Die 2:2:2:1-Formel für den Bundesrat – das Erfolgsmodell der Schweizer Konkordanzdemokratie
- ✓ Formel 2:2:2:1 – Drei grösste Parteien je 2 Sitze, viertstärkste 1 Sitz
- ✓ Parteien im Bundesrat – SVP (2), SP (2), FDP (2), Die Mitte (1)
- ✓ Seit 1959 – Entstanden unter CVP-Generalsekretär Martin Rosenberg
- ✓ Keine Verfassungsgrundlage – Reine politische Konvention
- ✓ ~75% Repräsentation – Drei Viertel der Wählerschaft im Bundesrat vertreten
- ✓ Keine klassische Opposition – Alle grossen Parteien regieren gemeinsam
Die Zauberformel ist das ungeschriebene Gesetz der Schweizer Regierungsbildung: Die drei wählerstärksten Parteien (SVP, SP, FDP) erhalten je zwei Bundesratssitze, die viertstärkste Partei (Die Mitte) erhält einen Sitz – kurz: 2:2:2:1.
Diese einzigartige Formel garantiert seit 1959, dass rund 75 Prozent der Wählerschaft in der Regierung vertreten sind. Die Zauberformel ist Teil der Konkordanzdemokratie, dem schweizerischen Erfolgsmodell, das auf Konsens statt Konkurrenz setzt.
📑 Inhalt
- 🔮 Was ist die Zauberformel?
- 🏛️ Wie setzt sich der Bundesrat 2026 zusammen?
- 🤝 Was bedeutet Konkordanz?
- 📅 Wie entstand die Zauberformel historisch?
- ⚖️ Klassische vs. neue Zauberformel
- 🏛️ Warum gibt es keine Opposition in der Schweiz?
- 📊 Wähleranteil vs. Bundesratssitze
- ⚠️ Kritik an der Zauberformel
- 🌍 Gibt es Konkordanz auch in anderen Ländern?
- 🌱 Zukunft: Wann kommt der erste grüne Bundesrat?
- ❓ FAQ: Die 10 häufigsten Fragen
- 📚 Quellen & Verweise
🔮 Was ist die Zauberformel?
Die Zauberformel (französisch: formule magique, italienisch: formula magica) bezeichnet die parteiübergreifende Zusammensetzung des siebenköpfigen Schweizerischen Bundesrats nach dem Verteilschlüssel 2:2:2:1.
Die Grundidee
Anders als in den meisten Demokratien, wo die Wahlsiegerin allein oder mit einem Partner regiert, teilen sich in der Schweiz alle grossen Parteien die Macht. Die Zauberformel garantiert, dass die politischen Strömungen entsprechend ihrer Wählerstärke in der Regierung vertreten sind.
Warum "Zauberformel"?
Der Begriff entstand 1959, als CVP-Generalsekretär Martin Rosenberg die neue Sitzverteilung aushandelte. Die Lösung erschien so elegant und ausgewogen, dass sie fast wie Magie wirkte – daher der Name "Zauberformel".
Die Zauberformel ist nirgends gesetzlich verankert. Sie ist eine politische Konvention, die theoretisch jederzeit geändert werden könnte. Dennoch hält sich die Bundesversammlung seit über 65 Jahren daran.
Wer sitzt aktuell im Bundesrat?
🏛️ Wie setzt sich der Bundesrat 2026 zusammen?
Nach der Bundesratswahl vom 12. März 2025, bei der Martin Pfister (Die Mitte) die zurückgetretene Viola Amherd ersetzte, setzt sich der Bundesrat wie folgt zusammen:
Die sieben Bundesratsmitglieder 2026
| Name | Partei | Departement | Im Amt seit | Kanton |
|---|---|---|---|---|
| Karin Keller-Sutter | FDP | Finanzdepartement (EFD) | 2019 | St. Gallen |
| Guy Parmelin | SVP | Wirtschaft, Bildung, Forschung (WBF) | 2016 | Waadt |
| Ignazio Cassis | FDP | Auswärtiges (EDA) | 2017 | Tessin |
| Elisabeth Baume-Schneider | SP | Inneres (EDI) | 2023 | Jura |
| Beat Jans | SP | Justiz und Polizei (EJPD) | 2024 | Basel-Stadt |
| Albert Rösti | SVP | Umwelt, Verkehr, Energie (UVEK) | 2023 | Bern |
| Martin Pfister | Mitte | Verteidigung, Sport (VBS) | 2025 | Zug |
Bundespräsidentin 2025: Karin Keller-Sutter (FDP)
Vizepräsident 2025: Guy Parmelin (SVP)
Bundeskanzler: Viktor Rossi (GLP)
Parteienverteilung nach Zauberformel
| Partei | Bundesratssitze | Entspricht Formel |
|---|---|---|
| SVP | 2 (Parmelin, Rösti) | ✅ |
| SP | 2 (Baume-Schneider, Jans) | ✅ |
| FDP | 2 (Keller-Sutter, Cassis) | ✅ |
| Die Mitte | 1 (Pfister) | ✅ |
🤝 Was bedeutet Konkordanz?
