Zu wenig Geld fürs Essen in der Schweiz: Zehntausende betroffen
Hunger und Armut in der Schweiz, zu wenig Geld fürs Essen: «Es gibt nicht nur in Entwicklungsländern sondern auch vor unserer eigenen Haustüre viele arme Mitmenschen, die dringend Hilfe benötigen.»

«Es gibt nicht nur in Entwicklungsländern sondern auch vor unserer eigenen Haustüre viele arme Mitmenschen, die dringend Hilfe benötigen», berichtet Yvonne Kurzmeyer, Ehrenpräsidentin der Stiftung Hoffnung für Menschen in Not. Es sei «schwierig, den Leuten klarzumachen, dass es auch bei uns arme Menschen gibt.»
«Bei den Tafeln in der Schweiz hat die Nahrungsmittelverteilung innerhalb von zwei Jahren um +38 Prozent zugenommen ...
... Es sind mehrere zehntausend Menschen, die zu wenig Geld fürs Essen haben»
(berichtet die Zeitung «vorwärts»)
Kein Geld für Essen:
Die 300 Reichsten in der Schweiz besitzen durchschnittlich ein Vermögen von 2,246 Milliarden Franken pro Kopf. Sie leben standesgemäss in Saus und Braus. Auf der anderen Seite der Medaille gibt es armutsbetroffene Menschen, denen das Geld für eine gesunde, ausgewogene Ernährung fehlt.
Armut bedeutet Unterversorgung in wichtigen Lebensbereichen (materiell, kulturell und sozial). Betroffene Personen erreichen den minimalen Lebensstandard nicht, welcher in der Schweiz als annehmbar empfunden wird.
In der Regel wird Armut finanziell definiert. Die «Armutsquote» gibt an, wie hoch der Anteil der Bevölkerung ist, deren Einkommen unter einer finanziell definierten Armutsgrenze liegt.
Laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) waren im Jahr 2016 von 8,4 Millionen Einwohnern in der Schweiz über 615‘000 Personen oder 7,5 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung in Privathaushalten von Armut betroffen. 14,7 Prozent der Bevölkerung der Schweiz oder nahezu jede siebte Person ist von Armut bedroht.
«Arm sein bedeutet, nicht genügend Mittel zur Verfügung zu haben um an einem integrierten Sozialleben teilnehmen zu können. Wer arm ist, lebt oft isoliert und muss auch bei seiner Ernährung teilweise mit starken Einschränkungen leben. Das kann einen negativen Einfluss auf die Gesundheit haben.»
Food Waste: Es gäbe genug Nahrungsmittel in der Schweiz:
Zum Glück gibt es Organisationen und Anlaufstellen wie Caritas Märkte, Tischlein Deck Dich oder die Schweizer Tafel, die über Lebensmittelangebote verfügen.
Die Schweizer Tafel rechnet vor. Es gäbe genug Nahrungsmittel in der Schweiz. Ein Problem stellt zudem das sogennante Food Waste dar. «Nach neusten Berechnungen geht rund ein Drittel der für den Schweizer Konsum produzierten Lebensmittel zwischen Feld und Teller verloren: 20% bei der landwirtschaftlichen Produktion, 30% in Verarbeitung und Handel und 50% in den Haushalten und bei Grossverbrauchern.»
Das entspricht in der Schweiz einer Menge von «2 Millionen Tonnen einwandfreier Lebensmittel, die jedes Jahr weggeworfen werden». Pro Einwohner sind das 117 Kilogramm.
2017 hat die Schweizer Tafel insgesamt 3993 Tonnen Lebensmittel im Wert von 26,1 Millionen Franken verteilt. Das sind täglich knapp 16 Tonnen einwandfreie Lebensmittel, die sie gratis in zwölf Regionen der Schweiz an rund 450 soziale Institutionen und armutsbetroffene Menschen verteilen.
Die Schweizer Tafel sammelt überschüssige, einwandfreie Lebensmittel bei Grossverteilern, Produzenten und Detaillisten ein und verteilt sie kostenlos an soziale Institutionen wie Obdachlosenheime, Gassenküchen, Notunterkünfte und andere Hilfswerke, welche sich um armutsbetroffene Mitmenschen in der Schweiz kümmern.
Wer macht Arme in der Schweiz noch ärmer?
