«Jetzt ist fertig Weichspüler-SVP. Das war ein Versuch - und er ist gescheitert»

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Die Personaldecke scheint dünn bei der SVP, die Angst vor einer Wahlschlappe bei den Nationalrats- und Ständeratswahlen 2019 gross. Anders ist die Reaktivierung eines nach seiner Abwahl tief gefallenen, bekennenden Reichskriegsflaggen-Fan und Völkermorde relativierenden SVP-Schwergewichts (Armenien «Vielleicht hat es stattgefunden, vielleicht nicht» - «Srebrenica wurde aufgebauscht») als offizieller Wahlkampf-Leiter der Volkspartei nicht zu erklären. Die SVP versucht es trotzdem: «Weil niemand so gut motivieren könne wie er». Und der neue Wahlkampf-Chef kündigt sogleich an: «Jetzt ist fertig Weichspüler-SVP. Das war ein Versuch - und er ist gescheitert.»

Inhalte:

 

 

Die Reichskriegsflagge

In Oskar Freysingers Haus hängt die deutsche Reichskriegsflagge, sie ist heute meist ein Ausdruck rechtsextremer Gesinnung, wie Historiker bestätigen. Deutlich zu sehen und filmisch festgehalten ist die Flagge Freysingers in der SRF-Sendung «Reporter». Die schwarz-weiss-rote Reichskriegsflagge mit Eisernem Kreuz und Reichsadler war die offizielle Kriegsflagge der Streitkräfte des Deutschen Reichs von 1871 bis 1918. «Nach dem Ersten Weltkrieg benutzten reaktionäre Freikorps und nationalsozialistische Stosstrupps die Flagge, bis sie 1935 durch die Hakenkreuzflagge abgelöst wurde.» Adolf Hitler ersetzte den Adler durch das Hakenkreuz. Doch «noch bis 1945 wurde die Reichskriegsflagge auf den Kriegsschiffen von Hitlers Marine zu Zeremonienzwecken gehisst», «weiss der «Tagesanzeiger». Heisst, Hitlers Marine hisste eben jene Reichskriegsflagge, die nun stolz in Freysingers Haus prangt.


«Oskar Freysinger sollte als Politiker und Lehrer eine Vorbildfunktion wahrnehmen. Wie kann er da eine Flagge aufhängen, unter der schlimmste Menschenrechtsverletzungen begangen wurden?», kritisiert Ronnie Bernheim, Präsident der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus im «Tagesanzeiger».
 


ATTACKE AUF BEHINDERTE & BETAGTE
durch die Parteien FDP+SVP


Alte Menschen Grossvater Kind Generationen


300‘000 betagte u. behinderte Menschen betroffen ...

 

 

Die Hakenkreuzflagge

Die Reichskriegsflagge wurde «leicht verändert von den Nazis gebraucht. Anstelle des Adlers hat Adolf Hitler ein Hakenkreuz reingesetzt», erklärt ein Rechtsextremismus-Experte gegenüber «SRF». Da die Hakenkreuzflagge in Deutschland verboten wurde, fand die nicht verbotene Reichskriegsflagge «nach 1945 in Vereinigungen ehemaliger Nationalsozialisten Verwendung». Heute ist sie längst ein Symbol der Neonazis. Das weiss eigentlich jeder. Ausser Gymnasiallehrer Freysinger. Ehemaliger Walliser Bildungsdirektor, Nationalrat, Staatsrat und Vizepräsident der SVP. Angeblich habe er nichts gewusst. Er habe nicht gewusst, dass die Flagge vor allem von Neonazis verwendet werde, gibt sich der sonst historisch bewandte Deutschlehrer ahnungslos.


«Die Reichskriegsflagge wird in Kreisen gezeigt, die damit ihrer rechtsextremen Gesinnung Ausdruck geben wollen», klärt hingegen Sven Lüken vom Deutschen Historischen Museum in Berlin auf.
 


 

Die Flagge in Freysingers Testament

«Ich habe die Flagge vor etwa 15 Jahren beim Besuch einer U-Boot-Ausstellung in Lübeck gekauft», entgegnet Freysinger im «Tagesanzeiger». «Ich habe die Flagge aus rein ästhetischen Überlegungen gekauft; ich fand sie irgendwie schön», beschwichtigt das Aushängeschild der SVP. «Das ist ein dekoratives Element, das ich nicht mit einer Ideologie in Verbindung bringe.» Er sei absoluter Demokrat. Zudem gehe es niemanden an, was für Flaggen in seinem Haus hängen. «Ich lasse mir von niemandem vorschreiben, was ich privat aufhängen darf und was nicht. Wo sind wir hier eigentlich? Die Meinungsäusserungsfreiheit geht vor die Hunde.» Er werde die Fahne jetzt in sein Testament aufnehmen, meint er noch schmunzelnd im «Blick».

