖV) respektive 494‘058 treue GA-Besitzer sollen künftig noch zünftiger zur Kasse gebeten werden. Mittlerweile fährt jeder 17. Einwohner der Schweiz so oft ÖV, dass sich für ihn ein Generalabonnement lohnt. Nun aber droht den GA-Kunden eine nie dagewesene Preiserhöhung, wie der «Beobachter» anhand eines internen Dokuments von CH-Direct, einem Zusammenschluss von rund 250 Transportunternehmen (u.a. SBB, BLS, ZVV, Postauto), aufdeckt: «Gegenüber dem restlichen ÖV-Sortiment ist der GA-Preis verhältnismässig tief beziehungsweise das Preis-Leistungs-Verhältnis zu gut», heisst es da im internen Papier.


Im Fokus der Preiserhöhung stehen allen voran die Vielnutzer mit einem GA. Denn dieses sei schon nach wenigen Monaten amortisiert. Bedeutet übersetzt: Es rendiert den Verantwortlichen schlichtweg zu wenig. GA-Nutzer generierten «pro gefahrenen Kilometer bloss einen Erlös von 13,8 Rappen in der zweiten und 19,2 Rappen in der ersten Klasse».

 

 

Das alles soll sich ändern:

Neuer GA-Preis

Per Fahrplanwechsel 2021 soll der GA-Preis neu satte +10% steigen. Heisst in absoluten Preisangaben: Das GA kostet dann statt wie heute 3860 Franken neu 4250 Franken pro Jahr. Wenn man zurückdenkt, wie die GA-Preise früher mal waren, lesen sich die Zahlen erschütternd. Im Jahr 1990 kostete ein GA noch 2150 Franken. «Seither betrug die allgemeine Teuerung 31 Prozentpunkte. Das GA wurde jedoch um 79 Prozent teurer», bilanziert der «Beobachter». Mit der erneuten Preiserhöhung würde sich der GA-Preis seit 1990 verdoppelt haben.

 

 

Keine GA-Ferienhinterlegung

Bisher gibt es für GA-Besitzer die Möglichkeit, ihr Generalabo für bis zu 30 Tage zu hinterlegen bzw. auszusetzen. Beispielsweise wenn man für längere Zeit in die Ferien verreist. Was durchaus Sinn macht. Diese Hinterlegungsmöglichkeit soll den neusten Plänen zufolge aber ersatzlos gestrichen werden.

 

 

Keine Gemeinde-Tageskarten mehr

Die Gemeinde-Tageskarten erfreuen sich in der Schweiz grosser Beliebtheit. Die Tageskarten gehen für gewöhnlich weg wie warme Semmeln. Offenbar ein Dorn im Auge der Verantwortlichen. Die Gemeinde-Tageskarten sollen neuerdings ebenfalls komplett abgeschafft werden - und zwar bereits per Fahrplanwechsel 2020.

 

 

Kein Studenten-GA für Ü25 mehr

Studentinnen und Studenten über 25 Jahre profitierten bislang bis zum 30. Geburtstag von einem günstigeren Junioren-GA, das vergleichsweise „nur“ 2650 Franken kostet. Damit soll nun aber endgültig Schluss sein. 26’000 Studenten mit einem Junioren-GA sollen ab dem 25. Lebensjahr den vollen GA-Preis bezahlen - und zwar schon per Fahrplanwechsel 2019/2020. Konkret bedeutet dies eine harte Preissteigerung um +45%.

 

 

Verkehrskommission will Antworten

Für CH-Direct ist die Aufdeckung der Preis-Pläne ärgerlich, krämte sie doch bislang im Geheimen. Selbst die Politik und der Preisüberwacher wussten nichts von den Plänen. Auf die aufgedeckten Pläne angesprochen, versucht CH-Direct den Kopf aus der Schlinge ziehen, indem sie betont, dass bisher noch keine Entscheide gefallen seien. Mittel- bis langfristig sei es allerdings «denkbar, das Preisgefüge anzupassen».

SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher, ihres Zeichens Präsidentin der nationalrätlichen Verkehrskommission, kritisiert die Pläne: «Plötzlich setzen sich viele wieder ins Auto statt in den Zug. Das kann wohl nicht die Absicht sein.» Sie «werde das Thema für eine der nächsten Kommissionssitzungen traktandieren. Dann möchte ich gern von den Transportunternehmen Auskunft bekommen, was sie effektiv planen», zitiert der «Beobachter» Verkehrspolitikerin Graf-Litscher.

Weiterführende Informationen:
Wird es für GA-Besotzer bald deutlich teurer? (Beobachter)

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(Last updated: 08.05.2019, 11:21)