SVP und FDP regieren den Bundesrat, Nationalrat und Ständerat (hier spielt die CVP als stärkste Kraft zusammen mit der FDP das Zünglein an der Waage). Was hat uns das bisher gebracht?
Anmerkung: Nachfolgend eine Zusammenstellung konkreter politischer Vorstösse in dieser Legislatur 2015-2019 (auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene) und offizieller Standpunkte besagter Parteien, sprich, was der Schweiz mit besagten politischen Mehrheiten blüht. Die Detailinformationen sind in den einzelnen verlinkten Artikeln jeweils ausführlich erläutert und mit offiziellen Quellen verlinkt.
- "Wir" kürzen die CH-Armutsbekämpfung -72%
- "Wir" kürzen Behinderten & Betagten 700 Mio. Fr. EL-Hilfe (bei 9,1 Milliarden Fr. Überschuss)
- "Wir" kürzen den Sozialhilfe-Grundbedarf um -30%, damit sie von 5 Fr. pro Tag leben müssen
- "Wir" kürzen schweizweit die Prämienverbilligung
- "Wir" erhöhen Krankenkassen-Franchisen 67%
- "Wir" stoppen die Krippenfinanzierung (O-Ton SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi)
- "Wir" kürzen die AHV/IV-Kinderrenten um -25%
- "Wir" streichen psychisch erkrankten U30-Jährigen die IV-Rente
- "Wir" kürzen Deine Rente
- "Wir" lassen die Schweizer Bevölkerung länger arbeiten (fein raus ist nur, wer sichs leisten kann)
- "Wir" beginnen den Arbeitstag neu um 4 Uhr morgens und streichen den Nachtzuschlag
- "Wir" lassen Versicherungen im Schadensfall einseitig den Vertrag kündigen
- «Wir» schaffen die Privatsphäre ab (ausser für Steuerflüchtlinge)
- "Wir" sparen das Bildungswesen kaputt
- "Wir" höhlen den Mieterschutz aus
- "Wir" privatisieren das Trinkwasser
- "Wir" weichen den Arbeitnehmerschutz auf
- "Wir" bezahlen Pflegekräfte und Altenpfleger mies (hauptsächlich Frauen; SVP + FDP lehnen verfassungskonforme Lohngleichheit ab)
- "Wir" lehnen die Gleichstellung zwischen Frau und Mann ab, «weil wir die Unterschiede mögen»
- "Wir" lassen reiche Ausländer den Aufenthalt in der Schweiz mit Geld kaufen
- "Wir" finanzieren den Konzernen ihre Steuern
Artikel zum Thema:
- Mit 5 Fr. pro Tag leben: FDP + SVP machen Schweizer ärmer
Die SVP und FDP haben in mehreren Kantonen eine Kürzung des Grundbedarfs um -30% beschlossen. «Mangelernährung, Ausgrenzung und Verelendung sind die Folgen» ... - SVP + FDP attackieren Behinderte und Betagte mit EL-Kürzungen
Über 300‘000 betagte oder behinderte Menschen sind in der Schweiz auf Ergänzungsleistungen (EL) angewiesen. Bald werden sie mit noch weniger Geld auskommen müssen ... - SVP will Behandlungen von Krankenkassen-Grundversicherung ausschliessen
„Kleinere Behandlungen“, die nur ein paar Tausend Franken kosten, sollen gleich ganz aus der Grundversicherung ausgeschlossen werden ... - SVP attackiert Familien und Prämienverbilligung schweizweit
Wer soll sich die Krankenkassenprämien noch leisten können? Die SVP schiesst aus allen Rohren gegen die für manche existenzielle Prämienverbilligung. Damit zielt die SVP direkt auf Familien, Schlechtverdienende und alte Menschen in der Schweiz ... - SVP + FDP: «Keine IV-Rente für U30-jährige psychisch Kranke mehr!»
Keinen Rentenanspruch mehr haben junge Erwachsene mit psychischen Diagnosen ... - SVP + FDP kürzen Gelder zur Armutsbekämpfung massiv -72%»
72 Prozent weniger Geld für die Armutsbekämpfung! In der Schweiz sind 7,5% der ständigen Wohnbevölkerung bzw. 615‘000 Menschen von Armut betroffen, davon 108‘000 Kinder ... - Das CH-Volk wird ausgeblutet (Wahlen 2019)
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