Kranke in der Schweiz sollen Arztrechnungen und Spitalaufenthalte künftig selber zahlen

Die FDP will das Gesundheitssystem umkrempeln: Kranke in der Schweiz sollen einen Teil der Arztrechnung und Spitalaufenthalte selber zahlen. Zahlreiche Erkrankungen und Behandlungen werden dann nicht mehr von der obligatorischen Grundversicherung gedeckt.

Die Schweizerinnen und Schweizer sollen «mehr Eigenverantwortung übernehmen» und «ein höheres finanzielles Risiko tragen», um «eine Vollkaskomentalität im Gesundheitswesen zu verhindern».

Die Kostenbeteiligung der Patienten solle hoch genug sein, «um das Bewusstsein für die Kosten der eigenen Gesundheit zu verbessern», fordert die FDP in ihrem neuen Positionspapier und sie macht Nägel mit Köpfen: Die FDP hat bereits mehrere entsprechende Vorstösse im bürgerlich-rechts dominierten Parlament lanciert.

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Inhalte:

 

 

FDP: «Grundversicherte sollen selber bezahlen»


«Um das Bewusstsein für die Kosten der eigenen Gesundheit zu verbessern» sollen Kranke für die Behandlung «harmloser Erkrankungen oder kurzer Krankenhausaufenthalte» selber aufkommen.
 

Die obligatorische Grundversicherung soll nur noch «Grossrisiken» wie «schwere Eingriffe, chronische Krankheiten und Gesundheitskosten von Bedürftigen» decken.


KK IN DER SCHWEIZ
SVP will Behandlungen, die nur "einige Tausend Franken" kosten, von der Krankenkassen-Grundversicherung ausschliessen

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„Kleinere Behandlungen“, die nur ein paar Tausend Franken kosten, soll jeder selber bezahlen und sollen gleich ganz aus der Grundversicherung ausgeschlossen werden ...


Wer es sich leisten kann, soll analog zur 3. Säule monatlich Geld auf ein neu eingeführtes „Gesundheits“-Konto einzahlen und dabei von Steuerprivilegien profitieren. Dieses Konto basiert auf Freiwilligkeit und ist vererbbar.

Damit will die FDP ein «echtes solidarisches Verhalten fördern und die jüngeren Generationen entlasten», als Alternative zum heutigen auf «Umverteilung basierenden System».

 

 

FDP: «Franchisen sollen erhöht werden»

Zudem will die FDP die Franchisen erhöhen. Die Partei hat bereits drei entsprechende Vorstösse eingereicht (16.3110, 16.3111, 16.3112), die im Parlament nur deshalb als "erledigt" gelten, weil der öffentliche Druck resp. die Empörung zu gross wurde und weil 2019 ein wichtiges Wahljahr ist (siehe Artikel weiter unten). So sah man sich gezwungen, die heiss ersehnte Erhöhung auf 500 Franken Mindestfranchise wohl oder übel fürs Erste zu verwerfen, um dadurch keine Stimmen bei den Eidgenössischen Wahlen zu verlieren. Was allerdings überhaupt nicht deren wahren Absichten entspricht, sie wollen die Franchisen-Erhöhung unbedingt. Mit der Erhöhung der Maximalfranchise und Minimalfranchise will die FDP «eine "Vollkaskomentalität" im Gesundheitswesen verhindern. Aus diesen Gründen soll Versicherten auch die Möglichkeit gegeben werden, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen und ein höheres finanzielles Risiko zu tragen.» Nach den Wahlen werden mit aller Wahrscheinlichkeit neue Angriffe auf die bestehenden Franchisen lanciert.



Die FDP will dabei «die Möglichkeit bieten, die Franchise als «Zusatzversicherung" zu versichern». So heisst es bei der FDP im Wortlaut: «Die Hinterlegung des Franchisenbeitrags auf ein Konto» soll gefördert werden, «namentlich durch steuerliche Massnahmen, genauso wie bei der Mietgarantie».


KRANKENKASSEN-LOBBY
Diese Lobby-Parlamentarier erhalten Geld

von Schweizer Krankenkassen - Interessenkonflikt?

Einkommen Deal Geschäfte


Diese Parlamentarier (Nationalräte und Ständeräte) sind direkt oder indirekt mit den Krankenkassen, Dachorganisationen KK oder Unterorganisationen KK verbandelt - und erhalten Geld auf ihr Konto. Zusätzlich zum Parlamentarier-Lohn ...


Weiterführende Informationen:
Neuer Schwung für das Schweizer Gesundheitswesen (FDP-Positionspapier)
Krankenversicherung. Regelmässige Anpassung der Franchisen (FDP-Motion im Parlament)
Wahlfreiheit und Eigenverantwortung stärken. Maximalfranchise in der obligatorischen Krankenversicherung erhöhen (FDP-Motion im Parlament)
Krankenversicherung. Mindestfranchise in der Krankenversicherung endlich anpassen (FDP-Motion im Parlament)


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(Last updated: 06.06.2019, 11:15)