Konkordanz (von lateinisch concordantia = Übereinstimmung) ist das politische System der Schweiz, bei dem möglichst viele politische Kräfte in die Regierung eingebunden werden. Es steht im Gegensatz zur Konkurrenzdemokratie, wo Regierung und Opposition klar getrennt sind.
Die vier Säulen der Konkordanz
- Machtteilung: Alle grossen Parteien regieren gemeinsam
- Kollegialitätsprinzip: Der Bundesrat entscheidet als Einheit, nicht als Gruppe von Ministern
- Kompromisskultur: Lösungen werden ausgehandelt, nicht durchgedrückt
- Referendumsdrohung: Parteien, die nicht eingebunden sind, können Vorlagen per Referendum kippen
Arithmetische vs. inhaltliche Konkordanz
Es gibt zwei Verständnisse von Konkordanz:
| Typ | Bedeutung | Anhänger |
|---|---|---|
| Arithmetische Konkordanz | Sitze werden rein nach Wähleranteil verteilt | SVP, FDP |
| Inhaltliche Konkordanz | Parteien müssen auch inhaltlich zusammenarbeiten | SP, Grüne |
Die Schweizer Konkordanz wird durch das Referendumsrecht stabilisiert. Wenn eine grosse Partei nicht in der Regierung vertreten ist, kann sie mit Referenden die Politik der Regierung blockieren. Es ist klüger, alle ins Boot zu holen.
📅 Wie entstand die Zauberformel historisch?
Die Zauberformel entstand nicht über Nacht, sondern über mehr als 100 Jahre politischer Entwicklung.
Zeitstrahl: Der Weg zur Zauberformel
| Jahr | Ereignis | Bundesratszusammensetzung |
|---|---|---|
| 1848 | Bundesstaat gegründet | 7 Freisinnige (100% FDP) |
| 1874 | Fakultatives Referendum eingeführt | Oppositionsmacht wächst |
| 1891 | Josef Zemp wird 1. Katholisch-Konservativer | 6 FDP + 1 CVP |
| 1919 | Proporzwahl eingeführt, CVP erhält 2. Sitz | 5 FDP + 2 CVP |
| 1929 | Rudolf Minger wird 1. BGB-Bundesrat | 4 FDP + 2 CVP + 1 BGB |
| 1943 | Ernst Nobs wird 1. SP-Bundesrat | 3 FDP + 2 CVP + 1 BGB + 1 SP |
| 1959 | Zauberformel entsteht | 2 FDP + 2 CVP + 2 SP + 1 SVP |
| 2003 | SVP erhält 2. Sitz (Christoph Blocher) | 2 FDP + 1 CVP + 2 SP + 2 SVP |
| 2015 | Guy Parmelin (SVP) gewählt | Zauberformel wiederhergestellt |
| 2025 | Martin Pfister ersetzt Viola Amherd | Zauberformel bestätigt |
Der Durchbruch 1959
Der 17. Dezember 1959 war der entscheidende Tag: Gleich vier Bundesratssitze mussten neu besetzt werden. Die FDP gab einen Sitz an die SP ab, die CVP ebenfalls – und die Zauberformel war geboren.
Die Akteure von 1959:
- CVP-Generalsekretär Martin Rosenberg handelte den Deal aus
- SP erhielt erstmals zwei Sitze mit Willy Spühler und Hans Peter Tschudi
- Die BGB (heute SVP) behielt ihren einen Sitz
⚖️ Klassische vs. neue Zauberformel
Die Zauberformel hat sich 2003 verändert – die Arithmetik blieb gleich, die Parteien wechselten.
