Sozialdetektive einsetzen wegen Sozialhilfemissbrauch? So viele Milliarden würden Steuerdetektive der Schweiz pro Jahr gegen Steuerbetrüger einbringen


Grosse Empörung bei Sozialhilfemissbrauch, dafür keine oder kaum Empörung bei Steuerbetrug. Dabei gehen dem Staat im Vergleich zum Sozialhilfemissbrauch durch Steuerhinterziehung jedes Jahr(!) Milliarden im zweistelligen Bereich verloren, mit denen man die AHV auf Generationen hinaus sanieren sowie viele weitere Leistungen locker finanzieren könnte. Ein Überblick.

Inhalte:

 


 

 

So viele Milliarden gehen der Schweiz pro Jahr wegen Steuerbetrug verloren, die der ehrliche Steuerzahler wieder ausgleichen muss:

Steuern Steuerhinterziehung Steueroase Steuerflucht Schwarzgeld

Wie viel Geld würden uns (also der Schweiz bzw. dem Volk) Steuerdetektive im Vergleich zu den Sozialdetektiven jedes Jahr an Geld einbringen? Die Zahlen sind gelinde gesagt gewaltig.

Selbst der Zusatzbericht des Eidgenössischen Finanzdepartements zu der damals geplanten Unternehmenssteuerreform III wies in verkorkstem Beamtendeutsch darauf hin, dass der Bund bewusst auf immense Steuereinnahmen verzichtet, weil Steuerhinterzieher nicht ausreichend kontrolliert werden. «Die Dummen sind dabei die ehrlichen Steuerzahler, wir dürfen die Hinterziehungsorgien mit unseren Steuern und mit Leistungsabbau ausgleichen», bringt es die SP auf den Punkt.

Die Tax Research UK hat das Ausmass der Steuerhinterziehung und der Steuervermeidung in der EU geschätzt. Basierend auf dieser Studie ergibt sich für die Schweiz folgendes Resultat:

21,4 Milliarden Franken pro Jahr.

Heisst konkret: Dem Staat Schweiz gehen jährlich 21,4 Milliarden Steuereinnahmen wegen Steuerhinterziehung verloren.

Jedes Jahr.

Das sind bei über 8,4 Millionen Einwohnern jährlich 2703 Franken pro Kopf.

Hinzu kommen 2,1 bis 7,4 Milliarden Franken vermiedene Steuern.


Insgesamt gehen der Schweiz also je nachdem bis zu 30 Milliarden Franken durch die Lappen.
 

Jedes Jahr.

Wegen Steuerbetrug (21,4 Milliarden Franken), nicht wegen Sozialhilfebetrug (80 Millionen Franken).

Das ist das 262-Fache.

Trotzdem ist die Empörung bei Sozialhilfemissbrauch um das 262-Fache höher.

Und trotzdem wählen die meisten Wählerinnen und Wähler weiterhin mehrheitlich bürgerlich-rechte Parteien, die eben genau diese Steuerhinterziehungen sowie Steueroasen und Steuerflucht begünstigen, und die den Sozialhilfemissbrauch dankbar und berechnend als mediale Ablenkung vorschieben.

Versteht einer diese Welt?

 

 

So viele Millionen gehen der Schweiz pro Jahr wegen Sozialhilfemissbrauch verloren, die der ehrliche Prämienzahler wieder ausgleichen muss:

«Die von den Bürgerlichen gerne beschworene Steuerehrlichkeit in der Schweiz ist ein Mythos», schreibt etwa «watson». Auch in der Schweiz wird der Fiskus kräftig betrogen. Um 21,4 Milliarden Franken jedes Jahr, wie oben dargelegt. Genaue Zahlen existieren aus naheliegenden Gründen nicht. «Grobe Schätzungen hatten in der Vergangenheit auf Hinterziehungsquoten von 5 bis 20 Prozent gedeutet», berichtet die «NZZ». In der Sozialhilfe hingegen liegt die Missbrauchquote bei etwa 2 bis 10 Prozent, wie der «Beobachter» vorrechnet. «Bei jährlich gut 1,9 Milliarden Franken an bedarfs­abhängigen Sozialhilfeleistungen entspricht das 39 bis 190 Millionen.» Das überparteiliche bürgerliche Komitee «Ja zu Fairplay im Sozialversicherungsrecht» rechnet hingegen vor, dass die Versicherungen in den vergangenen Jahren jährlich 80 Millionen Franken hätten einsparen können.