 

Nähe zu Rechtsextremen & Genozid-Leugnern


«Freysinger relativiert den Völkermord an den Armeniern («Vielleicht hat es stattgefunden, vielleicht nicht»), stellt einen Freund als Kommunikationsberater ein, der den Genozid von Srebrenica leugnet, und erklärt selber: «Man spricht immer von einem Genozid. Aber das waren keine Frauen und Kinder, die da massakriert worden sind, sondern Männer, die meisten davon in Kampfhandlungen. Man hat das aufgebauscht»», gibt der „Tagesanzeiger“ die Aussagen wieder.
 

Vielmehr äussert Freysinger den Vorwurf, dass man versuche, ihn in die rechtsextreme Ecke zu stellen. Dennoch hält er erwiesenermassen Kontakte zu allen bedeutenden rechten Bewegungen in Europa, «sei es zu Marine Le Pen vom französischen Front National oder zu Geert Wilders von der rechtspopulistischen niederländischen Partei für die Freiheit», berichtet der «Blick». «Regelmässig war Freysinger Gast bei Rechtsextremen und Verschwörungstheoretikern in ganz Europa und verklärte am russischen Staatsfernsehen die Politik von Wladimir Putin», ergänzt der «Tagesanzeiger». Bei seinem Besuch in Russland trug Freysinger eine umstrittene Kriegsauszeichnung (orange-schwarz gestreiftes Sankt-Georgs-Band), das er sich demonstrativ vor laufender Kamera ans Jacket-Revers hängte. Dazu kündigte der Bloc Identitaire, eine Gruppe französischer Rechtsextremisten, einst die Teilnahme von SVP-Nationalrat Oskar Frey­singer an einem Neonazi-Treffen an, wie «20 Minuten» festhielt, und der von der AfD angekündigte «Schweizer Spitzenpolitiker» war zudem zu einem Podium der AfD Essen eingeladen, worauf die rechtsextreme Partei Pro Nordrhein-Westfalen «ausdrücklich den Auftritt von Freysinger» begrüsste.


AUSLÄNDER-KRIMINALITÄT
NACH NATIONALITÄT

Mann Typ Kriminalität


Auf Druck der SVP-Motion «Transparenz über die Herkunft Krimineller» veröffentlichte das Bundesamt für Statistik (BfS) erstmals Zahlen zur Nationalität der rechtskräftig Verurteilten ...

 


 

Fragwürdiger SVP-Wahlkampf 2019

Zurück zur Reichskriegsflagge und zum neuerlichen SVP-Engagement Freysingers. Die Flagge ohne Hakenkreuz wird heutzutage von Neonazis verwendet, da die Fahne sonst verboten wäre. «Man kann diese Flagge nicht brauchen, ohne zu wissen, was sie für Nazi-Deutschland bedeutet», kritisiert Rechtsextremismus-Experte Hans Stutz im «SRF». Freysingers Engagement wirft daher ein zweifelhaftes Bild auf den Wahlkampf 2019 der SVP. «Ein Mann, dessen politisches Programm zur Hauptsache aus degoutanten Provokationen besteht», ist schlicht Fehl am Platz. «Keiner kann das besser als er», zitiert die «Le Temps» derweil den SVP-Parteipräsidenten Albert Rösti. Freysinger und dessen Gesinnung scheinen also doch für die Werte der Schweizerischen Volkspartei zu stehen. «Ich kann versprechen, jetzt ist Schluss mit politischer Korrektheit», droht der neue Wahlkampf-Leiter unmissverständlich. Das Versteckspiel hat also ein Ende gefunden.


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Weiterführende Informationen:
Oskar, der Rattenfänger (SRF)
Oskar Freysinger relativiert den Genozid an den Armeniern (Tagesanzeiger)
Oskar Freysinger: «Srebrenica wurde aufgebauscht» (SRF)
Oskar bei den Ideologen (Tagesanzeiger)
Freysingers dekorative Kriegsflagge (Der Bund)
Rechtsextreme Partei will katholischen Gottesstaat (Infosperber)

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(Last updated: 12.02.2019, 23:44)