Die klassische Zauberformel (1959–2003)
| Partei | Sitze | Wähleranteil (Ø) |
|---|---|---|
| FDP | 2 | ~23% |
| CVP | 2 | ~21% |
| SP | 2 | ~23% |
| SVP (BGB) | 1 | ~11% |
Diese Zusammensetzung blieb 44 Jahre lang stabil – ein Weltrekord für Regierungskontinuität.
Die neue Zauberformel (seit 2003)
| Partei | Sitze | Wähleranteil 2023 |
|---|---|---|
| SVP | 2 | 27,9% |
| SP | 2 | 18,3% |
| FDP | 2 | 14,3% |
| Die Mitte | 1 | 14,1% |
Was hat sich geändert? Die SVP wuchs in den 1990er Jahren zur stärksten Partei heran. Nach den Wahlen 2003 forderte sie erfolgreich einen zweiten Sitz – auf Kosten der CVP. Am 10. Dezember 2003 wurde Christoph Blocher in den Bundesrat gewählt, Ruth Metzler (CVP) musste gehen.
Die turbulenten Jahre 2007–2015
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 2007 | Christoph Blocher wird überraschend abgewählt; Eveline Widmer-Schlumpf gewählt |
| 2008 | SVP-Bundesräte treten zur BDP über; SVP kurzzeitig ohne Regierungsbeteiligung |
| 2008 | Ueli Maurer bringt SVP zurück in den Bundesrat |
| 2015 | Guy Parmelin gewählt – Zauberformel vollständig wiederhergestellt |
🏛️ Warum gibt es keine Opposition in der Schweiz?
In der Schweiz gibt es keine klassische Opposition wie in anderen Ländern. Das hat tiefgreifende Auswirkungen auf die politische Kultur.
Regierung und Opposition gleichzeitig
Jede Partei im Bundesrat ist gleichzeitig Regierungs- und Oppositionspartei:
- Sie unterstützt die Regierung in manchen Fragen
- Sie bekämpft die Regierung in anderen Fragen
Wechselnde Mehrheiten
Im Parlament bilden sich von Thema zu Thema neue Allianzen:
- Umweltfragen: SP + Grüne + GLP + teilweise Mitte
- Wirtschaftsfragen: SVP + FDP + teilweise Mitte
- Europafragen: FDP + SP + GLP vs. SVP + teilweise Mitte
Vorteile des Systems
| Vorteil | Erklärung |
|---|---|
| Stabilität | Keine Regierungskrisen durch Koalitionsbruch |
| Breite Basis | ~75% der Wählerschaft in der Regierung vertreten |
| Kompromissfähigkeit | Extreme Positionen werden abgeschliffen |
| Planbarkeit | Keine drastischen Politikwechsel nach Wahlen |
Nachteile des Systems
| Nachteil | Erklärung |
|---|---|
| Reformstau | Grosse Reformen sind schwer durchzusetzen |
| Verwässerung | Kompromisse können zu unklaren Lösungen führen |
| Fehlende Alternativen | Keine klare politische Alternative wählbar |
| Verantwortungsdefizit | Niemand ist klar "verantwortlich" für Entscheide |
📊 Wähleranteil vs. Bundesratssitze: Ist die Verteilung fair?
Die Frage, ob die Zauberformel die Wählerstärke fair abbildet, ist politisch umstritten.
Aktuelle Parteistärken (Nationalratswahlen 2023)
| Partei | Wähleranteil | NR-Sitze | BR-Sitze | Anteil 7 BR |
|---|---|---|---|---|
| SVP | 27,9% | 62 | 2 | 28,6% ✅ |
| SP | 18,3% | 41 | 2 | 28,6% ↗️ |
| FDP | 14,3% | 28 | 2 | 28,6% ↗️ |
| Die Mitte | 14,1% | 29 | 1 | 14,3% ✅ |
| Grüne | 9,8% | 23 | 0 | 0% ❌ |
| GLP | 7,6% | 10 | 0 | 0% ❌ |
| Andere | 8,0% | 7 | 0 | 0% |
Das Repräsentationsproblem
Die vier Bundesratsparteien repräsentieren zusammen nur etwa 75% der Wählerschaft. Rund 25% sind nicht vertreten, vor allem Wählerinnen und Wähler der Grünen und Grünliberalen.
