Tiefere Prämien dank Schrittzähler-App: Wer gesünder lebt, soll weniger für Krankenkasse bezahlen
Prämienmodell Schrittzähler: Wer gesünder lebt, soll weniger Prämien für die Krankenkasse bezahlen. Mittels Schrittzähler-App auf dem Handy soll die Prämie berechnet werden.

Prämienmodell Schrittzähler: Wer gesünder lebt, soll weniger Prämien für die Krankenkasse bezahlen müssen. Mittels Schrittzähler-App auf dem Handy soll künftig die Prämie berechnet werden.
Dies fordert CVP-Nationalrätin Ruth Humbel mit ihrer Motion 18.3976 «Elektronisches Patientendossier nutzen für Anreize zu gesundheitsbewusstem Verhalten (Umsetzung NCD-Strategie)» im Parlament, die ausserdem 22 weitere Parlamentarier unterschrieben haben, darunter die Nationalräte Thierry Burkart (FDP) und Ulrich Giezendanner (SVP).
Laut Humbel entfallen 80 Prozent der Gesundheitskosten auf nicht übertragbare Krankheiten NCD. «Herz-Kreislauf-Probleme sind die häufigste Todesursache in der Schweiz. Deren Verhütung müsste demnach eine hohe Priorität haben. Das Schweizerische Gesundheitswesen legt den Fokus jedoch auf das Kurieren von Krankheiten. Versicherungstechnisch gibt es keinen Anreiz, sich gesund zu verhalten.» Hier will die CVP-Nationalrät bei der Prävention ansetzen und auf Basis dieser Technologie ein Prämienmodell entwickeln lassen:
«Die digitalen Instrumente (z.B. Apps auf Mobiltelefonen, Wearables) schaffen neue Möglichkeiten zur Krankheitsvorbeugung und der Steigerung der Gesundheitskompetenz der Individuen.»
Wer ein Smartphone besitzt, der hat in der Regel auch eine Gesundheits-App installiert. «Der Einsatz digitaler Instrumente für die Prävention (Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention) muss mittels Anreizen gefördert werden. Versicherte sollen belohnt werden, welche nachweislich Massnahmen zur Erhaltung ihrer Gesundheit treffen (z.B. Schrittzähler, regelmässige Blutdruckmessung) und die Daten in ihr elektronische Patientendossier einstellen.»
Wer sich also per Smartphone-App gesundheitsbewusster verhält, soll künftig weniger Krankenkassenprämien bezahlen. «Zudem ist eine Rechtsgrundlage zu schaffen, damit die Daten für wissenschaftliche Forschungen zur Verfügung gestellt werden können.»
Der Vorstoss von Humbel ist äusserst umstritten. Kritiker monieren, dass dieses Prämien-Model in Richtung komplette Überwachung gehe und das Prinzip der Solidarität in der Schweiz untergrabe.
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Autor: Schweiz - Redaktion
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