Handyantennen: 5G braucht doppelt so viele in der Schweiz


Da bestehende Handyantennen in der Schweiz aufgrund der geltenden Strahlenschutzvorschriften ihre Leistungen nicht erhöhen dürfen, braucht es für ein flächendeckendes 5G-Netz neue Handyantennen-Anlagen - und zwar doppelt so viele wie bisher.

Handy 5G

Die Einführung des neuen 5G-Mobilfunkstandards (5. Generation) ist umstritten. Swisscom etwa will noch dieses Jahr bis zu 60 Schweizer Städte mit der neuen Mobilfunktechnik aufrüsten. Wie nun aber bekannt wurde, braucht die Schweiz zur flächendeckenden 5G-Einführung noch einmal so viele Handyantennen, wie es bereits gibt: «Wir gehen davon aus, dass ohne Anpassung der Anlagegrenzwerte rund 15'000 zusätzliche Mobilfunkstandorte neu gebaut werden müssen», sagte Christian Grasser, der Geschäftsführer des Branchenverbands Asut, gegenüber der «NZZ am Sonntag».


Zum Vergleich: Laut dem Bundesamt für Kommunikation gibt es in der Schweiz aktuell 18’823 Mobilfunkstandorte mit einer Sendeleistung von 50 mW und mehr.
 

Da der mobile Datenkonsum massiv steige, stiessen die bestehenden Handyantennen-Anlagen an ihre Leistungsgrenzen. «Rund zwei Drittel aller Standorte in der Schweiz und weit mehr als 90 Prozent der Standorte in Städten und Agglomerationen weisen nicht genügend Reserven auf, um 5G leistungsfähig einzusetzen.»

 

Wie gefährlich sind 5G-Strahlen?

Mehr Antennen gleich mehr Strahlung?

«Das Hauptproblem: Die hochfrequenten Mikrowellen im neu geplanten Bereich von 6 bis 100 Gigahertz haben sehr kurze Wellenlängen von nur fünf Zentimeter bis drei Millimeter Länge. Diese werden speziell ab Frequenzen über 20 Gigahertz in erster Linie durch die Haut absorbiert», wie der «Beobachter» berichtet. Über 180 Ärzte und Wissenschaftler aus 36 Ländern unterzeichneten vor anderthalb Jahren den so genannten «5G-Appell» und forderten ein Moratorium. Sie warnen davor, «Millionen von Menschen einem Experiment mit unklaren Auswirkungen auf die Gesundheit auszusetzen».


Das Gegenargument: Die Strahlungswerte eines Handys steigen bei schlechtem Empfang deutlich an. Der Umkehrschluss: «Die Antennen-Dichte zu erhöhen, kann den Empfang verbessern, wodurch die Sendeleistungen der Handys sinken», erklärt ein Mobilfunkexperte im «Blick».
 

Viele Bürgerinnen und Bürger zeigen sich besorgt. «Ein empirischer Beweis für durch Mobilfunkstrahlung verursachte gesundheitliche Schäden konnte von der Wissenschaft bisher aber nicht erbracht werden», entwarnt etwa der «Blick». «Strahlung spürt, sieht oder schmeckt man nicht. Zudem ist das Wort in Zusammenhang mit Atomstrahlung negativ belastet.» Und nimmt dabei die Widersprüche der Diskussion zur Handyantennen-Strahlung auf: «Leute wehren sich gegen Mobilfunkantennen, nutzen ihre Handys aber bedenkenlos. Dabei bestrahlen die Endgeräte die Nutzer wesentlich stärker als Mobilfunkanlagen

Berechtigter Einwand. Die Debatte wird also auch in Zukunft noch heiss geführt werden. Fakt ist: DIe Auswirkungen auf Mensch, Tiere und Pflanzen sind noch nicht ausreichend erforscht. Trotzdem wird die Einführung der 5G-Technologie in der Schweiz mit aller Vehemenz vorangetrieben. Bedenklich?


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(Last updated: 12.02.2019, 12:08)