Verschiedene alternative Formeln wurden diskutiert: Ein 6-Parteien-Modell (2:1:1:1:1:1) oder ein Block-Modell (2:3:2). Bisher hat sich keine Alternative durchgesetzt.
⚠️ Kritik an der Zauberformel
Die Zauberformel steht seit Jahren in der Kritik – aus verschiedenen Richtungen.
Die häufigsten Kritikpunkte
1. Reformstau
Kritiker bemängeln, dass die Allparteienregierung keine grossen Reformen zustande bringe. In zentralen Dossiers wie der Europa-Politik oder der Altersvorsorge blockiere das System sich selbst.
2. Fehlende Repräsentation
Rund ein Viertel der Wählerschaft (vor allem Grüne und GLP) ist nicht im Bundesrat vertreten – obwohl die Konkordanz eigentlich alle wichtigen Kräfte einbinden soll.
3. Verwässerte Verantwortlichkeit
Da alle regieren, trägt niemand klar die Verantwortung. Nach Fehlentscheiden kann sich jede Partei herausreden.
4. Kollegialitätsprinzip unter Druck
Immer häufiger kritisieren Bundesräte im Nachhinein Entscheide, die sie im Gremium mitgetragen haben – ein Verstoss gegen die Kollegialität.
Die Verteidigung
Befürworter der Zauberformel halten dagegen:
| Argument | Erklärung |
|---|---|
| Stabilität | Die Schweiz ist eines der stabilsten Länder weltweit |
| Kein Populismus | Extreme Parteien werden durch Regierungsbeteiligung gemässigt |
| Direkte Demokratie | Referenden korrigieren Fehlentscheide |
| Bewährtes System | Über 65 Jahre erfolgreiche Praxis |
🌍 Gibt es Konkordanz auch in anderen Ländern?
Die Schweiz ist der Prototyp der Konkordanzdemokratie, aber nicht das einzige Land mit ähnlichen Elementen.
Internationale Vergleiche
| Land | Konkordanz-Ausprägung | Besonderheit |
|---|---|---|
| Schweiz | Stark (Prototyp) | Zauberformel, kein Misstrauensvotum |
| Luxemburg | Stark | Ähnliches Modell wie Schweiz |
| Österreich | Historisch stark | Grosse Koalitionen 1947–1966, 1987–2000, 2007–2016 |
| Belgien | Mittel | Sprachliche Konkordanz, komplexe Koalitionen |
| Niederlande | Historisch | "Säulenmodell" bis 1960er |
| Deutschland | Elemente | Grosse Koalitionen, Bundesrat |
Der Schweizer Sonderfall
Was die Schweiz einzigartig macht:
- Dauerhafte Allparteienregierung (nicht nur temporäre grosse Koalition)
- Kollegialprinzip (alle Bundesräte sind gleichberechtigt)
- Kein Regierungschef (Bundespräsident nur "primus inter pares")
- Kein Misstrauensvotum (Bundesräte können nicht abgewählt werden)
- Direkte Demokratie (Referenden als Korrektiv)
Der Politikwissenschaftler Arend Lijphart bezeichnete die Schweiz als den "Prototyp" für ein konsensdemokratisches System.
🌱 Zukunft: Wann kommt der erste grüne Bundesrat?
Die Frage nach einem grünen Bundesratssitz beschäftigt die Schweizer Politik seit den Wahlen 2019.
Die Ausgangslage
| Partei | Wähleranteil 2023 | Anspruch auf BR-Sitz? |
|---|---|---|
| Grüne | 9,8% | Nach Formel: Nein (nur Rang 5) |
| GLP | 7,6% | Nach Formel: Nein (Rang 6) |
Bisherige Versuche
| Jahr | Kandidat/in | Partei | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 2019 | Regula Rytz | Grüne | Gescheitert gegen Ignazio Cassis |
| 2023 | Gerhard Andrey | Grüne | Gescheitert (Sprengkandidat) |
Szenarien für einen grünen Bundesrat
Szenario 1: Arithmetische Logik
Wenn die Grünen zur viertstärksten Partei werden (vor der Mitte), könnten sie den Mitte-Sitz beanspruchen.