80 Millionen Franken. Nicht Milliarden.
 

Sozialhilfemissbrauch vs. Steuerbetrug,

80 Millionen Franken vs. 21,4 Milliarden Franken.

Empörung vs. hinzunehmendes Kavaliersdelikt (inklusive garantierter Straffreiheit aufgrund einmalig gewährter Steueramnestie).

Beides schlimm.

Aber die Prioritäten sind eindeutig und grob fahrlässig falsch gesetzt.


Blocher nutzt die Europäische Union (EU) als Steuerparadies für Ems-Chemie
Ems-Einnahmen fliessen über das Steuerparadies Luxemburg der eigentlich so „verhassten EU“

Euro Franken Steuern Steueroptimierung

Spielen die superreichen Blochers womöglich ein doppeltes Spiel? Gegen die EU wettern und die Begrenzungsinitiative (MEI 2.0) zur totalen Kündigung der Personenfreizügigkeit lancieren, aber dann Gewinne aus der Schweiz abzügeln und dank EU viel Geld sparen. Der jahrzehntelang andauernde politische Kampf der Blochers «Wir kleinen Schweizer gegen die uns umzingelnde EU-Übermacht» verkommt zur Farce ...
 

Während am einen Ort Sozialdetektive mit mehr Rechten ausgestattet als die Polizei eingesetzt werden, wird am anderen Ort Personal gespart.

Bis 2018 wurde die Zahl der Eidgenössischen Steuerinspektoren zwar schrittweise um 75 Inspektoren wieder erhöht.

Aber.

Auf das Niveau der Nullerjahre.

Zuvor wurde nämlich kräftig abgebaut.

Mit der neuerlichen überschaubaren Aufstockung sollen nun 250 Millionen Franken zusätzliche Steuereinnahmen in die Bundeskasse gespült werden.

Angesichts der jährlich hinterzogenen 21,4 Milliarden Schweizer Franken nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein.


DER NEUE 13. AHV-LOHN
Neu 13 statt nur 12 AHV-Renten

Hände Handfläche oben


13. AHV-Rente à la 13. Monatslohn für alle Rentnerinnen und Rentner ...


 

 

Steuerspitzel jetzt!

«Zum Grössenvergleich: Mit konsequenter Steuerkontrolle und der längst überfälligen Stopfung der Steuerschlupflöcher käme so innert 7 bis 9 Jahren ein Betrag zusammen, der ausreichen würde, um die gesamten Schulden aller drei Staatsebenen auf einen Schlag zu begleichen. Mit den zusätzlichen Einnahmen würden zudem enorme Mittel frei für anstehende Aufgaben wie die Energiewende, die Bildungsinvestitionen oder den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Auf jeden Fall aber wirkt angesichts dieser Zahlen (selbst wenn wir zusätzlich noch eine grosszügige Fehlermarge einrechneten) jede Diskussion um die aktuellen Sparanstrengungen lächerlich», kritisiert die SP.

Steuer-Detektive Steuerhinterziehung

Eine neue Petition der Jungen Grünen fordert nun ausgleichende Gerechtigkeit: Nach den Sozialdetektiven sollen nun auch explizit die Steuerspitzel erlaubt werden.


«Während sich mit Versicherungsspionen lediglich 80 Millionen Franken einsparen lässt, bringen Steuerspitzel rund das 262 Fache!»
 

Die Petitionäre rechnen vor, dass in der Schweiz schätzungsweise 23 Milliarden Steuern hinterzogen werden - pro Jahr.

Nach dem klaren Abstimmungsverdikt der Schweizer Bevölkerung, das sich dafür ausgesprochen hat, dass Sozialdetektive künftig mittels Drohnen und Observierung von Privaträumen (also mit mehr Rechten ausgestattet als die Polizei) Versicherungsbetrug aufdecken sollen, soll es jetzt auch dem „Steuerbschiss“ an den Kragen gehen. Die Jungen Grünen fordern aus diesem Grund «endlich rechtstaatlich korrekte aber wirksame Massnahmen».


Das fordert die Petition: «Wir fordern das Parlament dazu auf, Steuerhinterziehung konsequent zu verfolgen, Schlupflöcher zu stopfen und das Bankgeheimnis auch im Inland abzuschaffen!» ...

Hier unterschreiben:
Steuerspitzel Jetzt!

(Petition)


Vielleicht interessiert Dich auch:


Lokal. Regional. National. CH - www.ConvivaPlus.ch Autor: Schweiz - Redaktion

Die Schweiz kompakt - ConvivaPlus.ch
Lokales, regionales und nationales Wissen.

 

(Last updated: 28.02.2019, 12:24)