Szenario 2: Block-Logik
SP und Grüne gemeinsam als "linker Block" betrachtet – dann hätten beide zusammen Anspruch auf zwei bis drei Sitze.
Szenario 3: Freiwilliger Rücktritt
Bei einem Rücktritt eines FDP-Bundesrats könnte der Sitz an die Grünen gehen.
Hürden
Die grössten Hindernisse für einen grünen Bundesratssitz:
- Bürgerliche Mehrheit im Parlament verteidigt Status quo
- Traditionsprinzip: Amtierende Bundesräte werden selten abgewählt
- Wählerverluste 2023: Grüne verloren 3,8 Prozentpunkte
- Fehlende Ständeratspräsenz: Grüne haben wenig Gewicht im Ständerat
❓ FAQ: Die 10 häufigsten Fragen
1. Was ist die Zauberformel einfach erklärt?
Die Zauberformel ist die Regel, wie die sieben Bundesratssitze auf die Parteien verteilt werden: Die drei grössten Parteien erhalten je zwei Sitze, die viertstärkste Partei einen Sitz (2:2:2:1).
2. Warum heisst es "Zauberformel"?
Der Begriff entstand 1959, weil die neue Sitzverteilung so elegant und ausgewogen war, dass sie fast wie Magie wirkte. CVP-Generalsekretär Martin Rosenberg prägte den Ausdruck.
3. Ist die Zauberformel in der Verfassung verankert?
Nein. Die Zauberformel ist eine politische Konvention ohne rechtliche Grundlage. Sie könnte theoretisch jederzeit geändert werden.
4. Seit wann gilt die Zauberformel?
Seit dem 17. Dezember 1959, als erstmals die Zusammensetzung 2 FDP + 2 CVP + 2 SP + 1 SVP gewählt wurde.
5. Was bedeutet Konkordanz?
Konkordanz bedeutet, dass alle grossen politischen Kräfte gemeinsam regieren, statt dass eine Mehrheit allein regiert und die anderen in der Opposition sind.
6. Gibt es in der Schweiz keine Opposition?
Nicht im klassischen Sinn. Alle grossen Parteien sind in der Regierung vertreten und können je nach Thema sowohl Regierungs- als auch Oppositionsrolle einnehmen.
7. Warum haben die Grünen keinen Bundesratssitz?
Die Grünen sind nach den Nationalratswahlen 2023 die fünftstärkste Partei. Nach der aktuellen Zauberformel haben nur die vier stärksten Parteien Anspruch auf einen Sitz.
8. Was ist der Unterschied zwischen klassischer und neuer Zauberformel?
Die klassische Formel (1959–2003) lautete: 2 FDP + 2 CVP + 2 SP + 1 SVP. Die neue Formel (seit 2003) lautet: 2 SVP + 2 SP + 2 FDP + 1 Mitte. Die SVP hat einen Sitz von der CVP/Mitte übernommen.
9. Kann ein Bundesrat abgewählt werden?
Ja, aber es ist sehr selten. Das Parlament kann bei den Gesamterneuerungswahlen (alle 4 Jahre) oder bei Ersatzwahlen einen Bundesrat nicht wiederwählen. Bekannte Beispiele: Ruth Metzler (2003), Christoph Blocher (2007).
10. Wie wird man Bundesrat?
Die Vereinigte Bundesversammlung (National- und Ständerat zusammen) wählt die Bundesräte. Theoretisch kann jede stimmberechtigte Person gewählt werden, aber in der Praxis nominieren die Parteien Kandidaten.
📚 Quellen & Verweise
🏛️ Offizielle Stellen (Tier 1):
📰 Medienberichte (Tier 2):
- SRF News – Bundesratswahlen 2023: srf.ch
- NZZ – Wie soll der Bundesrat zusammengesetzt werden?: nzz.ch
- Schweizerisches Nationalmuseum – Mit der Zauberformel zur Konkordanz: nationalmuseum.ch
- 20 Minuten – So kam die Konkordanz in den Bundesrat: 20min.ch
Stand: Dezember 2025 – Alle Angaben ohne Gewähr.

